Dusilation für das Steiermark-Falter-Cover 15/2006.
In der Steiermark gibt es seit mehr als 20 Jahren eine unglaubliche Dichte an Gratiszeitungen, die Markt und Menschen kaputt machen, mit ihrem Mix aus Szene-Proll, Boulevard brutal, Schmuddelanzeigen, lokaler Nichtigkeiten und Public-Relation-Politik. Jetzt kommen auch noch zwei neue Gratis-Tageszeitungen in die Steiermark.
Zum Falter-Artikel.
Mein Scribble.Cover.Grossaufnahme der fingierten Gratis-Gazette.
Patrick Hamiltons ebenso sarkastischer wie mitfühlender Roman „Sklaven der Einsamkeit“ von 1947 beschreibt eine kleine englische Pension als Ort des beständigen sozialen Kleinkriegs.
Dusilation für die Buchbeilage von Falter 11/2006.Und so das das Ding dann als Cover aus – Hamilton hat mal schnell den Anzug gewechselt und blaue Kontaktlinsen eingelegt.
Der unverwechselbare Uhrturm: Cover Steiermark-Falter 03/2006.
In seiner langen Geschichte war die steirische Landeshauptstadt schon viel. Bollwerk gegen die Türken, Habsburgeresidenz, Nazihochburg. Hier eine kleine Liste, was Graz noch alles war: Stadt der Bürgerwehr, Stadt mit den schönsten Frauen, Pensionopolis, Stadt der Volkserhebung, Weltkulturerbe, Studentenstadt, Heimliche Literaturhauptstadt, Heimliche
Jazzhauptstadt, Heimliche Architekturhauptstadt, Murmetropole Europas, Schwarzeneggers Geburtsstadt, Menschenrechtsstadt, Kulturhauptstadt, Bettlerhauptstadt, Kommunisten-Hochburg, Stadt der Stadionumbenennung.
So sah das dann als Cover aus. Für den Steiermark-Falter 03/2006.Die kleinen Türmchen gabs im Artikel.
Das verdrängte Lager. „Im k.u.k. Interniertenlager Thalerhof starben nahezu zweitausend Deportierte aus dem Osten der Monarchie. In der Steiermark ist das Lager völlig in Vergessenheit geraten, in der Ukraine ist die Erinnerung an das „galizische Golgotha“ lebendig geblieben; Dies sorgt für politische Konflikte.
In Thalerhof landen. Für Tausende österreichische Staatsbürger, Ukrainer aus Galizien und der Bukowina, gab es während des Ersten Weltkriegs nur wenig Schlimmeres: Das k.u.k. Interniertenlager zwischen 1914 und 1917 und dessen tragische Bedeutung sind in der Steiermark praktisch vollkommen in Vergessenheit geraten. Mit Ausnahme eines schmucklosen Karners, der am Friedhof von Feldkirchen bei Graz verloren im Eck steht, und einer „Lagergasse“ weist nichts mehr darauf hin. Selbst Bewohner des Dörfchens am Rande des Grazer Flughafens wissen oftmals nicht, was sich vor neunzig Jahren auf ihren Grundstücken abgespielt hat.“ Herwig Höller.
Originaldusilation. Steiermark-Cover von Falter 47/2005.
Coverentwur für die Buchbeilage zu Falter 42/2005.Endgültiges Cover.
„So steht eine Schönheit vor uns auf, die uns entzückt und schaudern macht, die uns beseligt und vernichtet. Da hat menschliches Denken und menschliche Vorstellung ein Ende.“ Nach dieser Niederschrift war Stifter tot. Gestorben an den Folgen einer Leberzirrhose und nach dem gescheiterten Versuch, sich mit dem Rasiermesser die Kehle aufzuschneiden. Mehr darübert weiss Kurt Palm, Autor des Buches „Suppe Taube Spargel sehr sehr gut. Essen und trinken mit Adalbert Stifter“ und Regisseur des Films „Der Schnitt durch die Kehle oder Die Auferstehung des Adalbert Stifter“.
SPÖ-Spitzenkandidat für die Wiener Landtagswahl 2005,
Noch-und-bald-wieder-Bürgermeister Michael Häupl locht ein.
Die politischen Gegner bemühen sich redlich um den Ball,
scheitern aber trotz intensiven Trainings an der schieren
Aufgabe.
Entwurf für Falter-Cover 39/2005.So sah das Cover dann tatsächlich aus.
Die IV (Industriellenvereinigung) seift Österreichs (schwarzblauorange) Politiker ganz schön ein. Der erste gefaltete Falter. Das Cover mit dem Neustart. Aussen gefaltet. Innen nochmal, platt. Schmoove Werbeidee für
die Bewährungshilfe, die jetzt „Neustart“ heisst.
Die sozialdemokratische Partei Österreichs hat die braunen Flecken in Ihrer Geschichte aufgearbeitet. Die Flecken waren nicht klein: Zu Zeiten waren 10% der SPÖ-Abgeordneten ehemalige Nazis. Wie gross die Nazi-Flecken der anderen Parteien waren oder sind, ist noch nicht bekannt. Mit dem Waschgang haben ÖVP, Grüne, Liberale und die Nachfolgegruppierungen der FPÖ noch nicht begonnen.
Zu obigem Cover erreichte den Falter ein Leserbrief der Wiener Städtischen:
„Betrifft: Falter-Cover 27/05
Am Cover der letzten Ausgabe des Falter verwenden Sie den Ringturm, den Unternehmenssitz der Wiener Städtischen, in der Darstellung gemeinsam mit einer Coverheadline „Der Fleck ist weg! Wirklich? Die SPÖ erforscht ihre ,braunen Flecken‘. Historikerin Eva Blimlinger kritisiert das Ergebnis“. Durch die Verwendung des Ringturms am Cover werden beim Leser Assoziationen geweckt, die Wiener Städtische hätte mit „braunen Flecken‘ etwas zu tun. Dies ist unrichtig und entbehrt jeglicher Grundlage. Gerade als Unternehmen, dessen ehemalige Generaldirektoren Norbert Liebermann und der erst kürzlich verstorbene Otto Binder unter der Zeit des Nationalsozialismus sehr gelitten haben, weisen wir das Herstellen so einer Verbindung mit aller Deutlichkeit und Schärfe von uns. Uns ist die Vorgehensweise des Falter völlig unerklärlich.
Die Wiener Städtische ist ein börsenorientiertes Unternehmen, das in ganz Zentral- und Osteuropa tätig ist. Als Aktiengesellschaft haben wir keinerlei Verbindung oder Naheverhältnisse zu politischen Parteien. Die Organbesetzungen erfolgen strengstens nach Aktiengesetz. Barbara Hagen-Grötschnig, Leitung Öffentlichkeitsarbeit und Birgit Reitbauer, stellvertretende Leitung Öffentlichkeitsarbeit, Wiener Städtische“
Darauf dachte es in mir:
Warum ich den Ringturm als Wäscheleinenpfosten wählte? Weil er da ist. Ganz einfach, weil er da steht und in die Gegend schaut. Unpolitisch. Aber hoch. Hätte die Sozialdemokratische Partei New Yorks ihre Naziflecken weiss gewaschen, hätte ich das Empire-State-Building als Pfosten genommen. Völlig unpolitisch gedacht. In Paris den Eiffelturm. Das Herstellen von Fleckenverbindungen lag mir fern. Das Beschädigen von Aktienkursen im gegenständlichen Falle auch. Wiewohl mir in nicht gegenständlichen Fällen das Beschädigen von Aktienkursen, schon aus marxistischen Gründen durchaus ein zeichnerisches Anliegen wäre.
AMD
So sieht das Plakat aus, das ich für die geniale Televisonszerstörungstruppe .maschek gestaltet habe. Sie reden drüber. Über das Fernsehen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Immer sind es saubere Plots, clever gesetzte Gags und die ungeheuerliche Absurdität des Original-Bildmaterials, die nicht nur sprachlich, sondern auch inhaltlich auf die andere, die Maschekseite führen. Weil es ganz sicher nicht Kabarett ist, woran sich die drei Herren von der anderen Seite abarbeiten, darf mit einiger Sicherheit die These aufgestellt werden, maschek habe mit dem Drüberreden überhaupt ein neues Genre entwickelt. Wenn Fernsehen die Frage war, dann sind maschek die Antwort. Mehr hier: .maschek und natürlich da.
Ulrich Salamun, Peter Hörmanseder, Comandantina, Robert Stachel.