Fragen Sie Frau Andrea
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 27/2009
Liebe Frau Andrea,
ich habe vor einiger Zeit Nachwuchs bekommen. Jetzt stellt sich bei diversen Familienzusammenführungen die Frage: Was ist mein Kind zu meinen Cousins und Cousinen? Großcousin? Und, noch komplizierter: In welchem Verwandtschaftsverhältnis steht mein Kind zu den Kindern meiner Cousins und Cousinen?
Vielen Dank im voraus,
Barbara Neudecker, per Elektropost
Liebe Barbara,
wir nehmen mal an, sie kommen weder aus einer hochchinesisch-, türkisch- noch ungarischsprachigen Familienkonstellation. Angehörige dieser Sprachen unterscheiden schon bei Geschwistern nicht nur zwischen weiblichen und männlichen, sondern auch zwischen älteren und jüngeren. Eine ältere Schwester heißt im Ungarischen nővér, eine jüngere húg, ein älterer Bruder bátya, ein jüngerer Bruder öcs. Die türkischen Entsprechungen wären abla, kız kardeş, abi und erkek kardeş. Das Deutsche tut sich hinsichtlich genealogisch eindeutiger Verwandtschaftsbezeichnungen etwas schwerer. Verwirrenderweise kommt dazu, dass Begriffe wie Cousin und Cousine sowie Onkel und Tante aus dem Französischen kommen, mancherorten aber noch die Echos der deutschen Ausdrücke Vetter und Base, Oheim und Muhme nachklingen. Oheim und Muhme bezeichneten ursprünglich nur die Geschwister des Vaters, während die der Mutter Vetter und Base lauteten. Aber kommen wir wieder zu ihrer Frage zurück. Genealogisch gesehen und gegenwartssprachlich ausgedrückt ist Ihr Kind für Ihre Cousins Großnichte, bzw. Großneffe. Für Ihr Kind sind Ihre Cousins Onkel und Tanten zweiten Grades. Um in stammbaumtechnischen Fragen besser gewappnet zu sein, sollten Sie ernsthaft in Betracht ziehen, schwedisch zu reinkarnieren. Mein Mutterland kennt neben dutzenden von Verwandtschaftsbezeichnungen auch Präzisierungen für Cousinen und Cousins (Syskonbarn), nämlich Systerdotter (Schwesterstochter), Systerson (Schwestersohn), Brorsdotter (Bruderstochter) und Brorson (Bruderssohn). Für weitergehende Familienexegesen stehen die Bezeichnungen Syssling oder Tremänning (Cousinenkind), Brylling oder Fyrmänning (Cousinenkindeskind), Pyssling oder Femmänning (Kind des Cousinenkindeskindes) und Trassling oder Sexmänning (Kindeskind des Cousinenkindeskindes) zur Verfügung. Hej då!
www.comandantina.com dusl@falter.at
Sea of Green
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 26/2009
Liebe Frau Andrea,
vor einigen Tagen hat es angefangen: Facebook-Porträts und Twitter-Avatare färbten sich grün ein. Eine grüne Epedemie ergreift das Internet! Was steckt da dahinter? Ist die iranische Protestbewegung eine westliche Grünbewegung? Oder tritt das Global Village zum Islam über? Bitte um Aufklärung!
Mit besten Grüßen,
Florian Stift, Neubau, per Elektropost
Lieber Florian,
die symbolische Grünfärbung einer wachsenden Menge von Teilnehmern der modernen Kommunikationskanäle ist ein komplexes Phänomen. Mir Hossein Mussawi, Anführer der oppositionellen Protestbewegung hatte Grün ursprünglich als Farbe seiner Präsidentschaftskampagne gewählt. Anhänger des ehemaligen Premierministers, rührigen Kunstmalers und Mitglieds des Iranischen Schlichtungsrates trugen während des Wahlkampfs grüne Arm- und Stirnbänder, grüne T-Shirts und grüne Schals.
Mussawis Wahl der Farbe Grün kam nicht von ungefähr. Führt der Aserbeidschaner doch die Abstammung der Mussawi-Familie auf den siebten Imam, Musa al-Kazim zurück, nach schiitischem Glauben direkter Nachfahre des Propheten Mohammed. Mussawis Ahn Musa al-Kazim, 799 gestorben, ist einem nach ihm benannten Vorort im Nordosten von Bagdad begraben. Mussawis Grün gilt traditionell als Farbe des Propheten Mohammed ibn 'Abd Allah und hat in der islamischen Welt eine hohe Symbolkraft. Der Religionsstifter soll grün bei der Wahl seiner Kleidung bevorzugt und auch als Farbe seiner Standarte gewählt haben. Die Farbe Grün steht aber mittlerweile für eine ganz andere, säkulare, moderne, westliche Konnotation. Die iranischen Protestbewegung oszilliert im Bedeutungsspektrum zwischen konservativ-religiös und demokratisch-liberal.
Oppositionelle iranische und exil-iranische Twitterer riefen vor einigen Tagen dazu auf, Facebook- und Twitter-Avatare grün einzufärben, um ihre Solidarität mit der aufgeklärten und zunehmend laizistisch orientierten, grün tragenden Demokratiebewegung im Iran auszudrücken. Längst ginge es nicht mehr nur um Mussawi und eine gefälschte Wahl, sondern ums Ganze. Um liberté, égalité, fraternité, laïcité. Um Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Laizismus. Die demokratisch-aufgeklärte Revolutionsbewegung im Iran hat auch schon einen Namen für ihren Farb-Code gewählt: Sea of Green. Mussawi und der Prophet fahren darin nur mehr auf kleinen Booten mit.
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Bäume, die nach männlichem Samen riechen
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 25/2009
Liebe Frau Andrea,
es ist wieder soweit: Wie immer um diese Jahreszeit hängt in den Straßen Wiens ein schwerer Duft. Ich vermute, der Odeur stammt von den Blüten eines heimischen Baumes. Das besondere dieses Buketts: Es erinnert mich fatal an den Geruch des Ejakulats von Homo sapiens. Dies ist je nach Stimmung und Hormonlage ekelig bis anregend. Ich bitte um Aufklärung, welcher Baum die frühsommerliche Irritierung meiner Nase verursacht!
Mit besten Grüßen,
Elfriede W., per Elektropost
Liebe Elfriede,
die von Ihnen beschriebene Olfaktion ist auch aus anderen Großstädten bekannt. Bachmann-Preisträgerin Kathrin Passig beschrieb den irritierenden Geruch 2002 in ihrer taz-Internet-Kolumne. Als Urheber des Geruchserlebnis machte sie irrigerweise Fraxinus ornus, die Manna-Esche aus. In einer anderen grossen Stadt war man schon Jahre davor vom öffentlich wahrgenommenen Geruch männlichen Ejakulats stark irritiert und begab sich auf die Suche nach den botanischen Stinkern. Die Enträtselung des urbanen Mythos von den “Sperm Trees of Los Angeles” wuchs mit der Schwierigkeit, die leichtflüchtigen und jahreszeitlich exklusiven Düfte bestimmten Baumarten zuzuordnen. Ernstgenommene Kandidaten waren bis zur eindeutigen botanischen Bestimmung des wahren Übeltäters Ceratonia siliqua, der Karob- oder Johannisbrotbaum, Ligustrum ovalifolium, der ovalblättrige Liguster und Castanea sativa, die Edelkastanie. Für die Wiener Geruchserlebnisse wurden bisher die Spermin produzierenden Blüten der Esskastanie und der Berberitze verantwortlich gemacht. Auch an frischgemähtes Gras und frühmorgendliche Balkon-Handerleichterung alleinstehender Männer als olfaktorische Urheber durfte gedacht werden. Der aussichtsreichste Spermageruchs-Kandidat in den geschilderten Grossstädten ist aber mit grosser Wahrscheinlichkeit Ailanthus altissima, der Götterbaum. Der Fiederblättrige Exot gilt als schnellstwüchsiger Baum in Europa und steht mittlerweile in fast jedem Wiener und Berliner Hinterhof. Seine ursprüngliche Heimat ist China und das nördliche Vietnam. Der Götterbaum kam 1740 mit dem Jesuiten und Amateur-Botaniker Pierre Nicolas d'Incarville nach Paris. Seine Wiener Karriere verdankt der Götterbaum, wegen seiner amaren Blätter auch Bitteresche genannt, dem Versuch, ihn als Nahrungspflanze der Ailanthus-Motte anzupflanzen. Seide aus dem Kokon des Ailanthus-Spinners gilt als haltbarer und preisgünstiger als übliche Seide. Die invasiv wildwachsenden Wiener Götterbäume dürfen als Nachfahren der 1856 eingeführten Bäume gelten. Der Baum blüht im Frühsommer. Für den, in Wien als “Tschuri-Fäula” bekannten Geruch sind ausschliesslich die männlichen Blüten verantwortlich. Bienen hingegen lieben den Götterbaum vorbehaltlos. Götterbaum-Honig ist trotz seines Geruchs äusserst wohlschmeckend.
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Mitteilungen von der Teilefront
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 24/2009
Carissima Comandantina!
Auf meine alten Tage werd ich noch zum Leserbriefschreiber, aber, der Druck ist so groß, es muss sein: Auch im Falter lese ich hin und wieder, wenn vom Teil die Rede ist, dass dieser sächlich angesehen wird, also dass es immer "das Teil" heißt und nicht, wie ich bis jetzt dachte "Der Teil" Können Sie helfen, dieses Dilemma zu lösen?
Das hofft Konrad Holzer, Wien, per Elektropost
Lieber Konrad,
die zahlenmässig grösste ethnische Minorität des Landes sind die Deutschen. Ihr sprachlicher Einfluss ist auch im Falter nicht ohne Einfluss geblieben. Kolleginnen und Kollegen von jenseits des Weisswurstäquators schreiben in der allemannisch-wienerischen Stadtzeitung mittlerweile ganz, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Der von ihnen als Dilemma empfundene Artikel-Dimorphismus der Wörtlichkeit “Teil” ist ein beredtes Beispiel für die sprachzersetzende Kraft unsere bundesdeutschen Mitbürger. Der Duden macht sich hier als Referenz insoferne aus dem Staub, als er “Teil” beide Artikel, den männlichen wie den sächlichen zugesteht. "Der Teil“ sei "etwas, was mit anderem zusammen ein Ganzes ist.“ Landesteile, Körperteile, Wrackteile. "Das Teil“ hingegen ist, so der Duden“ "etwas, was jemand von einem Ganzen hat.“ Aha. Ein lose am Gehsteig liegendes Klumpert bezeichnen unsere Deutschen Mitbürger ohne mit der Wimper zu zucken als Teil. Ganz so, als wüssten sie jederzeit, von welchem Ganzen ein vereinsamter Fund jeweils “das Teil” sei. Hier tun sich Erklärungen für die philosophische Kraft der Deutschen auf. Sprecher österreichischer Idiome stehen da traditionell auf der Seife. Die Korrosion der Männlichkeit von “Teil” ist hierzulande indes schon weit fortgeschritten. Perfide Synchronisationen US-amerikanischer Serien, Arbeitslosenfernsehen und sozialpornographische Talkshows überschwemmen den österreichischen Teilemarkt. Noch wehren wir uns, und sei es mit Leserbriefen. Aber sind wir nicht längst Teil der bundesdeutschen Verschwörung geworden, sagen “das Urteil”, “das Oberteil” und “das Gegenteil”? In diesem Sinne: Divide et impera!
www.comandantina.com dusl@falter.at
Eid ma Clack Shaw - Shake Your Memories
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 23/2009
Liebe Frau Andrea,
In seinem aktuellen Album "Sometimes I Wish We Were An Eagle" heult Bill Callahan einer Verflossen nach und kämpft damit, "to skake of memories", "fine memories", die ihn downfucken´. Vor Kummer in Schlaf versunken, träumt er den perfekten Song, der endlich alle Antworten darauf hat: "Eid ma Clack Shaw, simvoven derlba, mer depi venziner, go felly regda” (mein Transkript). Wie kann man solchen und ähnlichen Kummer abschütteln und welche Sprache muss man dazu offensichtlich beherrschen?
Mit besten Grüßen, Bernd Matouschek, per Gesichtsbuch
Lieber Bernd,
in seinem 13ten Album berichtet der US-Singer-Songwriter Bill Callahan, früher bekannt unter dem Namen Smog, mit dunkler Stimme aus den Landschaften seiner Seele. In einem Interview beschreibt der Underground-Poet die Grenzübertrittsformalitäten seiner Reisen zwischen Traum und Wirklichkeit: “Ich habe Melodien geträumt, die mein Herz zu Tränen rühren und von Songtexten, die die Welt aus den Angeln heben. Sobald ich aufwache, rennen sie zurück in den Wald.” In "Eid ma Clack Shaw” singt Callahan von jenem Phänomen, das Alfred Hitchcock François Truffaut in der Interview-Anekdote “Boy meets Girl” beschrieben hat. Der Unmöglichkeit, die absurde Grandezza von literarischen Trauminhalten in die Wachwelt hinüberzuretten. “Eid ma clack shaw”, skribbelt Callahan also im Halbschlaf auf einen Zettel, “Zupoven del ba, Mertepy ven seinur, Cofally ragdah”. Das Kauderwelsch klingt für deutsche Ohren nach Hillybilly-Gälisch, wird aber von Callahan-Text-Rezensenten für Gibberish gehalten. Beide Entschlüsselungszugänge müssen versagen. Für den einen fehlt dem Text jeder etymologische Bezug zum Inselkeltischen, für den anderen die Einfügung von Dada-Silben in existierende Worte. Gleichwohl kann die Beschäftigung mit ähnlichen, in vielen Ländern kursierenden Sprachspielen erfolgreich von akutem Liebenskummer ablenken. Schweden können Allspråket erlernen, Franzosen Verlan, Finnen Konttikieli und Vedkieli, Portugiesen die Língua dos Pês, Rumänen und Ungarn die “Vogelsprachen” Păsărească und Madárnyelv, Lateinamerikaner Jerigonza. Deutschsprachige mögen sich in der Löffelsprache, B-Sprache oder im Salzgriesischen verlieren.
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Eid Ma Clack Shaw --> Download mp3
Der Jubelperser ist böse
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 22/2009
Verehrte Frau Andrea,
ich habe vor kurzem als Erklärung für das Wort "Jubelperser" gehört, dass die persische Botschaft regimefreundliche Studenten abgeordnet hat, um dem Schah bei seinem Berlin-Besuch 1967 zuzujubeln - als Kontrast zu den angekündigten Protesten. Gibt es ältere Erscheinungsformen der "Jubelperser"?
Mit besten Grüßen, Sebastian Toifl, 1150 Wien, per Elektropost
Lieber Sebastian,
“Jubelperser” ist ein Terminus der späten Sechzigerjahre. Der in Europa geläufige Ausdruck Perser für die Einwohner des Iran geht auf das Parsa der Achämeniden zurück, die im 6. Jahrhundert v. Chr. das erste persische Großreich schufen. Die Griechen bezeichneten mit Persis die Gegend um die heutige Provinz Fars um Schiraz, von ihr leitet sich auch die Bezeichnung Farsi für Persisch ab. Der Vater des von ihnen erwähnten Schah Reza Pahlewi hatte allerdings schon 1935 für das Land den früheren Namen Iran (von Aryānām Xšaθra, Arierland) eingeführt.
Das Jubeln kommt über das altfranzösische vom lateinischen iubilum, dem Freudenruf der Hirten und Jäger. Damit vermischt sich eine zweite Quelle, die den Jubel selbst bezeichnet. Nach dem mosaischen Gesetz war jedes 50. Jahr ein Jubeljahr, das mit dem Widderhorn (hebräisch jo̅vēl) eingeblasen wurde. Jubela, Jubelo, Jubelum wiederum hiessen die drei Steinmetzgesellen, die nach freimaurerischer Legende Hiram Abif, den Erbauer des Salomonischen Tempels ermordeten, weil er ihnen das geheime Meisterwort nicht geben wollte.
Ein Artikel über “Die Jubelperser” in “DIE ZEIT”, datiert vom 30. Juni 1967, beleuchtet die Vorgänge, die zu den radikalen Studentenprotesten in West-Berlin und der BRD führen sollten. Am 2. Juni besuchte der Schah West-Berlin für einen Tag. Bei seiner Ankunft demonstrierten rund 400 Schahgegner, riefen „Mörder, Mörder“ und forderten Amnestie für politische Gefangene. Sie trafen auf etwa einhundert Schahanhänger, darunter Agenten des iranisches Geheimdienstes SAVAK. Nach dem Eintritt des Schahs in das Schöneberger Rathaus griffen diese “Jubelperser” die Gegendemonstranten plötzlich mit Holzlatten, Schlagstöcken und Stahlrohren an. Die anwesende Polizei griff bei der blutigen Prügelei nicht ein. Am Abend, anlässlich einer Galaaufführung der „Zauberflöte“ in der Deutschen Oper zu Ehren des das Schah-Ehepaars sollte sich die Gewalt schliesslich weiter zuspitzen. Gegen 20:30 Uhr fiel ein Schuss, der den 26-jährigen Romanistik- und Germanistik-Studenten Benno Ohnesorg aus etwa eineinhalb Metern Entfernung in den Hinterkopf traf. Die Tat von Kriminalobermeister Karl-Heinz Kurras führte zu einer Ausbreitung und Radikalisierung der damaligen Westdeutschen und West-Berliner Studentenbewegung. Dass der Todesschütze in Diensten der Stasi stand, war damals nicht bekannt.
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Faszinierend! Mr. Spocks vulkanischer Gruß
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 21/2009
Liebe Frau Andrea,
der neue Star-Trek-Film rollt auf uns zu, dabei gibt es noch eine alte Frage zu klären. Woher nämlich der seltsame Gruß kommt, den Mr. Spock mit der rechten Hand macht. Eine New Yorker Tante von mir behauptet, dies sei der Birkat Kohanim, er dürfe nur in einer Synagoge gemacht werden.
Über liturgische Aufklärung freut sich
Maria Cahon, Margareten
Liebe Maria,
Mister S’chn T’gai Spock, Erster und wissenschaftlicher Offizier an Bord des Raumschiffs Enterprise ist Halbvulkanier. In den Adern des Sohns eines vulkanischen Botschafters und einer terrestrischen Mutter fliesst grünes Blut. Als Spitzohr ist er der Logik verpflichtet und mit überdurchschnittlichen Fähigkeiten im Umgang mit Computern gesegnet. Ein eleganter Nerd, würden wir sagen. “Dif-tor heh smusma!” sagt Mr. Spock in Vulkansprache, "live long and prosper!" Dabei hebt er die rechte Hand und spreizt sie zwischen Mittel- und Ringfinger. Die Geste ist orthodoxen Juden bestens bekannt. Sie ist - mit beiden Händen und gestreckten Armen ausgeführt - der Aaronitische Segen (hebräisch birkat kohanim), der älteste überlieferte Segenspruch der Bibel, benannt nach Moses Bruder Aaron. Von diesem stammen nach jüdischer Tradition die Priester und Hohepriester des Tempels ab, die Kohanim. Träger der Namen Cohen, Cohan, Cahon, Coen, Kohn, Kahn, Kahane gelten in mittlerweile 106ter Generation als direkte Nachkommen Aarons und dürfen unter Beachtung strenger Regeln, nach Aufforderung durch den Kantor den priesterlichen Segen sprechen. Kohanim müssen nüchtern sein, ihre Schuhe ausgezogen haben, die Hände gewaschen haben, am besten durch Leviten und wenn solche nicht anwesend sind, durch Erstgeborene, wobei diese vorher ihrerseits ihre Hände gewaschen haben müssen. Das Zeichen selbst repräsentiert den hebräischen Buchstaben Shin (שׂ) und steht für Shaddai, den Allmächtigen. Die Gemeinde darf bei der Segnung nicht auf die Kohanim schauen, bedeutet doch das Zeichen ursprünglich Gottes Fähigkeit, durch die Ritzen der Wände zu sehen. Just daran hielt sich der junge Leonard Nimoy nicht, als er mit seinem orthodoxen Großvater die Synagoge besuchte. Er lugte während des Kohanim-Segens unter dem Gebetsmantel des Großvaters hervor und war tief beeindruckt von der Magie und Theatralik der Zeremonie. In Erinnerung an diesen magischen Moment erhob der Star-Trek-Mime, während der Dreharbeiten zur Episode "Amok Time”, auf der Suche nach einer vulkanischen Geste seine Hand zum ersten Mal zum Vulkaniergruss.
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Ask Rabbi Eliezer Wenger, author of over a dozen works on Jewish law from Beth Rivkah High School and Congregation Oneg Shabbos in Montreal, Canada
Ask Rabbi Ari Enkin
from Ramat Beit Shemesh, Israel
Predigtdienst in den Gardinen
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 20/2009
Liebe Frau Andrea,
eine dringende Frage bedrängt mich, und gerne würde ich diese an der richtigen Stelle, nämlich bei Ihnen, sachte absetzen. Doch wie gehe ich korrekt vor? Beantrage ich Freundschaft hier im Buch mit den vielen Gesichtern, schicke ich Elektropost an den Falter oder laufe ich einmal um den Blog? Die Frage ist nämlich: Warum heißt die Gardinenpredigt Gardinenpredigt?
Über eine Antwort sehr freuen würde sich
Gabriela Harmtodt, per Facebook
Liebe Gabriela,
sei es die Gesichtsbuchdepesche oder Elektropost an den Falter, ich könnte mir korrekteres Vorgehen in sachten Absatzfragen gar nicht vorstellen. Des Laufens um den Blog oder des Freundschaftsantrag bedarf es nun nicht, wiewohl zweiteres sicher mit emotionalem Gewinn verbunden wäre. In der Sache selbst wollen wir auch fündig werden. Unter Gardinen stellen wir uns heute meist falbe und verstaubte Kunststoffvorhänge in muffeligen Fünfzigerjahrewohnungen vor. Das Wort ist aber wesentlich älter als die Fensterverhüllungsstrategien unserer Großeltern. Unsere Gardine kommt vornamentechnisch von den nordfriesischen Inseln Amrum, Föhr und Sylt, wo sie die weibliche Form des Vornamens Gard (Gerd) bezeichnet. In seiner Bedeutung als Vorhang kommt die Gardine vom niederdeutsch-niederländischen "gordijne". Das Wort verbreitete sich im 15. und 16. Jahrhundert und bezeichnete ursprünglich den Vorhang in den Kastenbetten der damaligen Zeit. In diesem Möbel und seiner Funktion dürfen wir auch den Ursprung der Gardinenpredigt suchen. Schon der Straßburger Humanist Sebastian Brant nennt 1494 in seiner spätmittelalterlichen Moralsatire “Narrenschiff” die nächtliche Strafrede der Gattin “Predigt”. Die Vorstellung des Bettvorhangs als Kulisse für den ehelichen Sermon tritt im 16. Jahrhundert hinzu. Der Ausdruck “Gardinenpredigt” ist im Deutschen nicht vor 1743 nachgewiesen. Die englische Entsprechung der Gardinenpredigt kennen wir schon seit 1637 vom englischen Bühnenautor Thomas Heywood und seinem Text “A Curtaine Lecture”. Das Frontispiz des Werkes zeigt ein zipfelbemützes Ehepaar in ihrem Himmelbett während einer intensiven Gardinenpredigt. Der Nachttopf ist in Griffweite.
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Warum Moses und der Prophet das Schweinefleisch nicht mögen
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 19/2009
Liebe Frau Andrea,
täglich jagt eine Schreckensmeldung die andere, die Schweinegrippe greift um sich, eine Pandemie droht. Das Schwein ist böse! Wussten das schon die Schreiber des Alten Testaments?
Herzliche Grüße,
Elisabeth Cahon, Leopoldstadt, per Elektropost
Liebe Elisabeth,
mit Schweinegrippe wird eine Infektionserkrankung mit dem Humaninfluenzavirus A/H1N1 bezeichnet. Dieser Grippe-Subtyp wurde von Richard E. Shope 1931 im Journal of Experimental Medicine erstmals beschrieben. Weil der Nachweis aus Schweinen erfolgt war, firmiert diese Grippe unter dem Namen Schweineinfluenz. Mit Kaschrut und Halal, den religiösen Vorschriften von orthodoxen Juden und strenggläubigen Moslems den Konsum von Schweinefleisch bezüglich hat diese virologische Erkenntnis indes nichts zu tun. Auch die Tatsache, dass Schweinefleisch mit winzigen Fadenwürmern, den Trichinen befallen sein kann, hat auf die Speisegesetze keinen Einfluss, denn die winzigen Parasiten waren den Autoren von Tora und Koran nicht bekannt. Für Juden ist laut Moses’ 3. und 5. Buch Wajikra (Leviticus) 11,7-8 und Debarim (Deuteronomium) 14,8 der Konsum von Schweinefleisch deswegen verboten, weil das Schwein, obzwar es ganz gespaltene Hufe hat, nicht wiederkäut. Im Koran beschäftigen sich die Verse 2:173 und 16:115 mit dem Verbot von Schweinefleisch. Frühe Exegeten haben die orientalischen Schweinefleisch-Tabus damit erklärt, dass Schweine sich mit Vorliebe im Dreck wälzten, Kot und Aas frässen und deshalb im hygienischen Sinn als “unrein” gälten. Archäologische Funde belegen, dass im Nahen Osten zur Zeit des Neolithikums Schweine gehalten und gegessen wurden. Mit dem Verschwinden schattenspendender Eichen- und Buchenwälder, sei es, so der US-amerikanische Anthropologe Marvin Harris, ökologisch unklug gewesen, Schweine zu halten. Im Gegensatz zu Wiederkäuern können sie keine Pflanzen mit hohem Zellulosegehalt verdauen. Als Haustiere müssen sie, statt mit Gras mit Getreide oder anderen Feldfrüchten gefüttert werden. Dadurch wurden sie zu direkten Nahrungskonkurrenten des Menschen. Unter dieser religiös-ökonomisch argumentierten Schicht verbirgt sich indes ein noch viel grösseres Tabu. Weil Schweine auch Fleisch und Aas konsumieren, machen sie als bodengrabende Tiere auch davor nicht halt, flache Gräber zu öffnen und von menschlichen Leichen zu fressen. Ein ähnliches Tabu entstand für indonesische und thailändische Fischer nach der Tsunamikatastrophe vom 26. Dezember 2004. Sie weigerten sich, ihren Beruf weiter nachzugehen, weil Fische, so ihr Verdacht, von den, durch den Tsunami ins Meer gespülten Toten ässen.
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Jack and Joe and Jill und der Rest der coolen Gang
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 18/2009
Liebe Frau Andrea,
neulich sassen wir bei Luft, Liebe und Lusik zusammen, der Frühlingsabend schlitterte in die Nacht und dann zappte jemand in Falcos “Kommissar”. Und dann, als der Titel auf Heavy Rotation lief, bissen wir uns an einer Textzeile und an drei Namen fest. Wer, liebe Frau Andrea, sind Jack und Joe und Jill?
Herzliche Grüße,
Reinhold Slavik, per Elektropost
Lieber Reinhold,
Während der Dreharbeiten zu “Kottan ermittelt” soll der noch unbekannte Hans Hölzel die Idee zu einem Song mit dem Titel “Der Kommissar” gehabt haben. Hölzel hatte in “Die Entführung”, der 11. Kottan-Folge den Keyboardplayer von Kottans Kapelle gespielt. Nach der Geburtstagsfeier von Lukas Resetarits, dem Darsteller des Major Kottan, sei der Text festgestanden, heisst es in einem Kurier-Artikel aus dem Jahre 1981. Die Text-Exegese von Falcos Welthit liefert ein vielschichtiges Bild. Neben dem Kommissar erwähnt Hölzel explizit und wiederholt die Namen Jack und Joe und Jill. Die drei sind die funky friends einer jungen Dame aus dem Miljeu, “das Herz so rein und weiss”, wie Falco singt, denn “jede Nacht hat ihren Preis.” Oben erwähnter Joe hat einen Bruder namens Hip, alle gehören zu einer coolen Gang. “Sie rappen hin, sie rappen her, dazwischen kratzen's ab die Wänd”. So zweideutig wie diese Textpassage - sie oszilliert zwischen dem Wiener Ausdruck für Sterben und dem Abkratzen von Wänden, um weisses Pulver zum Strecken von Kokain zu bekommen - sind auch die Konnotationen, die Falco in den Namen Jack, Joe und Jill versteckt hat. Hinter Jack verbirgt sich die Whiskeymarke Jack Daniels, hinter Joe der Joint (und mit ihm Haschisch und Marihuana). Etwas arkaner verhält es sich mit Jill. Damit ist “der Chill” und nach Auskunft von Zeitgenossen das Schlafmittel ®Mozambin gemeint. In einer anderen Lesart ist die Trias Jack, Joe und Jill die Entspannunsabfolge Masturbation (to jack off), das Rauchen eines Joes (Joints) und schliesslich das Chillen. In einer ähnlichen Interpretation stehen Jack und Jill jeweils für die Masturbation von Männern bzw. Frauen. Hinter Hip, dem Bruder von Joe erkennen wie ein Amalgam aus Hipsein, Heroinismus und (Black) Brotherhood. Jack und Jill wiederum kommen in einem englischen Kinderreim vor, der sich in einer der zahlreichen Deutungen auf die Guillotinierung von Ludwig XVI. (Jack) und Marie Antoinette (Jill) bezieht, in einer anderen auf eine Getränkesteueridee des englischen König Charles, der in den 1640ern die Hohlmasse Jack (1/2 pint) und Gill (1/4 pint) verkleinerte. Für Falcos Poesiekollegen Shakespeare schliesslich sind Jack und Jill Synonym für Mann und Frau.
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26. April 2009 (0) Comments
Gspasslaberln, Tutteln und das Tor zum Himmel
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 17/2009
Liebe Frau Andrea,
bei gestriger Sichtung von Franz Novotnys “Exit... nur keine Panik” im wunderschönen Metro-Kino fiel mir Hanno Pöschls Bezeichnung der weiblichen sekundären Geschlechtsmerkmale als “G’spaßlaberln” auf. Darf man farbenfrohe Wortkompositionen wie diese in gegenderten Zeiten noch verwenden?
Herzliche Grüße,
Herr Nikolaus, per Elektropost
Lieber Nikolaus,
Recherchen meines Bureaus für Information-Wiederbeschaffung bei Exit-Drehbuch-Co-Autor Gustav Ernst haben ergeben, dass für die Verwendung des Altwiener Ausdrucks sowohl die Improvisationskunst Hanno Pöschls als auch ein Ernst’scher Original-Dialog in Frage kommen. Peter Wehle, Barpianist, Kabarettist und Nebenerwerbsgermanist kennt den Begriff Gspaßlaberln in seinem legendären Wörterbuch “Sprechen sie Wienerisch?” im Gegensatz zu “Tuttleln” als “kleine Brüste”. Sein Kollege Wolfgang Teuschl übersetzt die Bezeichnung in seinem “Wiener Dialekt Lexikon” hingegen nur als “Brüste”. Sprachlich reichere Beute hat der Soziologe und Kulturanthropologe Roland Girtler in seiner Rotwelsch-Anthologie über “Die alte Sprache der Gauner, Dirnen und Vagabunden” an Land gezogen. Neben den Gspasslaberln und Tutteln notiert er für die weiblichen Brüste so blumige Ausdrücke wie: Malerei, das Geschäft, Balkon, Palatschinken, Glöckerl, Schwechal und Quastln. “Pummerin” dürfte die Bezeichnung für die einzelne, mächtige Brust sein. In der Strafvollzugsanstalt oder im einschlägigen Milieu werden sie sich mit diesen Begriffen gut durchschlagen können, in Gegenwart von Damen und Sprachpolizisten wird Obachtnahme auf das lokale Kolorit zu nehmen sein. Generell darf ich dazu raten, politisch korrektes Sprechen nicht als Einbahnstrasse zu betrachten. Vom Gebrauch medizinisch korrekter oder dudenkonformer Bezeichnungen möchte ich in Liebesdingen und Heiratssachen dennoch abraten. Für intime Momente kann spontane Poesie ebenso richtig sein, wie das gefühlvolle Zitieren erotischer Literaturpassagen. Erlaubt ist, was die Zielperson erfreut. Es soll Paare geben, die zu ganz individuellen Lösungen gefunden haben, “Bisi und Busi” etwa, oder “die zwei Freunde”. Auch aphoristische Lösungen, wie “die Nordkette”, “das Tor zum Himmel” und “die Muttis” sind gewiss nicht verboten.
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20. April 2009 (0) Comments
Kunstrasen oder Teppichplüsch?
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 16/2009
Liebe Frau Andrea,
in der Wiener Innenstadt finden Umbauarbeiten statt. Jedenfalls hat man am Graben den Straßenbelag temporär durch grünen Kunstrasen ersetzt - was soll das denn? Wäre im roten Wien nicht ein roter Teppich naheliegender gewesen - wobei Frau Stenzel, die Besitzerin der Innenstadt, ja ÖVP ist? Woher kommt überhaupt der rote Teppich und was hat er zu bedeuten?
Vielen Dank, Richard aus der Leopoldstadt, per Elektropost
Lieber Richard,
die Urahnin der Wiener Fußgängerzone, Vorläuferin aller deutschen Fuzos wurde schon in den 1920er Jahren in der Kettwiger Straße in Essen angelegt. Das Konzept einer verkehrsbefreiten Einkaufsmeile sollte nach dem 2. Weltkrieg in den devastierten deutschen Innenstädten zu einem wahren Reigen an Pedonalisierungen führen. 1953 wurde mit der Treppenstrasse in Kassel die erste moderne Fuzo eröffnet, Kiel und Stuttgart folgten kurze Zeit später. Mittlerweile hat sich auch das kleinste europäische Nest dem Phantasma der Flanierzonen und Spazierstrassen ergeben. Die Zentren der europäischen Städte sind ausnahmslos per pedes zugänglich. In Wien brachte der U-Bahn-Bau den finalen Impuls zur Pedestrifizierung. Ein erstes Provisorium, der "Weihnachtskorso" von 1971 auf der Kärntner Straße war so erfolgreich gewesen, dass es unbefristet verlängert wurde. Seit den späten Siebzigern ist die Wiener Fußgängerzone urbane Realität. Dreissig Jahre später sollen die Spuren, die Milliarden müde Toruristenschritte und Millionen morgendliche Lastwagenfuhren in den Pflasterungen von Kärntner Strasse, Kohlmarkt und Graben hinterlassen haben, saniert werden. Gerade eben wird in mehreren Etappen eine neue Fussgängerzonenoberfläche installiert. Statt durchgeknallter Trinkbrunnen wird es Magnolienbäume geben, der Schanigartenwildwuchs wird neu frisiert. Der von ihnen beobachte, sicherlich provisorische Kunstrasen mag ein schlecht kommuniziertes Kunstprokjekt sein, wobei als Urheber nicht unbedingt an Künstler gedacht werden muss. Auch eine Autrorenschaft von Magistratsbeamten ist denkbar. Das Verlegen eines roten Teppichs sollte bei allem Verständnis für die Regentschaftsrituale von Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel nicht befürchtet werden. Die moderne Sitte, bei VIP-Alarm rote Läufer zu verlegen, darf trotz aller Verdachtsmomente in Richtung Mittelalter in den USA verortet werden. 1902 verlegte die New York Central Railroad den ersten roten Plüschteppich. Als Leitsystem, um Passagiere des 20th Century Limited zu navigieren, des Eilzugs New York- Chicago, zu seiner Zeit die wichtigste Zugverbindung der Welt. www.comandantina.com dusl@falter.at
10. April 2009 (0) Comments



