Soviet Hero

Comandantina Dusilova

 by Andrea Maria Dusl

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Eine Freundin namens Paula

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 21/2013


Liebe Frau Andrea,

ein Freund von uns, er ist Musiker, hat unlängst eine Essenseinladung mit der Ankündigung verknüft, da würden wir seine neue Freundin kennenlernen. Auf Nachfrage, wie sie denn hiesse und was sie mache, entkam ihm nur ein kryptisches, “na sie liegt so rum und sie heisst Paula.” Mitessen werde sie allerdings nicht. Wir sind verwirrt, unser Freund ist nämlich schwul. Müssen wir uns Sorgen um ihn machen?

Liebe Grüsse, Lisi Gulder
per Gesichtsbuch-Direktnachricht


Liebe Lisi,

ich möchte meine ferndiagnostische Vermutung, bei ihrem Freund dürfte es sich um einen Gitarristen handeln mit der Entwarnung verknüpfen, seine sexuelle Orientierung könnte sich verändert haben. Die neue Freundin ihres Freundes scheint ein Gitarrenmodell der US-amerikanischen Herstellerlegende Gibson zu sein. Einem Abendessen in sorgloser Stimmung dürfen sie getrost entgegensehen. Mit “Paula” bezeichnet der deutschsprachige Elektrogitarrenspieler das Gibson-Modell der mannigfaltigen Solid-Body-Serie “Les Paul”. Es ist neben der “Stratocaster” des Konkurrenzunternehmens Fender “die” Elektrogitarre schlechthin. In Form und Anmutung dürfen Les Pauls als konservativ bezeichnet werden - “Paulas” sehen aus wie kleine, brettdicke Konzertgitarren, in deren untere Schulter ein Horn gefräst wurde. Benannt wurde die Ikone unter den “Singenden Brettern” nach dem US-amerikanischen Jazz- und Countrygitarristen Lester William Polsfuss, genannt Les Paul. Lange Zeit hässliches Entlein unter den Stromgitarren, entdeckten britische und US-amerikanische Blues- und Rockmusiker in den späten 60ties die Les-Paul. Für die, bis heute anhaltende Renaissance der Gitarre sorgten besonders die in den Jahren 1958 bis 1960 erzeugten Exemplare. Der Ton und die abenteuerlich geflammten Ahorn-Decken dieser Produktion-Marge - nicht mehr als 1700 Exemplare verliessen die Fabrik - begeisterten Gitarrenhelden vom Schlage Keith Richards, Eric Claptons, Jeff Becks, Duane Allmans, Peter Greens und Jimmy Pages. Bei der Paula ihres Freundes, liebe Lisi, dürfte es sich um eine Les Paul aus den vier Jahrzehnten nach ihrer Wiederentdeckung handeln. Für eine Original-Les-Paul der Jahre 58, 59 und 60 muss man heute den Gegenwert von mehreren Aston Martins hinlegen. Exemplare wie Billy Gibbons “Pearly Gates” oder Jimmy Pages “Number Two” gelten als unbezahlbar. www.comandantina.com dusl@falter.at

15. Mai 2013 (0) Comments

Göns, Hea Oba, es güt

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 20/2013

Liebe Frau Andrea,

auf die Gefahr hin, dass die Frage längst geklärt ist: Woher stammt und was bedeutet ursprünglich die meist affirmativ verwendete Modalpartikel "gell", im Wiener Raum mir auch als "gelt" bekannt? Und trügt mein Eindruck, dass die Verwendung wegen der phonetisch zufälligen Nähe zum ubiquitären "geil" deutlich abgenommen hat?

Küß die Hand, Cyril L.,
per Gesichtsbuch-Direktnachricht

Lieber Cyril,

in Gefahr endgültigen Geklärthabens befinden wir uns erfreulicherweise nicht. Wir sind Teilnehmer in einem permanenten Überprüfungsprozess, der als nie abgeschlossen erachtet werden muss. Die von Ihnen botanisierte Interjektion “gell” (seltener: “gelt”) wird im Wienerischen bekanntermassen “gö” oder “göö” ausgesprochen. Es ist die Wunschform “gelte” zum Zeitwort “gelten” und etymologisch gesehen mit dem “Geld”, dem “Gültigen”, dem “Geltenden” verwandt. Möglichwerweise hat “geil”, aus dem Bundesdeutschen zu uns gestossen und über den Werbespruch “Geiz ist geil” amplifiziert, die Konjunktur von “gell” etwas einknicken lassen. Das Wienerische kommt kaum ohne das “gö” aus, behandelt es allerdings ganz gegen seine tatsächliche Herkunft so, als käme es vom Zeitwort “gellen”. Bedeutet “Gö, du khúmmst”, noch ganz “gelt”-konform “Gelte es, dass du kommst”, vernebelt sich dieser Zusammenhang in der Mehrzahl. Hier sagt der Wiener, die Wienerin “Göts, es khúmmts”, meint ”Gelte es, ihr kommt”, verwendet aber tatsächlich das Verb “gellen”. Deutlich wird das in der Höflichkeitsform: “Göns, se khúmman”. Gezwungen dies ins “Hochdeutsche” zu übertragen, würden der Wiener, die Wienerin also “Gellen Sie, Sie kommen” radebrechen, statt “Gelte es, Sie kommen”. “Gelten” spricht man im Hieb “götn” aus, “es gilt” “es güt”, das Geld “es Gööd”, “da Flieda” oder “die Marie”. Die “Kehle”, verwandt mit dem “gellen” ist im Wienerischen die “Kööhn”. Im Einklang mit der Erkenntnis, dass Kellner hierzustädte meist schreiend ihre Arbeit verrichten, wird dieser Berufsstand nicht “Köllara” (also der im Keller ordinierende) sondern “Kööna” bezeichnet. Gerufen wird allerdings niemals nach einem “Kööna”, Kellner, sondern stets nach dem “Hean Oba”, dem Herrn Ober. Göns. www.comandantina.com dusl@falter.at

13. Mai 2013 (0) Comments

Die flotte Lotte und ihr Freundeskreis

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 19/2013

Liebe Frau Andrea,

schon etwas länger her, beim Osterschmaus, hat mich ein bis dato unbekannter Ausdruck heimgesucht, den meine Großmutter als Synonym für ihre Vagina verwendet und der mich vom Tisch vertrieb: Lotte. Woher kommt dieser Ausdruck und ist er mit seinen männlichen Pendents, den Willis und Johannes' verwandt?

Gruß, JC,
Emailhausen

Lieber, liebe Jaycee,

die Begriffe “unbekannt” und “heimsuchen” sind im Zusammenhang mit dem Geschlechtsorgan einer nahen Verwandten gewiss nicht leicht miteinander in Einklang zu bringen! Wir wollen also annehmen, dass auch Ihre Reserviertheit dem Ausdruck “Lotte” gegenüber der Verbindung mit Ihrer Grossmutter geschuldet ist. Johannes, ein gängiges Hüllwort für den männlichen Penis entspringt wohl dem Sprichwort “wie die Nase eines Mannes, so auch sein Johannes”. Willy, eine anglosächsische Personalsierung des ‘membrum virile’ kommt mit grosser Wahrscheinlichkeit von “willow”, der Weide, Weidenrute. Der weibliche Vorname “Lotte” ruft literarische Erinnerung an “Die Leiden des jungen Werther” wach. Im Goethes Briefroman verzehrt sich ein junger Mann an der unerfüllten Liebe zur verheirateten “Lotte”. Die Sache geht bekanntermassen nicht gut aus, der Unerhörte geht in den Tod, dutzende Leser folgen dem Helden. Im Roman “Lotte in Weimar” spürt Thomas Mann dem erkalteten Verhältnis Goethes mit dem literarischem Vorbild für Lotte, Charlotte Buff nach, die 44 Jahre nach der platonischen Liaison den gefeierten Dichterfürsten im Weimar besucht - heimsucht, wie Sie sagen würden. Zur Verbindung von Lotte und Vulva scheint es, sprachlich gesehen, schon früh gekommen zu sein. Die Wortfamile, zu der “Lotter” (der Liederliche, Faule), “Lottel” (synonym mit nachlässig, verkommen) gehören, und davon abgeleitet, das Lotterleben, der Lotterbube, der Lotterjan, das Lotterbett, aber auch verlottet und lotterlich, kommt vermutlich von “Lode”, dem Schössling und ist gewiss mit “Luder”, “luderlich”, ja “liederlich” verwandt. “Loddel” ist jenseits des Weisswurstäquators auch eine Bezeichnung für den Zuhälter. Nicht ganz falsch wäre der Gedanke, Lotte, Lodde, Lode auch in Zusammenhang mit dem Verb “laden”, “einladen” zu stellen. Was Ihre Oma und ihre flotte Lotte wohl dazu sagen würde, überlasse ich den nächsten Ihrer Ostergespräche. www.comandantina.com dusl@falter.at

3. Mai 2013 (0) Comments

Rad an, Rad ab, Rad weg

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 18/2013

Liebe Frau Andrea,

Sie können selbst unerklärliche Phänomene erklären, dann werden Sie auch auf dieses Rätsel eine Antwort wissen: An Fahrradständern, Verkehrszeichen u.ä. häufen sich versperrte Fahrradschlösser - ohne Fahrrad. Warum? Wäre das Fahrrad gestohlen, warum bleibt das geknackte Schloß zurück? Ist der Rahmen durchgesägt worden? Haben die Ausserirdischen das Fahrrad weggebeamt? Sind die Fahrradbesitzer in ihrer Zerstreutheit aufs Fahrrad gestiegen und haben das Schloß vergessen? Was ist da los?

Danke für die Aufklärung, Christian Exner,
Ganzjahres-Radfahrer, Emailhausen


Lieber Christian,

2011 wurden in Wien 7.768 Fahrräder entwendet, das waren pro Tag durchschnittlich 21. Die geschätzte Dunkelziffer wird von den Behörden allerdings als etwa achtmal so hoch angesehen. Gehen wir daher bei unserer Betrachtung von etwa 17o täglich in Wien gestohlenen Velozipeden aus. Statistisch gesehen wechselt jedes 16te Wiener Rad einmal im Jahr illegal den Besitzer. Die hohe Dunkelziffer und die geringe Aufklärungsrate - kaum 3 von 100 Diebstählen werden geklärt - dürften einander wechselseitig bedingen. Wer keine Aussicht auf das Wiederbekommen des gefladerten Bikes hat, spart sich auch den Gang auf die Wachstube. Woher kommen nun die vielen zurückgelassenen Schlösser? Sind es viele? Unsere Wahrnehmung einsamer Fahrradschlösser an Ständern und Stangen wird durch die Aufmerksamkeit, die wir diesem Phänomen widmen, verstärkt. Ein einziges Solo-Schloss hielten wir noch für bemerkenswert, ein zweites und gar ein drittes jedoch liesse und lässt uns schon an einen Trend denken. Im Lichte dieser Betrachtung schreiten wir zur Analyse des seltenen aber auffälligen Befundes. Für das Phänomen des verbliebenen Schlosses kommen in Frage: Radler, die mit dem Bügelschloss nur ein paar leicht durchzwickbare Speichen, nicht aber Reifen oder Rahmen umfassten, dann solche, die nächtlich müde oder illuminiert das Schloss nur an Verkehrszeichen oder Fahrradständer, nicht aber an ihr Rad fädelten und schliesslich Klappradbesitzer, die wohl den Rahmen anschlossen, dabei aber vergassen, dass dieser am Scharnier auseinandernehmbar ist. Denkbar wäre auch eine Marketingidee gewiefter Fahrradhändler, die Aufmerksamkeit für die Unzerstörbarkeit der von ihnen vertriebenen Bügelschlössern generierten. Was ihnen, träfe dies zu, durchaus gelungen wäre. www.comandantina.com dusl@falter.at

29. April 2013 (0) Comments

Wem gehört der Herrenreiter?

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 17/2013

Liebe Frau Andrea,

immer wieder einmal taucht das Wort "Herrenreiter" auf, bei Beschreibungen von Personen, Witzen, man spürt, dass es nicht freundlich gemeint ist, so in Richtung "herrisch". Nun wollte ich es einmal genau wissen, konnte aber auch in Google außer Begriffen wie "Amateurreiter" nichts für mich Sinnvolles finden. Daher meine Frage: woher stammt der Begriff "Herrenreiter" und was bedeutet er eigentlich genau? Hoffe sehr auf Ihre Weisheit!

Liebe Grüße von meinem Nichtreiterhaushalt,
Inge Mayer, Emailhausen


Liebe Inge,

wie Sie schon sehr richtig selbst ermittelt haben, bezeichnet der gesuchte Ausdruck in stets abschätziger Weise, den hochmütigen, hohlköpfigen, blasierten und zudem adligen Reitersmann, der mit leicht vorhängenden Schultern, hochgezogenen Augenbrauen und herablassendem Blick über die eigenen Ländereien reitet und neben Geltungsbedürfnis keine anderen Interessen hat als Pferde, Sekt und Weiber. Dieses Bild zeichnet der deutsche Diplomat und Schriftsteller Hans-Otto Meissner (der Sohn von Hindenburgs engstem Mitarbeiter) von Franz Joseph Hermann Michael Maria von Papen, Erbsälzer zu Werl und Neuwerk. Der ehemalige Berufsoffizier, als "Herrenreiter" Franz von Papen in die Geschichte eingegangen, amtierte von Juni bis Dezember 1932 als Reichskanzler und von Januar 1933 bis Juli 1934 als Vizekanzler im Kabinett Hitler, wo er sich seinen zweiten equestrischen Spottnamen einhandelte: “Hitlers Steigbügelhalter“. Die Bezeichnung “Herrenreiter” ist eine Lehnübersetzung des englischen Ausdrucks “gentleman rider”. Damit wurden - im Gegensatz zum Jockey - jene, stets begüterten Reiter bezeichnet, die auf eigenem Pferd an einem Rennen teinahmen. Einen trefflichen Eindruck vom Typus des mehlsackgleich im Privatsattel hängenden Kavalier gibt Edgar Degas in der 1866/70 gemalten Gouache “Gentleman Rider”. Eine späte Konjunktur erlebte der Begriff im Österreich der Achtzigerjahre, als dem Präsidentschaftskandidaten der ÖVP und späteren Bundespräsidenten Kurt Waldheim eine, in seiner offiziellen Biografie vergessene Mitgliedschaft in der SA-Reiterstandarte 5/90 nachgewiesen wurde. Kavallerist Waldheim galt fortan als “Herrenreiter”. Verwandt mit dem vorwaldheimlichen Herrenreiter ist der “Herrenfahrer”, der Typus des Rennfahrerhandschuhe und Schirmkappe tragenden Fahrer eines leistungsstarken Wagens, der just so fährt, als ob ihm allein die Straße gehörte. www.comandantina.com dusl@falter.at

22. April 2013 (0) Comments

Vom Zahnstochern im Restaurant

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 16/2013

Liebe Frau Andrea,

unlängst im Restaurant, nach faserigen Leckerbissen (Schulterscherzel samt Beilagen, schnappe ich mir einen Zahnstocher, und beginne - natürlich unter Wahrung der mir kenntlichen Regeln des guten Benehmens - die betroffenen Zwischenräume zu säubern. Nach kurzer Zeit ist’s vollbracht und es stellt sich mir die Frage: Wohin mit dem benutzten Hölzchen? Mit der Bitte, mir diese Verlegenheit beim nächste Ma(h)le zu ersparen

verbleibt stochernd,
Ihr Reinhard Schön, Emailhofen

Lieber Reinhard,

das von Ihnen beschriebene Problem gehört zu den Herausforderungen zeitgenössischer Etikette. Es stellt hohe Ansprüche an das Taktgefühl, kann aber mit Kenntnis der akut zirkulierenden Benimmregeln leicht gemeistert werden. Immer mehr Zeitgenossinnen und Zeitgenossen geraten in Unpässlicheiten der von ihnen wahrgenommenen Qualität. Aschenbecher in Nichtraucherlokalen werden kaum mehr gereicht, der Weg zum nächsten Mülleimer ist meist unbekannt, ein Verbergen des spitzen Gegenstands in der Hosentasche kommt nicht in Frage, das Ablegen des abgeknickten Zahnhölzchens in des Kellners offener Hand ist mit Unschicklichkeit verbunden, Servietten oder ähnliche Accessoires zur unauffälligen Verpackung werden meist schon mit dem Gedeck abserviert. Der Gründe für zahnstocherliches Ungemach gibt es viele. Experten raten vom Gebrauch von ‘cure·dents’ überhaupt ab. Trotz seiner geschichtlichen Bedeutung, die schon in der Steinzeit beginnt, ist der Zahnstocher kein probates Mittel zur Interdentalreinigung mehr. Längst haben ihm industriell gefertigte Zahnzwischenraumbürsten den Rang abegelaufen. Die kleinen Helferlein werden mittlerweile in jedem Drogerie-Supermarkt angeboten. Das Stochern hinter vorgehaltener Hand zählte nie zu gutem Benehmen. Gesellschaft von Rang entschuldigte sich bei Vorliegen von Faseralarm stets mit dem Gang in den Puderquastenraum. Fragen wir uns nun, wie man die beabsichtigte Abwesenheit vorbringe. “Ich habe einen Kurztermin beim Dentalflossisten” oder: “Ich muss mal für kleine Zahnärzte” gelten als brauchbare Ansagen. Auch das Verhüllen des Tabuwortes mit ausländischen Begriffen für den Zahnspan darf beim Gang in den Stocherraum empfohlen werden. Hauchen Sie "stuzzicadenti!" (italienisch), "dentopinglo!" (esperanto) oder "hammastikku!" (finnisch). Am elegantesten wird vom urbanen Publikum die indonesische Variante bewertet: “tusuk gigi!” www.comandantina.com dusl@falter.at

15. April 2013 (0) Comments

Kehle das Knie, beuge die Elle

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 15/2013

Liebe Frau Andrea,

als gewissenhafte Mutter versuche ich alle Fragen meiner Kinder zu beantworten, doch manchmal stoße ich an meine Grenzen. Warum heißt es Ellenbeuge, aber Kniekehle, obwohl man die Knie ebenfalls beugt und die Kehle sowieso etwas ganz anderes ist? Beide Körperteile haben dieselbe Funktion, oder doch nicht? Gibt es zwischen der Kniekehle und der Kehle mehr Gemeinsamkeiten als zwischen der Kniekehle und der Ellenbeuge? Oder folgt die (deutsche) Bezeichnung der menschlichen Körperteile nicht immer der Logik?

Vielen Dank und beste Grüße,
Monika Simek, Emailing

Liebe Monika,

Sprache und Logik sind zwei ungleiche, aber innige Freunde, die sich in einem Wald verirrt haben, von dem sie insgeheim glauben, der jeweils andere hätte ihn aufgestellt. Die beiden Kumpane können wir nicht gleichzeitig befragen, ohne in Gefahr zu geraten, die allgemeine Verwirrung zu vergrössern. Die Medizin hat sich damit beholfen, die Bezeichnungen der menschlichen Anatomie in eine tote Sprache auszulagern. Auf lateinisch heissen die beiden konkaven Gelenkspartien ‘Fossa cubitalis’ oder ‘Regio cubitalis posterior’ (vordere Ellbogengegend), sowie ‘fossa cubitalis’ oder ‘Regio genus posterior’ (hintere Kniegegend). Die eine zeigt eher nach vorne, die andere stets nach hinten. Obwohl sich die beiden Gelenke auf entwicklungsgeschichtlich korrespondierenden Partien der jeweiligen Gliedmassen befinden, unterscheiden sie sich durchaus von einander. Das Kniegelenk ist eine Articulatio bicondylaris, ein bicondyläres Gelenk, es kann gebeugt und gestreckt werden sowie im gebeugten Zustand auch eine Außen- und Innenrotation vollführen. Das Ellbogengelenk ist ein Ginglymus, ein Scharniergelenk, das sich nur beugen und strecken lässt. Es ist damit den Fingergelenken ähnlicher als dem Kniegelenk. Nichts spräche dagegen, die Ellbeuge (Fossa cubitalis) ‘Ellkehle’ zu nennen, bezeichnet doch der Begriff Kehle (und mit ihm etymologisch verwandten Wörter wie Kelle, Höhle, Hölle oder Halle) das nach innen Gekehlte, Hohle. Eine Sprachbereinigung in die andere Richtung, also die Kniekehle (Fossa poplitea) ‘Kniebeuge’ zu nennen, führte zum Konflikt mit der gleichlautenden sportlichen Übung zur Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur. Die müsste man ebenfalls umtaufen. Oder so bezeichnen, wie das die Anglosachsen tun: Squat. www.comandantina.com dusl@falter.at

8. April 2013 (0) Comments

Ja ähm dürfen sie das überhaupt, ja ähm

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 14/20132200 Netto

Liebe Frau Andrea,

seit geraumer Zeit fällt mir auf, dass das Wort "ja" eine inflationäre
Verwendung erfährt. Auf der Straße, in der U-Bahn und - ja - auch im
Fernsehen kommt es immer öfter an unangebrachter und - ja - störender
Stelle vor. Wer hat damit angefangen? Kann man das stoppen? Mir geht das
schon derartig auf die Nerven und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir
irgendwie - ja - weiterhelfen könnten.

Herzlichen Dank im Voraus,
Gerhard Sorger, Emailhofen

Lieber, äh, Gerhard,

Ihre Wahrnehmungen einer gesteigerten Verwendung der Antwortpartikel “ja” decken sich noch nicht mit den Ergebnissen meiner privatempirischen Feldforschungen auf dem Gebiet der sprachlichen Belästigungen. Ich will Ihren Befund aber dennoch als Alarmsignal werten und der Durchdringung des öffentlichen Raums mit der “ja”-Silbe in Zukunft gewichtete Aufmerksamkeit und ablehnende Würdigung widmen. Bevor wir uns in dem sprachmagischen Gestus der Partikel und ihrer Funktion in der deutschen Sprache verlieren, darf ich den Verdacht äussern, dass die Mehrzahl ihrer akustischen Beobachtungen im öffentlichen Raum das Personalpronomen (auf deutsch: das persönliche Fürwort) “ich” betreffen. Dieses wird in nahezu allen in Österreich gesprochenen slawischen Sprachen “ja” ausgesprochen. Sensibilisiert auf das Wörtchen “ja” sollten sie dieses auch in öffentlichen Handyphonaten und Konversationen hier lebender Russen, Ukrainer, Weissrussen, Kroaten, Serben, Bosnier, Slowaken, Tschechen und Polen hören. Bei Verwendung von “ja” als Synonym für “äh”, “ähm”, “also”, “na” nimmt die inkrimminierte Silbe die Funktion einer Diskurspartikel an. Hier sollten wir den Linguisten folgen, die den Füllseln eine Wichtigkeit zusprechen, die wir im sprachlichen Zweikampf gerne übersehen. Diskurspartikel dienen dem Gehirn des Sprechenden, Sätze und Gedanken zu strukturieren, Fehler in semantischen Konstruktionen zu reparieren und das Gespräch zu strukturieren. Untersuchungen haben gezeigt, dass dies durchaus zu beiderseitigem Nutzen geschieht. Auch die Hörenden profitieren von den Diskurspartikeln. Meine Intoleranz im galloppierenden Diskurspartikelmissbrauch gilt dem Silbensalat “sozusagen”. “Sozusagen” macht mich so rasend, wie sie das “ja”. Sozusagen. Ich habe mich dabei ertappt, dass ich es, sozusagen, selbst verwende. Ja. www.comandantina.com dusl@falter.at

29. März 2013 (0) Comments

Solo-Sitzungen in Zimmer 17

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 13/2013

Liebe Frau Andrea,

in meiner Studienzeit arbeitete ich in einem kleinen Geschäft, dort war das Codewort für die Toilette „die 17“. Wollte man also sagen, dass man auf die Toilette geht, sagte man „ich gehe auf 17“. Ich dachte mir, dass sich das nur in diesem Geschäft eingebürgert hat. Doch auch jetzt höre ich immer wieder in verschiedenen Geschäften die VerkäuferInnen sagen „ich gehe mal auf 17“. Woher kommt nun diese Bezeichnung?

In neugieriger Erwartung,
Alexandra Lorenz, per Elektropost

Liebe Alexandra,

die meisten von uns haben schon mal Kaufhaus-Durchsagen der Art “624 bitte auf Zwo Sieben Null” gehört. Was sich wie Raumschiffsprech anhört ist für Mitarbeiter eine klare Ansage. Intern weiss jetzt der Abteilungsleiter Schreibwaren, dass er Nummer 350 im Haus anrufen soll. “214 kurz auf 17” wäre in diesem Mitteilungssystem die Information, Verkäuferin 4 aus der Damenparfum-Abteilung müsse mal kurz für kleine Mädchen. Der Zahlencode, “auf 17 zu gehen” ist weitverbreitete Konvention in Kaufhäusern , Supermärkten, gastronomischen Betrieben und, wie ihr Beispiel zeigt, auch in kleineren Geschäften. In Hotels hat sich seit dem 19. Jahrhundert die “Zimmernummer” 00 für den stillen Ort etabliert. “Auf 17” geht man überall dort, wo das Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Kunden nicht durch das Aussprechen oder Hören der Tabuworte “Klo”, “Toilette” oder “WC” belastet werden soll. Der Code 17 für Toilette ist im deutschen Sprachraum weit verbreitet, in anderen Ländern steht 17 für Unglück (Italien), den Polizeinotruf (Frankreich) und die Anzahl der Säulen an der Längsseite des Parthenon. Eine mögliche Erklärung für die Konnotation der Primzahl 17 mit Stoffwechsel böte ein ein anderer, auch in Österreich bestens bekannter Begriff. Weil der Gabel-oder Maulschlüssel für 17mm-Muttern als Bierkapselheber verwendet werden kann, nennen Bauarbeiter, Installateure und Mechaniker jeglichen Bieröffner 17er-Schlüssel. Mit viel grösserer Wahrscheinlichkeit hat aber ein ganz anderes Mass die Zahl 17 mit der Toilette verbunden. 17 inch, also 17 Zoll - umgerechnet entspricht das etwa 43,18 cm, ist das typische Mass für die Sitzhöhe von massenproduzierten Sesseln und Stühlen. Konsequenterweise ist 17 Zoll auch eine beliebte Höhe für Toilettemuscheln. www.comandantina.com dusl@falter.at

25. März 2013 (0) Comments

Von Tätern und Opfern ::: Protestlesung ::: 24.3.2013 Schauspielhaus Wien

PROTESTLESUNG im Schauspielhaus Wien
Sonntag, den 24. März 2013 um 11 Uhr

"Von Tätern und Opfern. Wider die derzeitige Rechtsprechung bei Sexualdelikten."

Es lesen: Andrea Maria Dusl, Sabine Gruber, Olga Flor, Sibylle Hamann, Elfriede Hammerl, Gabriele Kögl, Margaret Kreidl, Lydia Mischkulnig, Helga Christine Pregesbauer, Julya Rabinowich, Eva Rossmann, Susanne Scholl, Andrea Stift, Linda Stift, Cornelia Travnicek

Moderation: Susanne Scholl

Musik: Sormeh (Iran/Serbien)
Musik zwischen Kagran und Teheran: Musikalischer Bogen von orientalischer zu balkanischer Musik
facebook.com/Sormehmusic

Gesang, Daf, Berimbao: Golnar Shahyar
Klarinette: Mona Matbou Riahi
Gesang, Viola, Loops: Jelena Popržan

Sexueller Missbrauch einer Minderjährigen führt derzeit innerhalb des gesetzlichen Strafrahmens zu 6 Monaten Fußfessel, von denen noch Monate nachgelassen werden. Eine Justiz, unter deren Wirken erwiesene sexuelle Gewalt an Frauen und Minderjährigen zu lächerlich geringen Strafen führt, signalisiert den Tätern freie Bahn. Ein sexueller Übergriff ist Gewalt. Delikte gegen Leib und Leben werden sanfter bestraft als Vermögensdelikte. Als Schriftstellerinnen erheben wir unsere Stimme stellvertretend für die Opfer und ihre Angehörigen. Ein Protest für alle – vorgetragen von vielen.

Termin: Sonntag, 24.3.2013, 11 Uhr

Eintritt: 5 Euro

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Hier mein Text:

Benedikta

Benedikta hiess sie, Schwester Benedikta. Nicht Paula, nicht Roswitha, nicht Gertrud, nicht Helga. Ihr Körper war von schwarzem Tuch verborgen. An ihrem Finger steckte, wie an den Fingern ihrer Mitschwestern, ein goldener Ring. Schwester Benedikta war, wie ihre Mitschwestern auch, Ehefrau des Heilands, Jesu Christi, des Gottessohnes, des Auferstandenen, seinen Leib würden wir aufnehmen, wenn es soweit sei, sein Blut trinken.

Der Ring war nicht bloss der Ring, der Ring war das sanctum praeputium. Die Vorhaut Jesu, wie eine von uns herausgefunden hatte, im Heiligenlexikon ihres Onkels.

Den Ring konnte man spüren. Wenn Schwester Benedikta Schläge austeilte, wegen unerlaubtem Flüsterns, wegen verbotenem Tratschens, wegen Sprechens in der “stummen Pause”. Der goldene Ring, die Vorhaut Jesu, hart und kalt, hinterliess eine kurze Spur des metallischen Schmerzes, wenn Benediktas flache Hand, von hinten über unsere Hinterhäupter zog.

Oft.

Es war Benediktas Einfall gewesen, im Keller des Schulgebäudes das Zimmerchen einzurichten. Ein ganz besonders Zimmerchen. Das Schwarz der Schwärze, den Husten Gottes. Es roch nach dem Lavendel von Benediktas Habit, nach dem Melkfett, mit der sich die Schwestern die Hände einschmierten und nach dem scharfen Schweiss der Kinder Angst.

Einmal am Tag, zwischen halb vier und halb fünf, traten wir unseren Kinderdienst in diesem Zimmer an. Zu zehnt, so will ich mich erinnern, betraten wir den bösen schwarzen Raum. In dem Raum schwebte das haarlose Antlitz der Schwester Benedikta. Ihren Körper, die Umrisse ihrer pechschwarzen Tracht, konnte man nicht sehen, zu dunkel, zu schwarz war das Dunkel der Wände das uns umgab.

Das bleiche Gesicht der Schwester Benedikta war beleuchtet von einer schirmlosen Birne, deren weissglühende Fäden sich direkt in unsere Netzhäute brannten und dort ein rotgelb zitterndes Echo erzeugten. Zwanzig rotgelbe glühende Fäden zitterten also durch den Raum, vor dem schwärzesten Schwarz des Universums, beleuchtet von der Nemesis unter den Lichtern und dem Vollmond des Benediktagesichtes.

Unter der einsamen Glühbirne war eine kleine hölzerne Rutsche aufgestellt. Eine Leiter mit fünf Sprossen führte zu einer jausenbrettgroßen Sitzfläche. Dorthin aufgestiegen ließen wir uns nieder, in einem stummen Rhythmus, eine nach der anderen, um auf das wortlose Zeichen des Benediktamondes die physische Höhe eines Kinderhorizonts hinabzurutschen, auf den schwarzen Asphalt, mit dem der Keller ausgegossen war.

Nach dem Rutschen gingen wir einzeln und ohne Hast, unsere blaugrünkarierten Röckchen zurechtziehend, gegen den Uhrzeigersinn wieder nach hinten, zur Leiter. Dort stellten wir uns in der Schlange der Wartenden an. Wortlos und brav. Eine Stunde lang.

Schwester Benedikta nannte es "Das Spielen." “Warum spielen wir im Dunkeln”, fragten wir die Benedikta eines Tages und immer wieder, “warum im Keller?” “Hier kann uns niemand hören”, sagte die Benedikta und sie war ein Kind, als sie das sagte, in einem anderen Keller, er sah aus wie dieser, dunkel und kalt, die Rutsche war die für die Kohlen. “Wenn es weh’ tut, beisst du die Zähne zusammen und betest ein Vaterunser. Auch der Heiland hatte Schmerzen.”

Benedikta hatte keine Tränen mehr, um ihren Schmerz zu weinen. Also teilte sie ihren Keller mit uns. Und ein wenig von ihrem Schmerz. Kein Schwarz hat je wieder dieses Dunkel erreicht. Dieses Nichts, in dem das Benediktamondgesicht, die hölzerne Rutsche und die Aschfähle der rutschenden Kindergesichter schwebten.

So sah die Hölle aus.

24. März 2013 (0) Comments

Der Schnurrbart am Finger

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 12/2013

Fingerstache.jpgLiebe Frau Andrea,

neulich fragte ich einen Freund - er ist Tätowier-Experte - ob der dichte schwarze Bart des durchgeknallten Modeschöpfers Harald Glööckler tätowiert sei. Mein Freund hielt seinen rechten Zeigefinger über die Oberlippe, und schwieg. Was meinte er wohl damit?

Vielen Dank und freundliche Grüße,
Bettina Schuhrke, Landstrasse

Liebe Bettina,

ihr Freund hat sich eines Mems bedient, das als Finger-Moustache (finger moustache tattoo) oder Fingerstache bekannt wurde. Dabei handelt es sich um eine Tätowierung, die an der, dem Mittelfinger zugewandten Seite des Zeigefingers gestochen wird. Das beliebteste Motiv ist ein an den Enden eingedrehter, kaiser-wilhelm- oder zwirbelbartartiger, jedenfalls aber cartoonhaft stilisierter Oberlippenbart. Neben schnell gestochenen, aber permanenten Tattoos, sind auch Rubbeltattoos und Filzstiftbemalungen des Mems im Umlauf. Der Finger-Moustache wird, meist überraschend und zur Auflockerung von Gesprächen über die Oberlippe gelegt. Auffallend viele Moustaches sind auf die Zeigefinger jüngerer Frauen tättowiert - Teenager werden in Zeiten von Fingerstach-Konjunkturen von Girlie-Gazetten und Modeketten mit Rubbel-Tattoos bedient. Als Ursprung wird die Rapperin Ella Wildie genannt, ein jüngeres Revival sieht im Tättowierer “Giovani” von High Street Tattoo in Columbus, Ohio den Originator des Zeigefingerbärtchens. Er will im Sommer 2003 einem Typ namens “Tom” den ersten Finger Moustache gestochen haben, dieser soll das Fun-Tattoo auf Myspace gestellt haben und damit die Schnurrbart-Lawine losgetreten haben. Für die Verbreitung im Mainstream sorgte die Comedy-Website “Something Awful”. Urbanmythologen wollen dem Finger Moustache auch sexuelle Konnotationen zusprechen. So soll der Zeigefingerbart ein einschlägiger lesbischer Code sein. Aber auch im Hetero-Underground wird der “Stache” mit sexualpraktischer Bedeutung aufgeladen. So heisst es in pornotheoretischen Internet-Foren, der Bart stünde für die Bereitschaft der mit dem Moustache markierten Trägerin, Anal-Cunilingus und Ass-Fingering zu praktizieren. Beim Gros der im Internet zirkulierenden Bilder von Männern und Frauen mit Finger Moustache dürfen wir vergleichsweise profane Gründe für die Applikation des Tattoos vermuten: Den harmlosen Spass, Gendergrenzen zu betreten und dabei temporäre Kleinstverschiebungen vorzunehmen. www.comandantina.com dusl@falter.at

15. März 2013 (0) Comments

Die Liesl hinter den Wolken und in der Rossau

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 10/2013

Liebe Frau Andrea,

als nun mehr schon seit 30 Jahren nach Wien zugereiste "Gsibergerin" las ich gestern, dass “Liesl” die Sonne sei und das ist mir nun wirklich neu. Das verstehe ich überhaupt nicht. Sollte die Ex-Ministerin Gehrer mit der Sonne verglichen werden? Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Fühlte sie sich so mächtig wie der Sonnenkönig Louis XIV ?

Vielen Dank und freundliche Grüße,
Dorothea Schaffernicht

Liebe Dorothea,
die Liesl ist ein urwiener Ausdruck für unser Zentralgestirn, die Sonne. Kenner beklagen einen Rückzug des Ausdrucks aus der Alltagssprache der Bundeshauptstadt. Die Etymologie gilt in den einschlägigen Wörterbüchern und Dialektlexika des Wienerischen als ungeklärt. Wie in anderen Fällen verdunkelter Herkunft dürfen wir als Transporteur das Rotwelsche, die mitteleuropäische Gaunersprache ausmachen. Auch hier wird mit “Liesel”, “Liesl”, “Lisl” nicht die kleine Elisabeth bezeichnet, sondern die Sonne. Mit grösster Wahrscheinlichkeit kommt “Liesl” aus einer slawischen Sprache. Ein Verwandter der Sonne, der Sommer heisst im Slawischen sehr ähnlich - tschechisch “léto”, serbisch, russisch, slowakisch, mazedonisch “leto”, kroatisch “ljeto”, ukrainisch “lito”, polnisch “lato”. Julius Pokornys indogermanisches etymologisches Wörterbuch verzeichnet zur Silbe “lēto-”, “lǝto-” “warme Zeit”, Tag, Sommer. So kennt das Altirische “la(i)the”, den Tag, das Gallische “lat…”, die Tage. “Lěto” bezeichnet nach Pokorny im Altbulgarischen die warme Jahreszeit, im Russischen und seinen Dialekten den Sommer, den Südwind, den Süden. Unserer “Liesl” lautlich am nächsten sind niedersorbisch Lěśe und obersorbisch Lěćo.

Möglicherweise ist die sorbische Sonne in einer ganz anderen Liesl ausgewienert. Als Liesl gilt das Polizeigefangenenhaus an der Rossauer Lände, sie ist in der Wiener Halb- und Unterwelt das Synonym für Gefängnis. Die Liesl hat ihren Namen von ihrer ursprünglichen Adresse, denn die Rossauerlände hiess in der Monarchie Kaiserin-Elisabeth-Promenade. Eine 2er-Liesl gibt es auch. Unter diesem Namen ist das Schubgefängnis am Hernalser Gürtel bekannt, während das Landesgerichtliche Gefangenenhaus bürgerlich als “Graues Haus” und weniger bürgerlich als “Landl” bezeichnet wird. www.comandantina.com dusl@falter.at

11. März 2013 (0) Comments

Wie leiwand ist schnaffte, wie dufte ist knorke

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 10/2013

Liebe Frau Andrea,

neulich beim Abendessen quälten wir uns vergeblich eine Antwort ab, wie die deutschen Ausdrücke “dufte”, “knorke” und “schnafte” zusammenhängen. Die eine Fraktion meinte, das sei alles das selbe, ein Freund, Exil-Deutscher, verbat sich diese Gleichsetzung. Wie ist das jetzt wirklich?

Fragt Ines Partscheller, Ottakring


Liebe Ines,

für Berliner mit Schnauze ist seit jeher klar: Knorke is dreimal so dufte wie schnaffte. Alle drei dürfen als Synonyme für verschiedene Graduierungen von “gut”, “ausgezeichnet” verstanden werden, entsprechen also unserem Wienerischen “leiwand”. Schnafte dürfte über das Slawische der indoeuropäischen Wurzel “sneubh-” “freien”, “heiraten”, eigentlich “zusammendrehen”, “knüpfen” entstammen. Dufte kommt trotz seiner germanischen Anmutung über die sehr ähnlich lautenden und synonym verwendeten Wörter “toffte” und “toff” vom jiddischen “tow”, “gut”. Es steckt im Wunsch “masel tov”, soviel wie “gutes Glück”. Über Knorke, die Königin der Berliner Gutfinde-Trias schrieb Kurt Tucholsky alias Peter Panter im Oktober 1924 in der Vossische Zeitung, im Nachruf auf den damals schon angegrauten Superlativ: “Die Knorkitis wütete. Alles war knorke: Essen, Frauen, Börsengewinste, (…) Anzüge, Renntips und Kinogrößen.” Tucholsky wirft eine Nebelgranate, in dem er einen, sonst unauffindbaren General Knorck (1719 – 1786), Reiteroffizier Friedrichs des Großen als ihm unwahrscheinlichen Knorkequell beschreibt, ansonsten aber vermutet, das Wort sei über das mittelhochdeutsche “knorricht”, von “Knorz” abgeleitet, das soviel bedeutet, wie “Knorren”, also Verdickungen, Knubbeln zu haben. Grosser Verdienste um die Konjunktur des Modewortes “knorke” wird gemeinhin die Berliner Kabarettkönigin und Volkssängerin Claire Waldoff, geborene Clara Wortmann bezichtigt. 2010 sprach der deutsche Altkanzler Helmut Schmidt, geboren und aufgewachsen in Hamburg in einer Sendung mit Sandra Maischberger über Wörter seiner norddeutschen Kindheit – unter anderem über “Knorke”. In einem Radio-Interview bei WDR5 im Oktober 2011 vermutete er, der Begriff wäre in der Zwiwchenkriegszeit populär geworden sein durch ein beliebtes Nilpferd im Berliner Zoo. Hier irrt Schmidt. Das legendäre Nilpferd dort hiess Knautschke. Knorke hingegen hiess ein anderer Dicker. Der Gorilla. www.comandantina.com dusl@falter.at

4. März 2013 (0) Comments

Feine Frage für fixe Funkberatung

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 09/2013

Liebe Frau Andrea,

vor einigen Tagen zog ich mir eine CD des genialen Hard-Bop-Pianisten Horace Silver rein. Bei einem Stück wurde ich stutzig, war es doch mit "Opus de Funk" betitelt, obwohl laut Album-Credits 1953 in NYC aufgenommen. Nun habe ich schon vor Jahren in verläßlichen Quellen gelesen, dass der Funk erst um 1965 von James Brown und seiner Band "erfunden" worden sei. Es heisst, ein westafrikanischer Begriff - "der Schweiss von hart und ehrlich arbeitenden Menschen" (was zum hardest working brother in show-business passen würde) oder auch "Geruch, den eine Frau beim Sex verströmt" - sei die sprachliche Wurzel. Was nun, 1953 oder 1965? Und: Hackler- oder Lustschweiss?
 
Ihre geschätzte Antwort erwartend,
Hannes Schneller, Hernals


Liebe Hannes,

Genosse Horace Silver hat die legendäre Nummer mit den hochbegabten Hard-Bop-Mitarbeitern Percy Heath (Bass) und Art Blakey (Drums) aufgenommen, als Take 6 des Mix “BN534-2” von Blue Note 1625. Die Session fand an besagtem 23.11.1953 statt, einem Montag, in einem New Yorker Hochhaus, in den WOR Studios, in 1440 Broadway, zwei Blocks vom Times Square entfernt, genau an der Grenze zwischen Theater und Garment District. An diesem Tag sollte etwas weiter nordwestlich, am Lake Superior ein F-89C-Scorpion-Abfangjäger der US-Luftwaffe im sogenannten “Kinross Air Force Base Incident” einem UFO begegnen und kurze Zeit später für immer von den Radarschirmen verschwinden. Funkologen würden hier durchaus von Koinzidenz im Sinne des “Mothership”-Mythos sprechen. In Hinblick auf das Kern-Thema ihrer Frage dürfen wir das Klavierspiel des 25jährigen Horace Silver gewiss schon als funky beschreiben. Silvers spätere Beschäftigung mit dem Funk, dem elektrifizierten Urenkel der polyrhythmischen westafrikanischen Trommelmucke, bekräftigt diese These. Sprachgeschichtlich haben wir es bei Funk mit einem uralten “dirty word” zu tun, prädestiniert für die Beschreibung körpernaher Musikkultur. Schon 1907 nennt der New Orleanser Jazzbandleader Buddy Bolden eine seiner Nummern “Funky Butt”. Der Funk ist jener Geruch, der sich bei heftiger und anhaltender Bewegung einstellt. Das kann Tanz sein, schwere Arbeit und die intensiveren Formen sexueller Betätigung. Comandantina says: Move your ass and the funk will follow! www.comandantina.com dusl@falter.at

24. Februar 2013 (0) Comments

Meine Ordnung leidet unter dem Chaos

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6. Jänner 2013, 21:45

Autorin und Zeichnerin Andrea Maria Dusl wohnt in einer Wiener Biedermeier-Wohnung, hätte aber gerne eine Flugzeughalle Foto © Lisi Specht

Vor langer Zeit errichtete die Wiener Autorin und Zeichnerin Andrea Maria Dusl einen Legoturm. Dieser ist nun fixer Bestandteil der ansonsten reduzierten Biedermeier-Wohnung, erfuhr Wojciech Czaja.
"Vor vielen Jahren hatte ich einmal einen Anflug langer und ausgiebiger Depressionen. Durch Zufall habe ich erfahren, dass C. G. Jung im Garten seines Hauses, um seiner eigenen Depression zu begegnen, einen Turm errichtet hat. Ich dachte mir: 'Super Idee, Herr Jung! Das ist das Beste, was du mir je geraten hast!' Und so habe ich beschlossen, ebenfalls einen Turm zu bauen, allerdings nicht aus Ziegel-, sondern aus Legosteinen.

Ich bin damals durch sämtliche Spielzeuggeschäfte Wiens gelaufen und habe in der Lego-Auslieferungsstelle in Auhof sämtliche Steine in Schwarz und Blau aufgekauft. Damals konnte man Legosteine noch solo kaufen! Gebaut habe ich den Turm anhand eigener Pläne, nahm mir dann aber die künstlerische Freiheit, diese während des Baus abzuändern. So wie in der Gotik.

Insgesamt habe ich an diesem Turm - sämtliche Stürze und Wiederaufbauten miteinbezogen - einige Monate herumgebaut, wobei ich sagen muss, dass das Zerbrechen eines solchen Turmes eine tiefgehende Katastrophe im persönlichen Bereich darstellt. So mit Heulkrämpfen und allem Drum und Dran. Der Turm ist jetzt 2,85 Meter hoch und besteht aus circa 15.000 Steinen. Bei der Fertigstellung war ich wieder gesund.

Ich habe noch mehr Legosteine. Ich glaube, es sind einige zigtausend, die sind aber in Kisten verpackt. Vielleicht baue ich ja eines Tages wieder einmal einen Turm. Ich komme ja aus einer Architektenfamilie, und da wird man mit der Faszination des Planens und Errichtens schon als Kind infiziert. Abgesehen von Lego jedoch konterkariere ich diese Gabe mit dem bewussten Nichtbauen in meiner rund 80 Quadratmeter großen Wohnung.

Konkret: Ich habe fast keine Möbel. Auch keine Kästen. Mein Hab und Gut ist in blauen Transportkisten verpackt. Und dieses Blau ist so schiach und so unfassbar blau, dass es in der Masse fast schon wieder schön ist. Insgesamt habe ich an die 80 Kisten, die mit Werkzeugen, Gelacken und Gespachteln, mit Tonbändern, Familienfotos und Reiseführern gefüllt sind. Wobei die Ordnung noch etwas unter meinem Chaos leidet. Die Gewürze befinden sich unter Weihnachten. Das ist nicht sehr praktisch, denn das eine braucht man oft und das andere nicht so oft. Das muss ich noch ändern.

Generell kann ich sagen, dass ich eine Freundin der mobilen Möbel bin. Immobiles liegt mir nicht. Auch nicht unter dem Gesichtspunkt, dass ich in diesem Biedermeier-Haus in der Leopoldstadt aufgewachsen bin und hier schon seit meinem dritten Lebensjahr wohne. Einbaumöbel machen mich unglücklich. Ich will, dass alles verstellbar ist. Küche, Badewanne und WC sind ein ganz fairer Kompromiss. Das einzige immobile Ensemble, auf das ich niemals verzichten könnte, ist mein Handapparat. Manche sagen auch Bibliothek dazu. Meine Bücherordnung hat Struktur, und trotzdem finde ich nichts. Alles, was unter 30 Euro kostet, kaufe ich lieber ein zweites Mal, anstatt es zu suchen. Das ist echt mühsam.

Im Rahmen der Reduktion meiner Lebensinhalte lebe ich ansonsten so, dass alles auf einem einzigen Tisch stattfinden kann. Ich glaube, in diesem Punkt bin ich japanisch veranlagt. Von den Japanern, zumindest bilde ich mir das ein, habe ich übrigens auch die Neurose übernommen, dass in meiner Wohnung alles rechtwinkelig sein muss.

Die Wohnung, von der ich träume? Das wäre eine Halle in der Dimension einer Flugzeughalle, sagen wir so mit 10.000 Quadratmetern. Es würde keine Wände geben, und das Bett würde ich hinstellen, wo immer ich gerade will. Sonst wäre alles leer. Da könnte ich dann sogar auf meinen Handapparat verzichten. Wenn ich mir eine Wohnhalle leisten kann, dann kann ich mir auch einen Buchbutler leisten."

Interview: Wojciech Czaja für DER STANDARD, 5./6.1.2013)

19. Februar 2013 (0) Comments

Andrea Maria Dusl gesehen von Lisi Specht

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Andrea Maria Dusl gesehen von ©Lisi Specht. Für STANDARD.
http://www.lisi.at

19. Februar 2013 (0) Comments

Ehrt endlich des Esels Ohr

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 08/2013

Liebe Frau Andrea,

dass man in der Lasagne zunehmend Pferd findet, stört mich weniger, als in Büchern und Heften Eselsohren zu sehen. In meiner Volksschulzeit waren die umgefalteten Ecken der Schulheftseiten ein absolutes No-Go. Aber irgendwas stimmt da nicht mit dem Begriff. Eselsohren sehen doch ganz anders aus!

Line Glander,
Graz, per Email

Liebe Line,

Sie haben völlig recht, Eselsohren, also die Ohrmuscheln des Hausesels (Equus asinus asinus) sehen tatsächlich anders aus, als die absichtlich oder unabsichtlich angebrachten Faltecken in Büchern und Heften. Die Ohren der Esel ähneln denen der Pferde, sind aber weitaus länger als diese und meist auch stärker behaart. Der Verwendung des Begriffs “Eselsohr” für die umgefaltete Heftseitenecke muss deskriptive Ungenauigkeit attestiert werden. Die kleinen, dreieckigen (und stets nach vorne gefalteten) Heftecken müssten, wollte man sich eines Bildes aus dem Tierreich bedienen, eigentlich Koalabärenohren heissen. Sie sehen den putzigen Hörlappen der Eukalyptusblattfresser weit ähnlicher als den langen, schotenförmigen Lauschern der neumalklugen Esel. Das Englische ist hier um einiges genauer und spricht von “dog ears”, Hundeohren. Woran mag es liegen, dass im Schulheftbeschädigungsbereich seit Generationen mit gänzlich ungeeigneten Begriffen hantiert wird? Ganz einfach: Eselsohren sahen früher tatsächlich wie Eselsohren aus. Sie waren lang und eingerollt, nicht kurz und dreieckig wie heute. Schulkinder unserer Urgrosselterngeneration hatten andere Lehrbehelfe als heute. Die Seiten der Schulhefte waren aus anderem Papier gemacht, die Fasern liefen anders durch die Heftseiten als heute. Eselsohren entstanden fast von selbst, ohne Zutun der Schulkinders. Man konnte meinen, Papier selbst hätte die Lust am eselsöhrigen Gerolltsein. Heutiges Papier dagegen ist dröge und faul, koalabärenhaft geradezu. Mit dem Eselsohr, wie auch der Eselsecke (dem Straf-Winkerl im Klassenzimmer) verband sich früher die Anmutung der Störrischkeit, der Dummheit. Die langen Spitzen der mittelalterlichen Narrenmütze, wie wir sie von Darstellungen Till Eulenspiegels kennen, symbolisierten ursprünglich Eselsohren. Eselsohren trägt auch der Weber Niklaus Zettel (englisch Nick Bottom), dessen Kopf ein gewisser Puck in den eines Esels (Ass) verwandelt. Ein Sommernachtstraum! www.comandantina.com dusl@falter.at

18. Februar 2013 (0) Comments

In der Lambadschangasse

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 07/2013

Liebe Frau Andrea,

in meiner Jugendzeit hörte man in Graz oft: “Jetzt bist in der Lambadschangassn” - zum Beispiel im Sport für eine zu erwartende Niederlage. Eigene Recherchen in Graz haben keine Klarheit gebracht. Klammheimlich hoffe ich, dass vielleicht auch Sie, die mir schon oft aus der Patsche geholfen haben, einmal nicht weiterhelfen können und ebenfalls in der "Lambadschangassn" landen. Obwohl neugierig warat i scho was mit dera Gassn is! Mit sportlichen (lieben) Grüssen,

Dietmar Werner
Graz/Wien, per Bernsteinfunkennachricht


Lieber Dietmar,

meine Landung in der Lambadschangasse darf ich Ihnen für einen späteren Zeitpunkt anbieten, Ihre sportliche Neugier allerdings kann hier und jetzt gestillt werden. Freizeitforscher aus meinem Umkreis durften sich ebenfalls an der Lösung des Rätsels beteiligen, gingen aber insoferne in die Irre, als sie den gesuchten Ausdruck volksetymologisch deuteten. Einer der kreativeren Ansätze des Lambadschan-Rate-Teams sah eine Deutung in “Laampatschen” (Lehmpatschen oder Leimpatschen), also Schuhwerk, das am Weitergehen hindert, weil es am Boden klebenbleibt. Auch die “Via Labicana”, eine antike Strasse, in ost-südöstlicher Richtung von Rom in die historische latinische Stadt Labici führend, muss als möglicher Begriffsursprung der “Lambadschangasse” genannt werden, notabene es sich bei beiden um “Wege” handelt. Die Via Labicana hat allerdings keine Spuren im Mythos der Niederlage hinterlassen und scheidet als Namensgeber aus. Auch das hierorts weitgehend unbekannte Filipino-Fussballspiel ”(Sipa) Lambatan”, eine Mischung aus Volleyball, Tennis und Fussball, gespielt zur Zeit des portugiesischen Weltumseglers Fernando de Magallan hat mit unserem gesuchten Wort nichts zu tun. Die Lambadschangasse, synonym mit der “rue de gack”, also einer ausweglosen Situation kommt aus der Gaunersprache. Im Jenischen, der Sprache der Vagabundierenden wird der Pferch “Lambetan” genannt. Die Lambetan kommt, auf welchen Wegen ist noch unbekannt, aus dem altindischen, wo “lábhate”, “lámbhate” soviel heisst wie “erfasst”, “ergreift”, “fängt ein”, “nimmt fest”. Sinngemäss ist also die Lambadschangasse jener Ort, aus dem es kein Entkommen gibt. www.comandantina.com dusl@falter.at

10. Februar 2013 (0) Comments

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