Travellogue

26. Februar 2008 (0) Comments

Koalition am Scheideweg

FA-09.2008-Koalition-Beiwagen.jpg

Illustration für Falter 09/2009. Nicht erschienen. Von Artdirektor Jens Pfister abgelehnt.

25. Februar 2008 (0) Comments

Sportflecken

Sofa.jpgLiebe Frau Andrea,

letztens sind wir in einer angeregten Runde auf die berühmten Sportflecken zu sprechen gekommen - die diskussionalen Wege dorthin wollen wir mal beiseite lassen. Sind "Sportflecken" eine ungelenke Übersetzung von "lovemarks" (siehe www.lovemarks.com)? Was ist der Ursprung des Wortes, das die Nachwirkungen allzu intensiver zwischenmenschlicher Aktivitäten bezeichnet, die oft auf Rückbänken von Papas Autos anzutreffen sind. Woher kommen die Sportflecken, etymologisch gesehen? Sportlichen Dank schon mal im voraus,

Christoph Reicher, per Elektrobrief

Lieber Christoph,

mit Sportflecken bezeichnen wir gemeinhin den Niederschlag männlichen Ejakulats, die schnelltrocknenden Protuberanzen orgasmischer Vorgänge. Das sportliche Moment dürfen wir darin erblicken, dass Ausübende der Sportflecknerei gerne auch alleine durchs Ziel gehen. Insoferne ist der Ausdruck “Sportflecken” keine Übersetzung von “lovemarks” - Liebesmarkierungen. Die meisten “rennenden Flecken” dürften Pollutionen im Rahmen von Trockentrainings sein. Im Wienerischen wird das eingetrockente Ergebnis handmaschineller Genitalarbeit traditionell mit “kalter Bauer” bezeichnet. Kalt, weil alt, Bauer, weil es vom mittelhochdeutschen “gebur(e)” kommt, das sprachlich mit dem Gebären verwandt ist, dem Hervorbringen. Wer um Deutlichkeit nicht verlegen sein will, möge die Samenspende mit dem Altwiener Ausdruck “Tschuri” bezeichnen, er kommt aus einer Sportwortwolke, dem auch das tschechische čurati, pissen und das zigeunersprachliche Djuuri, Suppe angehören. www.comandantina.com dusl@falter.at

Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 9/2008

25. Februar 2008 (1) Comments

Deveelop Ggaga Poetryy!

Viagra-Spam ist ja grundsätzlich nichts Gutes. Viagra-Spam kostet Speicherplatz, Zeit und belastet das periphere Nervensystem. Manchmal aber ist Viagra-Spam sehr lustig. Heute schrieb mir ein gewisser Humann Travaglio folgende Gratisprosa:

God dag,
Real men! Milliions of people acrosss the world have already tested THIS and ARE making their ggirlfriends feel brand new sexual seensations! YOU are the best in bed, aren't you ? Girls! Deveelop your sexual relationshipp and get even MORE pleaasure! Make your boyyfriend a gift!
audreyoconnellrn.blogspot.com

So weit so naja. Hätte mir Humann Travaglio nicht auch noch folgende kleine, dem "pleaasure"-Aufruf angehängte Geschichte mitgschickt:

And seldom went near it he was shocked by carol's made from the ginger which he had purchased, and oar her hither. Stream behind her o'er the lake, castle filled up with earth on which it stands. He journeyed on. I say hopeful for the blessed proud panting orator. Gum me if i know they ever and he pointed to a small enclosure on the hillside, susie? how nice of you to come. Sit here, close pillow, where the flies alighted. Madame bovary a typical village of the province of goyaz. The clean again. Thats why i made a little war on and the cause of that attraction, he thought, and hidden meaning, recalling past images out got it. The boy guessed right the very first time. Does a do, in other words, if you were reading.

Grosses Kino.

Drei Stunden später mailte mir der Gelegenheitsdichter Scurci Killibrew diesen durchgeknallten Text:

American fashion, gentlemen took ladies to ride and i fancied his cheerfulness was strained. Hotchkiss in the wall could be seen. Doc2 himself was disheveled, else to go. I could not stay at the farm, she said: 'the police? Are they doing anything? They're was evident that she had grown up in the woods. Their general ticket project. Upon the whole i mrs. welman might have left all her money to mary something . A revolutionary . A practising anarchist that required extraordinary refection. During baby andmwhat do you think?tthey asked me to be take of beefs gallquart, alcoholpint, volatile one more man that night of wingraveand that man put an arm round her and remarked over his shoulder shades of maroon. this truth penetrated his abstraction.

Danke Humann, danke Scurci, you made my day!

20. Februar 2008 (0) Comments

Ist Salzburg Köln?

VW-Porsche.jpgLiebe Frau Andrea,

in den Autowerbungen, zumindest in denen, die ich in Zeitschriften sehe, befindet sich immer ein S an erster Stelle der Nummerntafel. Mir fällt weiters auf, dass in den deutschen Pendants eine Kölner Nummertafel auf den PKWs angebracht ist. Benutzen Autofirmen vielleicht immer das Kennzeichen der viertgrößten Stadt des Landes? Und wenn ja, warum? Mit der Hoffnung auf eine befriedigende Antwort verbleibe ich, mit freundlichen Grüßen,

Björn Kosjak, per Elektrobrief

Lieber Björn,

tatsächlich sind Salzburg und Köln jeweils die viertgrössten Städte Österreich und Deutschlands. Sie sind auch beide Erzbistümer, noch dazu uralte. Auf die Gestaltung von Autowerbungen hat das allerdings keinen Einfluss. Die Nummerntafeln in deutsche Anzeigen nehmen auf die Werkssitze der jeweiligen Marken bezug. Porsches fahren also in germanischen Kraftfahrwerbungen stets mit dem Stuttgarter S auf. Auch Mercedes, der andere Autokonzern aus der Schwabenhauptstadt hält das so, während bayerische Motorwagen mit dem Münchner M, Audis mit dem Ingolstädter IN und Volkswägen mit dem sperrigen WOB für Wolfsburg durch die Anzeigenseiten düsen. Das Kölner K hat andere Gründe: Bereits in den Anfängen hatten die meisten Autobauer ihre Fabriken oder Niederlassungen am Rhein - die Ford-Werke gelten heute noch als als grösster Arbeitgeber Kölns. Auch Toyota, Volvo, Citroën und Renault haben ihre Deutschlandzentralen in der 4711-Stadt. Das Salzburger S hat ähnlich simple Gründe. Die Stierwaschernummer tragen heimische Werbeautos nicht wegen der betuchten Festspielklientel, sondern weil die meisten Autokonzerne ihre Östereichniederlassungen an der Salzach haben. www.comandantina.com dusl@falter.at

Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 8/2008

17. Februar 2008 (0) Comments

Trauma Wiener Zeh

Ein neuer Internet-Sport ist 123peopling. Es geht ganz einfach: Du tippst auf der Buddy-Daten-Suchmaschine www.123people.com den Namen einer Person ein. Weil das Ganze noch nicht so gut funktioniert, wie sich das die Boys vorstellen, die www.123people.com von einer Manhattener Dachwohnung aus betreiben, kommt es zu bizarren Suchergebnissen.

123peopling beschäftigt sich mit den ersten drei Begriffen, die eine gesuchte Person in der "Begriffswolke" - einem Namen-Cluster erzeugt.

Hier die Liste einiger 123gepeopleter Ösis. So heissen sie wirklich:

Austria Barroso Service (Wolfgang Schüssel)
Chancellor Service Briefing (Alfred Gusenbauer)
Danke Seniorenbund Mojzis (Willi Molterer)
Leit Cast Schneider (Hermes Phettberg)
Executive Randy Hölzel (Falco)
Jemand Finden Innkreis (Andreas Goldberger)
Czech Southport Cafe (Julius Meinl)
Trauma Wiener Zeh (Armin Thurnher)

Have fun!

13. Februar 2008 (0) Comments

Bude ohne Sturm

Sturmfreie-Bude.jpgLiebe Frau Andrea,

den letzten Orkan zum Anlass nehmend habe ich folgende Frage: Woher kommt der Begriff „sturmfreie Bude“? Aus heutiger Sicht würde mir plausibel erscheinen: ein rundum stromversorgtes Wohnzimmer mit festem Dach über dem Kopf. Oder versteht man darunter (studentischerweise) etwas ganz anderes? Mit verwehten und verwirrten Grüßen

Petra Kienel, per Elektrobrief

Liebe Petra,

die sturmfreie Bude hat eine lange, aber überaus windige Geschichte auf den Brettern. Zuletzt war unter sturmfreier Bude eine temporär von den Eltern verwaiste Wohnung gemeint. In meiner Hippie-Jugend war sowas ein sofortiger Anlass für eine ausschweifende Party und die Gelegenheit zum Austausch von Körpersäften und verbotenen Substanzen. Das Wort Bude geht auf das mittelhochdeutsche buode zurück, das noch im Wort (Ge-)bäude steckt. Im Englischen erinnert booth - für Marktbude, Telefonzelle oder Wahlkabine - an den schlichten Charakter der Bretterbude. In der Neuzeit wurde der Begriff von Studenten auf ihre engen Versammlungssorte, die Kneipen, aber auch auf ihre billigen Zimmer übertragen. Die Sturmfreiheit einer Bude bezieht sich nicht auf die meteorologische Situation, sondern kommt aus dem Festungsbau. Mit sturmfrei bezeichneten Burgenbaumeister jenen Teil eines Bollwerks, der wegen seiner Höhe nicht mehr mit Festungsleitern gestürmt werden konnte. Sehr wahrscheinlich ist der Ausdruck während der Märzrevolutionen 1848 aus dem Militärjargon in den der Couleurstudenten und von dort in die Lingo der Gymnasiasten übergesprungen. www.comandantina.com; dusl@falter.at

Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 07/2008

10. Februar 2008 (0) Comments

König Erwin der Grosse von Niederösterreich

FA-06.2008-Erwin-Proell.jpg

Erwin Pröll ist der Landeshauptmann von Niederösterreich. Er regiert das österreichische
Bundesland wie ein König.

Dusilation für Falter 6/2008. (Ins Bild klicken für grössere Version). In der Printversion breitete sich Prölls Schleppe quer über die aufgeschlagene Doppelseite aus. Hier im Netz begnügen wir uns mit einer gekroppten Version.

9. Februar 2008 (0) Comments

Showtime ::: Funkstille

Funkstille.gifFunkstille?

Das Fernsehen als Standortfaktor für Kreativwirtschaft

Seifenopern, Fernsehserien, Doku-Soaps - alles Importware? Wieviel Identität schafft das Österreichische Fernsehen für Kreative, für die Wirtschaft, für Unternehmer? Wieviel Kreativität verträgt der Zuschauermarkt? Über Wünsche, Visionen und marktwirtschaftliche Realitäten.

Diskussion unter der Moderation von Kurier-Redakteur Gert Korentschnig mit:

Markus Breitenecker, Geschäftsführer von Puls 4
Andrea Maria Dusl, Autorin und Filmregisseurin
Marie-Therese Harnoncourt, the next ENTERprise-architects
Pius Strobl, ORF

07. Februar 2008 | 19:00 Uhr
forum mozartplatz
Mozartplatz / Ecke Neumanngasse
1040 Wien

Anmeldung:
--> info@forum-mozartplatz.at


5. Februar 2008 (0) Comments

Benchen wir Mark

Steve-Jobs-Bill-Gates.jpgAm heutigen Antworttrottoir wollen wir auflesen, wo der Cliffhanger lauert und wo der Blockbuster, wie dreckig Grunge ist und wie abgestanden das Revival. Marken wir Bench mit Geeks und Nerds im zweiten Public Viewing über hinniche Wörter. Cliffhanger und Blockbuster sind Anglizismen aus der Filmindustrie. Mit Cliffhanger (Klippenhänger) wird eine Szene beschrieben, in der der Held über dem Abgrund hängt. Das muss nicht immer einem alpinistischen Szenario folgen, auch metaphorisches Klippenhängen ist beliebt und erhöht die Spannung auf die Fortsetzung - das Sequel. Blockbuster nannten die Alliierten des II. Weltkriegs häuserblocksprengende Fliegerbomben. Das Showbusiness bezeichnet damit einen Film oder ein Theaterstück, das ganze Strassenzüge leert. Grunge ist Elektrogitarren-Musik auf instrumentell schmutzig gehaltenem Niveau. Grunge begann in den 80ern in Seattle, prägte eine ganze Generation und endete am 5. April 1994 ebenfalls in Seattle, wo sich Grunge-Prinz Kurt Cobain mit einer dreifachen Überdosis und einer Ladung Schrot ins Nirvana katapultierte. Ein Revival, eine Wiederauferstehung des Genres steht noch aus. Die Benchmark (Bankmarke) ist der Standard, an dem - was auch immer - gemessen wird. Der Geek, der Geck mittelalterlicher englischer Jahrmärkte, ist in der Computerindustrie als Streber tätig und im Gegensatz zum Nerd meist unbebrillt. Der Campusausdruck kommt von knurd (drunk, betrunken, rückwärts buchstabiert). Der Knurd verweigert im Gegensatz zum Drunk Party und Alkohol. Die Gallionsfiguren der Computerbranche repräsentieren die zwei Typen auf hohem Niveau: Microsoft-Mogul Bill Gates ist ein Nerd, Apple-Chef Steve Jobs ein Geek. Public Viewing ist Tragikkomödie, die im öffentlichen Raum gratis auf Leinwände projiziert wird. Zum Beispiel Fussball-Europameisterschafts-Spiele. www.comandantina.com; dusl@falter.at

Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 6/2008

4. Februar 2008 (0) Comments

Falter-Cover ::: Bösendolfel

FA-Cover-05.2008-Boesendorfer.jpg
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FA-Cover-05.2008.jpgDieser Tage wurde die legendäre Wiener Klavierfabrik Bösendorfer an den japanischen Weltkonzern Yamaha verkauft. Carsten Fastner berichtete darüber in der Karoffeldruckzeitung aus der Marc-Aurel-Strasse. Der Falter dachte sich einen Einzeiler aus, ich setze ihn um. Das Ergebnis rief die Wiener Sprachpolizei auf den Plan, die - aus dem Gutmenschen- Winkel betrachtet, nicht ganz zu Unrecht - das Niveau der Titelbastelei beklagten:

"Ich muss mich jetzt freundschämen. Heftigst! Wem ist denn das idiotische "Bösendolfel" eingefallen? Die Klischee- Charakteri- sierung eines Volkes dadurch, dass seine Menschen - vermeintlich - einen "unsrigen" Laut nicht aussprechen können, ist schlicht rassistisch.

Wem das aber egal ist, der/die sollte es wenigstens "richtig" machen: Es ist nämlich das Chinesische, das kein "r" exakt in unserem Sinne kennt. Aber is ja wiederum wurscht, weil: "Alle Chineser san Japaner!" (Karl Kraus, Die letzten Tage der Menschheit) Aufpassen, Freunde: dass Ihr nicht denselben Denkmustern anheimfallt, die Ihr an anderer Stelle so eloquent kritisiert!"

"Der Humol ist ein Ludel", bekannte Armin Thurnher. Wie die Tastatur-Provokation dann tatsächlich am Cover aussah, ist unter dem Original zu sehen.


Für Falter 5/2008

3. Februar 2008 (0) Comments

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