Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Podcast von Dusls politischer Talkshow im Theater im Rabenhof
Das Photobureau von Comandantina Dusilova kümmert sich ums Schöne und Abseitige
Fünf Jahrgänge politische Zeichnungen im Magazin Format
21. Jul.
20. Jul.
20. Jul.
19. Jul.
17. Jul.
Es grünt der Baumgartner Heinrich
13. Jul.
Das Runde muss ins das Eckige ::: Tor der Woche 3
6. Jul.
22. Jun.
Polnische Parolen, hohle Katholen
4. Jun.
Sappho, Lesben, Lesbierinnen und Lesbier
2. Jun.
Nieder und Ober und Österreich
31. Mai.
12. Mai.
21. Apr.
2. Apr.
Polnische Parolen, hohle Katholen
25. Mär.
22. Mär.
15. Feb.
Kinder, Könige, Knete und Knöpfe
14. Jan.
13. Jan.
11. Jan.
Neuer Dusl-Roman!
Channel 8
Es gibt nur eine Frage: Wer bist du?
Andrea Maria Dusl
Channel 8
Eine atemberaubende Liebesgeschichte voll transzendentaler Schönheit!
"Welchen Tag haben wir heute?"
"Dienstag", sagte der Barkeeper und stellte
einen zwiefachen Martell auf den Zinc.
"Und welche Stadt?"
"Paris."
"Sind Sie sicher?"
"Ich bin mir sicher", sagte der Barkeeper.
"Und gestern?"
"Montag. Auch Paris. Hier ist immer Paris,
Monsieur, seit ich mich erinnern kann."
"Seltsame Dinge passieren", sagte Valentin."
Durch Zufall erfährt Valentin, erfolgreicher Fernsehjournalist für den internationalen Pariser Nachrichtensender „Channel 8“, dass seine verstörenden Träume höchst real sind. Verwirrt begibt er sich auf die Suche nach den seltsamen Bildern, die in seinen nächtlichen Visionen herumspuken. Er reist in die Stadt, die ganz offenbar der Schauplatz dieser Träume ist: Sankt Petersburg.
Valentin ist auf unheimliche Weise mit einer russischen Künstlerin verbunden, die als Taschendiebin arbeitet. Der mundane Reporter und die melancholische Schönheit träumen einander. Wie zwei Radiostationen, die auf derselben Frequenz senden, erleben sie das Leben des jeweils anderen im Traum.
Auf der Suche nach der fremden und doch so nahen Frau brechen die Ufer zwischen Traum und Wirklichkeit ein und beide überschreiten Grenzen, deren Existenz sie bislang nicht einmal geahnt hatten. Die Liebesgeschichte zwischen den so widersprüchlichen Charakteren wird zu einem Tanz auf dem engen Grat zwischen Leben und Tod.
...........
"Channel 8" bestellen oder Dusl buchen? Hier geht's zur ---> Residenz-Homepage von Channel 8. Und hier zur ---> Channel-8-Community-Seite auf Facebook. Schon mal was lesen von Valentin, Anastasija, Rotor und Kifti Rost?
--> Vorabdruck in der Presse. Der letzte Dusl-Roman
Boboville
Wir sind das Ungetane der Stadt, das Taumeln, der Irrsinn.
Andrea Maria Dusl
Boboville
Die Stadt in den Städten.
In aberwitzigen Episoden taumle ich durch eine Stadt voller Bobos, bourgeoiser Bohemiens. Treffe den Hippiebäcker mit dem LSD-farbenen Haar, den Kabarettisten mit dem scharfen Messer, verhandle mit Plattenhändlern und Photographen, Kanzlern und Kletterern. Sie alle sind ewig auf der Suche, landen überall, aber sie kommen nie an. Denn sie leben in Boboville.
"Es ist kalt. Die Platanen vor meinem französischen Atelierfenster, am Platz, der nach Hugo Wiener benannt ist, sie wogen im Tiefdruckwind. Thomas Glavinic redet im Fernsehen. Gerade war Charlotte Feuchtgebiet im Apparat. Zu Gast bei Boboobergott Harald Schmidt. Die Welt ist voller Schriftsteller. Voller Fallensteller. Alle sind sie welche. Hugo Wiener selig, Glavinic, Feuchtroche. Beuteschwabe Schmidt. Bobos wohnen in Boboville. Der Stadt in den Städten."
Ich bin ewig auf der Suche, lande überall, aber ich komme nie an. Denn ich lebe in Boboville.
Ich bin eine von denen, vor denen meine Eltern mich immer gewarnt haben. Eine Ich-Erzählerin, schwer erkrankt an Geschichtengier, Dinggeschichtengier, Ideengeschichtengier. Komplett meschugge. Ich hänge an den Bars, fliesse durch die Lounges und zapple über die Dancefloors. Und wie alle anderen in Boboville bin ich ständig auf der Suche. Nach der Explorergitarre, dem Teiggesicht mit dem Lendenfett, der Geschichte von Hiram Abif, nach dem Zappa-Bootleg. Ich suche Anouk Aimée, in der Version von 8½, die Dreißigerjahrelampe mit dem breiten Schirm, schreibe Richtiges in die falschen Bücher und setze mich für Elmar in Flammen.
Wie all die anderen lebe ich in der Stadt in den Städten. In Boboville.
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Hier geht's zur ---> Residenz-Homepage von Boboville.
Schon mal was lesen? Aber sicher!
--> Hier und hier.Dusl-Musik ausgegraben
Electric Silence
1991, an einem einsamen Sommer- Sonntag- Nachmittag habe ich in einem Hinterhof- Studio in der Wiener Haydngasse ein paar Nummern aufgenommen: Den Soundtrack zu meiner Kurzfilmserie Around The World in Eighty Days (In 80 Tagen um die Welt) - mit dem grandiosen Rainer Egger als Steinyo Pichler. Der Originalmix ist verschollen, die Achtspur-Bänder liegen bei Christian Fennesz, aber vorige Woche (im Spätnovember 2007) habe ich in einem Übersiedlungskarton eine Musicasette gefunden, auf der eines dieser verschollenen Stücke aufgenommen war. Jimmy Hennrich hat mir das eiernde, auf halber Geschwindigkeit laufende und stellenweise schon demagnetisierte Band digitalisiert. Electric Silence ist die Filmmusik zum Zweiminüter Nach Attnang. Sämtliche Gitarren sind von mir gespielt, idem das Sample - John Bonhams Intro zu When The Levee Breaks. Unter den Gitarren liegt ein düsterer Layer, den ich auf Carlo Pelikans EMU-Keyboard gespielt habe. Der Pelikanole hat die Nummer auch gemischt. Die Slide-Gitarre ist eine blonde 58er Gibson 350 TD. Drüber liegt eine angezerrte Ibanez Artist. Both guitars are gone with the wind.
---> Electric Silence Download mp3Neues Dusl-Buch
Die österreichische Oberfläche
Meine neueste Perfidie, die Pathologie der Österreicherei ist gerade erschienen und liegt von Frankfurt bis Feldkirch in den deutschsprachigen Buchhandlungen!
Andrea Maria Dusl
Die österreichische Oberfläche
Österreich findet am Übergang zwischen Innen und Außen statt
Österreich, das Land zwischen Bodensee und Langer Lacke, zwischen Böhmerwald und den Karawanken. Die Heimat von Freud und Hitler, Almdudler und Kaiserschmarrn, existiert sie überhaupt? Oder ist Schnitzelland nur eine Erfindung? Die österreichische Filmregisseurin und Essayistin Andrea Maria Dusl stellt die nüchterne Diagnose: Österreich ist eine Illusion. Eine Einbildung, ein Oberflächenphänomen. Der Punschkrapfen unter den Nationen. Das Fettauge in der europäischen Rindsuppe.
Die österreichische Oberfläche beleuchtet essayistisch-kulturphilosophisch die österreichische Fassade – von der Z-Kugel bis zu Schüssels Socken –, seziert österreichische Verpackungen – von der Schnitzelpannade bis zur Sozialpartnerschaft – und widmet sich schonungslos der vielschichtigen Frage, woher wir kommen und wohin wir gehen. Andrea Maria Dusl deckt neue und alte Irrtümer auf und beantwortet einen Katalog voll ungestellter Fragen. Liegen Linz und Wien überhaupt an der Donau? War Kaiser Franz Josef überhaupt Habsburger? Womit siegelte Figl den Staatsvertrag? Und wem gehört Österreich überhaupt: Den Liftbesitzern oder der Ballmafia?
--> Leseprobe Download pdf
Andrea Maria Dusl Rabenhof Diskussion
Redezeit 2
Wie käuflich ist die Kunst?
Diskussion mit Mercedes Echerer - Schauspielerin, Gerald Matt - Kunsthallen-Direktor, Thomas Rabitsch - Musiker und Band-Leader, Thomas Trenkler - Kultur-Journalist. Gastgeberin: Andrea Maria Dusl - Jägerin und Sammlerin +++ Live: Sonntag, 21. Mai, 20 Uhr Theater im Rabenhof A-1030 Wien Rabengasse 3 +++ Kartenreservierungs-Hotline: Tel. 01/712 82 82 +++ Infos und Online-Reservierung unter: http://www.rabenhof.at Eintritt: € 5,-- +++ Redezeit gibt es auch im Fernsehen: Samstag, 3. Juni, um 20h +++ Kabel-Kanal OKTO
--> Redezeit Blog
--> Okto Redezeit Blog
--> Comandantina DusilovaVerve Impressions
Brass, Strings, Keys, Saxes, etc.
Universal Das Universum jener musikalischen Ausdrucksformen, die mit dem Etikett Jazz eingerext werden, lässt sich auf vielerlei Art bereisen. Für die Klientel des "Lieblingsartisten" erscheinen kiloweise Ausgrabungsergebnisse aus diversen “Vaults” und anderen Jazzlagerstätten. Die führenden Diziplinen dieser Schule, die Miles-Davisologie und die John-Coltraneologie widmen sich mit Doppel- und Dreifachalben, Out-Takes-Boxen, Legendary-Concert-Schubern und allerlei Jubiläums-Kisten dem Oevre der grossen Giganten. Eine anderere Jazzforschungsmethode fokussiert weniger den einzelnen Künstler, sondern widmet sich dem Genre, dem Stil, der Epoche und kompiliert Editionen mit Material verschiedener, aber miteinander musikalisch hochgradig verwandter Aufnahmen.
Einen völlig anderen, aber gewinnenden Ansatz zum archäologischen Verständnis des Jazzs hat die Edition Verve impressions der österreichischen Tochter des Musikmajors Universal, die Zugang zu den die Lagerstätten des Verve-Labels hat. Grabungsleiter Chrsitian Krug hat den Instrumenten des Jazzs 12 Doppel-CDs gewidmet und darauf grosse Namen mit weniger bekannten, aber nicht minder mitreissenden gereiht. Der schräge Ansatz hat eine erfrischende Konsequenz. Unter dem Stratum der grossen Namen liegen weniger bekannte Jazzinstrumentalisten, die zwar weniger berühmt, aber nicht weniger guten Jazz erarbeitet haben. Zudem geht die Edition Verve chronologisch vor, es lassen sich Entwicklungslinien im Umgang mit einem Instrument verfolgen, die überraschende Einblicke in die Geschichte des Jazz erlauben. Die Edition gerät dabei nie in Gefahr schnarchige Belehrung zu transportieren. Im Gegenteil, die Reise durch die Zeit ist leichtfüssig und erfrischend und lässt sich bei jedem Instrument (auch Vocals werden als eines verstanden) aufs Neue antreten.
Die Doppel-CDs “Brass” und “More Brass” (von Louis Armstrong über Chet Baker, bis Roy Hargrove), “Bigbands” (von Gene Krupa bis Vienna Art Orchestra), “Strings” und “More Strings” (von Reinhardt über Montgomery, Metheny bis Scofield), “Keys” (Mingus bis Wesseltoft), “Saxes”, “More Saxes”, und “Woodwinds” (von Coltrane bis Shorter), Female, Male und Voices (von Nat King Cole bis Cassandra Wilson). Das doppelte Dutzend ist Bügel- und Überlandfahrttauglich und wird dem Puristen mindestens so viel Dejavus bescheren wie dem Novizen Einlicke in das funklelnde Universum des Jazz. ANDREA MARIA DUSL für Falter 09/2006Wollen wir Wiener Wasser in der Wanne?
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 35/2010
Liebe Frau Andrea,
vor einigen Wochen wurde in Ihrer Kolumne die Möglichkeit erörtert, größere Mengen an Bierflaschen in Wiener Badewannen zu kühlen, weil das Hochquellwasser so schön kalt ist. An und für sich eine prächtige Idee, aber seit damals nagen ökologische Zweifel an mir: Ja, dürfen’s denn das? Entzürnen wir damit nicht die Erdgöttin Gaia oder deren Stellvertreter auf Erden (wie z. B. Greenpeace)? Anders ausgedrückt: Wie umweltschädlich ist es (wenn überhaupt), wenn wir eine ganze Nacht lang das kalte Wasser laufen lassen und dieses über die Wiener Kanalisation wieder (sauber) den Weg zurück in die Erde findet? Vielen Dank!
Alfred Stiglbauer, Alsergrund & Innviertel, per Elektropost
Lieber Alfred,
wie Sie richtig vermuten, führt der Weg zur Klärung der Bierkühlungsfrage durch die wilden Schluchten des Moraldiskurs. Ähnlich wie die Heilskonzepte Kapitalismus und Kommunismus wird auch der Ökologismus von der Sehnsucht nach einer besseren Welt getränkt. Jede Antwort wird sich in die Waagschale der jeweiligen Erlösungsdebatte werfen. Prüfen wir also die Gewichte! Leserin Ilse Gass bewertete meinen Vorschlag, Partybier in der Wanne kalt zu stellen, insoferne als “nicht ganz ernst gemeint”, als für sie das sechs- bis zehnstundenlange Durchsprudelnlassen von Trinkwasser “schon ein bissl nach Urassen” aussehe. “Wer meint”, schrieb sie, “wir haben eh genug Wasser, der könnte ja an die nächste Betriebskostenabrechnung denken.” Mir gefällt dieser Zugang, erlaubt er mir doch, eine Kalkulation anzustellen und die Diskussion auf ökonomischem Ufer zu führen. Konstruieren wir eine zehnstündige Party mit gut 30 durstigen Gästen, einer randvoll mit Bierchen befüllten Wanne und in dieser einen Wasserdurchsatz von drei rinnenden Toilettenspülungen - das wären etwa 120 Liter frischen, langsam fliessenden Hochquellwassers. Klingt viel. Ist es aber in der Gesamtbilanz der Party keineswegs. Sechs Minuten Duschen verbraucht diese Menge Trinkwasser. Schon zwei Hochbetrunkene, die am nächsten Morgen ungeduscht in ihr Bett fielen, hätten die Bierkühlung für die 28 anderen Partytiger hereingespielt. Ab drei trinkenden Nichtduschern fällt die Bilanz für Gaia also positiv aus. Prost!
www.comandantina.com dusl@falter.at
27. August 2010 (0) Comments
Ein stranger Guru
© Wolf Rosar
Mit freundlicher Genehmigung des Autors
Ich wurde immer nervöser. Es musste schon mindestens eine Viertelstunde gedauert haben, dass diese Ziegen an mir vorbeidrängten, auf diesem schmalen Pfad. Drängen war ein Euphemismus. Ich presste mich frontal gegen die Felswand, wegen der empfindlichen Stellen. Der ungefähr 1 ½ Meter breite und reissende Ziegenstrom trennte mich von einem Abgrund.
Die Ziegen waren gross und kräftig und schienen um ihr Leben zu fliehen. Sie überholten einander links und rechts und versuchten auch übereinander schneller vorwärtszukommen, wobei sie abrutschten und auch immer wieder in meine Richtung geschleudert wurden.
Die Böcke mit ihren weitausladenden Hörnern kamen mir gefährlich nahe, starke Böcke, stark riechende Böcke. Manche Ziegen wurden tatsächlich über den Rand des Pfades gestossen, kamen aber immer wieder irgendwie zurück. Das würde mir kaum gelingen, wenn sie mich einmal mitgerissen und über Bord gehen lassen hätten.
Ich versuchte, ruhig zu bleiben, „leer“ wie Buddha, also auch die Angst als Leere zu erkennen. Oder als Lehre - alter Witz, jetzt gar nicht lustig. Aber noch war ich wunderbarerweise kaum berührt worden, aber was, wenn diese Viecher vollends in Panik gerieten?
Endlich lichtete und verlangsamte sich das Gedränge, das Gemecker liess nach, und auch meine Anspannung. Ich löste mich vom Felsen, drehte mich um, ging in die Hocke, fiel erschöpft zurück auf meinen Hintern und dieser auf frischen Ziegenkot, wie ich deutlich spürte. Gleichgewichtsverlust durch Rucksack. So viel unnötiges Zeug schleppte ich mit, Schlechtwetterausrüstung und was weiss ich, aber die Tabletten gegen Höhenkrankheit standen immer noch auf der Truhe in dem Zimmer unten im Dorf. Das Wichtigste vergessen, das war mein Schicksal geworden.
25. August 2010 (0) Comments
Höscherln ist die volle Hetz
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 34/2010
Liebe Frau Andrea,
letztes Wochenende, beim dreitägigen Lehrgang des Bundes Österreichischer Fußball-Lehrer, kurz BÖFL, hatte ich viele Spezialisten um mich herum. Meine Frage konnten sie mir dennoch nicht beantworten: Woher stammt der Ausdruck Hösche? Das Wort, das alle Trainer und Spieler verstehen, bezeichnet einen Spielerkreis, in dessen Mitte zwei Spieler versuchen, den Ball zu bekommen. Wir rätselten stundenlang. Die Männer (ich war die einzige Frau) hatten viele Erklärungen: vom einfachen häkerln, bis hin zum Höschen ergattern!
Besten Dank und freundliche Grüße,
Claudia Gallhofer, Rudolfsheim, per Elektropost
Liebe Claudia,
in Unkenntnis der kompletten Erörterungsgeschichte Ihres Hösche-Seminars darf ich die beiden mitgelieferten Erklärungsmodelle einer kurzen Analyse unterziehen. Möglich, dass Fußballlehrer in Ausbildung modernes Kurzpassspiel als Häkelei wahrnehmen und den verborgenen Sinn des Spiels am Grünen Rasen im Ergattern gegnerischer Hoserln sehen. Die tatsächliche Bedeutung des seltsamen Ösi-Kicker-Ausdrucks berühren die erwähnten Etymologien durchaus, wenn auch nur tangential. Sie klopfen an der Latte an, um einen einschlägigen Ausdruck zu bemühen. Hösche kommt aus dem Mittelhochdeutschen und heißt so viel wie Fopperei, Hohn, Spott. Gefrotzelt werden dabei ein oder zwei in einem Kickerkreis stehenden Spieler. Er oder sie müssen versuchen, einen Ball abzufangen. Gelingt dies, muss der Fehlpassgeber in die Mitte. Die Hösche gibt es in vielen Varianten, sie wird sehr oft im Training, nur so zum Spaß - und von österreichischen Kickern durchaus auch bei Meisterschaftspielen und internationalen Begegnungen in regulären Matches gespielt. Die Hösche und die mit ihr verwandte Verbalform höscherln (soviel wie ärgern) kommt aus einer indoeuropäischen Wurzel, aus der die deutsche Sprache die Worte hetzen und hassen gedrechselt hat. Im Germanischen bedeutete das Verb, goth. hatjan und hatan, ahd. haschên und haschôn, mhd. haschen, ursprünglich “verfolgen”, das dazugehörige Substantiv Haß war schlicht die Verfolgung. Böse Stimmen, die die österreichische Trainerleidenschaft für das Höscherln für wenig geeignet halten, zeitgemässen Tiki-Taka-Fußball auch mit Toren zu krönen, möchte ich nicht kommentieren. www.comandantina.com dusl@falter.at
21. August 2010 (0) Comments
Das Unendliche Panorama
Folge 98 - The Hut noch better
Folge 98 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 34/2010.
Hier geht's zu sämtlichen Folgen als Endlosanimation ---> Das Unendliche Panorama - Directors Cut
20. August 2010 (0) Comments
Lügen wie gedruckt, am besten wie die Zwiebel
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 33/2010
Liebe Frau Andrea,
können Sie mir verraten, woher der Ausdruck „Lügen wie gedruckt“ kommt? Eigentlich ist doch Gedrucktes vertrauenswürdiger als z.B. Information aus dem Internet, die meist ohne Lektorat oder Autorennennung erscheint. So gesehen müsste es eigentlich heißen: „Lügen wie gepostet!“
Vielen Dank!
Michael Huber, Alsergrund, per Elektropost
Lieber Michael,
alle Kreter lügen. Das Paradoxon des Epimenides, eines Kreters und damit Lügners, wird von einem gewissen Paulus aus Tarsus im Neuen Testament zitiert. Es findet sich in einem der kürzesten Bücher der Bibel, einer Epistel an einen Mitarbeiter und Freund des Apostels, Titus, nach der Tradition erster Bischof von Kreta. Das Zitat - “Einer von ihnen hat gesagt, ihr eigener Prophet: Kreter sind immer Lügner, böse Tiere und faule Bäuche. Dieses Zeugnis ist wahr” - ist ein griechischer Hexameter und wird genau wiedergegeben. Die Autorenschaft unterschlägt der Apostel. Der Kirchenschriftsteller Clemens von Alexandria (um 150 bis 215) wird den Satz einem der Sieben Weisen, dem vorsokratischen Philosophen, Seher und Reinigungepriester Epimenides zuschreiben. Epimenides war Kreter. Dass Kreter lügen und Autoren die Zitate ihrer Kollegen nicht ausweisen, zeigt schon davor - im 3./4. Jh. v.Chr. - ein Gedicht „Ad iovem“ des Kallimachos von Kyrene. Epimenides’ Hexameter wird auch in einen Vierzeiler aus dem Gedicht „Cretica“ zitiert, es gilt aber als unechte spätere Konstruktion. Dass der eingangs erwähnte Paulusbrief nach jüngster Forschungsmeinung gar nicht von Paulus stammt, möchte hier nur am Rand erwähnt sein. Unsere kleine Geschichte dient der Illustration der These, nach der Autorenschaft und Wahrheit Schall und Rauch sind - logisch anmutende Sätze Tand aus Menschenhand. Die Metadebatte über gedruckte Lügen ist so alt wie das Drucken selbst. Neue Medien schüren neue Zweifel, wie Bismarck in einer Rede im Jahre 1869 bekundete: “ ... er lügt wie gedruckt, es wird vielleicht auch dahin kommen zu sagen: er lügt wie telegraphiert...” Den Spiess umgedreht hat die US-amerikanische Satirezeitschrift “The Onion”. Die Tageszeitungs-Parodie verbreitet ausschliesslich Lügen, wird aber bisweilen als seriöse Quelle missverstanden. Kommen doch nicht alle Zwiebeln aus Kreta. www.comandantina.com dusl@falter.at
16. August 2010 (0) Comments
Das Unendliche Panorama
Folge 97 - The Hut better
Folge 97 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 33/2010.
Hier geht's zu sämtlichen Folgen als Endlosanimation ---> Das Unendliche Panorama - Directors Cut
16. August 2010 (0) Comments
Channel 8 - Rezensionen ::: Deutschlandfunk
Michaela Schmitz vom Deutschlandfunk hat mein Roman "Channel 8" sichtlich gefallen.
Hier geht's zum mp3 davon ---> mp3 Channel 8 Rezension
Hier die ungekürzte Textversion:
Zwischen Traum und Wirklichkeit
Andrea Maria Dusl: "Channel 8". Residenz Verlag
Von Michaela Schmitz
Valentin arbeitet als Pariser Korrespondent für den österreichischen Fernsehsender "Chanel 8". Denkt zumindest der Fernsehzuschauer. In Wahrheit finden seine Aufnahmen im Studio statt. Für Valentin beginnt ein Trip zwischen Schein und Sein.
Ist es eigentlich der Regisseur, der im Skript die Rolle seiner Hauptfigur festlegt? Oder ist es der Filmheld, der schließlich über das Drehbuch des Regisseurs entscheidet? Das ist doch die Frage. "Channel 8" ist Andrea Maria Dusls Antwort darauf. "Channel 8" heißt der österreichische Fernsehsender, für den Valentin als Pariser Korrespondent arbeitet. Vor den Wahrzeichen von Paris spricht Valentin seine Kommentare. So sieht es zumindest für den Zuschauer aus. In Wahrheit finden die Aufnahmen im Studio statt. Und damit geht es schon los - mit der Frage nach Schein und Wirklichkeit nämlich. Medien-Profi Valentin sollte sich eigentlich damit auskennen. Aber ausgerechnet ihm geraten die Grenzen zwischen Sehen und Vorstellen, Erleben und Träumen, Denken und Sprechen urplötzlich durcheinander. Seine Gedanken werden von einer ihm völlig unbekannten Russin besetzt. In ungeschnittenem Filmmaterial von Sankt Petersburg erkennt er sie dann tatsächlich wieder: Anastasija. Er hat sie nie zuvor gesehen. Valentin steht völlig neben sich. Und das buchstäblich: Denn neben seinen eigenen Gedanken und Träumen sendet irgendjemand auf genau derselben Frequenz. Es ist die Russin. Das fühlt er genau.
"Es war mehr und schräger als normaler Jetlag, verdrehter und verirrter als die Müdigkeit nach einem Flug über den eigenen Schatten. Es war, als wäre die Zeit in beide Richtungen gelaufen, vorwärts und rückwärts zugleich. Und als hätte einer der beiden Zeitzwillinge einen Looping gemacht. ( ... ) Es war, als ob Erinnerung und Vorahnung gleichzeitig existierten."
Die Signale in seinem Kopf werden immer stärker. Weder Freundin Monique, mit der er im Marais lebt, noch den anderen Bobovillans kann er davon erzählen. Nur seiner Busenfreundin, Kamerafrau Nina, vertraut er sich schließlich an. Zusammen mit Nina im martialischen Camo-Outfit und dem wortkargen Toningenieur Lars fliegt Valentin auf der Suche nach Anastasija nach Sankt Petersburg. Aber wo soll er anfangen? Langsam wird ihm klar: Sie ist nur über seine eigenen Träume zu finden. Schlaftabletten sollen die Suche beschleunigen. Man verkauft ihm Drogen. Die schießen ihn in einen absurd-skurillen Horrortrip. Sein Bewusstsein zappt durch einen immer weiter abdriftenden Sampler: ein Remix aus Filmen wie Luc Bessons "Nikita" oder Jean-Jaques Beineix' "Diva" mit verschiedenen James-Bond- und Hitchcock-Szenen. Genau in dem Moment, als er dem Geheimnis aller Geheimnisse auf die Spur kommt, wacht Valentin auf. Er liegt auf seinem Bett im Petersburger Hotelzimmer.
"Bin ich tot?, fragte Valentin. Anastasija schüttelte den Kopf. Du bist bei mir. ( ... ) Es war warm, schrieb Anastasija in ihr schwarzes Buch. ( ... ) Ein Schmetterling flatterte auf. Wind stob durch Valentins Haar. ( ... ) Was schreibst du?, fragte Valentin. Ich schreibe meine Geschichte auf, sagte Anastasija."
Anastasijas Geschichte wiederholt, mit wenigen Änderungen, die Anfangspassage des Romans "Channel 8". Ist ihre Geschichte also nur ein Screenplay, das sie gerade selbst entwirft? Oder sind sie und Valentin Helden im Drehbuch irgendeines ihnen unbekannten Regisseurs? Die Frage bleibt offen. Wie in der Geschichte aus dem kleinen Büchlein von Valentins esoterischem Therapeuten Kifti. Dort träumte Zhuāngzĭ, er sei ein glücklicher Schmetterling. Als er aufwacht, wird ihm klar, er ist Zhuāngzĭ. Oder war er ein Schmetterling, der gerade geträumt hatte, Zhuāngzĭ zu sein? Der Schmetterlingstraum ist ein bekanntes chinesisches Gleichnis von der Relativität menschlicher Wahrnehmung, persönlicher Identität und der Unmöglichkeit der Erkenntnis letztgültiger Wahrheit. "
Channel 8" stellt eine intelligente und humorvolle Transkription dieser Parabel auf die moderne Medienwelt dar. Andrea Maria Dusl entwickelt aus dem alten asiatischen Sinnbild einen amüsanten, spannenden und philosophisch hintersinnigen "Film in Worten" mit hoher Erzähldynamik. Durch ihre filmische Erzählweise gelingt es der Autorin, Regisseurin und Illustratorin Dusl, Valentins und Anastasjas Blickwinkel geschickt ineinander zu montieren. In parallelen Kamerafahrten, Szenen- und Perspektivwechseln schneidet Dusl die beiden Figuren so eng ineinander, dass sie immer mehr ineinander übergehen. Schließlich werden sie so frappierend überblendet, dass man meint, den einen aus den Augen des anderen blicken zu sehen. Dusl illustriert fremde Gedanken, Träume und Gefühle so verblüffend, dass sie sich gleichsam zu materialisieren scheinen. Der Roman selbst findet ein treffendes Bild dafür. Valentin erinnert sich, wie in Krakau eine Fremde unbelichtete Polaroids seiner Kamera auf ihre Handfläche legt. Als sie ihn auffordert, an irgendetwas zu denken, erscheinen auf dem Grau schemenhaft Schnappschüsse seiner geheimsten Gedanken und Erinnerungen. Auslöser eines Wahrnehmungsschocks, den Andrea Maria Dusl sich für ihren Roman zunutze macht. In "Channel 8" fängt auch sie mit ihrer Erzähl-Kamera mehr ein, als man zu sehen gewohnt ist. Sie bewirkt damit viel: die erfrischende Verunsicherung unserer längst entmythisierten Seh- und Denkgewohnheiten.
Andrea Maria Dusl: "Channel 8". Residenz Verlag 2010. 256 Seiten, 21,90 EUR.
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--> Vorabdruck in der Presse.
12. August 2010 (0) Comments
Da steppt der Bär, da pfeifen die Komantschen
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 32/2010
Liebe Frau Andrea,
gelegentlich höre oder lese ich die Aussprüche „Da steppt der Bär“ und „Da pfeifen die Komantschen“. Es fällt es mir schwer zu erkennen, in welchem Zusammenhang sie angebracht und passend sind. Andererseits gefallen sie mir irgendwie in ihrer offensichtlichen Unsinnigkeit. Der zweitere Ausspruch wird gerne einem bekannten Ex-Sportler und TV-„Star“ zugeschrieben, mit dem ich mich nicht unbedingt verbünden möchte. Wenn diese Sprüche nicht dadaistische Unsinnpoesie sind, was sind sie dann? Wissen Sie etwas über ihre „Erfinder“ bzw. ihren Ursprung? Abhängig von Ihrer Antwort überlege ich mir dann, sie in meinen Sprachgebrauch aufzunehmen.
mdgsdi (habe ich mir übrigens von Ihnen abgeschaut)
Gerhard Schlögl, per Elektropost
Lieber Gerhard,
für das Aufspüren neuer Sinnzusammenhänge und das Erfinden von semantischen Formeln sind die Dichter zuständig. Geheimrat Goethe hat auf diesem Gebiet ganze Halden an Einzeilern angehäuft. In Aphorismensammlungen werden seine und die Sprüche anderer Gedankenturner verwaltet. Nur mehr wenige befinden sich in Zirkulation, als bekanntestes gilt das Zitat aus Goethes Götz von Berlichingen. Schwieriger wird die Zuordnung der Autorenschaft bei modernerem poetischen Material. Bis die Germanisten sich durch Quellenmaterial geackert haben, vergehen Jahrzehnte. Für die Grußformel “mdgsdi” möchten Sie sich nicht bei mir bedanken, sondern bei Kollegen Klaus Nüchtern, er hat sie erfunden und in Umlauf gebracht - ich habe darüber nur berichtet. Hier entdecken wir schon eine Eigenart des Genres. Oft wird der Überbringer für den Autor gehalten. Möglicherweise gilt dies auch für Armin Assingers Spruch vom Pfeifen der Komantschen. Der Exskirennläufer prägte dieses Hörbild im Zusammenhang mit dem Brennen der Schenkel bei langen Abfahrten. “Da steppt der Bär” (für Rambazamba) ist Berliner Schnauze und kommt vermutlich aus der Werkstatt des legendären Synchronsprechers Rainer Brandt, der Bud Spencer, Terence Hill und Adriano Celentano und der Serie “Die Zwei” dadapoetische Schnoddrigkeit verlieh. Brandt erfand Sprüche wie: “da steigen ja die Dohlen hoch”, “da wiehert der Amtsschimmel”, “da kommen die Läuse in Panik” und “Hussa, hier springt der Hirsch!” www.comandantina.com dusl@falter.at
9. August 2010 (1) Comments
Showtime ::: Channel 8 Lesung: 8.8. Summerstage Wien
Es gibt nur eine Frage: Wer bist du?
Andrea Maria Dusl liest auf der Summerstage
aus ihrem neu erschienenen Roman Channel 8
Kommet!
Sonntag, 8.8.2010 - 8:08 pm
Summerstage
1090 Wien - U4 Station Roßauer Lände
Info 319 66 44-10
Reservierung: 315 52 02 ab 15:00
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--> Vorabdruck in der Presse.
8. August 2010 (0) Comments
Das Unendliche Panorama
Folge 96 - Quod est inferius
Folge 96 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 32/2010.
Hier geht's zu sämtlichen Folgen als Endlosanimation ---> Das Unendliche Panorama - Directors Cut
6. August 2010 (0) Comments
iPhone youPhone for iPhone
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 31/2010
Liebe Frau Andrea,
ganz Wien (und ganz Net) spricht nur mehr vom iPad und vom neuen iPhone 4 und ob man Brett und Waffel braucht und was jetzt ist mit der Antenne, wenn man Linkshänder ist. Ich habe andere Sorgen. Ich hab noch ein stinknormales iPhone 3G. Was ich nun (trotz ausgiebigsten googelns) noch nicht übernasert hab, ist die Bedeutung der Symbole in der “Statusleiste” ganz oben am Display. Die meisten verstehe ich, nicht aber die Kürzel gleich rechts neben dem Netzbetreiber. Wissen Sie Rat?
Ihr kommunkationsdurstiger Fan,
Peter Apfelter
Lieber Peter,
die Kürzel und Symbole auf ihrer Scheibenstreichelwaffel bezeichnen verschiedenen Verbindungsarten und Geschwindigkeiten. Sie sind abhängig vom jeweiligen Netz, in dem Sie kommunizieren. Ein simples S steht für speed, Geschwindigkeit, 3G für 3tte Generation. Dahinter versteckt sich keine Familienkonstellation, sondern ein Breitband-Datennetzwerk namens HSPA (High Speed Packet Access). Über das Auftauchen von 3G dürfen sie sich getrost freuen, es bedeutet Amida, bedeutet Forza, bedeutet Velocità. Weniger Netzglück haben sie mitunter in Innenräumen, Aufzügen und anderen Obstruktionen. Dann springt die Anzeige auf E (für EDGE - Enhanced Data Rates for GSM Evolution) und damit den schneckenschleichenden GSM-Halbschlaf des ersten Mobilfunkstandards. Versuchen Sie in solchem Fall in den Einstellungen den Flugmodus ein- und auszuschalten. Das iPhone sucht sich nach diesem kleinen Trick eine schnellere Verbindung, im besten Falle 3G. Oft hilft es auch, sich in die Nähe eines Fensters zu begeben. Ganz ursprünglich wird es, wenn EDGE nicht vorhanden ist. Dann wird Ihre Waffel versuchen, in einem noch älteren 2G-Protokoll zu surfen und ein O anzuzeigen, es steht für ”Outside Chance”. Websurfen ist nun so mühsam wie auf antiken 24K-Telefon-Modems. Sollten Sie in Ihren Einstellungen Wi-Fi ( Wireless Fidelity), auch als WLAN (Wireless Local Area Network - drathloses lokales Netzwerk) aktiviert haben, wird der Wi-Fi-Fächer (ein Punkt mit zwei konzentrischen Bögen) erscheinen. Um ganz offline zu sein, für Freunde und Feinde unerreichbar, schalten sie auf Flugmodus. In Ihrer Statuszeile wird ein kleines Flugzeug erscheinen. www.comandantina.com dusl@falter.at
Wieder da
Das Bureau ist nach kurzem Ölwechsel im Maschinenraum wieder da.
Das Unendliche Panorama
Folge 95 - Sibelius
Folge 95 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 31/2010.
Hier geht's zu sämtlichen Folgen als Endlosanimation ---> Das Unendliche Panorama - Directors Cut
Wieso Duisburg tödlich enden musste
Showtime ::: Channel 8 Lesung: 23.7. Wieselburg
Es gibt nur eine Frage: Wer bist du?
Andrea Maria Dusl liest aus ihrem
neu erschienenen Roman Channel 8
Kommet!
Am Freitag, 23.7.2010 - 19:30h
Literatur und Wiese
Mostheuriger Wippel
Schacha 2
Wieselburg
Einlass: 19:00 Uhr
Beginn: 19:30 Uhr
Eintritt: Freiwillige Spende
Es lesen: Andrea Maria Dusl, Josef Haslinger, Markus Köhle und André Pilz
Musik: Klaus Zalud
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"Channel 8" bestellen oder Dusl buchen? Hier geht's zur ---> Residenz-Homepage von Channel 8. Und hier zur ---> Channel-8-Community-Seite auf Facebook. Schon mal was lesen von Valentin, Anastasija, Rotor und Kifti Rost?
--> Vorabdruck in der Presse.
Das Unendliche Panorama
Folge 94 - Pasolini
Folge 94 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 30/2010.
Hier geht's zu sämtlichen Folgen als Endlosanimation ---> Das Unendliche Panorama - Directors Cut
Das Unendliche Panorama
Folge 93 - Django Privatke und die anderen Würstel bei ihrem Ritt durch die verstaatliche Industrie
Folge 93 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 29/2010.
Hier geht's zu sämtlichen Folgen als Endlosanimation ---> Das Unendliche Panorama - Directors Cut
Partytime und Bier im Bad
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 30/2010
Liebe Frau Andrea,
wieso sagt man eigentlich, dass alle immer in der Küche seien bei Partys? Meine Erfahrung lehrt mich, dass bei Wiener Altbauwohnungspartys die meisten Menschen sich im Badezimmer versammeln. Dort gibt es nämlich eine Badewanne voll Hochquellwasser und Bierflaschen ohne Ettikett. Meine Erfahrung lehrt mich allerdings auch, dass dieses Bier nicht wirklich gut gekühlt ist. Wie kalt kommt das Wasser denn in Wien aus der Leitung? Erwärmt sich das Wasser bei den aktuellen Temperaturen nicht binnen Sekunden? Und wie kann man eine große Menge Partybier besser kühlen?
Ihr durstiger Partytiger Paul Herzog aus Währing, per Elektro-Post.
Lieber Paul,
jahrzehntelange Erfahrung auf Wiener Partys, in allen Bezirken, Kategorien und Gesellschaftsschichten lässt mich differenziertere Schlüsse ziehen. Mit fortschreitender Partydauer verlagert sich das Geschehen von den Wohnzimmern in die Küche und in die dort mündenden Gänge. Küchen werden wegen ihrer geringeren Grösse als Kommunikationsorte bevorzugt. Gänge sind beliebt, weil die meisten Menschen gerne eine Wand in ihrem Rücken haben. Badezimmer werden, wie sie ganz richtig konstatieren, wegen der dort eingelagerten Bitter-Schaum-Getränke aufgesucht. Nach meiner Expertise eignen sich nasskalte Badewannenränder nicht wirklich für négociations de haut niveau. Man schnappt sich einen glitschigen Bierfisch und geht, so man kein Stahlgebiss verfügt, den Öffner suchen. Oder jemand, der Kronkorken mit dem Feuerzeug aushebeln kann. Zur Frage der Kühlung von Partybier kann ich brauchbares beisteuern. Ausser in Erdberg und Bezirken, die ohne Zweier beginnen, dürfen sie sich darauf verlassen, ausschliesslich Trinkwasser aus einer der beiden Wiener Hochquellwasserleitungen zu zapfen. Es sprudelt mit 6° aus seinen obersteirischen Quellen und kommt nach langem Fliessen immerhin noch mit kühlen 8° aus dem Hahn. Eine ideale Temperatur für Bier. Warme Hände und laues Bier vom Pennymarkt bringen allerdings Wärme in die Wanne. Es empfiehlt sich, das Wasser mit einigen Kilos Salz und nicht wenig Würfeleis aus dem Gastrobedarf zu kühlen. Theoretisch könnten sie so sogar Minustemperaturen herstellen. Praktikabler hielte ich es, die Badewanne zum Fliessgewässer umzufunktionieren. Das wäre Alte Schule. www.comandantina.com dusl@falter.at



