Snail Mail 

Falter 41/99 vom 13.10.1999.

Snail mail, Schneckenpost nennen die Anglophonen das Übermitteln gegenständlicher Poststücke. Briefe, Postkarten und Pakete: Die kommen mit der Post (ausgesprochen: Bosd). Ganz selten werden auch andere Dinge mit der Bosd transportiert, urwichtige Dinge wie Wahlkarten nämlich. Zehn Tage liegt Österreich nun schon im Wahlergebniskoma, nur weil ausgefüllte Wahlkarten mit der Bosd verschickt werden. Nun mag es ja einleuchten, daß, sagen wir einmal, das Ergebnis des Wahlkartenausfüllvorgangs eines Auslandsösterreichers im fernen Kasachstan nicht so mirnixdirnix gleich am nächsten Moontag auf den Auszählungstischen der Wahlbehörde im Innenministerium einlangen kann. Die Bosd kann ja nicht hudeln! Überhaupt das Hudeln! Vom Hudeln kommen höchstens die Kinder, außer im Südburgenland, dort kommen die Kinder vom Uhudler. (Ein Seitengedanke: Mag es an diesen Zusammenhängen liegen, daß wir in der Bosd soviele alte Gesichter sehen? Außer vielleicht in Güssing, wo zumindest geuhudelt wird im Bohsdamd.) Aber weiter im ursprünglichen Text: Es ist beruhigend zu wissen, daß nicht nur kleine Mäuse wie ich bisweilen sehnsüchtig auf Post warten, sondern auch große, wie die Parteichefs von stimmenschwachen bürgerlichen Parteien.

Plattendebatte 

Falter 40/99 vom 06.10.1999.

Ich wohne in einem Plattenbau. Plattenbaue sind nämlich cool zum drinnen wohnen. Unglaublich, was da so alles mitschwingt, wenn du in einem Plattenbau wohnst! Der Ikea-Luster zum Beispiel, der pendelt ganz schön foucault’sch, wenn der Mieter über mir zu Hause sich an seiner Plattensammlung mit Technikmusik und Love-Parade-Bumbum tothört. In Plattenbauten, wie dem, den ich bewohne, schwingt aber auch Erinnerung mit. Etwa an den Plattensee 1989, als Urlaub dort noch etwas bedeutete in den Plattenbauen. Als Völker noch aus dem Inneren von Glaspalästen regiert wurde und nicht aus Bierzelten. Als die Völker unserer östlichen Nachbarländer noch nicht in der üblen Nachrede standen, die Umvolkung unserer lendenschwachen Bevölkerung voranzutreiben. Hach, und jetzt? Jetzt soll alles anders werden? Wo doch eh schon alles anders ist? Kein Stein soll auf dem anderen bleiben? Auch in meinem Plattenbau nicht? Die Klänge balinerischer Freizeitjestaltung sollen meinen Klappluster nicht mehr zum schwingen bringen? Die Klänge anatolischen Liebesgedudels aus der Plattensiedlung gegenüber nicht mehr an die Glasplatten meiner Einbaufenster kitzeln? Und Comandantina Dusilova? Wird sie Kassiber aus der Rückvolkungshaft schreiben müssen? Soll sich das Platt wirklich wenden?

Busfahrer i. s. G! 

Falter 39/99 vom 29.09.1999.

Gitarrenhändler, ihr seid Schweine!“ sang die norddeutsche Elektrocombo Tocotronic einst. Damit hatten sie verdammt recht, was jeder bestätigen wird, der je auf der Kundenseite eines Gitarrenhändlerverkaufstresen gestanden hat. Nicht einmal im kinderfeindlichsten Zuckerlgeschäft wird der Spruch, demnach der Kunde Königin sei, so rüde ins Gegenteil verkehrt, wie in Geschäften, die sich mit dem Verkauf von Gitarren beschäftigen. Gitarrenhändler sind die Schlimmsten. Die Schlimmsten? Halt. Eine Berufsgruppe schlägt die Gitarrenhändler an porkness, und das sind die Busfahrer. Ja die Busfahrer. Die schnurrbärtigen Kerle, die uns mit saftigem Grinsen vor der Nase davonfahren, nur weil die Ampel in der Busspur gerade auf hellgrün schaltet. Die rüden Spiegelbrillenmachos, die so gerne durch Innenstadtlacken pressen, weil es ganz schön was hermacht, Radfahrer, Kinderwagendriver und anderes unmotorisiertes Gesocks mit verdünnter Fiakerpferdescheisse zu bespritzen. Die Goldketterljimmys, die nur dann gerne bremsen, wenn Omi grad das Wechselgeld für den Fahrscheinautomaten aus dem Börsl fingert, und sich deswegen nicht anhalten kann. Busfahrer sind das Letzte. Busfahrer ich warne Euch! Bald schon könnte ein Song heissen: Busfahrer, ihr seid Gitarrenhändler!

Horrorpüppchen 

Falter 38/99 vom 22.09.1999.

Die Pilgramgasse ist eine internationale Gegend. An der Ecke, die ihre Existenz dem Einmünden der Pilgramgasse in die Rechte Wienzeile verdankt, befindet sich eine Haltestelle der, weit über ihre Streckenverläufe bekannten Nahverkehrsverbindungen 12- und 13A. Eine geophysikalische Unregelmässigkeit hat diesen Ort schwerkraftmässig solcherart herausgefordert, daß an besagter Ecke eine Absenkung von Strasse und Gehsteigkante stattfand. Nicht ohne bitterste Ironie heisst der, hier in gefährlicher Schräglage landende Bus deshalb  Margarethner Mörder. Friedlich an dieser Ecke stehende wannabe-passengers riskieren dort, von abstehenden Busrückspiegeln aufs Schwerste verletzt zu werden. Weil ein Unglück aber selten ohne ein zweites einhergehen mag, hat sich in allernächster Nähe dieses Gefahrenortes ein Eisgeschäft beheimatet, das sich, um für die Qualität seiner Eise zu werben, ein Einrad fahrendes Stoffpüppchen ausgedacht hat. Mit einer riesenhaften rosa Brille und einem Wagenrad grossen Strohhut strampelt dieser ekelhafte Kerl tagein, tagaus mit unergründlicher Koboldhaftigkeit auf der Stelle. Ein Zappelphillip des Grauens! Erfinder und Schausteller dieser kinetischen Horrorplastik mögen mit Baron Frankenstein in Madame Tussauds Kabinett eine Vitrine teilen!

Wenn Zucker rieselt 

Falter 37/99 vom 15.09.1999.

Zucker, so heißt es doch gerne, Zucker macht das Leben süß. Der Zucker, der in meiner Vorratskammer lagert, ist zwar süß, aber er macht mir das Leben schwer. Denn dem Zucker, so wie ich ihn kaufe, mangelt es an Disziplin. Der Zucker von dem diese Kolumne handelt, ist „Wiener Zucker“ der Sorte „Feinkristall“. Und das muss so sein, weil es einfach prolo ist, „Normalkristall“ in oberitalienische Zuckerstreuer einzufüllen. Einen Bugatti betankten wir ja auch nicht mit Diesel! Zum Nachteil gereicht meinem Wiener Feinkristallzucker allerdings, daß er seine Rieselfreudigkeit unter anderem dadurch unter Beweis zu stellen trachtet, daß er bei jeder (wirklich jeder) Gelegenheit aus dem Gebinde rieselt. (Die Papiersäcke, in dem Wiener Zucker verkauft wird, sind nämlich nach spartanischen Grundsätzen verleimt.) Nun gibt es für Neurotikerinnen wie mich nichts Schlimmeres, als der Geräusch, das rieselfreudige Feinkristalle beim Drübergehen machen. Nicht auszudenken, was Wiener Feinkristall auf Bugattigaspedalen anrichten könnte! Abgesehen von diesen Unbillen der Verpackung stellt sich mir manchmal die Frage, ob wir hier in der Provinz auch einmal anderen Zucker bekommen könnten! Vielleicht einmal Feinkristall aus Bologna! Oder aus Mailand! Oder gar aus Turin!

Es gibt auch Rückbindys 

Falter 36/99 vom 08.09.1999.

Letzte Woche erreichte mich wieder eine Depesche des elendigsten aller Elenden, Hermes Phettberg, in welcher er mit mir darin übereinzukommen vorschlug, daß Religion Rückbindung sei. Eine Erkenntnis, die mir jedes Kruzifix aufs trefflichste illustriert. Über Jesu Angenageltheit Witze zu reissen, ist nun einerseits nicht mein Spezialthema und schlittert andererseits schon bedenklich auf dem dünnen Eise der Verunglimpfung von relgiösen Gefühlen. (By the way: Kann man eigentlich Gefühle auch verglimpfen?) Hiermit stehe ich probeweise nicht an, jegliches Gefühl der Rückgebundenheit zu verglimpfen: Schwestys und Brüdys, Elendige und Elende, laßt uns einig sein im Verglimpfen! Nun bezieht sich aber der religiöse Hermes schnürtechnisch auf die Deutung des Verbs religere, während meine etymologischen Forschungen sich mehr auf die Tätigkeit des relegere fokussieren, welches nach „den Alten“, wie Stowasser weiß, die Wurzel der religio sei, dem, neben den bekannten und gebräuchlichen auch die occulte Bedeutung der abergläubischen Besorgnis innewohnt. Und hier sind wir eins mit dem hermetischen Ansatz, aus der kleinen Zehe ein ganzes Phettbergy zu regieren: Aus der abergläubischen Besorgnis, in den ganzen Phettberg hinaufzurutschen rückbindet sich Hermes ständig neu.

Über die Selbstbindys 

Falter 35/99 vom 01.09.1999.

Letzte Woche erreichte mich ein Billet meines treuen Weggefährten Hermes Phettberg in dem er mich ermahnte, wir wollten doch festhalten, daß ER der beste Selbstbinder sei. Da hat er natürlich recht, wenngleich ich ursprünglich anstand, völlig anderes zu behaupten. Sinngemäß etwa, Dorsi Knechts Fernsehzwitscherei wäre das eigenste an Krawattenschreiberei, geschlagen allein von den kolumnistischen Idiodyskrasien des Herbert Hufnagl. Wenn ich Hermes nun richtig verstehe, und darin fände sich nicht einmal der Keim eines Zweifels, dann legt uns Hermes nichts anderes zu wissen auf, als daß ER tatsächlich der Herr jeglicher Selbstbindung ist, der schriftgewordenen wie der fleischgewordenen. Hermes IST gekettet, Hermes IST gebunden, Hermes IST gefesselt. Hermes Phettberg, Imperator Augustus der Selbstunterjochung, Zeugnis der Unlüge: Bovum esse solus licet Jovi. In der kleinsten Zehe kauernd thront der König der Selbstbindys unangefochten über sämtliche Fernsehzwitschys und Alltagsbeschreibys. Über die Protagonisten der Durchschnitlichkeit, deren Speerspitze Umberto Eco uns stets aufs Neue mit saturiertem Gebrabbel ermüdet, ist Hermes erhaben wie die Farbe über das Grau, die Wahrheit über die Erfindung, die Stille über den Lärm.

Ha Tschii e impossibile 

Falter 34/99 vom 25.08.1999.

Umberto Eco, der letzte Universalgelehrte dieses Planeten könnte sich getrost ein Scheibchen von mir abschneiden. Denn während sich der struppige Philosoph, bis zum Scheitel unbestritten und von metaphysischem Allwissen durchdrungen, denksatt aus dem Balkon seines mediävistischen Elfenbeintürmchens lehnt, um an Alltäglichem herumzumäkeln, muß Comandantina ihr täglich Brot mit dem Lösen wirklicher Problemen erwirken. Längst bersten die Regale von Predigten für und wider den Globalsimus, über dritte und vierte Wege, neoliberalistische Gefahrenhorizonte und anderem machiavellistischen Käse. Niemand jedoch, und schon gar nicht der arrivierte Sack aus dem Land der Zitronenblüte, nimmt sich das Quentchen Mühe, neue Nadeln im Heuhaufen zu verstecken. Oder besorgt die Steine, die unter den steten Tropfen zu liegen kommen. Alle Welt schreit sich die Kehlen nebelig nach neuen Erkenntnissen, aber keiner, schon gar nicht Umberto kümmern die vielen kleinen falschen Töne. Die Falschheit im Ha-tschii etwa, dem Lautbild spontanen Niessens. Hat sich schon jemand überlegt, daß es Ha-tschii gar nicht geben kann? Weil nämlich sowohl Ha als auch Tschii ausatmende Silben sind? Und dass deswegen alle Welt richtigerweise mit Ah-Tschii niesst?

Beschreibliches

Falter 33/99 vom 18.08.1999.

Mittwoch letzter Woche war es also soweit: Comandantina saß in einem Doppeldeckerbus und ließ sich ins fashionableste Spa des Burgenlands entführen, in das, locker zwischen die Maisfelder Westungarns gestreute Bad Tatzmannsdorf. Lokalberichterstatterpäärchen, Mitglieder diverser Optikercircles und der unbezahlbar schrullige Himmelspfadfinder Professor Mucke erlebten dort das Unbeschreibliche, das tatsächlich so unwiederbringlich unglaublich war, daß an dieser Stelle sicher nicht einer der vielen unzufriedenstellende Versuche unternommen wird, es auch nur zu umschreiben. Nur soviel sei gesagt: Es war unbeschreiblich. Die Rückfahrt war beschreiblich, sie war voll stiller Momente des Zuhörens. Ich weiß jetzt, was die nicht alleinstehende Mutter eines schielenden Kindergartenbesuchers vom nicht alleinstehenden Vater eines, mit einer halben Dioptrie doch leicht an der Kaimauer zur Fehlsichtigkeit schrammenden Kindes über die Sehbehelfe ihrer Sprösslinge austauschten. Und von den Problemen der Chefredakteursstellvertreterin des Bipamagazins weiß ich jetzt nahezu unglaublich viel aus unmitelbarer Hörweite. Wie sich der Sommerhusten nichtalleinstehender Mütter anfühlt, weiß ich inzwischen auch, denn ich habe mir einen solchen eingefangen.

Die rasende Nacht 

Falter 32/99 vom 11.08.1999.

Mittwoch dieser Woche wird es so weit gewesen sein: Es wird ordentlich eklipst haben. Und alldiejenigen, die Aufenthalts im exklusiven Streifen sonnenfinsterer Totalität gewesen sein werden, werden nicht ablassen, sich auf ewig, zumindest aber die nächsten 80 Jahre lang zu rühmen, dabeigewesen zu sein. Es wird einmal als ungeheuer schick gelten, mit lächerlichen Pappbrillen auf der Nase auf den Vorbeiflug des Mondschattens gewartet zu haben, so wie es ja auch nicht ganz von Pappe ist, wenn sich jemand rühmt, es sich in Woodstock ordentlich besorgt zu haben, oder zumindest irgendsowas in dieser Qualität. Wir werden die Generation der finsteren Sonne sein, so wie bestimmte Anteile der Population Alt68er sind oder Vormärzler oder Vietnamveteranen. Wir werden die Ekliptiker sein, die Kinder der rasenden Nacht, die Leute, die dabei waren, als das Schwanengeschnatter verstummte in Gmunden und der Mittag verrückt spielte über den Wetterhähnen von Kapfenberg. Was für ein Glück! Glück ist nämlich, dem Seltenen zu begegnen. Beziehungsweise, dem Seltenen nachzufahren. Etwa mit dem Rad dem Wiener Fiaker mit der Nummer F13. Der Fiaker F13 nämlich hat Scheibenbremsen hinten. Und sowas Seltenem nachzufahren ist noch viel seltener als eine dahergelaufene Eklipse.

Zaster, aber flott!

Falter 31/99 vom 04.08.1999.

Billieboy Gates hat jetzt verkünden lassen, er gedenke seinen Zaster in eine Stiftung einzubringen. Damit sei endlich Schluß mit den bösen Anfeindungen, die sein Sohn auf Grund seines Reichtums ausgesetzt sei, (kicher) verkündete Billies Daddy. Immer sei gestichelt worden, meinte William Gates sen., der Stiftungsgründungsverkündigungssprecher des Zwergenweichreiches. (Wie harmlos sich Microsoft-Imperium in dieser Übersetzung anhört!) Ich bin schon sehr gespannt, was in den Stiftungsstrategiepapieren der Billieboy Gates-Stiftung steht. Ich habe nämlich gestern eine Elektromaildepesche an die Strategiepapierabteilung der Billieboy Gates-Stiftung getippt, in der ich sinngemäß die Idee ventiliert habe, eine „Comandantina Dusilova-Förderungsabteilung“ stünde der Foundation bestens zu Gesicht. Foundationen hätten doch stets mit quellen zu tun, formulierte ich hinterhältig, und Quellen strebten doch geradezu danach, sich in vorlaut hingehaltene Gefäße zu ergießen. Wenn da bloß Billiedad nicht Lunte riecht! Ich würde nämlich (hihi) den in meinen Förderbecher gequollenen Förderzaster sofort in eine neue Faundäschn gießen. und dann, ja erst dann würde ich vom süßen Nektar des Zwergenweichreichtums naschen. Irgendwo auf Kuba, wohin ich nämlich Billies Knete spendete.

TeleBeast

Falter 30/99 vom 28.07.1999.

Von den den vielen Methoden, Zeit sinnlos zu verludern, ist Fernsehen wohl eine der gebräuchlichsten. Die Steigerung des Verluderns von Zeit durch Fernsehen ist Fernlesen. Fernlesen, das Blättern in Teletexten. Teletextblättern ist der Granatapfel unter den Früchten der Sinnlosigkeit Dabei ist Teletextlesen garnicht so einfach! Bei mir hat es immerhin knappe zwei Jahre gedauert, bis ich überzuckert habe, daß das kleine Fernbedienungsknöpfchen mit der Aufschrift TV/TXT meinen Bildschirm dazu veranlaßt, in den Teletextmodus zu wechseln. Weitere sieben Monate habe ich damit verbracht, in diesem Knopf auch die Möglichkeit zum Rückschalten in den Fernsehbildmodus zu entdecken und erst seit kurzem gelingt es mir, mit zwei weiteren Tasten den großen Jongleurakt zu vollbringen: Das Zappen im Teletextseitenwald! Von der ORF-Seite 107 (ShowBiz) sind es übrigens nur 559 kurzweilige Druckvorgänge bis zur Seite 666 (inoffiziell „TheBeast“ genannt) auf der, wie für einen katholischen Sender nicht anders zu erwarten, ein schwarzer Bildschirm lauert! Teuflisches Teletextfernsehen! Der Ossi-Sender MDR hext auf Seite 666 übrigens mit dem dämonischen „Verbrauchertip: Alkohol für Kinder!“. Auch Pro7 macht auf 666 klar, was für sie des Teufels ist: „Polnische Frauen live“.

Rotaxanosis prognostica

Falter 29/99 vom 21.07.1999.

Dem Gesetz eines prognostischen Pfiffikus zufolge werden die Chippen in unseren Computern immer schneller und nicht nur das: Sie werden auch immer kleiner. Bald werden sie so fuzziklein sein – so daß Gesetz von Pfiffikus, daß wir auf herkömmliche Siliziumtechnologie husten werden, weil die nämlich an ihre Grenzen gestossen sein wird. In 5o Jahren wird es so weit sein. Ganz schön bald! Höchstes Zwölfeläuten also, daß sich andere Pfiffikusse flugs was zum Thema „immer kleiner und immer schneller“ ausdenken. Und dieses andere ist jetzt da. Rotaxane heißen die kleinen Moleküle. Sie sehen aus wie Serviettenringe, die auf einem, an beiden Enden verknoteten Tau aufgefädelt sind. Ja wenn man sie vor lauter Kleinheit überhaupt sehen könnte! Da es aber gerade um diese Kleinheit geht, jubeln die Pfiffikusse, denn die Miniserviettenringe lassen sich hundert Milliardenmal schneller hin- und herschieben als die Informationen auf Siliziumchips. Pfow! Die ganze Nationalbibliothek auf einer Stempelmarke! Die Kongreßbibliothek in einer Kugelschreibermine! Mir würde es allerdings schon genügen, wenn mein Computer nur halb so oft abstürzen würde. Von der Aussicht auf hundert Milliarden mal weniger Systemabstürze kann ich ja weiter träumen.

Homo Hood

Falter 28/99 vom 14.07.1999.

So da, jetzt steht es auch schon im Kurier: Robin Hood, Held der Armen, Beschützer von Waisen und Witwen war eine waldbekannte Tucke! Der Mann aus dem Sherwood Forest soll nicht nur mit Pfeilen immer ins Schwarze getroffen haben, nein auch um gleichgesinnte Schützlinge dürfte er keinen allzugroßen großen Bogen gemacht haben. Darf man genretypische Vermutungen anstellen, werden wohl auch die assoziierten Waldbrüder Schlag von Robins Schlag gewesen sein. Englands Heten sind entsetzt, Robin Hood, der gesetzlose Pfiffikus, ein Camou-Homo! Iiiiiii! Mit einem Quentchen Phantasie ließe sich jetzt andeuten, daß ein gewisser Richard Löwenherz, das mit Liebsein zu Blondl auch nicht ganz so eng gesehen hat. Zu allem geschichtlichen Überdruß wurde der englische König mit dem französischen Zungenschlag in einem Erdberger Szenetreff als Herzbube geoutet und ohne langes Fackeln dingfest gemacht. Ein übertrieben schmucker Ring soll ihn verraten haben. Etwas später verletzte eine gewisse Transgenderperson namens Jean D’Arc die heterosexuellen Benimmvorschriften beträchtlich und wurde noch vor dem Heiligwerden dem Feuer überantwortet. Fehlt nur, daß jemand den legendenumwobenen Wiener Sackpfeifer Augustin als liebestolle Nekrohetel outet!

Guti Guti, Badi gehen

Falter 27/99 vom 07.07.1999.

Wie die Lemminge…“ heißt es, wann immer sich Menschen dem Wahnsinn des eigenen Untergangs widmen. Dabei hinkt der Vergleich, denn die kleinen Nager stürzen sich keineswegs von hohen Meeresklippen. Blöd wären sie. Lemminge schwimmen höchstens durch Flüsse. Und auch das nur, wenn ihnen welche im Weg sind. Der Mythos von den selbstmörderischen Lemmingshorden ließe sich allerdings prima den Bewohnern der Bundeshauptstadt auf den hochsommerlich schwitzenden Leib schneidern. Denn nichts liebt der Wiener mehr, als den Ausbruch einer „Hitz“. In unglaublicher Verkennung von Ursache und Wirkung halten Wiener und Wienerin dann das Dünsten im Mittelklassedaihatsu für freizeitwertsteigernd, das Braten unter sengender Sonne für kreislaufberuhigend, und das Garen auf der Campingpritsche für gesundheitsförderlich, um sich dann, eingekremt bis unter die triefenden Irxn und trotzdem hell gerötet vom bösen Ultraviolettstrahl im hüfttiefen Ufergewässer zu löschen. Ein Volk, das dem Wechsel der Unterwäsche im Regelfall nur wöchentlich Tribut zollt! An die Schwermetallbelastung durch falschgoldenen Fußketterln und die Überdüngung des kostbaren Nasses durch die Abbauprodukte von 35 Krügerl im Schatten möchte ich gar nicht denken.

Emterseitig

Falter 26/99 vom 30.06.1999.

Niemand“, klagte mein georgischer Bürokratismusexperte Joe Gamalvalnidze, „interessiert sich für die Nöte und Plagen ämterseitig Verfolgter. Die Verfolger selbst sind ja arme Hunde. Schau Dir nur mal die an“, grinste Joe und klopfte meiner Gerichtspsychiaterin auf den Scheitel. „Die schreibt jetzt 10.000mal Ich soll ämterseitig Verfolgte nicht mit üblen Amtsgutachten verfolgen und hat nach der 3.678ten Repetition sage und schreibe schon 864mal emterseitig geschrieben!“ „Vielleicht sollte man ihr das sagen“, warf ich ein. „Juristisch unklug“ dozierte Joe, „ein Vergehen während des Verganges zu stören. Das brächte Unordnung in den Vorgang der Vergehenstätigung. Wer weiß, ob unsere kleine Gutachterin nicht eventuell im Begriffe steht, auch die restlichen 6322 ämterseitig falsch zu schreiben. Wir würden mit unserem Tadeleinwurf das Vergehen unterbrechen, Vergehensausmaß, Tatzeit, und damit auch die Tateinsicht verzerren. Der Strafmitteleinsatz wäre grob fahrlässig unterbrochen, wir ständen juristisch vor dem Abgrund. Linguistische Gutachten müßten feststellen, ob mit dem Schreiben des Wortes emterseitig die Intention der Beschuldigten, ämterseitig zu meinen, eindeutig erkennbar sei.“ „Und wenn wir sie einfach laufen ließen?“ „Vor Zeugen? Mitten imVerfahren?“

Post braucht Stil

Falter 25/99 vom 23.06.1999.

Es gibt“, erläuterte mir Joe das Yin und Yang der Agenterei, „solche und solche. Die einen sind die Klingler. Die anderen sind die Klopfer. Klingler und Klopfer, das sind die zwei Typen. Die Agenten vom Geheimdienst Türschnalenwerbung (GehD TüSchnaWer) sind alle Klingler. Die klingeln für ihr Leben gern. Natürlich unten am Klingelboard. Dort wo’s den größten Spaß macht. Nie würden die klopfen. Wozu auch. Ihre Aufgabe ist die nachrichtendienstliche Zustellung von Geheimprospekten und Bezirksspionagepostillen. Und der Überraschungsangriff aus dem Halbdunkel. Wenn die klopfen würden“, erläuterte Joe und nippte am Machiato, „würden sie ihre Tarnung verlieren. Anders die Agenten vom Geheimdienst Weltrettung: Die gehen auf im Klopfen. Die klopfen so lange, bis die Zielperson aufgibt und öffnet. Ihre Klopfkultur wird in speziellen Seminaren geübt. Wochenlang lernen diese Spezialagenten nichts anderes, als die vielfältigen Techniken des knöchelschonenden, aber tür- und trommelfellpenetrierenden Knocking. Wenn die Dich aufgeknockt haben, „explizierte Joe mit leuchtenden Augen, „bist Du praktisch schon tot. Logisch, daß auch Gerichtsvollzieher und Gasinkassanten alle Knocker sind. Klingeln: Njet. Töten durch Klingeln wäre unter ihrem Niveau!“

Post braucht Papa

Falter 24/99 vom 16.06.1999.

Joe und ich hatten uns darauf geeinigt, den „klemenden“ Fenstern von Agent NB, dem Nägelbeisser keine größere Bedeutung zuzumessen, als die, daß der Bursche offenbar Probleme zwischen den großen Zehen hatte. Psychoanalytisch lag NB wie ein offenes Buch vor uns. Anstatt sich mit dem Transport von Poststücken zu beschäftigen, verbrachte NB ein gerüttelt Maß seiner Arbeitszeit damit, seine rosaroten Wurstfinger an den Spitzen abzukauen. Dort, wo bei normalen Männer die Fingernägel rauswuchsen, hatte NB millimeterdicke Hornkerben. „So will der eine Frau fürs Leben finden?“ ätzte Joe. „Vielleicht sucht der andere Kicks im Leben“, spottete ich zurück, „vielleicht sind spitze Fingernägel beim Chefbefriedigen undienlich!“ Joe verdrehte die Augen. „Sex im Büro, okay, aber Sex in der Post?“ Joe und ich ließen das makabre Szenario von reproduzierwilligen Postagenten wieder fallen. Soviel hatten unsere obskuren Observationen aber bisher ergeben: Die Agenten des Geheimdienst Post litten unter miserablem Zeitmanagement. Sie waren schlecht gekleidet, billig ernährt, schrieben klägliches Deutsch und sahen auf zu einer Ikone, die sie Großer Papa Franz Jonas nannten. Auch dem Fingerspitzengefühl schienen sie auf magische Weise zu huldigen.

Wahre Probleme

Falter 23/99 vom 09.06.1999.

„Zackenschneiden, das können deine Leute hier.“ Joe Gamalvalnidze, mein grusinischer Freund wußte, wie er mich ärgern konnte! Mich mit den Agenten vom GehD Post in einen Topf zu werfen, das war die Höhe! Immerhin wußten wir jetzt, daß im Postamt ein Fenster klemmte. War das der Code für irgendwelche geheimen Übergabepraktiken? „Mein eines Fenster klemt“, hatte Agent NB, der Nägelbeisser auf die Geheimbotschaft geschrieben. Was konnte das wirklich bedeuten? Hatten Sie Probleme im Zeitmanagement? Waren Sie im Verzug mit der Zustellung gelber Zettel? Waren ihnen die Licht-Ins-Dunkel-Erlagscheine ausgegangen? „Mein eines Fenster klemt“, das konnte viel bedeuten. Besonders das Wörtchen klemt ließ mich nicht los. Die mußten doch wissen, daß uns sowas auffallen würde. Nicht einmal der größte Idiot würde heutzutage klemmen mit einem Solo-„m“ schreiben. Der Geheimdienst Post wollte offenbar gezielt den Eindruck verbreiten, sie wären dümmer, als wir dachten. Irgendwas an meiner Argumentationskette stimmte nicht so recht. Joe schüttelte den Kopf: „Du siehst Geister. Die sind wirklich so trüb auf der Pfanne, Loni. Hast Du schon einmal beobachtet, wie sie schwitzend vor ausländischen Paketen sitzen und die Adressen transkribieren?“

Wahrer Luxus

Falter 22/99 vom 02.06.1999.

Joe und ich machten also Rast in der Aida Ecke Währinger-/ Nußdorferstraße. Vor Joe lag der Wisch von NB, dem Agent, den sie Nägelbeisser nannten. „Aktennotitz 22NB: Mein eines fenster klemt. Und 7,40 sind aus „, stand da in ungefilterter Amtsprosa. Agent NB des feindli chen Dienstes Post hatte allem Anschein nach Probleme mit der Belüftung seines Arbeitsplatzes. Und Siebenschillingvierzigmarken waren ihm offenbar auch ausgegangen. „Wozu brauchen die 7,40er-Marken?“ fragte ich Joe. „Um 14,80-Porti kleben zu können, Lönchen, das liegt doch auf der Hand.“ Ich ließ mein Schinkenstangerl, das der Aida-Mikrowellenherd auf unhaltbare 6 Millionen Grad erhitzt hatte, mit einem Schreckensschrei auf die Untertasse fallen. “ 14.80, das sind Eineuronullacht“, las Joe von seinem Eurocalculator ab, „eineuronullacht. Bin gespannt, wie sie das dann picken wollen.“ Mein Schinkenstangerl hatte sich mittlerweile durch die verdampfte Untertasse und das glosende Brandloch in der Aidatheke eineinhalb Meter Richtung Erdmittelpunkt geschmolzen. „Sie könnten allerdings ein paar Zacken abschneiden“, sinnierte Joe, „in Georgien machen sie das so… Zackenschneiden, das können deine Leute hier ja auch.“ Meine Leute! Ich war empört! Wie sehr: Nächste Woche.

Geheime Behälter

Falter 21/99 vom 26.05.1999.

Agent NB (Codename „der Nägelbeisser“) hatte soeben ein kleines Stückchen Papier in den Sandbehälter hinter dem Fahrer unseres Triebwagenzuges fallen lassen und war ausgestiegen! Joe drängelte mich durch die schnatternden Mittelschüler zum vorderen Ausstieg. Er stellte sich zwischen mich und den Sandbehälter. Aus diesem Winkel konnte ihn Agent wv67 des Geheimdienstes Straßenbahn unmöglich sehen. Die überhöhte Geschwindigkeit tat ein übriges, den, mit einem flauschigen Fokuhila mäßig getarnten Spezialagenten voll auf das Steuern seiner Schienenrakete zu konzentrieren. Vor dem Anatomischen Institut war es dann so weit: Joe ließ sich geschickt in seinen Haltegriff fallen und langte mit seiner elongierten Linken in den staubigen Behälter. Zwischen Zigarettenstummeln und mit Bremssand panierten Kaugummiresten lag die Geheime Botschaft von NB, dem Nägelbeisser. Joe hatte den Wisch, jetzt hieß es Leine zu ziehen. Wir quetschten uns durch die Schulklasse wieder nach hinten und stiegen aus. „Laß uns den Code in der Aida knacken“, meinte Joe, „ich liebe die fetten Schinkenstangerln dort.“ Keine 20 Sekunden später standen schon dampfende kleine Braune vor uns am Tresen. Es ging an die Entziferung der Geheimbotschaft.

Ganz viel darüber nächste Woche!

Geheime Botschaften

Falter 20/99 vom 19.05.1999.

Ruckelnd setzte sich der beiwagenlose Triebwagenzug 5823 (423.17 Euro)der Wiener Verkehrsbetriebe in Bewegung. Die Signalapparatur hatte von drei waagrechten auf zwei senkrechte Lämpchen umgeschalten: Das geheime Signal für Agent wv67 (Tarnname: Gerald Wieser; 4.87 Euro)des Geheimdienstes Straßenbahn, seine Lenkwaffe in Fahrt zu bringen. „Die Agenten der Verwendungsstufe wv dürfen das auch ohne grünes Ampelsignal“, raunte mein grusinischer Informant Joe Gamalvalnidze. Joe kannte Praktiken dieser Art aus seiner Heimatstadt Tbilissi. „Nichts kann sie halten, wenn sie ihre Geheimsignale bekommen.“ Ob unsere Mission wohl erfogreich sein würde, fragte ich mich still. Wir verfolgten gerade ein Mitglied des feindlichen Dienstes Post, das aus rätselhaften Gründen den Bunker unter seinem Postamt verlassen hatte, und jetzt schräg hinter dem Fahrer (Agent wv67; Tarnname: Gerald Wieser; 4.87 Euro) stand. Der Postagent trommelte mit seinen abgekiefelten Fingerkuppen eine geheime Melodie auf die Haltestange und verließ nach der dritten Strophe den Triebwagen. Doch was war das? Agent NB (Codename „der Nägelbeisser“) hatte unauffällig ein kleines Stückchen Papier in den Sandbehälter hinter dem Fahrer fallen lassen!

Mehr darüber nächste Woche!

Bief von die Om

Falter 19/99 vom 12.05.1999.

Die Wetterredaktion bittet uns, aus aktuellen Gründen nachstehenden Brief unseres Wettergottes Om Dhom Khom einzurücken. (Die Com.).

Liebe Löte!

Die iste die Om mit ene gantse Bief! I hab die übe’aupt nikt gewusst, wie die iste in die Ki’kenes! Abe tsu estemal alle die ‘eihe nak: Mene Feundin Bettina die iste kank gewoden. Von die viele Wind in die Ki’kenes. Und die hate die mik die ange’ufen!Om die hate die gesagt in die Telefon, Om die musste kommen! Die gantse Wette hie in die Ki’kenes die iste kaput. Die iste imme ‘egen und die Wind! Und die kalt!Und die iste nu die Esbeg in die Mee! Und die Wettegott von die Ki’kenes die iste auk gants kalt. (Tho, die iste dot die Schef.) Nagut, iets gehte die son besse. I habte die gantse Wette wiede wam gemakt in die Ki’kenes! Die iste iets Palmen in die Stand (in Nowegen!), und Pelikane in die Wasse und Flamingo, Und die Löte die gehte imme swimmen iets! Wie in die Kuba. Mene Feundin Bettina die iste die supeglüklik iets. I makte waseinlik nok ene klene Semina fü die Ki’kenes-Löte dot. (Damit die weiss die wie die mit die nöje Tempe’atu die geht.) Nekste Woke I binte dann wiede gants in die Wien wiede da. Und da wie kannte dann die Supe-Supe-Supe-Mai-Wette maken!

Die wite die dann gants Spitse!

Om Dhom Khom

GdP: Grosser Papa Dr.h.c.

Falter 18/99 vom 05.05.1999.

Sie machen das wirklich freiwillig“, lispelte Joe, mein grusinischer Informant. Joe hatte so etwas nicht einmal in seiner Heimatstadt Tbilissi gesehen, nicht einmal unter Stalin, wie er mir staunend gestand: „Nicht einmal unter dem Schurken Dschugaschwili hätte irgendwer sowas getan! Schon gar nicht freiwillig“ Joe und ich saßen in der hintersten Bank des unterirdischen Bunkers unter meinem Postamt in der Faulmanngasse und schnitten zitternd kleine Zacken in Siebenschillingfünfigmarken. „Paß auf,“ raunte Joe und sah auf seine Kosmonautenuhr, „gleich werden sie alle aufstehen und sich vor der Ikone da oben links verneigen! Großer Papa Franz Jonas nennen sie den!“ Tatsächlich: zur angebrochenen 15ten Minute nach Mittag erhoben sich sämtliche Beamten meines Postamtes und senkten den Blick vor einem staubigen Portrait eines gütig dreinblickenden älteren Herrn. „Großer Papa Franz Jonas, wir grüßen Dich“, skandierten sie im Chor, „denn wie Du immer sagtest, Ostria is än interneschionäl Plättfoam! Gesegnet sei Dein Name, denn Du wußtest noch, was Amt und Hacke bedeutet. Großer Papa Franz Jonas, wir grüßen Dich! Großer Papa Franz Jonas, wir lieben Dich!“ Was an Spuk erwartete uns hier unten noch?