Comandantina-Jahresend-Rätsel. Die ersten drei Wörter, die Ihr findet, sind der ganz spezielle Silvester-Wunsch für Euch!
Kategorie: Sager von Welt
Der Trottel mag den starken Mann
Merke:Der Trottel mag den starken Mann, weil er fühlt, dass der starke Mann ja auch ein Trottel ist. Aber jetzt: Ein starker Trottel. Das gefällt dem Trottel, der ja immer auch ein schwacher Mann ist. Im starken Mann sieht er seine Wut gehört, sein Unglück verstanden. Um den Trottel zu halten, muss der starke Mann hetzen, wüten, Hass entfachen. Gilt weltweit. Von Hamas über Trump bis zum Vokaki.Sei kein Trottel.
Was wäre der Tod ohne das Wienerlied?
Morgen Mittwoch 1. November 2023 bin ich im Radio Ö1 zu hören. 15:05h „Was wäre der Tod ohne das Wienerlied?“ Kollege Bernhard Eppensteiner hat die Sendung gestaltet. Die Strottern sind zu hören, Georg Kreisler, Franui und viele andere Kompetente. Enjoy!
https://oe1.orf.at/programm/20231101#737177/Was-waere-der-Tod-ohne-das-Wienerlied
Die Erinnerung
Die Erinnerung ist eine mächtige Herrscherin in einem seltsamen Reich. Wirsch und unbelehrbar, so gefürchtet wie geliebt.
Comandantina 22.9.2023
Super. Normal.
Früher war super gut. Supermann, Superbenzin, Superkleber, Superfunkycalifragisexy.
Jetzt soll normal der große Renner sein? Wer will das? Der Normalmann will das. Superkraft: Normalgeschwurbel. Oder richtiger: Normalkraft Supergeschwurbel.
Gentechnik
Für alle, die sich vor den Genen fürchten. Gene, Leute, sind überall. In der Supermarkt-Karotte, in der Bio-Erbse, im gesunden Schnitzel. Bei jedem Kuss werden fremde Gene übertragen. 2 kg fremdes Genmaterial lebt permanent in und auf uns. 2 fucking Kilogramm. Ganz normal. Seit Anbeginn, seit Adam und Eva. In den gesündesten, ungeimpftesten Inländern. Was erst abgeht bei Geschlechtsverkehr, kann man sich denken. Falls man das kann.
Das Denken.
Besorgte
Man solle Trotteln, die FPÖ wählen, nicht mehr Trottel nennen, weil sie sich diskriminiert fühlen und noch mehr Trottel dazu überreden FPÖ zu wählen, beziehungsweise sich bestärkt fühlen in ihrer Wahl und so weiter und so fort. Okay, mach ma. Ich nenne die Trottel ab jetzt nur mehr „besorgte Bürger von überragender Intelligenz“. Auch Politiker, die mit der FPÖ koalieren, sind ab jetzt keine Trottel mehr, und kein gewissenloses Drecksgesindel, sondern „besorgte Verantwortliche mit großer Redlichkeit“. Versprochen.
Millionenshow
Es gibt die Millionenshow – für Normalos, und die Promi-Millionenshow – für Promis. Das ist zuwenig. Was ist mit Millionären und Milliardären? Die haben keine Show? Ich schlage also die Millionärs-Millionenshow, und die Milliardärs-Milliarden-Show vor. Eventuell sogar die Milliardärs-Billionenshow. Halt mit einfacheren Fragen und mehr Hilfe vom Moderator. Als Telefonjoker Minister, Landeshauptleute und Bundeskanzler. Wie im echten Leben auch.
Klimek
Durch den Angstgarten strolchte der Zahlentarzan.
Alles in den Arm
Hallo. Hier spricht die Comandantina. Ich bin dreifach geimpft. Wissenschaft und Solidarität sind der Weg aus der Pandemie. Deshalb: Lasst Euch impfen! #allesindenArm
#impfenschützt
Aus gegebenem Anlass. Nationalfeiertag und Impferinnerungstag der Künsterl·innen.
Ja, was?
„Was weiß man denn schon von sich.“
Andrea Maria Dusl, 21.10.2021
Neue ungarische Gedicht
Oft schon hat im Parlament,
und auch sonst viel is erwähnt,
dass wann Mann von Ungarland
andre Mann gibt Bussihand,
auch wann küsst sich Altmarxist,
Orbánviktor böse ist.Übergetitelt:
Das Regenbogen is gefährliche Kurve.
Andrea Maria Dusl, 25. Juni 2021
Das Wörterbuch der neuen Wörter
Neue Zeiten bringen neue Wörter. Begriffe werden umgedeutet, andere verschwinden. Die Autorin und Zeichnerin Andrea Maria Dusl hat eine kleine Liste gemacht. Und ein Schaubild.
Dieser Text ist ein Teil einer ressortübergreifenden Serie des STANDARD zum Thema Sprachwandel.
A
Ampel: Jede blendende Idee ist in Österreich immer auch eine blede Idee.
Angst: Die einen haben Angst vor Corona, die anderen Angst vor Masken. Dazwischen: die Nasenraushänger.
B
Babyelefant: Das Haustier von Rudi Anschober und Karl Nehammer ist längst entschlafen. Das putzige Rüsselkind war immer nur ein Phantasma, sagen die Babyelefantologen der Universität Trippstrill, eine Art Bigfoot. Niemand habe den Babyelefanten jemals angetroffen.
Sternenwahn statt Starmania
Der große Denkfehler in Starmania ist ja der: Hier werden RnB-Parodien vorgetragen. Der Markt in Österreich verlangt aber nach Schlagermusik. Ehrlicher wäre also ein Reframing der Show unter Sternenwahn.
BUKADRÖ und POTUS
Corona im Weißen Haus. Donald alleine im Spital.
Was wird jetzt aus dem Besuch des BUKADRÖ beim POTUS?
Eingeladen, ausgeladen.
Ich bin übrigens schon zweimal von einer Talkshow im Staatsfunk wieder ausgeladen worden. „Terminschwierigkeiten“ sagten sie, und „wir melden uns wieder“. Hat niemand eine große Soliaktion draus gemacht. Ich übrigens auch nicht. Ich finde das ganz normal. Das Fernsehen gibt es, das Fernsehen nimmt es.
Dietmar Steiner, Laudatio
Dietmar Steiner, von 1993 bis 2016 Direktor des Architekturzentrums Wien, österreichischer Architekturpublizist, Architekturhistoriker und Architekturkritiker ist am 15. Mai 2020 verstorben.
Anlässlich der Verleihung des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien am 6. Dezember 2017 hielt ich im Wiener Rathaus eine Laudatio auf Dietmar Steiner. „Zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Kultur waren gekommen, um bei der Feierstunde dabei zu sein“, berichtete die Rathuaskorrepondenz, „allen voran Bürgermeister Michael Häupl, Vzbgm. Maria Vassilakou, StR Michael Ludwig, EU-Abg. A. D. Hannes Swoboda, Christian Oxonitsch, Heide Schmidt, Rektor Gerald Bast, Angelika Fitz, Direktorin Az W, Fritz Achleitner, Walter Gröbchen uvm.“
Laudatio auf Dietmar Steiner
Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
Andrea Maria Dusl, 6. 12. 2017
Magnifizenzen und Exzellenzen,
Brüder und Schwestern,
Damen und Herren,
Freundinnen und Freunde!
Lieber Dietmar!
Welches wäre der ideale Ort, jemanden kennenzulernen, der alles über das Ideal weiß, und alles über Orte? Wo und wie würde man sprechen über das Unaussprechliche, über sich selbst? Diese Fragen spiegelten sich in uns, als wir einander trafen, um über Dietmar Steiner zu sprechen. Dietmar Steiner und ich.
Im Versuch den idealen Ort zu bestimmen, trafen wir einander also in einem Hotel. Kein Ort wäre und war idealer als der unideale Unort. Das Hotel. Dietmar Steiner kam aus seiner Wohnung angereist, ich aus meiner. Nicht das Kaffeehaus war unser Treffpunkt, obwohl es Wien war, wo wir uns trafen, nicht sein Büro, nicht mein Atelier. Ein Hotel. Am Fluss. Das Intercont. Das mit dem Luster. Das mit der Legendenbar. Die Absteige für Präsidenten. Der Riegel in der weltkulturerblichen Blickachse.
Im Niemandsland der Hotellobby des Intercont trafen einander Steiner und ich, weil es ein Niemandsland braucht, um alles zu besprechen.
Die Aufgabe war nicht leicht. Die Aufgabe war schwer. Ja unlösbar. Und weil sie schwer war und unlösbar, geriet sie leicht und wurde lösbar. Die Aufgabe war ein Film über Dietmar Steiner. Wir haben einen Film gemacht, Dietmar Steiner und ich, einen Film über Dietmar Steiner. Wer je einen Film gemacht hat, kennt das Dilemma: Man kann nur Filme über sich selbst machen. Also musste ich zu Dietmar Steiner werden. Das sollte gelingen. Aber konnte es gelingen?
Kunst, Kultur, Verderben
Es wird immer von den Kulturschaffenden gesprochen, als wären das Außerirdische. Kulturschaffende sind wir alle. Vom Würstelmann bis zur Staatsekretärin, von der Supermarktkassiererin bis zum Galeristen in Stein. Alle schaffen Kultur. Sprache, Rituale, Arbeit, Sport und Spiel, das ganze verdammte Dasein ist Kultur.Was die Verderber von Sprache und Dasein meinen, wenn sie von „Kulturschaffenden sprechen, sind Künstlerinnen und Künstler. Die sind die Ausserirdischen. Weil sie Dinge schaffen, die vorher nicht in dieser Welt waren.
„Alle Fehler, die ich erkenne, sind harmlos. Ich fürchte mich eher vor denen, die ich nicht erkenne.“
Andrea Maria Dusl 16. Mai 2020
Autor und Werk
Der Autor ist niemals heilig, das Werk immer.
Andrea Maria Dusl, 1.9.2019
Provinzlertum
Zur allgemeinen Disposition: Provinzlertum hat nichts mit Herkunft und Provinz zu tun. Am Land kann der Blick offen und weit sein und in der Metropole geschlossen und eng. Provinzlertum beschreibt das Fehlen von Fähigkeiten den inneren Acker zu verlassen.
AMD, 12.4.2018 Twitter
Urbi et Orbán
Kann mich noch gut an den Gulaschkommunismus erinnern. War nicht lustig dort. Alles rostig. Alle litten und hatten Angst vorm sowjetischen Russen und Wut auf den Apparatschik und sehnten sich nach Freiheit. Aber dann schoss die große Aufregung in Dissidenten, Dichter, Denker, Künstler. Alle waren ganz aus dem Kabinchen und die Denker schmettern Gedichte in die Mikrophone. Juhuidi! Éljen! Her mit der Demokratie! Maygarhilferstraße. Leuchten in den Augen. Konsum! Westen! Markt! Freiheit! Videorekorder! Jetzt Orbán. Man verstehe diese Leute. Ich tue es nicht. Haben die jetzt wieder Sehnsucht nach dem Gulaschkommunismus? Nach Rost und Unfreiheit?
Und damit das nicht zu magyarisch bleibt, ähnliches läuft hier ab. Nur ist unser Gulaschkommunismus der Ständestaat.

