Jura Soyfer ::: Andrea Maria Dusl

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Der Waschsalon Karl-Marx-Hof und Andrea Maria Dusl präsentieren

Gehn ma halt a bisserl unter… 100 Jahre Jura Soyfer

Am 8. Dezember 2012 jährt sich der Geburtstag Jura Soyfers zum einhundertsten Mal. „Das Rote Wien im Waschsalon Karl-Marx-Hof“ widmet dem jung verstorbenen Dichter eine Sonderausstellung, die sich mit dem – immer noch brandaktuellen – Werk des Künstlers auseinandersetzt. Die Wiener Zeichnerin Andrea Maria Dusl begegnet Soyfers Texten in großformatigen Arbeiten – in symbolhaften Bildern, aber auch in Neuinterpretationen zeitgenössischer Illustrationen.
Geboren in der ukrainischen Stadt Charkiw, flüchtet Jura Soyfer mit seiner Familie 1920 nach Wien. Ab den frühen 1930er Jahren erscheinen Soyfers Texte in der Arbeiter-Zeitung und in der sozialdemokratischen Illustrierten Der Kuckuck; 1936 wird sein erstes Theaterstück uraufgeführt. Jura Soyfer stirbt im Alter von nur 26 Jahren im KZ Buchenwald an Typhus.

In seiner tagesaktuellen „politischen Gebrauchslyrik“ führt Jura Soyfer – mit immenser sprachlicher Wucht – einen letztendlich aussichtslosen Kampf gegen das reaktionäre Dollfuß-Regime und den aufkommenden Faschismus: „Ob das, was wir schaffen, Kunst ist oder nicht, das ist uns gleichgültig. Wir dienen nicht der Kunst, sondern der Propaganda“, so Soyfer.

Ganz in der Tradition Nestroys legt Jura Soyfer in seinen Theaterstücken die Schwächen, die blanke Dummheit und die Unverbesserlichkeit der Menschen bloß. Der versöhnliche Schluss ist zugleich Appell und politische Kampfansage.

Gehn ma halt a bisserl unter… 100 Jahre Jura Soyfer

Eröffnung:
Mittwoch, 10. Oktober 2012, 19 Uhr
Dauer der Sonderausstellung: 11.10.2012 – 2.5.2013
Öffnungszeiten: Donnerstag 13 –18 Uhr, Sonntag 12 –16 Uhr
Führungen für Gruppen nach Vereinbarung Eintritt: 3 € (Erwachsene)
KuratorInnen: Lilli Bauer und Dr. Werner T. Bauer

Waschsalon Nr. 2
Karl-Marx-Hof
19., Halteraugasse 7
+43 (0) 664 885 40 888
info@dasrotewien-waschsalon.at
www.dasrotewien-waschsalon.at

iPad, youPad, we allPad for iPad

Wer das iPad hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Andrea Maria Dusl hat sich die iPad-Parodien auf Youtube angesehen und weiß jetzt, wie der Schmäh rennt. Für Standard-RONDO vom 12. Februar 2010. Das Cover des Rondo (siehe Bild unten) hat sie auch gleich gemacht.

ST-iPad-Cover.jpgMonatelang hatte die Gerüchteküche gebrodelt. Computer-Sterndeuter und Gadget-Propheten hatten auf ihren Blogs mit Namen und Aussehen des neuen Geräts gedealt. Nicht irgendeines neuen Geräts. Eines neuen Apple-Geräts. Nach iMac, iPod und iPhone schlug bald die Stunde des neuen iJawasdennjetzt. Die einen wussten, es würde iSlate heißen, die anderen tippten auf iTablet. Photogeshoppte Schnappschüsse und 3-D-Entwürfe des geheimen Projekts zirkulierten durch die Geekforen. Einmal sah das Ding aus der nächsten Welt aus wie der abgeschraubte Bildschirm eines Notebooks, dann wieder wie ein aufgeblasenes iPhone. Analysten hörten das Gras wachsen und gaben im Tagestakt neue Visionen über Cupertinos kommenden Geniestreich bekannt.

Die Einzigen, die schwiegen, waren die Jungs und Mädchen im Infinite Loop, dem Silicon-Valley-Hauptquartier von Apple. Als der Hohepriester des Appleismus am 27. Jänner um 10 Uhr pazifischer Zeit die Bühne des Yerba Buena Center for the Arts in San Francisco betrat, durfte er sicher sein, einen größeren Krater in die Medienwelt zu schlagen. Steve Jobs, Computerguru, nach einer Lebertransplantation zu einer hageren Gestalt mit hohlen Wangen mutiert, überraschte die Welt mit genau dem, was sie sich vom Gadget-Imperium Apple erwartet hatte. Die eierlegende Wollmilchsau, das Gerät, das alles kann und das jeder braucht. Na ja, fast. Mit der Präsentation des iPad öffnete Apple nicht nur neue Tore für die Consumer-Elektronik, der Computerkonzern setzte auch eine ganz andere Maschinerie in Gang. Die große, weite Welt der Apple-Parodie bekam neues Futter. Und was für welches! Ein Gerät mit dem Aussehen, nun ja, eines Elektrobilderrahmens aus der Ramschecke, mit einem Namen aus dem Herrenwitze-Himmel. Heißt der neue Geniestreich Steve Jobs‘ doch, ähem, Slipeinlage. Monatsbinde.

Der erste iPad-Witz-Clip, der auf Youtube durch die Decke ging, musste gar nicht einmal neu produziert werden. Er war schon 2005 gedreht worden. Von der Parodistentruppe MADtv. Alfred E. Neumanns Kollegen vom Fernsehsketch hatten in prophetischer Voraussicht ein präsumtives Hygieneprodukt aus dem Hause Apple durch den Kakao gezogen. Auf –> www.youtube.com/watch?v=lsjU0K8QPhs vertiefen sich zwei affektierte amerikanische Bürotussis in der Parodie eines Werbespots in explizitem Talk über Strategien und Produkte zur persönlichen Monatshygiene. Die Dialoge schürfen ihr Comedy-Gold aus der Zweitbedeutung des Wortes Pad, das im Amerikanischen so viel wie Slipeinlage bedeutet. Im Finale des Clips tanzen überfröhliche Hippiemädchen in einer Parodie der legendären Apple-iPod-Spots: schwarze Silhouetten vor buntem Hintergrund – das weiße Kultgerät zwischen den Beinen.

In einem CNN-Bericht –> http://www.youtube.com/watch?v=Ox6dzkXZOLw stellen sich zwei der Original-Akteure, Schauspielerin Arden Myrin und Gagschreiber Bruce McCoy, die durchaus berechtigte Frage, ob bei Apple womöglich keine Frauen arbeiten. Und selbst wenn dem so wäre, wie könnte man so lange an einem Produkt und seinem Marketing forschen, ohne auf die Doppelbedeutung des Wortes Pad zu stoßen?

Ebenfalls aus den Tiefen der Hygienefaktor-Archive kommt der National-Lampoon-Sketch „TamPod“ –> http://www.youtube.com/watch?v=ykwaV1vSECI.Zwei Freundinnen stehen am Rand einer College-Sportbahn und stretchen ihre trainierten Körper. Im Stil einer Tampon-Werbung diskutieren sie die Absorptionsqualitäten des neuen TamPods. So angenehm, so saugfähig, so zuverlässig! Haben sich die bei Apple das nicht angeschaut? Oder etwa doch? Wie auch immer, Apple schulde ihnen was für die Inspiration zum iPad, meinen die Macher des National-Lampoon-Sketches trocken.

Eine Metaebene höher geht ein anderer Clip ans Werk –> http://www.collegehumor.com/video:1928558. Im Stil der Apple-Werbetestimonials sprechen Mac-affine Geeks vor blütenweißem Hintergrund Klartext. Als Apple- Parodie-Autoren seien sie begeistert, bekennen die Nerds, man brauche keine Witze über das iPad schreiben, das iPad mache die Witze ganz von selbst. Amir Blumenfeld, dicke Brillen, legeres Hemd, Senior Vice President der Firma Size Jokes ist begeistert über das Riesen-iPhone. Sam Reich, T-Shirt, Vollbart, Brille wird als Senior Vice President der Firma Wordplay vorgestellt und referiert über die Qualitäten des iPads als Star von Monatshygienewitzen. Sarah Schneider, Typus Publizistikstudentin, ist Senior Vice President von Kindle Jokes, einem erfundenen Unternehmen, das Witze über Amazons E-Book-Reader unter die Leute bringt: Neue Zeiten brechen an! Wir betreten Comedyneuland, jubelt ein Pullovernerd mit Vollbart, ebenfalls Vizepräsident, zuständig für Gags über Unbrauchbarkeit. Auf den Punkt bringt es schließlich Dan Gurewitch, Präsident von Meta Jokes, im wirklichen Leben Stand-up-Comedian: Es ist, als hätte das iPad einen großen „Kick me“-Zettel am Rücken kleben. Die Parodisten von „College Humor“ haben nicht unrecht: „Dieses Produkt wird die Art verändern, wie wir Späße über Apple machen.“

Neben professionellen Witzemachern tummeln sich auch Privatkomödianten auf Youtube und ähnlichen Web-Portalen. Max von TruckTVGermany zum Beispiel, ein Halbtrottel mit aufgemaltem Schnurrbart, er kalauert vor der Fahrerkabine eines Renault-Trucks und erklärt am Objekt, wie man aus einem alten Laptop ein iPad macht. Brachialhumor für die Jungs aus dem Dorf. –> http://www.youtube.com/watch?v=svK-wJDcPIc Ähnlich derb ist der Witz von „Rambo“. Auf –> http://www.youtube.com/watch?v=4yFlq17pVm4 sieht man den verwackelten Packshot einer Slipeinlage mit Apple-Logo. Der Off-Text orientiert sich am trockenen Stil der Gadget-Blogger-Reviews. Er ist beileibe nicht der Einzige. Das Genre der iPad-Verarschungen wächst nahezu stündlich um neue Clips aus den Kinderzimmern dieser Welt.

Wirklich lustig sind hingegen die Bearbeitungen zweier legendärer Filmszenen. In der Neusynchronisation von Gus Van Sants berühmter Barszene aus Good Will Hunting –> http://www.youtube.com/watch?v=x0rgjV9Y6jA gibt Matt Damon einen stotternden Depp, dem ein aufgeblasener Apple-Computernerd reindrückt, was ein iPad ist.
Mit der unfreiwilligen Komik, die die deutsche Sprache für amerikanische Ohren hat, spielt eine köstlich untertitelte Sequenz aus Oliver Hirschbiegels „Der Untergang“ –> http://www.youtube.com/watch?v=9_EcybyLJS8. Hitler tobt. Das neue Apple-Tablet ist da. Der Führer wütet. Es hat keine Kamera, es läuft nicht unter OSX, es ist nicht multitaskfähig, und telefonieren kann man damit auch nicht.

(Andrea Maria Dusl, DER STANDARD/Rondo)

Christoph Ransmayr ::: Der fliegende Berg

Christoph Ransmayr schickt in seinem neuen Roman ein irisches Brüderpaar in den Transhimalaja, um dort den letzten weißen Fleck auf der Weltkarte zu finden.

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Dusilation für die Buchbeilage in Falter 40/2006.
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Variationr. Cover-Dusilation für die Buchbeilage in Falter 40/2006.
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Buchbeilagen-Cover 40/2006.

 

Die Frau in Rot

Falter-Rote-Frau-Original.jpgWir erinnern uns: Sujet 2 meiner Falter-Kampagne „Wir holen Dich da raus“ war die dröge grinsende Frau im roten Schuftekleid (links). Auf ihren Wischmop gestützt feixt sie in ihrer klinisch blanken Einbauküche. Emanzipatorisch ein Jammer, das Mädchen. Falter-Mastermind Siegmar Schlager hat Bewegung in die Sache gebracht und das Bild fürs Kino animieren lassen. Die Hintergründe des Spots hat das Bureau Dusilova gezeichnet, die Animation der real im Studio gedrehten Szene hat Niki Cortolezis durchgeführt. Die Stimme am Ende des Spots ist die von Hermes Phettberg. Wenn man so will, war das die erste cinematografische Zusammenarbeit zwischen Hermes und mir.

Die zweite kann man –> hier sehen.

Hier geht’s zum Spot –> Die Frau in Rot (~3,5MB)
Er läuft ab Juli 2006 in Wiener und Grazer Kinos.

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In Cinemascope: Die Frau in Rot.