Die wunderbare Kati Bruder hat mich für ihr
WIR ANDEREN – auf der Suche nach der „idealen“ Gemeinschaft
fotografiert.
https://www.instagram.com/kati_bruder/
https://www.facebook.com/kati.bruder
www.katibruder.com
Andrea Maria Dusl – Das Bureau
Diskursmanufaktur
Die wunderbare Kati Bruder hat mich für ihr
WIR ANDEREN – auf der Suche nach der „idealen“ Gemeinschaft
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Es gibt die reale Welt, es gibt die Traumwelt, und dann gibt es eine Welt, in der noch niemand war. Eine Welt, die noch niemand gesehen hat. Eine Welt, die es noch nicht gibt. Die einzigen, die Zutritt zu allen drei Welten haben, die von einer in die andere wandeln, und aus allen dreien berichten können, sind die Künstler·innen. Das macht sie so gefährlich wie unfassbar. Und das ist gut so.
AMD, Café Einfahrt, 28. Juli 2026
Beim Lesen von Susan Sontags „On Women“, Penguin Books 2023 sammelt sich in mir die Erkenntnis:
Vorworte aller Art und Autorinnenschaft sollten NACH dem Text gelesen werden. Sie wurden schließlich auch NACH dem Text verfasst.
AMD, 16. Mai 2026.
Fall jemand fragt (die Staatspolizei hat es gewiss in einem Akt). Ich war bei der ersten großen Opernball-Demo dabei. Wer sich erinnert: Es ging um die Teilnahme des bayrischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß. Nicht um die Walzerklänge des Namensoheims. Bei der Arena-Besetzung war ich auch dabei. Ich habe gegen Zwentendorf gestimmt, saß im Burggarten, weinend, und habe Hainburg verteidigt. Ohne Zelt, im Freien. Ich war sogar verhaftet worden. Spalo und Ägidi habe ich ausgelassen, weil mir die Punks zu bürgerlich waren. Ich habe mit Christian Rainer und Doron Rabinovici das riesige Heldenplatz-Transparent gemalt. In der Arena natürlich. Beim Lichtermeer war ich. Bei den Donnerstags-Demos natürlich auch. Jedesmal. Jeden Donnerstag. Und jeden 1. Mai gehe ich von draußen zum Rathaus. Mit meiner Fahne. Sie ist groß und rot, „Comandantina“ steht drauf.
Lisa Sophie Steiner, die den spannenden Podcast AgehWIRKLICH betreibt, ist mit mir spazierreden gegangen. Enjoy!
„Kann Österreich Kolumne?“ Manfred Rebhandl interviewt Andrea Maria Dusl. Der Standard ALBUM, pag. A3, 6. September 2025:
Nennen wir die Sache beim Namen. Die Mogelpackung „künstliche Intelligenz“ produziert aufgeplusterten, aber weitgehend faktenverzerrenden Informationskitsch. Die geistige Mittelklasse liebt das neue Spielzeug.
Andrea Maria Dusl, 8. August 2025
Die Trottel des Planeten kaschieren ihre Defizite mit KI. Und sind noch stolz darauf. Mit billiger Häme verspotten sie alle, die selber denken, selber schreiben, Eigenes von sich geben.
Andrea Maria Dusl, 4. August 2025
Durchsage. Liebe Kunsteinpfleger und Kunsteinpflegerinnen in all euren Kunsteinrichtungen und Museen, Feuilletons und Wochenendbeilagen. Das sitzt ihr und verwaltet Kunst, und das ist gut und mächtig und all das, was euch daran Spass macht. Und dann denkt ihr, in euren Kunsteinpflegebüros und Kuratoriensälen, Kunst muss gefallen und vor allem: Kunst muss euch gefallen. Oh nein, das muss sie nicht. Sie muss nur kommen. Zu euch, Kunsteinpfleger und Kunsteinpflegerinnen, kommen von den Künstlerinnen und Künstlerinnen. Die geben euch die Kunst und sagen, stellt das aus, rückt das ein, bringt das. Es muss euch garnicht gefallen. Es muss nur zu euch kommen. Und es kommt. Aber, da könnte ja jeder kommen, sagt ihr dann, voller Beurteilungsangst. Stimmt. Es sollte auch jeder kommen. Aber ich sage euch mit ernster Stimme: Habt keine Angst, Kunsteinpfleger und Kunsteinpflegerinnen, es kommen nicht alle. Denn alle, die kommen, sind die Künstlerinnen und Künstler. Mit ihrer Kunst. Wenn ihr die nicht bringt, nicht ausstellt, nicht einrückt, bringt das nur euch etwas, dann stellt ihr nur euch aus. Und ihr seid eines nicht: Künstlerinnen und Künstler. Seid also demütig und dienstbar und offen.
Anschließendes zum Song-Contest. Die nationalstaatliche Zuordnung von Vortragskunst wäre grotesk, die alleinige Idee eines Wettkampfes von Kunstdarbietungen gaga. Es geht aber gar nicht um Kunst und Kampf, sondern um schlichte Unterhaltung. Der ESC ist eine Nummernrevue in Form einer gesungenen Modeschau. Ein bunter Reigen Horror.
Früher dachten wir: Das Gewitter bringt die Kühle. Indes: Es ist umgekehrt, die Kühle bringt das Gewitter. So ist es auch mit der Revolution. Nicht diese bringt das Systemende. Sondern das Systemende die Revolution. Warten wir also auf das amerikanische Gewitter.
Andrea Maria Dusl, 3. Mai 2025
„Erfolgsunternehmer“ werden gerne akklamiert. Richtigerweise sollten wir von „Erfolgsobernehmern“ sprechen.
Andrea Maria Dusl, 14. März 2025
Denke scharf wie ein Schwert, sprich klar wie ein Quell, handle sanft wie die Liebenden.
Konfuzius, 2025
(Mitarbeiter im Bureau Comandantina)
Es regnet Nachrufe. Aus der sicheren Distanz der Beschaulichkeit. Zu wünschen wären Vorrufe. Von denen hätten die Lebenden alles!
AMD, 19. Dez. 2024
Diese Leute wurden uns als epochal vorbildlich gepriesen. Als Speerspitze neoliberalen Heils. Wirkliche, große Leistungsträger. Unerreicht. Mit der hohen Politik im ständigen Austausch. Jetzt krachen ihre Imperien zusammen wie Kartenhäuser. Bis zur Kenntlichkeit entstellt sind sie nun, die Bauriesen, Möbeltandler, Mopedhändler.
Andrea Maria Dusl, 7. November 2024
Niemand liebt die Schwachen und Benachteiligten. Nicht einmal die Schwachen und Benachteiligten.
Und die Rattenfänger pfeifen die Schwachen und Benachteiligten herbei, indem sie erfolgreich behaupten, auch benachteiligt zu sein: Vom Süstem, von der Ostküste, vom Weltverschwörungsbund, von der Medikamentenmafia, von den Osländern. Davon fühlen sich die Schwachen und Benachteiligten abgeholt. Vom Oberbenachteiligten, der verspricht, aufzuräumen.
Andrea Maria Dusl, 7. November 2024
Das wird man ja noch sagen dürfen, sagen sie. Das ist meine Meinung, sagen sie. Wir haben Meinungsfreiheit, sagen sie, wir haben Redefreiheit. Dann sagen sie das, was sie wirklich wollen, wen sie wirklich wollen. Den starken Mann, der es den Schwachen so richtig reinsagt. Den Parasiten und Faulen, den Schädlingen. Den starken Mann, der dann aufräumt, mit dem ganzen linken, woken, genderverseuchten Spuk. Der dem heimatblinden Gesindel zeigt, wo der Hammer hängt. Der starke Mann, der es sich verdient hat, der starke Mann zu sein, der starke Mann, den das Volk verdient hat, der für das Volk da ist, ganz und gar. Mit Haut und Haar und Bart. Der das Ohr am Volk hat. Tag und Nacht. Immerzu. Der starke Mann, der weiß: Demokratie ist schlecht für das Volk. Meinungsfreiheit ist schlecht für das Folk, Redefreiheit ist schlecht für das Volk. Ja, Freiheit ist schlecht für das Volk. Wollt ihr die totale Diktaur, fragt der Diktator dann das Volk, und das Volk, das noch schreien darf, das Volk das noch schreien kann, sprich: Das Volk, das dann schreien muss, schreit: Ja so ist es, Führer befiehl, wir folgen Dir.
Ja aber, sagen dann die Kritiker, der Führer, der Volkskanzler, die Sonne des Landes, das Jahrunderttalent, er ist doch demokratisch gewählt worden! Ja, das stimmt. Ein einziges mal ist er gewählt worden. Sobald er an der Macht ist, schafft er die Demokratie ab. Die freie Presse, die Versammlungsfreiheit, die Redefreiheit, die Gewaltentrennung, die freien und geheimen, und regelmäßigen Wahlen. Die Minderheitenrechte. Die Freiheit, die Gleichheit, die Gesellschaft.
Es ist vielfach geschehen. Und es geschieht auch heute noch. Die Führer, die Verführer versuchen es immer wieder.
Demokratie heißt, dies zu erkennen, dies zu benennen, die Abschaffung der Demokratie zu verhindern. Wenn es sein muss jeden Tag. Wenn es sein muss, durch jede und jeden von uns.
Demokratie ist alternativlos.
Demokratie ist Leben – Diktatur ist Tod.
Andrea Maria Dusl, Wien, 7. August 2024
Ich plädiere dafür, André Heller sämtliche Eröffnungsfeiern (und Abschlussfeiern) auf dem Globus gestalten zu lassen. Lückenlos. Auf Lebenszeit. Selbst die allerschlechtesten Ideen von André Heller sind um Potenzen besser als das, was üblicherweise, und auch heute zu diesen Themenfeldern inszeniert wird. Sollte André Heller etwas zustoßen, sollen Eröffnungsfeiern (und Abschlussfeiern) aus seinem zu Verwirklichungsfundus bestritten werden. Ich plädiere weiters dafür, Sportkommentaristik bei Eröffnungsfeiern mit lebenslangem Sprechverbot zu bestrafen. Weltweit. Aber besonders in Österreich.
Neue Wirklichkeit. Wir leben im Zeitalter der postphotographischen Evidenz.
Andrea Maria Dusl, 7. Juli 2024
Melancholie, du unbrauchbare Drecksau, flieg ab. Befalle die Nominierinstanzen für Orden und Ehrenzeichen, Großpreise und Langlisten. Mögen die in ihrer Verwirklichungspermanenz erstarren wie Elektrikergips im Gummihäferl.
Kann man sich selber stören?
Aus gegebenem Anlass eine kleine Nachilfe für die Österreich-Werte-Kommission:
Schnitzel, Volksmusik, Osterhase, Krampus. Schifahren, Großglockner, Schnaps, Schönbrunn. Völlig irrelevant. Essentiell hingegen: Kenntnis und Bekenntnis zu:
Frauenrechten, Kinderrechten, Demokratie, Laizismus, Sozialstaat, Antifaschismus, Pluralismus, Wissenschaft, Republik, Gewaltentrennung, Menschenrechten.
An diesem Wertekatalog scheitern schon manche Einheimische.