Soviet Hero

Comandantina Dusilova

 by Andrea Maria Dusl

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Wollen wir Wiener Wasser in der Wanne?

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 35/2010

Liebe Frau Andrea,

vor einigen Wochen wurde in Ihrer Kolumne die Möglichkeit erörtert, größere Mengen an Bierflaschen in Wiener Badewannen zu kühlen, weil das Hochquellwasser so schön kalt ist. An und für sich eine prächtige Idee, aber seit damals nagen ökologische Zweifel an mir: Ja, dürfen’s denn das? Entzürnen wir damit nicht die Erdgöttin Gaia oder deren Stellvertreter auf Erden (wie z. B. Greenpeace)? Anders ausgedrückt: Wie umweltschädlich ist es (wenn überhaupt), wenn wir eine ganze Nacht lang das kalte Wasser laufen lassen und dieses über die Wiener Kanalisation wieder (sauber) den Weg zurück in die Erde findet? Vielen Dank!
 
Alfred Stiglbauer, Alsergrund & Innviertel, per Elektropost
 
Lieber Alfred,

wie Sie richtig vermuten, führt der Weg zur Klärung der Bierkühlungsfrage durch die wilden Schluchten des Moraldiskurs. Ähnlich wie die Heilskonzepte Kapitalismus und Kommunismus wird auch der Ökologismus von der Sehnsucht nach einer besseren Welt getränkt. Jede Antwort wird sich in die Waagschale der jeweiligen Erlösungsdebatte werfen. Prüfen wir also die Gewichte! Leserin Ilse Gass bewertete meinen Vorschlag, Partybier in der Wanne kalt zu stellen, insoferne als “nicht ganz ernst gemeint”, als für sie das sechs- bis zehnstundenlange Durchsprudelnlassen von Trinkwasser “schon ein bissl nach Urassen” aussehe. “Wer meint”, schrieb sie, “wir haben eh genug Wasser, der könnte ja an die nächste Betriebskostenabrechnung denken.” Mir gefällt dieser Zugang, erlaubt er mir doch, eine Kalkulation anzustellen und die Diskussion auf ökonomischem Ufer zu führen. Konstruieren wir eine zehnstündige Party mit gut 30 durstigen Gästen, einer randvoll mit Bierchen befüllten Wanne und in dieser einen Wasserdurchsatz von drei rinnenden Toilettenspülungen - das wären etwa 120 Liter frischen, langsam fliessenden Hochquellwassers. Klingt viel. Ist es aber in der Gesamtbilanz der Party keineswegs. Sechs Minuten Duschen verbraucht diese Menge Trinkwasser. Schon zwei Hochbetrunkene, die am nächsten Morgen ungeduscht in ihr Bett fielen, hätten die Bierkühlung für die 28 anderen Partytiger hereingespielt. Ab drei trinkenden Nichtduschern fällt die Bilanz für Gaia also positiv aus. Prost!

www.comandantina.com dusl@falter.at

27. August 2010 (0) Comments

Ein stranger Guru

© Wolf Rosar
Mit freundlicher Genehmigung des Autors

Ich wurde immer nervöser. Es musste schon mindestens eine Viertelstunde gedauert haben, dass diese Ziegen an mir vorbeidrängten, auf diesem schmalen Pfad. Drängen war ein Euphemismus. Ich presste mich frontal gegen die Felswand, wegen der empfindlichen Stellen. Der ungefähr 1 ½ Meter breite und reissende Ziegenstrom trennte mich von einem Abgrund.

Die Ziegen waren gross und kräftig und schienen um ihr Leben zu fliehen. Sie überholten einander links und rechts und versuchten auch übereinander schneller vorwärtszukommen, wobei sie abrutschten und auch immer wieder in meine Richtung geschleudert wurden.

Die Böcke mit ihren weitausladenden Hörnern kamen mir gefährlich nahe, starke Böcke, stark riechende Böcke. Manche Ziegen wurden tatsächlich über den Rand des Pfades gestossen, kamen aber immer wieder irgendwie zurück. Das würde mir kaum gelingen, wenn sie mich einmal mitgerissen und über Bord gehen lassen hätten.

Ich versuchte, ruhig zu bleiben, „leer“ wie Buddha, also auch die Angst als Leere zu erkennen. Oder als Lehre - alter Witz, jetzt gar nicht lustig. Aber noch war ich wunderbarerweise kaum berührt worden, aber was, wenn diese Viecher vollends in Panik gerieten?

Endlich lichtete und verlangsamte sich das Gedränge, das Gemecker liess nach, und auch meine Anspannung. Ich löste mich vom Felsen, drehte mich um, ging in die Hocke, fiel erschöpft zurück auf meinen Hintern und dieser auf frischen Ziegenkot, wie ich deutlich spürte. Gleichgewichtsverlust durch Rucksack. So viel unnötiges Zeug schleppte ich mit, Schlechtwetterausrüstung und was weiss ich, aber die Tabletten gegen Höhenkrankheit standen immer noch auf der Truhe in dem Zimmer unten im Dorf. Das Wichtigste vergessen, das war mein Schicksal geworden.

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25. August 2010 (0) Comments

Höscherln ist die volle Hetz

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 34/2010

Liebe Frau Andrea,

letztes Wochenende, beim dreitägigen Lehrgang des Bundes Österreichischer Fußball-Lehrer, kurz BÖFL, hatte ich viele Spezialisten um mich herum. Meine Frage konnten sie mir dennoch nicht beantworten: Woher stammt der Ausdruck Hösche? Das Wort, das alle Trainer und Spieler verstehen, bezeichnet einen Spielerkreis, in dessen Mitte zwei Spieler versuchen, den Ball zu bekommen. Wir rätselten stundenlang. Die Männer (ich war die einzige Frau) hatten viele Erklärungen: vom einfachen häkerln, bis hin zum Höschen ergattern!

Besten Dank und freundliche Grüße,
Claudia Gallhofer, Rudolfsheim, per Elektropost
 
Liebe Claudia,

in Unkenntnis der kompletten Erörterungsgeschichte Ihres Hösche-Seminars darf ich die beiden mitgelieferten Erklärungsmodelle einer kurzen Analyse unterziehen. Möglich, dass Fußballlehrer in Ausbildung modernes Kurzpassspiel als Häkelei wahrnehmen und den verborgenen Sinn des Spiels am Grünen Rasen im Ergattern gegnerischer Hoserln sehen. Die tatsächliche Bedeutung des seltsamen Ösi-Kicker-Ausdrucks berühren die erwähnten Etymologien durchaus, wenn auch nur tangential. Sie klopfen an der Latte an, um einen einschlägigen Ausdruck zu bemühen. Hösche kommt aus dem Mittelhochdeutschen und heißt so viel wie Fopperei, Hohn, Spott. Gefrotzelt werden dabei ein oder zwei in einem Kickerkreis stehenden Spieler. Er oder sie müssen versuchen, einen Ball abzufangen. Gelingt dies, muss der Fehlpassgeber in die Mitte. Die Hösche gibt es in vielen Varianten, sie wird sehr oft im Training, nur so zum Spaß - und von österreichischen Kickern durchaus auch bei Meisterschaftspielen und internationalen Begegnungen in regulären Matches gespielt. Die Hösche und die mit ihr verwandte Verbalform höscherln (soviel wie ärgern) kommt aus einer indoeuropäischen Wurzel, aus der die deutsche Sprache die Worte hetzen und hassen gedrechselt hat. Im Germanischen bedeutete das Verb, goth. hatjan und hatan, ahd. haschên und haschôn, mhd. haschen, ursprünglich “verfolgen”, das dazugehörige Substantiv Haß war schlicht die Verfolgung. Böse Stimmen, die die österreichische Trainerleidenschaft für das Höscherln für wenig geeignet halten, zeitgemässen Tiki-Taka-Fußball auch mit Toren zu krönen, möchte ich nicht kommentieren. www.comandantina.com dusl@falter.at

21. August 2010 (0) Comments

Das Unendliche Panorama
Folge 98 - The Hut noch better

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Folge 98 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 34/2010.

Hier geht's zu sämtlichen Folgen als Endlosanimation ---> Das Unendliche Panorama - Directors Cut

20. August 2010 (0) Comments

Lügen wie gedruckt, am besten wie die Zwiebel

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 33/2010

Liebe Frau Andrea,

können Sie mir verraten, woher der Ausdruck „Lügen wie gedruckt“ kommt? Eigentlich ist doch Gedrucktes vertrauenswürdiger als z.B. Information aus dem Internet, die meist ohne Lektorat oder Autorennennung erscheint. So gesehen müsste es eigentlich heißen: „Lügen wie gepostet!“

Vielen Dank!
Michael Huber, Alsergrund, per Elektropost
 
Lieber Michael,

alle Kreter lügen. Das Paradoxon des Epimenides, eines Kreters und damit Lügners, wird von einem gewissen Paulus aus Tarsus im Neuen Testament zitiert. Es findet sich in einem der kürzesten Bücher der Bibel, einer Epistel an einen Mitarbeiter und Freund des Apostels, Titus, nach der Tradition erster Bischof von Kreta. Das Zitat - “Einer von ihnen hat gesagt, ihr eigener Prophet: Kreter sind immer Lügner, böse Tiere und faule Bäuche. Dieses Zeugnis ist wahr” - ist ein griechischer Hexameter und wird genau wiedergegeben. Die Autorenschaft unterschlägt der Apostel. Der Kirchenschriftsteller Clemens von Alexandria (um 150 bis 215) wird den Satz einem der Sieben Weisen, dem vorsokratischen Philosophen, Seher und Reinigungepriester Epimenides zuschreiben. Epimenides war Kreter. Dass Kreter lügen und Autoren die Zitate ihrer Kollegen nicht ausweisen, zeigt schon davor - im 3./4. Jh. v.Chr. - ein Gedicht „Ad iovem“ des Kallimachos von Kyrene. Epimenides’ Hexameter wird auch in einen Vierzeiler aus dem Gedicht „Cretica“ zitiert, es gilt aber als unechte spätere Konstruktion. Dass der eingangs erwähnte Paulusbrief nach jüngster Forschungsmeinung gar nicht von Paulus stammt, möchte hier nur am Rand erwähnt sein. Unsere kleine Geschichte dient der Illustration der These, nach der Autorenschaft und Wahrheit Schall und Rauch sind - logisch anmutende Sätze Tand aus Menschenhand. Die Metadebatte über gedruckte Lügen ist so alt wie das Drucken selbst. Neue Medien schüren neue Zweifel, wie Bismarck in einer Rede im Jahre 1869 bekundete: “ ... er lügt wie gedruckt, es wird vielleicht auch dahin kommen zu sagen: er lügt wie telegraphiert...” Den Spiess umgedreht hat die US-amerikanische Satirezeitschrift “The Onion”. Die Tageszeitungs-Parodie verbreitet ausschliesslich Lügen, wird aber bisweilen als seriöse Quelle missverstanden. Kommen doch nicht alle Zwiebeln aus Kreta. www.comandantina.com dusl@falter.at

16. August 2010 (0) Comments

Das Unendliche Panorama
Folge 97 - The Hut better

UP-Unendliches-Panorama-97-FA-33.10.jpg

Folge 97 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 33/2010.

Hier geht's zu sämtlichen Folgen als Endlosanimation ---> Das Unendliche Panorama - Directors Cut

16. August 2010 (0) Comments

Channel 8 - Rezensionen ::: Deutschlandfunk

Michaela Schmitz vom Deutschlandfunk hat mein Roman "Channel 8" sichtlich gefallen.

Hier geht's zum mp3 davon ---> mp3 Channel 8 Rezension

Hier die ungekürzte Textversion:

Zwischen Traum und Wirklichkeit
Andrea Maria Dusl: "Channel 8". Residenz Verlag
Von Michaela Schmitz

Channel-8-Cover-100.jpgValentin arbeitet als Pariser Korrespondent für den österreichischen Fernsehsender "Chanel 8". Denkt zumindest der Fernsehzuschauer. In Wahrheit finden seine Aufnahmen im Studio statt. Für Valentin beginnt ein Trip zwischen Schein und Sein.

Ist es eigentlich der Regisseur, der im Skript die Rolle seiner Hauptfigur festlegt? Oder ist es der Filmheld, der schließlich über das Drehbuch des Regisseurs entscheidet? Das ist doch die Frage. "Channel 8" ist Andrea Maria Dusls Antwort darauf. "Channel 8" heißt der österreichische Fernsehsender, für den Valentin als Pariser Korrespondent arbeitet. Vor den Wahrzeichen von Paris spricht Valentin seine Kommentare. So sieht es zumindest für den Zuschauer aus. In Wahrheit finden die Aufnahmen im Studio statt. Und damit geht es schon los - mit der Frage nach Schein und Wirklichkeit nämlich. Medien-Profi Valentin sollte sich eigentlich damit auskennen. Aber ausgerechnet ihm geraten die Grenzen zwischen Sehen und Vorstellen, Erleben und Träumen, Denken und Sprechen urplötzlich durcheinander. Seine Gedanken werden von einer ihm völlig unbekannten Russin besetzt. In ungeschnittenem Filmmaterial von Sankt Petersburg erkennt er sie dann tatsächlich wieder: Anastasija. Er hat sie nie zuvor gesehen. Valentin steht völlig neben sich. Und das buchstäblich: Denn neben seinen eigenen Gedanken und Träumen sendet irgendjemand auf genau derselben Frequenz. Es ist die Russin. Das fühlt er genau.



"Es war mehr und schräger als normaler Jetlag, verdrehter und verirrter als die Müdigkeit nach einem Flug über den eigenen Schatten. Es war, als wäre die Zeit in beide Richtungen gelaufen, vorwärts und rückwärts zugleich. Und als hätte einer der beiden Zeitzwillinge einen Looping gemacht. ( ... ) Es war, als ob Erinnerung und Vorahnung gleichzeitig existierten."



Die Signale in seinem Kopf werden immer stärker. Weder Freundin Monique, mit der er im Marais lebt, noch den anderen Bobovillans kann er davon erzählen. Nur seiner Busenfreundin, Kamerafrau Nina, vertraut er sich schließlich an. Zusammen mit Nina im martialischen Camo-Outfit und dem wortkargen Toningenieur Lars fliegt Valentin auf der Suche nach Anastasija nach Sankt Petersburg. Aber wo soll er anfangen? Langsam wird ihm klar: Sie ist nur über seine eigenen Träume zu finden. Schlaftabletten sollen die Suche beschleunigen. Man verkauft ihm Drogen. Die schießen ihn in einen absurd-skurillen Horrortrip. Sein Bewusstsein zappt durch einen immer weiter abdriftenden Sampler: ein Remix aus Filmen wie Luc Bessons "Nikita" oder Jean-Jaques Beineix' "Diva" mit verschiedenen James-Bond- und Hitchcock-Szenen. Genau in dem Moment, als er dem Geheimnis aller Geheimnisse auf die Spur kommt, wacht Valentin auf. Er liegt auf seinem Bett im Petersburger Hotelzimmer.



"Bin ich tot?, fragte Valentin. Anastasija schüttelte den Kopf. Du bist bei mir. ( ... ) Es war warm, schrieb Anastasija in ihr schwarzes Buch. ( ... ) Ein Schmetterling flatterte auf. Wind stob durch Valentins Haar. ( ... ) Was schreibst du?, fragte Valentin. Ich schreibe meine Geschichte auf, sagte Anastasija."



Anastasijas Geschichte wiederholt, mit wenigen Änderungen, die Anfangspassage des Romans "Channel 8". Ist ihre Geschichte also nur ein Screenplay, das sie gerade selbst entwirft? Oder sind sie und Valentin Helden im Drehbuch irgendeines ihnen unbekannten Regisseurs? Die Frage bleibt offen. Wie in der Geschichte aus dem kleinen Büchlein von Valentins esoterischem Therapeuten Kifti. Dort träumte Zhuāngzĭ, er sei ein glücklicher Schmetterling. Als er aufwacht, wird ihm klar, er ist Zhuāngzĭ. Oder war er ein Schmetterling, der gerade geträumt hatte, Zhuāngzĭ zu sein? Der Schmetterlingstraum ist ein bekanntes chinesisches Gleichnis von der Relativität menschlicher Wahrnehmung, persönlicher Identität und der Unmöglichkeit der Erkenntnis letztgültiger Wahrheit.

"

Channel 8" stellt eine intelligente und humorvolle Transkription dieser Parabel auf die moderne Medienwelt dar. Andrea Maria Dusl entwickelt aus dem alten asiatischen Sinnbild einen amüsanten, spannenden und philosophisch hintersinnigen "Film in Worten" mit hoher Erzähldynamik. Durch ihre filmische Erzählweise gelingt es der Autorin, Regisseurin und Illustratorin Dusl, Valentins und Anastasjas Blickwinkel geschickt ineinander zu montieren. In parallelen Kamerafahrten, Szenen- und Perspektivwechseln schneidet Dusl die beiden Figuren so eng ineinander, dass sie immer mehr ineinander übergehen. Schließlich werden sie so frappierend überblendet, dass man meint, den einen aus den Augen des anderen blicken zu sehen. Dusl illustriert fremde Gedanken, Träume und Gefühle so verblüffend, dass sie sich gleichsam zu materialisieren scheinen. Der Roman selbst findet ein treffendes Bild dafür. Valentin erinnert sich, wie in Krakau eine Fremde unbelichtete Polaroids seiner Kamera auf ihre Handfläche legt. Als sie ihn auffordert, an irgendetwas zu denken, erscheinen auf dem Grau schemenhaft Schnappschüsse seiner geheimsten Gedanken und Erinnerungen. Auslöser eines Wahrnehmungsschocks, den Andrea Maria Dusl sich für ihren Roman zunutze macht. In "Channel 8" fängt auch sie mit ihrer Erzähl-Kamera mehr ein, als man zu sehen gewohnt ist. Sie bewirkt damit viel: die erfrischende Verunsicherung unserer längst entmythisierten Seh- und Denkgewohnheiten. 



Andrea Maria Dusl: "Channel 8". Residenz Verlag 2010. 256 Seiten, 21,90 EUR.

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"Channel 8" bestellen oder Dusl buchen? Hier geht's zur ---> Residenz-Homepage von Channel 8. Und hier zur ---> Channel-8-Community-Seite auf Facebook. Schon mal was lesen von Valentin, Anastasija, Rotor und Kifti Rost?
--> Vorabdruck in der Presse.

12. August 2010 (0) Comments

Da steppt der Bär, da pfeifen die Komantschen

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 32/2010

Liebe Frau Andrea,

gelegentlich höre oder lese ich die Aussprüche „Da steppt der Bär“ und „Da pfeifen die Komantschen“. Es fällt es mir schwer zu erkennen, in welchem Zusammenhang sie angebracht und passend sind. Andererseits gefallen sie mir irgendwie in ihrer offensichtlichen Unsinnigkeit. Der zweitere Ausspruch wird gerne einem bekannten Ex-Sportler und TV-„Star“ zugeschrieben, mit dem ich mich nicht unbedingt verbünden möchte. Wenn diese Sprüche nicht dadaistische Unsinnpoesie sind, was sind sie dann? Wissen Sie etwas über ihre „Erfinder“ bzw. ihren Ursprung? Abhängig von Ihrer Antwort überlege ich mir dann, sie in meinen Sprachgebrauch aufzunehmen.
 
mdgsdi (habe ich mir übrigens von Ihnen abgeschaut)
Gerhard Schlögl, per Elektropost

Lieber Gerhard,

für das Aufspüren neuer Sinnzusammenhänge und das Erfinden von semantischen Formeln sind die Dichter zuständig. Geheimrat Goethe hat auf diesem Gebiet ganze Halden an Einzeilern angehäuft. In Aphorismensammlungen werden seine und die Sprüche anderer Gedankenturner verwaltet. Nur mehr wenige befinden sich in Zirkulation, als bekanntestes gilt das Zitat aus Goethes Götz von Berlichingen. Schwieriger wird die Zuordnung der Autorenschaft bei modernerem poetischen Material. Bis die Germanisten sich durch Quellenmaterial geackert haben, vergehen Jahrzehnte. Für die Grußformel “mdgsdi” möchten Sie sich nicht bei mir bedanken, sondern bei Kollegen Klaus Nüchtern, er hat sie erfunden und in Umlauf gebracht - ich habe darüber nur berichtet. Hier entdecken wir schon eine Eigenart des Genres. Oft wird der Überbringer für den Autor gehalten. Möglicherweise gilt dies auch für Armin Assingers Spruch vom Pfeifen der Komantschen. Der Exskirennläufer prägte dieses Hörbild im Zusammenhang mit dem Brennen der Schenkel bei langen Abfahrten. “Da steppt der Bär” (für Rambazamba) ist Berliner Schnauze und kommt vermutlich aus der Werkstatt des legendären Synchronsprechers Rainer Brandt, der Bud Spencer, Terence Hill und Adriano Celentano und der Serie “Die Zwei” dadapoetische Schnoddrigkeit verlieh. Brandt erfand Sprüche wie: “da steigen ja die Dohlen hoch”, “da wiehert der Amtsschimmel”, “da kommen die Läuse in Panik” und “Hussa, hier springt der Hirsch!” www.comandantina.com dusl@falter.at

9. August 2010 (1) Comments

Showtime ::: Channel 8 Lesung: 8.8. Summerstage Wien

Channel-8-Cover-100.jpgEs gibt nur eine Frage: Wer bist du?

Andrea Maria Dusl liest auf der Summerstage
aus ihrem neu erschienenen Roman Channel 8

Kommet!

Sonntag, 8.8.2010 - 8:08 pm
Summerstage

1090 Wien - U4 Station Roßauer Lände
Info 319 66 44-10
Reservierung: 315 52 02 ab 15:00

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8. August 2010 (0) Comments

Das Unendliche Panorama
Folge 96 - Quod est inferius

UP-Unendliches-Panorama-96-FA-32.10.jpg

Folge 96 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 32/2010.

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6. August 2010 (0) Comments

iPhone youPhone for iPhone

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 31/2010

iPhone-Display.jpgLiebe Frau Andrea,

ganz Wien (und ganz Net) spricht nur mehr vom iPad und vom neuen iPhone 4 und ob man Brett und Waffel braucht und was jetzt ist mit der Antenne, wenn man Linkshänder ist. Ich habe andere Sorgen. Ich hab noch ein stinknormales iPhone 3G. Was ich nun (trotz ausgiebigsten googelns) noch nicht übernasert hab, ist die Bedeutung der Symbole in der “Statusleiste” ganz oben am Display. Die meisten verstehe ich, nicht aber die Kürzel gleich rechts neben dem Netzbetreiber. Wissen Sie Rat?

Ihr kommunkationsdurstiger Fan,
Peter Apfelter

Lieber Peter,

die Kürzel und Symbole auf ihrer Scheibenstreichelwaffel bezeichnen verschiedenen Verbindungsarten und Geschwindigkeiten. Sie sind abhängig vom jeweiligen Netz, in dem Sie kommunizieren. Ein simples S steht für speed, Geschwindigkeit, 3G für 3tte Generation. Dahinter versteckt sich keine Familienkonstellation, sondern ein Breitband-Datennetzwerk namens HSPA (High Speed Packet Access). Über das Auftauchen von 3G dürfen sie sich getrost freuen, es bedeutet Amida, bedeutet Forza, bedeutet Velocità. Weniger Netzglück haben sie mitunter in Innenräumen, Aufzügen und anderen Obstruktionen. Dann springt die Anzeige auf E (für EDGE - Enhanced Data Rates for GSM Evolution) und damit den schneckenschleichenden GSM-Halbschlaf des ersten Mobilfunkstandards. Versuchen Sie in solchem Fall in den Einstellungen den Flugmodus ein- und auszuschalten. Das iPhone sucht sich nach diesem kleinen Trick eine schnellere Verbindung, im besten Falle 3G. Oft hilft es auch, sich in die Nähe eines Fensters zu begeben. Ganz ursprünglich wird es, wenn EDGE nicht vorhanden ist. Dann wird Ihre Waffel versuchen, in einem noch älteren 2G-Protokoll zu surfen und ein O anzuzeigen, es steht für ”Outside Chance”. Websurfen ist nun so mühsam wie auf antiken 24K-Telefon-Modems. Sollten Sie in Ihren Einstellungen Wi-Fi ( Wireless Fidelity), auch als WLAN (Wireless Local Area Network - drathloses lokales Netzwerk) aktiviert haben, wird der Wi-Fi-Fächer (ein Punkt mit zwei konzentrischen Bögen) erscheinen. Um ganz offline zu sein, für Freunde und Feinde unerreichbar, schalten sie auf Flugmodus. In Ihrer Statuszeile wird ein kleines Flugzeug erscheinen. www.comandantina.com dusl@falter.at

30. Juli 2010 (0) Comments

Wieder da

Das Bureau ist nach kurzem Ölwechsel im Maschinenraum wieder da.

29. Juli 2010 (0) Comments

Das Unendliche Panorama
Folge 95 - Sibelius

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Folge 95 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 31/2010.

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28. Juli 2010 (0) Comments

Wieso Duisburg tödlich enden musste

Duisburg-Loveparade.jpg

26. Juli 2010 (0) Comments

Showtime ::: Channel 8 Lesung: 23.7. Wieselburg

Channel-8-Cover-100.jpgEs gibt nur eine Frage: Wer bist du?

Andrea Maria Dusl liest aus ihrem
neu erschienenen Roman Channel 8

Kommet!

Am Freitag, 23.7.2010 - 19:30h
Literatur und Wiese
Mostheuriger Wippel
Schacha 2
Wieselburg

Einlass: 19:00 Uhr
Beginn: 19:30 Uhr
Eintritt: Freiwillige Spende

Es lesen: Andrea Maria Dusl, Josef Haslinger, Markus Köhle und André Pilz
Musik: Klaus Zalud


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22. Juli 2010 (0) Comments

Das Unendliche Panorama
Folge 94 - Pasolini

UP-Unendliches-Panorama-94-FA-30.10.jpg

Folge 94 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 30/2010.

Hier geht's zu sämtlichen Folgen als Endlosanimation ---> Das Unendliche Panorama - Directors Cut

22. Juli 2010 (0) Comments

Das Unendliche Panorama
Folge 93 - Django Privatke und die anderen Würstel bei ihrem Ritt durch die verstaatliche Industrie

UP-Unendliches-Panorama-93-FA-29.10.jpg

Folge 93 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 29/2010.

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19. Juli 2010 (1) Comments

Partytime und Bier im Bad

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 30/2010

Liebe Frau Andrea,

wieso sagt man eigentlich, dass alle immer in der Küche seien bei Partys? Meine Erfahrung lehrt mich, dass bei Wiener Altbauwohnungspartys die meisten Menschen sich im Badezimmer versammeln. Dort gibt es nämlich eine Badewanne voll Hochquellwasser und Bierflaschen ohne Ettikett. Meine Erfahrung lehrt mich allerdings auch, dass dieses Bier nicht wirklich gut gekühlt ist. Wie kalt kommt das Wasser denn in Wien aus der Leitung? Erwärmt sich das Wasser bei den aktuellen Temperaturen nicht binnen Sekunden? Und wie kann man eine große Menge Partybier besser kühlen?

Ihr durstiger Partytiger Paul Herzog aus Währing, per Elektro-Post.

Lieber Paul,

jahrzehntelange Erfahrung auf Wiener Partys, in allen Bezirken, Kategorien und Gesellschaftsschichten lässt mich differenziertere Schlüsse ziehen. Mit fortschreitender Partydauer verlagert sich das Geschehen von den Wohnzimmern in die Küche und in die dort mündenden Gänge. Küchen werden wegen ihrer geringeren Grösse als Kommunikationsorte bevorzugt. Gänge sind beliebt, weil die meisten Menschen gerne eine Wand in ihrem Rücken haben. Badezimmer werden, wie sie ganz richtig konstatieren, wegen der dort eingelagerten Bitter-Schaum-Getränke aufgesucht. Nach meiner Expertise eignen sich nasskalte Badewannenränder nicht wirklich für négociations de haut niveau. Man schnappt sich einen glitschigen Bierfisch und geht, so man kein Stahlgebiss verfügt, den Öffner suchen. Oder jemand, der Kronkorken mit dem Feuerzeug aushebeln kann. Zur Frage der Kühlung von Partybier kann ich brauchbares beisteuern. Ausser in Erdberg und Bezirken, die ohne Zweier beginnen, dürfen sie sich darauf verlassen, ausschliesslich Trinkwasser aus einer der beiden Wiener Hochquellwasserleitungen zu zapfen. Es sprudelt mit 6° aus seinen obersteirischen Quellen und kommt nach langem Fliessen immerhin noch mit kühlen 8° aus dem Hahn. Eine ideale Temperatur für Bier. Warme Hände und laues Bier vom Pennymarkt bringen allerdings Wärme in die Wanne. Es empfiehlt sich, das Wasser mit einigen Kilos Salz und nicht wenig Würfeleis aus dem Gastrobedarf zu kühlen. Theoretisch könnten sie so sogar Minustemperaturen herstellen. Praktikabler hielte ich es, die Badewanne zum Fliessgewässer umzufunktionieren. Das wäre Alte Schule. www.comandantina.com dusl@falter.at

19. Juli 2010 (2) Comments

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