Krocha

FA-14.2008-Krocha.jpg

Die Krocha sind ein originär Wiener Phänomen. Was die Schlurfs, Futkarlis, Mods der 50er, 60er und 70er waren, sind heute die Krocha. Ihr Lieblingsausdruck ist "Bam, Oida". Sie haben bräunungscremegeschwärzte Gesichter, neonfarbene Oaschkappeln, schranzen sich die Bock durch in der Schicht oder im Millenium und kultivieren die Wiener Lingo von 1910 auf hohem proletarischem Niveau. Ihr Tanz ist ein charlestonartiges Gezappel, ihr Schmäh derb, aber unoriginell. Trotzdem: ich mag die Krocha.

Dusilation für Falter 14/2007 - Ins Büdl einekrochn, Oida, für 1000px-Version!

--> Zur Falter-Krocha-Geschichte

31. März 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (19) Comments (0) Pings




Handyquette

Liebe Frau Andrea,

Sie kennen das: Laut sprechende Unbekannte, die in Stadionlautstärke handphonieren. Sie begegnen mir in U-Bahnen, im Bus, auf der Einkaufsmeile, in der Passage, in der Schellausspeise. Wie kann man sich den Akustikmüll vom Leib halten, ohne strafrechtliche Grenzen zu überschreiten?

Klaus Jülich, Leopoldstadt

Lieber Klaus,

Handys übertragen ein sehr enges, auf die menschliche Stimme optimiertes Frequenzband. Unglücklicherweise werden beim Kommunizieren über mobile Telefone auch Umweltgeräusche, Passantengemurmel, Technobeats und Strassenlärm übertragen, und zwar jene Geräuschanteile, die im Frequenzbereich der menschlichen Sprache liegen. Handygespräche in lauten Umgebungen führen zwangsläufig dazu, selbst lauter zu sprechen. Dazu kommen die mitgelieferten Ambient-Sounds. Das akustische Gegenüber beginnt, sich dem Halbschreien anzupassen und hebt ebenfalls die Stimme. Im Schlimmsten Falle kann sich so ein Schreiduell aufschaukeln. Auch schlecht justierte Lautstärkelevel können diesen Effekt auslösen. Es gibt einige Methoden, dem signifikant zu begegnen. Wir wollen Handyschreiern nicht das Telefon aus der Hand schlagen. Methode Vitasek kommt mit einer Handbewegung aus, die einen zurückdrehenden Lautstärkedrehknopf imitiert. Dazu ist Augenkontakt mit dem Adressaten nötig. Methode Dusl empfiehlt, laut mitzusprechen. Das ist mitunter ganz lustig, enthemmt ungemein und führt irgendwann zum Zusammenbruch der gegnerischen Kommunikation. Methode David hat der US-Comedian Larry David in “Curb Your Enthusiasm” eingeführt: Das Parallelgespräch ohne Handy. Funktioniert bestens in Restaurants und Vinotheken.
dusl@falter.at www.comandantina.com

Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 14/2008

31. März 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Nur die Filmgötter wissen mehr

Eine neue Website will das Filmemachen revolutionieren: Fans sollen per Mausklick über Produktionen abstimmen.

Andrea Maria Dusl meint aber: Filme entstehen diktatorisch, nicht demokratisch.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.3.2008)

Wenn es nach Kenneth Woo und Brett Icahn geht, dann sind die Tage mächtiger Studiobosse und einflussreicher Filmproduzenten gezählt. Wenn die Idee der beiden New Yorker Netz-Entrepreneurs aufgeht, bestimmen in Zukunft Filmfans, welche Blockbuster überhaupt in Produktion gehen. Online-Cinephile werden per Mausklick Script-Expertisen erstellen. Sie werden zu Castings einladen, mit Millionen-Budgets jonglieren und über Marketingstrategien abstimmen. Massify heißt die Internetplattform der findigen Kinodemokraten.

Die Idee, ein Publikum zu haben, bevor das Projekt in die Pipeline geschoben wird, ist bestechend. Aber eignet sich ein alchemistisches Produkt wie Film für basisdemokratische Entscheidungen? Gibt es überhaupt so etwas wie Gemeinsamkeiten in Geschmacksfragen? Ist Einzigartiges mehrheitsfähig? Von der Klärung dieser Fragen wird es abhängen, ob ein Experiment wie Massify das Filmemachen revolutionieren kann.

Wie entsteht denn im Moment noch ein Film? Wer entscheidet, welche Filme gemacht werden und wer bestimmt, wie sie gemacht werden? Das Publikum? Mitnichten. Egal ob Mainstream-Blockbuster oder Artsy-Fartsy-Kunstfilm, die Entscheidungen bei Filmproduktionen werden von wenigen getroffen. Um einen Filmstoff herum kristallisieren Produzenten Drehbuch, Regie und den einen oder den anderen Star. Manchmal gibt es den Hahn vor dem Ei. Manchmal zwei Eier und keine Henne, manchmal nur das Nest und kein Gegacker.

Egal, wann sie den Hühnerstall betreten: Filme werden von Einzelpersonen inszeniert. Das Kollektiv eignet sich nicht für die tägliche Arbeit an szenischen Direktiven. Produzenten und Drehbuchautoren können in Gruppen auftreten, sie können Bosse über sich haben und Berater unter sich, aber auch hier gilt: Je weniger Individuen an Entscheidungen herumbasteln, desto stabiler werden diese. Im Guten wie im Schlechten.

Die goldene Formel für den kassensprengenden Kunstfilm wurde nämlich noch nicht gefunden. Selbst in Hollywood gehen von fünf professionellen Versuchen, einen Blockbuster zu produzieren, statistisch gesehen vier in die Hose. Und Tinseltown, also: Hollywood, ist nicht neu im Geschäft. Welcher Film ein Renner wird, das wissen die Filmgötter. Wenn es sie gibt. Alle Versuche der Filmindustrie, das Publikum in künstlerische Entscheidungen einzubeziehen, führten bislang dazu, Unsicherheiten zu multiplizieren.

Testscreenings, Markterhebungen und Internet-Umfragen stärken die Geldbörsen der beauftragten Institute, auf die Erfolgschancen eines Films haben sie nur marginalen Einfluss. Dass ein Film mit Julia Roberts, Tom Cruise oder Nicole Kidman größere Chancen auf Publikum hat, dafür braucht es keine Onlineabstimmung. Und dass der nächste Harry Potter ein Renner wird, dazu genügt ein Gespräch mit dem Kartenabreißer.

Demoskopisch ließe sich allenfalls die Publikumsakzeptanz von Unbekannten und Geheimtalenten feststellen. Castingshows und Doku-Soaps funktionieren schon nach diesem Muster: Fernsehpublikum kürt Liebling, Liebling wird teilzeitberühmt, Publikum ist gerührt über die Richtigkeit seiner Entscheidung und begleitet Liebling zum Stapellauf der Karriere. Ob Liebling auf hoher See bestehen kann, zeigt sich spätestens nach dem ersten großen Sturm.

Ob Massify die kritische Masse für aussagekräftige Publikumsgröße agglomerieren kann, wird sich zeigen. YouTube ist ein rares Beispiel für Beliebtheits-Untersuchungen jenseits der statistischen Unschärfen. Millionen User stellen Millionen Clips online und fungieren als Quotenvolk, indem sie wiederum andere Clips ansehen, bewerten, weiterempfehlen oder ganz einfach nur ignorieren.

Wie sehr sich allerdings das Prinzip der Internet-Demokratie auch ins Gegenteil verkehren kann, zeigt der Buchversand-Gigant Amazon. Das Online-Bestellen von Büchern, CDs und DVDs ist verführerisch einfach, ebenso das Bewerten derselben. Mit bösen Folgen: Die Buchkritiken des Monopolisten werden von einer relativ kleinen Gruppe meist anonymer Hardcore-User verfasst, die sich mit Verlags-Textern und versprengten Fans Bewertungsschlachten liefern, die allfällige Leser verwirrt zurücklassen.

Die Gefahr ist gering, dass Independent-Filme in Zukunft vom Wohl und Weh einer amorphen Community von Massify-Power-Klickern abhängt. Denn die Frage stellt sich: Wollen wir wirklich alles entscheiden? Wollen wir uns in Zukunft all das ausdenken müssen, womit wir eigentlich überrascht werden wollen? Wollen wir Publikum und Produzent sein? Oder nur eines davon? Film ist ein diktatorisch erzeugtes Produkt, das von Demokraten konsumiert wird. Die Verfassung des unbekannten Landes namens Film hat nur einen Paragraphen, der da lautet: Du darfst nicht langweilen. Die Gefahr ist groß, dass es beim demokratischen Filmemachen zum Verfassungsbruch käme. Oder anders gefragt: Von wem möchten wir uns einen Tarantino-Film inszenieren lassen: Von Tarantino oder von seinem Publikum?

27. März 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Spaghettitechnik

Spaghetti.jpgLiebe Frau Andrea,

beim Aufessen der für meinen Kleinen fein geschnitten Spaghetti Bolognese schien mir, dass sie eigentlich geschnitten besser schmecken als gewickelt (zumindest mit Sugo Fleisch pikant von Felix und Spaghettni No. 3 von Barilla). Seither schneide ich diese Nudeln und habe damit scheinbar ein schweres Tabu berührt. Ungläubige Augen der Erwachsenenen. Sogar die Kinder wundern sich. Warum es sozial so wichtig ist, Nudeln zu wickeln statt sie zu schneiden, bleibt mir ein Rätsel.

Johannes Gärtner, per Elektropost


Lieber Johannes,

betrachten Sie mich als leidenschaftliche Befürworterin des experimentellen Individualismus. Gastronomische Tabus sind kein Naturgesetz, sondern dazu da, um niveauvoll gebrochen zu werden, Gebote sollen stets hinterfragt werden und im Zweifelsfalle übertreten. Alle Gebote bis auf eines: Es soll Dir schmecken. Wenn es Ihnen behagt, legen Sie Ihre Spaghetti auf Knäckebrot, wickeln sie Ihre Linguini um Nüsse und füllen Sie Rhabarber-Eis in ihre Penne. Schütten sie Felixsosse über die Barillanudeln und häckseln sie diese mit Steakmessern. Alles ist erlaubt, nur schmecken muss es. Das Tabu, Nudeln nicht zu schneiden hat simple und sehr italienische Gründe. Ich spreche hier als Viertelitalienerin. Erstens wird in der Manufaktur appeninischer Teigwaren viel Aufwand betrieben, besonders lange Spaghetti zu erzeugen. Lange Nudeln gelten den Italienern als elegant, sie werden minutenlang mit Gabeln an den Tellerschultern gedreht. Nur Deutschen reicht man den Spaghettilöffel. Zweitens spart der solitäre Gebrauch von Gabeln Abwaschkraft. Abwaschzeit ist Lebenszeit und Lebenszeit soll der Italianità dienen und nicht dem alemannischen Putzfimmel. dusl@falter.at www.comandantina.com

Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 13/2007

21. März 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments (0) Pings




Fette Beratung

FA-12.2008-Fette-Frau.jpg

Bruce Darnell und Sasha Walleczek. Die Lifestyle-Berater von ARD und ATV machen keine halben Sachen.

Dusilation für Falter 12/2008

20. März 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Leiwaund

Leinwand.jpgLiebe Frau Andrea,

in unserem Büro ist bei der Nachbesprechung diversen Schifoans die Frage über die Herkunft des Wortes "leiwånd" aufgetaucht. Ich meinte, man könne es mit "kino" germanisiseren, also mit “so traumhaft wie auf der Leinwand" übersetzen. Diese Erklärung stieß auf Widerspruch, da es ja auch nicht "leinwånd" ausgesprochen wird. Es wäre das Kinoste, wenn Sie uns da aus der Patt-sche helfen könnten.

Martin per i-mehl (Es geht um eine Leinwandkarte!)

Lieber Martin,

leiwaund wird weder mit dem schwedischen “å” ausgesprochen, noch hat es mit Wänden oder cinematographischen Erlebnissen zu tun. Der Wiener Ausdruck für alles Wohlfeile und Angenehme kommt von den Flachsfasern, die wir als Leinen (lateinisch linum) kennen. Leinengewebe hiess im mittelhochdeutschen linwat, es wurde im neuhochdeutschen zu Leinwand umgebildet, weil dies ähnlich wie Gewand klang. Die Leinwand (wienerisch Lei(n)waund) ist also keine Linnenwand sondern leinernes Tuch, ein sehr hochwertiger Stoff. Leiwaundes Tuch wurde im Wienerischen zum Synonym für gute Qualität. Der Ausdruck hat auch den Umweg über die Welt des Biers genommen haben. 1432 wurde dem Wiener Bürgerspital, dem traditionellen Ort des Leinenhandels das Braurecht zugesprochen. Im sogenannten Leinwandhaus wurde eine Bierschenke errichtet, die von der Stadt auf eigene Rechnung betrieben wurde. Das "Leinwandbier" genoss ausgezeichneten, ja leiwaunden Ruf. Da Sie in der Germanisierung des Wienerischen sporteln, empfehle ich, leiwaund mit “linnern” zu übersetzen. Wenn Ihnen das zu kleines Kino ist, sagen sie einfach: “Guter Stoff, das”.
dusl@falter.at www.comandantina.com

Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 12/2008

17. März 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Nachtschaffen

Von der Unfähigkeit der Österreicher, zivilisiert mit dem Tagesanbruch umzugehen.
Kolumne für die Wochendausgabe der Salzburger Nachrichten - 9.2.2008.

Ich muss gestehen, ich liebe den Schlaf, er ist so traumhaft wie regelmässig, gehört ganz mir und kostet mich nichts. Der Schlaf ist mein Freund, er kommt spät, aber er ist treu und stellt keine Fragen. Er ist da, wenn ich ihn brauche, aber er flieht, wenn man ihn stört. Neuerdings hat mein Schlaf grosse Schwierigkeiten mit dem Haus neben uns. Denn im Haus neben uns wird gebaut. Ab fünf Uhr früh. Obwohl es noch zappenduster ist. Denn Bauen ist gut. Und früh ist gut. Ganz unabhängig davon, was gebaut wird, was gegraben: Laut muss es sein. Und früh. Ist es laut, ist es gut. Ist es früh, ist es perfekt.

Das Bersten der Ziegel, das Knallen der Gerüstrohre, das Kreischen der Sägeblätter erfüllt die Wienerin und den Wiener mit einem wohligen Schauer. Es geht weiter. Es wird besser. Die Stadt richtet sich auf. Im Frühstücksgedächtnis der Hauptstädter ist das morgendliche Hämmern und Klopfen, das Knattern von Dieselaggregaten und das singende Geräusch hebender Kräne ein musikalisches Leitmotiv für Stadtgesundheit. Mein Schlaf sieht das anders.

Der österreichische Morgen ist ein Phänomen von ungeheurer Absurdität. Der österreichische Morgen beginnt nämlich gleich nach vier Uhr Nachts. Lange bevor die Morgen anderer Länder beginnen, und lange bevor der tatsächliche Morgen graut. Der Sonnenaufgangsmorgen, der wirkliche Tagesbeginn. Denn Österreich zählt zu den frühaufstehenden Nationen. Ich behaupte: Österreich ist die einzige frühaufstehende Nation. Österreich steht auf, wenn sich andere gerade niederlegen. Warum ist das so? Warum müssen Österreicher zu Zeiten aufstehen, wo sich Andalusier und Neapolitaner gerade schlafen legen?

Das frühe Aufstehen hat Gründe. Einen meine ich im alpinen Stall auszumachen, wo die österreichische Kuh auf das frühe Gemolkenwerden wartet. Ein guter Bauer, der die Milcheuter seiner Doris, seiner Bella, Fiona und Rosa nicht zu lange warten lässt. Da können draussen noch die Sterne funkeln. Nächtlicher Arbeitsbeginn ist eine Tugend von grösster Österreichischkeit.

Als Primus aller Frühaufsteher können wir Kaiser Franz Josef identifizieren. Der Habsburger war seit seinem 13. Geburtstag, wo er zum Oberst eines Dragonerregiments ernannt wurde, Vollzeitmilitär. Und wie viele Soldaten in hohen Chargen war der erste Diener seines Staates krankhafter Morgenmaniker. Bis zu seinem Tod liess sich der daueruniformierte Kaiser um 3 Uhr 30 wecken. Klar, dass sich unter seinen Untertanen vor allem jene in Führungspositionen wiederfanden, die ebenso leicht wie er das Bett verlassen konnten. Der Selektions-Mechanismus des österreichischen Frühaufstehens hat über eineinhalb Jahrhunderte das Vormorgengrauen als Tugend etabliert und den Unfug des nachschlafenen Herumirrens mit bleierner Schwere über das Land gelegt. Denn Schlafen kann man auch in der Schnellbahn, im Stau und ganz gut auch im Büro. Nur in meinem Bett geht das nicht mehr so leicht. Weil neben mir gehämmert wird.

14. März 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Trojaner, Spam, BCC

FA-11.2008-Trojaner.jpg

Sechs Zeichnungen für Falter 11/2008

FA-11.2008-Mail.jpg

11. März 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Kunst und Kampf

Ein Staat, der die Kunst nicht beschützt, ist ein dummer Staat.
Ein Staat, der die Künstler nicht beschützt, ist ein armer Staat.
Ein armer Staat ist ein gefährlicher Staat.

Andrea Maria Dusl
Filmemacherin
11.3.2008

Statement für eine Kundgebung
am Dienstag, 11. März 2008 12 Uhr
vor dem Bundesminsiterium für Unterricht, Kunst und Kultur
Minoritenplatz 5, 1010 Wien

Was ist passiert?

Der Künstlersozialversicherungsfonds (KSVF), der seit 2001 Zuschüsse zum
Pensionsversicherungsbeitrag von selbstständig erwerbstätigen KünstlerInnen
vergibt, ist für einen Teil der Betroffenen eine Unterstützung:
freischaffende KünstlerInnen mit dem richtigen Einkommen und einem Faible
für Lotterie und Almosen. Denn dem Fonds sind Rückzahlungsforderungen
vorbehalten, wenn KünstlerInnen die Einkommens- und andere Vorgaben des
KSVF-Gesetzes wider Erwarten nicht erfüllen.

Seit dem Antritt der SPÖVP-Regierung hat Kunstministerin Claudia Schmied
eine Lösung dieser "untragbaren Situation" versprochen. Doch die
Gesetzes-Novelle, die morgen im Parlament verabschiedet werden soll, bringt
keine substanziellen Verbesserungen. Grundlegende Probleme wie die
Definition von KünstlerInnen, die Abschaffung der künstlerischen
Mindesteinkommensgrenze als Zuschussvoraussetzung oder die Erweiterung des
BezieherInnenkreises blieben unberücksichtigt. Wenn in Zukunft weniger
Rückzahlungen stattfinden, so wird dies ausschließlich an den erforderlichen
Bettelbriefen von KünstlerInnen mit den richtigen Argumenten liegen.

Keine einzige der vom Kulturrat Österreich seit Jahren geforderten
Sofortmaßnahmen ist erfüllt. Der Kulturrat Österreich ruft daher zu einer
Spontankundgebung anlässlich der Beschlussfassung der KSVF-Gesetz-Novelle
auf.

11. März 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Blaue Lippen

Rape-Drink.jpgLiebe Frau Andrea,

wenn mich mein Weg in Gefilde führt, wo bemitleidenswerte Geschöpfe dem Kauf und Konsum von berauschenden Substanzen nachgehen (die ihnen ganz offensichtlich gar nicht gut bekommen), fallen mir zugedrogt wirkende Menschen auf, deren Lippen und Zungen bläulich verfärbt sind? Um welches Karlsplatz-Phänomen handelt es sich wohl dabei? Auswirkungen von Ersatzdrogen? Kann den Blauen geholfen werden?

Ihr Justus B., Wien Wieden

Lieber Justus,

ob und wie den Blauzungen geholfen werden kann, damit beschäftigen sich die Wiener Streetworker und Drogenambulanzen. Die Blaufärbung von Lippen und Zungen der Karlsplatz-Passagen-Comunity dürfte ihren Ursprung im rezeptpflichtigen Schlafmittel Somnubene haben. Das Medikament aus der Gruppe der Benzodiazepine enthält den Wirkstoff Flunitrazepam. Wiener Giftler rechnen es den “Langsamen” zu, weil es nach oraler Einnahme etwa vier Stunden dauert, bis sich die Wirkung entfaltet. Werden die Tabletten allerdings aufgelöst oder gespritzt, stellt sich schon nach 15 Sekunden ein Rauschzustand ein. Das Medikament hat in den USA eine zweifelhafte Karriere als Alkoholzusatz hinter sich, es erreichte als Rape Drug traurige Berühmtheit - Partygoers mischten es Frauen in die Drinks - böse Black-Outs waren die Folge. Um das Lutschen, Kauen und Auflösen sichtbar zu machen, wurden die hochgradige abhängigmachenden Tabletten mit einem blauen Farbstoff überzogen. Konsumenten wirken nach Einnahme betrunken, reden langsam und gehen schwankend. Die blauen Zungen sind da noch das elegantere Phänomen. dusl@falter.at www.comandantina.com

Für meine Kolumne 'Fragen sie Frau Andrea' in Falter 10/2008

10. März 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Showtime ::: Andrea beim Akkordeon Festival

Dusl-Oberflaeche-Cover-220.jpg

Andrea Maria Dusl
liest beim

Akkordeon Festival Wien

Die österreichische Oberfläche
Österreich findet im Akkordeon statt

Akkordeonfestival.jpgMaria Düchler: "Das Akkordeon ist meine Stimme". Die lässt sie erklingen, wenn drei profilierte Wortkünstlerinnen ihre literarischen Stimmen erheben. Die Essayistin Andrea Maria Dusl stellt mit "Die österreichische Oberfläche" Fragen wie "ist Schnitzelland nur eine Erfindung?". Margit Schreiner lebt seit 1983 als freie Autorin und legte zuletzt mit "Haus, Friedens, Bruch" ein "furioses Stück Rollenprosa" vor. Linda Stift rang mit ihrem aktuellen Roman "Stierhunger" dem Thema Bulimie ein eindrucksvolles Buch ab.

Montag, 10. März 2008, 20:00 Uhr
Literatursalon beim Akkordeon Festival

STADTTHEATER WALFISCHGASSE
Walfischgasse 4
1010 Wien
Tel.: 01 512 42 00

Akkordeonfestival

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....................................................
--> Leseprobe Download pdf

Andrea Maria Dusl
Die österreichische Oberfläche
Residenz Verlag
Mit 34 Elektroholzschnitten der Autorin
240 Seiten, Klappenbroschur
EUR 19,90 / sFr 33,80
ISBN: 9783701714865
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Constanze Drumm, Residenzverlag
Telefon 0043 2742 802 1411
c.drumm@residenzverlag.at
Residenz Verlag

8. März 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Göns

Liebe Frau Andrea,

da ist mir doch kürzlich eine Frage wieder erblüht, die mich intermittierend seit der Unterstufe beschäftigt (und die ist bei mir schon eine lange Weile her). Nämlich: Warum impliziert das bestätigungsheischende Wörtchen "gell" ein Duzverhältnis, obgleich doch kein "du", ja nicht einmal eine einschlägige Verbform enthalten scheint? Tatsächlich kennt die Umgangssprache ja auch höfliche Gegenstücke wie "gelln'S", "gön'S" etc. In der Hoffnung, die rätselhafte Blüte möge von Ihnen gekappt werden verbleibt hochachtungsvoll

Stefan Metzler-Dinhobl

Lieber Stefan,

“gell” oder “gelt” ist eine Interjektion, die schon lange in der deutschen Sprache herumgeistert. Der Ausruf kommt vom Zeitwort “gelten” und bedeutet konjunktivisch gebraucht soviel wie “möge es gelten!”, “gelte es!” Das Wienerische hat aus dem gelten bekanntlicherweise das götn gemacht, wobei gelt zu göt wurde und gell zu gö. In Verkennung der tatsächlichen sprachlichen Zusammenhänge hat sich der Usus eingebürgert, das gö für eine Verschleifung von gellen (laut rufen) zu halten. Damit werden Wendungen möglich, die es auch bei anderen Ausrufen gibt. In Anlehnung an heans und heats (für hören Sie und hört ihr), sowie gengans und gets (für gehen Sie und geht ihr) haben die Wiener Zungen aus einem vermuteten Zusammenhang mit gellen (göön) gellen Sie und gellt ihr (göns und göts) gemacht. Einige schöne Beispiele für unseren Begriff können so klingen: “Göts es hauds eich heid am Schbuatplods!” (Gelte es, ihr geht heute auf den Sportplatz!). “Göns, seid in Öro hom mia nua mea Schoda in Beasl” (Gilt nicht auch für Sie, seid der Einführung des Euro haben wir nur mehr Kleingeld in der Börse.) Göns, so gangats!
www.comandantina.com dusl@falter.at

Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 10/2008

3. März 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (3) Comments (0) Pings




Ich blogge, also bin ich

Warum alle Welt ihre Meinung im Internet verkündet und doch niemand davon klüger wird.

Schreibmaschine.jpgMein Biobäcker bloggt, meine Möbeltherapeutin bloggt, mein Verleger bloggt, meine Kolleginnen und Kollegen sowieso. Und letztens hat sich gar das Leitfossil der gedruckten Meinung, Kronen-Zeitung-König Hans Dichand, einen Blog auf den Leib schneidern lassen. Andrea Maria Dusl für Standard-RONDO vom 29.2.2008

Blogs, jene vertrottelte Wortchimäre aus "Web" und "Log", sind zur Hauptquelle eines vermeintlichen Weltwissens geworden. Das Lexikon hat ausgedient und setzt antiquarische Patina an. Die Brockhaus-Enzyklopädie wird, jüngsten Meldungen zufolge, sogar überhaupt nicht mehr als Print-Ausgabe neu aufgelegt, sondern wandert ab 15. April als kostenloses Lexikon ins Internet. Die Bibliothek verstaubt zu einem Altpapierlager, und die Zeitung versteht sich als Museumsfenster in eine vergangene Zeit. Information wird nach dem Grad ihrer Zugänglichkeit bewertet, Zuverlässigkeit ist kein Kriterium.

Dabei hat alles so schnuckelig angefangen. Philantrope Programmierer stellten kostenlos downloadbare Programme zur Verfügung, mit denen Webseiten unkompliziert und formal ansprechend mit Texten gefüllt werden konnten: Smarte Blogsoftware für alle - die Blogosphäre war geboren. Vorbild waren die millionenteuren Redaktionssysteme der großen Printdampfer, die damit ihre Websites mit aktuellen News sowie den Netz- versionen ihrer Printausgaben beschickten.

Privatblogs sahen plötzlich so gut aus wie die Online-Ausgaben von Times und CNN. Statt einer Heerschar von Journalisten zangelten Einzelne und stellten heiße Luft ins Netz. Blog-Content ist unredigiert und unreflektiert, aber schnell. Fatal in einer Welt, in der Geschwindigkeit eine Tugend ist. Semiprofessionelle Nachrichtenerzeuger wie Künstler und Sportler ergriffen die Chance gleich nach den US-Bobos. Sie beschickten ihre Blogs mit Vernissagengeplapper und Fanpost, der Bekanntgabe von Medaillengewinnen und den Bulletins von Knochenbrüchen und Sehnenzerrungen.

Die Wohnzimmer-Blogger konterten mit tagesaktuellen Berichten über Geburtstagsfeten, Autokrankheiten, die Befindlichkeiten ihrer Katzen und Hunde oder wälzten breit aus, was ihnen das Leben schwer- oder leichtmache. Aufgepeppt waren und sind die Ergüsse der Home-Poster mit Privathandyfotografie und redundanten Fundstücken aus dem Weltweitnetz.

Ein Sub-Genre der Szene, Blog-Archive wie Technorati, beschäftigen sich ausschließlich damit, zitable Blogs zu reihen und zu bewerten. Damit imitieren sie die Affirmationsmechanismen von wissenschaftlichen Publikationen auf niedrigem Niveau: Wer oft zitiert wird, muss besser sein.

Natürlich hat auch die Welt der Blogs ihre Helden und Stars. Sichtbar stellt sich deren Ruhm allerdings erst dann ein, wenn traditionelle Medien darüber berichten. Erst dann schnellen Clickraten in die Höhe.

Dabei hat sich alles so romantisch entwickelt. Unterdrückte Kopftuchträgerinnen machten sich in Blogs über den Alltag unter iranischen Mullahs Luft, Dissidenten-Nerds posteten aus dem bombardierten Bagdad, und Geheimwissensträger berichteten Geheimwissen aus der US-Army oder strategischen Unsinn aus den Microsoft-Headquarters.

Weniger romantisch kommt mittlerweile der größte Blog der Welt daher, Wikipedia, das Archiv des Halbwissens. Zusammengetragen von einem obskuren Zirkel an Teenagern, Mittelschullehrern und Privatgelehrten schreibt Wikipedia das Weltwissen neu. Information wird zum Ergebnis pseudodemokratischer Abstimmungen degradiert, Wissen mit Glauben verwechselt, Wahrheit mit Googlebarkeit.

Studenten, die sich ihr Prüfungswissen mittels Wikipedia anbüffeln, wundern sich, warum sie durchfallen. Politiker, denen die Mechanismen der Meinungsmache nicht fremd sein sollten, fallen regelmäßig über selbstlaufende Blog-Hypes rein.

Im schlimmsten Falle greifen sie selbst zur Tastatur und klopfen öde Tagesbefindlichkeiten, Schlechtgeschriebenes und Selbstgedachtes in ihre "Privatblogs".

Die Welt ist zum Netz geworden und das Netz zur Blogosphäre. Wissen wir jetzt mehr? Nein. Wir finden das Unbeantwortete nur schneller. Maxim Biller, Altmeister der publizistischen Selbstbezichtigung, hat völlig recht mit der Diagnose: Mittlerweile schrieben mehr Menschen, als dass sie läsen.

Das Pendel wird zurückschnellen. Ich prognostiziere die Renaissance traditioneller Lexikalik und das Wiederauferstehen der Recherche.

Es sollte mich sehr wundern, wenn Googles Eggheads nicht schon an profunden Glaubwürdigkeitstools arbeiteten. Und die wissenschaftliche Comunity, die ermahne ich: Schreibt uns Wikipedia neu. Ein Klacks für euch. Eure Gegner sind pubertierende Nerds und arbeitslose Lehrer.

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Kommentare aus der Standard Poster-Gift-Küche:

millerntor
01.03.2008 09:24

wie schön, dass sich alle Blogger immer auf die Füße getreten fühlen und reflexartig ihr Pulver verschießen: "Futterneid" wird dann gut schreib- und lesbaren Menschen vorgeworfen, "Altertümlichkeit" oder "Frechheit". So wie in Blogs Meinungen in die Welt gesetzt wird, ist es durchaus die Aufgabe von Journalisten, Meinungsstücke zu verfassen. Deshalb ist es eine Frechheit von Blogeinträgen wie hier, einen Text wie den der Dusl als Frechheit zu bezeichnen. Vielleicht ist das überhaupt der Grundirrtum der Blogosphäre: Dass sie meint, Meinungen zu verfassen. Statt zu recherchieren oder zu berichten, reagieren sie nur. Suchen Texte von anderswo und kopieren diese in ihr Blogs. Wenn Copy&Paste besser sein soll als eine Analye - bitteschön.
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Langlebiges Feuerzeug
01.03.2008 07:08

Die Dusl bloggte doch schon avant la lettre. Oder hat irgendwen die Om-Dom-Khom-Wetter-Kolumne im Falter oder das Alltagskastl, das vor "Fragen Sie Frau Andrea" im Blatt stand, je interessiert?
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Donatus Schmid
29.02.2008 22:39

Wenn ich mir auf Wikipedia, die sie ja als Produkt von obskuren Teenagern und Mitttelschullehrern bezeichnen, so ihre akademische Laufbahn ansehe, könnte man fast glauben, sie hätten sich auch ausschliesslich mittels Wikipedia vorbereitet.
Oder haben sie freiwillig, völlig unromantisch aufgegeben ?
Hey Dusilova, warum bloggen sie sich denn ins eigene Nest ? Worüber man nicht sprechen kann,
sollte man "Electric Silence" walten lassen.
http://bureau.comandantina.com/archivos/...usic_room/
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Interessent
29.02.2008 21:52

Natürlich schmeckt es Profis (?) nicht, dass sie Konkurrenz bekommen haben. Ob diese allerdings weniger professionell ist? Bestimmt sind mindestens 90% der Bloginhalte von mangelnder Qualität bzw. verzichtbar. Das gilt aber uneingeschränkt auch für die traditionellen, kommerziellen Massen-Medien - Webangebote diverser Zeitungsverlage miteingeschlossen.
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kinn
29.02.2008 20:50

Mittlerweile schrieben mehr Menschen, als dass sie läsen. Ich habe mir alle blogs dieser Seite durgelesen bevor ich das hier schrieb. Ich gehöre also noch zu den Lesern.

Bücher sind wirklich einzigartig, geballte Information, wirklich oft verständlich verfasst, .....
leider im Netz meist schwer zu finden oder nicht verfügbar, teuer und schwer.
Ich lese mir lieber 20 halbwahrheiten schnell durch und bilde mir meine Meinung, als im Brockhaus nachzuschlagen. Manchmal kann ich als Nerd anderen Leuten auch helfen ein bestimmtes Problem zu lösen.

"...und doch niemand davon klüger wird"- das ist eine Frechheit und 100%ig eine Unwahrheit.
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blog.bassena.org
29.02.2008 20:50

Alle doof - außer Mutti
Liebe Frau Dusl,
in der "Blogosphäre", wie auch im Standard, gibt es Autoren, die überzeugen durch Kompetzenz und Autorität. Andere müssen erst Anderes zu Dreck erklären, um selbst ein bisschen zu glänzen. Die einen mehr, die anderen weniger, je nachdem, wie tief im "Müll" sie sich selber wähnen.

Danke für diese Einblicke.
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Com Pirx
29.02.2008 19:15
Dusl, das war eine 3 minus. Zur Strafe lesen Sie den Brockhaus und zwar schön brav von vorne bis hinten, alle Bände, und keine Seiten überspringen, gell.

Warum dürfen Sie überhaupt schreiben, nachdem Sie so schön gezeigt haben, dass Sie ein Teil des Problems sind?
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Roman Pfefferle
29.02.2008 19:09
PoWiki
"Und die wissenschaftliche Comunity, die ermahne ich: Schreibt uns Wikipedia neu."
Für die Politikwissenschaft sind wir längst dabei: http://powiki.univie.ac.at
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==McMurphy==
29.02.2008 18:41
die wissenschaftliche "community" sind auch nichts anderes als "pubertierende Nerds und arbeitslose Lehrer.";
und die renaissance traditioneller "sonstnochwas" ist ja wohl ein wunschtraum jener, die sich >jetzt< die müllhalden-70er ihrer eltern in den wohnraum stellen und ihre bücherregale mit meterwarenlexika aufzufüllen trachten, um über ihre retrosehnsüchte hinwegzukommen.

es wird wirklich zeit, das papier im museum zu lassen und den archivaren die digitalisierung aller wichtigeren dokumente ans herz zu legen.
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Erzsébet Lucas
29.02.2008 19:20
Re: die wissenschaftliche "community"
Unglaublich ,was schon manche in ihren 30ern und 40ern über 'die Zeiten' zusammenjammern.
Man könnte glauben, die Frau ist schon jenseits der 80.
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x aeins
29.02.2008 19:01
Re: die wissenschaftliche "community"
geb ihnen recht Verfasser dieses Artikels suggeriert eine Überlegenheit, die er/sie (vermutlich) nicht besitzt, in der Art des klassischen Spiegel-Journalismus.
spätestens seit Friedrich Schiller gilt:

in der fülle liegt die klarheit
und im Abgrund liegt die wahrheit
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politisch verfolgt
29.02.2008 17:27
hui
da hat sich jemand frust von der seele geschrieben. auch wenns teilweise stimmt, was hier etwas arrogant bemeckert wird, klingt es aus der tastatur einer journalistin ein bisserl nach futterneid.
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Erzsébet Lucas
29.02.2008 17:15

*gähn*
Kommt mir vor, wie das Gejammere der Pfaffen seinerzeit zur Erfindung des Buchdrucks.
Verderbtheit und Oberflächlichkeit werden das Volk verlottern lassen...
Das Internet ist das 1. Massenmedium, das nicht nur top-down funktioniert und das scheint einigen nicht zu passen.
Das Ende der Recherche wurde übrigens schon jahre vor den bloggern eingeläutet - als berufliche Schreiberlinge (sog. Journalisten) nur mehr Lobbyistenaufträge und Agenturmeldungen verbreiten zu begannen.

1. März 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




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