Fritz Muliar und Elfriede Ott

FA-Ott-und-Muliar.jpg

Skaterboy and Brettlelfi
Dusilation für Falter 18/2006

Klaus Nüchtern: "Die Tendenz, alle Konflikte nur als Konfrontation monolithischer Blöcke zu interpretieren, ist ebenso fragwürdig wie das ganze Generationen-Getue. Jedes halbe Jahr wird eine neue erfunden: Die 68er, die 89er, die Generation Golf, die Generation Opel Ascona, die Generation all jener, die zu „Seasons in the Sun“ ein bestimmtes Speiseeis geschleckt haben. Und wozu das alles? Damit man neue Käuferschichten konstituiert, die zunächst einmal das Buch erwerben, das der selbst ernannte Klassensprecher der allerneusten Generation geschrieben hat. Noch einmal: Fuck capitalism! Am schlimmsten sind diese tranigen Menschen +35, die sich zu melancholischen Selbstbemitleidungskreisen zusammenschließen und darunter leiden, dass es ihnen so gut geht, dass ihnen niemand was will, dass sie jetzt die Kinder ins Bett bringen müssen und dass das Härteste, was sie je erlebt haben, 17 Jahre Große Koalition war, buhuhu."

30. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (3) Comments (0) Pings




My Darling Mum

Charles-Mum-Camilla.jpgLiebe Frau Andrea,

wenn ich mich richtig erinnere, hat Prinz Charles anlässlich des 80ten Geburtstags seiner Mutter Queen Elizabeth II. diese mit der berührenden aber doch recht seltsamen Floskel “My Darling Mum” angesprochen. Geht das nicht ein bisschen zu weit? Fragt sich

Hedi Zurbriggen, Salzburg

Liebe Hedi,

über die innerfamiliäre Etikette der Windsors sind keine radikalen Auffälligkeiten bekannt, sieht man davon ab, dass die regierende Königin ihre Familie generell als “Firma” bezeichnet und Sohn Charles sich telefonisch schon mal als Tampon seiner Dauergespielin Camilla Parker-Bowles, geborene Shand geoutet hat. “My darling mum” sollte uns also nicht schockieren, die Anglosachsen sprechen von ihren teuren Müttern gerne als Schätze. In Wien würde ein Prinz von seiner königlichen Mutter wohl als “Töuerste Maman” sprechen, die Betonung auf dem letzten “a” mit einem leicht nasalen Hauch ausklingen lassen, um der mütterlichen Koseformel ein wenig, aber nicht zuviel französische Note zu verleihen. Angehörige unblaublütiger Stände sprächen bei Muttertags- und Geburtstagsempfängen im kleinen Kreise wohl von der “Mamtschi”, der “Mahma” oder wie Pepperl Holzschuh bei uns im Zweiten, von der “Muatta”. Wahlweise liessen sich diese Anreden in Gedichten mit “lliabe” , “lleiwande” und “unedllich gelliebte” versüssen. Ein Karli Prinz aus der Siebenbrunnengasse würde seine Mutter Lisi vermutlich mit den Muttertagsbegrüssung “Mene töre Mutta!” bedenken. www.comandantina.com dusl@falter.at

30. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments (0) Pings




Showtime ::: Redezeit 1 ::: 29. April 20h auf OKTO

RZ-Redezeit-Sessel.jpgDie sprachlose Republik.
Warum in Österreich nur mehr verlautbart
und nicht mehr diskutiert wird.

Redezeit 1.
Mit dem Kabarettisten Werner Schneyder,
der Kolumnistin Doris Knecht,
dem Talkmaster Hermes Phettberg und
dem Historiker Lothar Höbelt.
Gastgeberin: Andrea Maria Dusl
Aufzeichnung der Debatte vom Sonntag, 23. April, 20 Uhr, Theater im Rabenhof

Samstag, 29. April, um 20h
Kabel-Kanal OKTO

Redezeit 1 --> download mp3 (91.465 KB)
--> Redezeit Blog
--> Okto Redezeit Blog

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Redezeit gibt es jetzt auch als iTunes-Podcast. Entweder direkt über
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29. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Festnetz adé

Immer mehr Österreicher telefonieren mobil. Das Festnetz, einst Kommunikations-Standard in den Haushalten des Landes, stirbt langsam aus. Daran, dass die Beziehung zur festen Telefonie nicht immer schmerzfrei war, erinnert sich nicht ohne Wehmut Andrea Maria Dusl.

Für DER STANDARD. vom 27.April 2006
 
Mein erstes Handy. Ein anthrazitfarbener Plastikziegel mit ausziehbarer Antenne und grünem Display. Es war schwer wie Blei und teuer wie Gold, aber es war meins. Mein Handy. Noch war nicht klar, wie es heißen sollte. Manche nannten die dunkle Gurke "Funktelefon". Andere wollten wissen, dass Ding hieße Mobiltelefon. Und besonders Vife brachten "Handy" in Umlauf. Ein bizarrer Sprachirrtum, wie man spätestens nach einer Amerikareise wusste.

Große Brillen und bunte Mascherln

Mein erstes Handy. Franz Vranitzky saß am Ballhausplatz, Wolfgang Schüssel trug noch große Brillen und bunte Mascherln, und ich stand mit meinem Rad am Karmelitermarkt. Aufgeregt zitternd tippte ich in mein erstes Handy. In großen, dunkelgrünen Computerziffern fädelte ich die Telefonnummer meiner Eltern auf den grüngelb beleuchteten Telefonbildschirm. Ich war bereit. Ich bestieg mein Rad, in der Rechten den Lenker, in der Linken das "Funktelefon", und dann fuhr ich los in die Zukunft.

--->

Unbeholfen bohrte sich mein Daumen in die grüne Gummitaste mit dem schwebenden Hörersymbol. Mit elektronischem Zirpen wählte sich der graue Ziegel ins "Netz", jenen unsichtbaren Handy-Äther, der wie eine löchrige, dünne Wolke auf der Stadt lag. Ich hielt den Ziegel ans Ohr. Unter mir ratterte das Kopfsteinpflaster der Leopoldstadt. "Krächzkrächz!" "Ja, ich." "Krächzkrächz!" "Rate mal, wo ich bin!" "Krächzkrächz!" ". . .ich sitze am Rad und telefoniere!" "Krächzkrächzkrächz." "Am Rad. Te-le-fo-niere. . ." "Krächzkrächz. Zirzpirp."

Mein erstes mobiles Telefonat. Die Welt hatte sich fundamental verändert. Nie wieder würde ich einen Schritt ohne das Ding machen. Ab jetzt sollte ich mich nackt und verwundbar fühlen ohne. Ohne mein Handy.

Ein Leben ohne ständige Erreichbarkeit?

Heute denken über die Hälfte der Unter-Dreißigjährigen wie ich. Ein Leben ohne ständige Erreichbarkeit? Undenkbar. Ganz und gar handylos telefoniert heute nur mehr jeder Fünfte - Tendenz sinkend. Die Zukunft der immobilen Telefonie steht auch schon fest: VoIP, das Telefonieren übers Internet. Technisch ist das Reden übers World Wide Web inzwischen ausgereift, ein Ferngespräch kostet nicht mehr als eine E-Mail, also nada, nichts. Schlechte Zeiten für das Kupfernetz.

Auch wenn ich nicht gerne daran erinnert werde: Ich hatte noch eine Beziehung zu meinem Festnetz.

Eine Geschichte voller Missverständnisse

Eine Geschichte voller Missverständnisse. Sie begann mit meiner ersten Wohnung. Mein erstes eigenes Telefon gehörte offiziell dem Staat, inoffiziell mir ganz allein. Es kam nach elf Wochen Lieferzeit von einem Unternehmen, das sich "Post" nannte, und war ein schnittiges Ding, dunkelrot wie fruchtiger Merlot, leicht wie eine Kinderrassel. Wenn ich eine hohe Ziffer wählte, eine 9 oder die 0, schob mein Zeigefinger die Wählscheibe bis an den Scheitel, und dann fuhr das Telefon an meinem Wählfinger durch die Gegend.

Jetzt konnte man zwar nicht mehr durch die Wohnung tanzen

Das hatte ich dem Apparat bald ausgetrieben! Ganz und gar nicht gesetzeskonform hatte ich das Siegel der Post gebrochen und das merlotfarbene Telefon innen zentimeterdick mit Bleiplatten ausgekleidet. Jetzt konnte man zwar nicht mehr durch die Wohnung tanzen, wie es die telefonierenden Singles in den amerikanischen Komödien so gerne taten, aber wenigstens flog die Wählkiste nicht vom Tisch, wenn sich jemand in der Schnur verfing. Ursprünglich komfortable 20 Meter lang, war sie bald verwunden wie eine chromosomale Helix und musste alle paar Wochen entdreht werden. Einmal habe ich mich zu diesem Behufe gezählte 234-mal gegen den Uhrzeigersinn um die eigene Achse gedreht.

Anrufbeantworter

Auch einen Anrufbeantworter hatte ich. Einen illegalen selbstverständlich. An legale Anrufbeantworter war nicht zu denken, sie kosteten so viel wie ein Mittelklassewagen. Da war die Strafe auf den Betrieb eines illegalen schon günstiger. Ein paar tausend Schilling, wie mein Freund Kurt berichtete, den man beim unerlaubten Anrufbeantworterbesitzen geschnappt hatte. 7000 Schilling? Ein Klacks. Erreichbarkeit war der geheime Luxus der 80er-Jahre.

Ich werde sie nie vergessen

Meine Telefonnummer weiß ich noch. 35 47 864. Ich werde sie nie vergessen. Meine Telefonnummer hatte sieben Ziffern. Ein Stigma. Sieben Ziffern hieß Vierteltelefon. Vierteltelefon hieß ein Anschluss, den man sich mit drei anderen teilte. Irgendwelchen anderen, zufällig in die gleiche Telefonviertelung Gefallenen. Das Problem mit dem Vierteltelefon war dieses: Es war drei Viertel der Zeit besetzt.

Ob nun die Leitung frei war (und das war sie nur, wenn gerade kein anderer der Vierteltelefonkollegen telefonierte), konnte man an einer kleinen, an einen Ventilator erinnernden Rosette am Telefon erkennen. Mit etwas Geschick brauchte man den Blick auf die Freischeibe gar nicht. Nach einiger Zeit konnte ich das Telefonkästchen an der Wand knacken hören, wenn sich jemand anderer einwählte und damit die Leitung blockierte. Dann ging nichts mehr, dann konnte man weder rein noch raus.

Trick

Außer man kannte den Trick. Der Trick war aus Metall. Dünn und spitz. Der Trick war eine Nähnadel. Die Nähnadel musste man in den kleinen, dünnen, weißen Draht stecken, der von draußen zum Kästchen an meiner Wand führte. Ich war Meisterin in der Technik, ein österreichisches Vierteltelefon zum ganzen zu machen. Bis der andere Vierteltelefonist vor meiner Türe stand. Ein Mädchenhändler. Mit Kontakten zur Unterwelt und zur Post- und Telegrafenverwaltung. Faustwatschen, Prügel oder lebenslanges Telefonverbot. Ich solle es mir aussuchen. Ich schenkte ihm meine Nadel und das Versprechen, ihn nie, nie wieder aus der Leitung zu werfen. Und ich kaufte mir einen anthrazitfarbenen Mobiltelefonziegel.

Meine Erinnerungen an die gute, alte Festnetztelefonie sind fast so schön wie meine Erinnerungen an kommunistische Grenzkontrollen.

Ungerecht

"Du irrst dich, und du bist ungerecht", sagt meine Freundin Ruth. Meine Freundin Ruth ist bekennende Festnetzfundamentalistin, und sie muss in einem anderen Österreich aufgewachsen sein. In einer Welt voll ganzer Telefone. In einer Welt mit Wahltasten, nicht-spiralisierenden Kabeln, legalen Anrufbeantwortern, in einem rosaroten Festnetzparadies voll eilfertiger und grundgütiger Telefoniebeamter.

Vielleicht hat Ruth auch nur Lust am Reinen. Sie will nicht duschen beim Telefonieren, nicht Zwiebel schneiden, nicht Fakten googeln, nicht Bus fahren, Klopapier shoppen, Yoga betreiben oder Blutdruck messen. Ruth will beim Telefonieren ausschließlich telefonieren. Und nichts, so behauptet sie mit stoischer Ruhe, eigene sich dafür besser als ein gutes, altes, fest ans Zuhause angeschraubtes Festnetztelefon.
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Erschienen in DER STANDARD Printausgabe 27.4. 2006

27. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Redezeit Blog

Redezeit, mein monatlicher Diskussionsabend im Rabenhof-Theater hat jetzt einen eigenen Blog. Oder sagt man "ein eigenes Blog"? Wie auch immer, hier gehts dahin --> Andrea Maria Dusls Redezeit Blog Mit Feedburner und Podcast.

27. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Der Dichter ist stets neger*

FA-Dichter.jpg

Kann man davon denn leben?“ ist eine Frage, die Schriftsteller nach Lesungen zu hören bekommen.
Darauf gibt es zumindest drei korrekte Antworten: „Nein.“ „Ja.“ „Einer schon.“ Es kommt nur darauf
an, was mit „davon“ genau gemeint ist. Allein vom Schreiben, sprich: vom Verkauf der Bücher,
kann hierzulande kaum jemand leben.

Dusilation für Falter 17/2006

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* neger, adj.; Austriazismus für pleite, verarmt..

24. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Urassen

Liebe Frau Andrea,

das Jahr des Mozart-Hypes feiert sich selbst - mit unzähligen Veranstaltungen, die unter anderem auch mit Wildplakaten beworben werden. Die nahezu unbegrenzte Verfügbarkeit dieser Plakate - ein wahrliches "urassen" - ließ mich kreativ werden: ich forme daraus Mozartplakat-Würste und ein Mozartplakathaut-Tipi. Ich verwende den Ausdruck "Urassen" im Sinne von "genug haben davon" bzw. "verschwenderisch umgehen mit etwas". Liege ich völlig falsch? Bitte um Aufklärung über den Begriff "Urassen".

Vielen Dank vorab,
Rudi, urbaner Volxkünstler

Lieber Rudi,

unser feuriger Begriff kommt trotz seiner tschechischen Anmutung - urazi heisst in Böhmen und Mähren “verletzt”, “beleidigt” - direkt aus dem althochdeutschen Mittelalter. Urazi ist in der Sprache unserer etymologischen Urschtrumpftanten das “Vielfressen”. Der Ausdruck entspricht unserem heutigen "überessen". Die Silbe “ur” ist unser heutiges “über”, wir kennen sie aus Urfahr (die Überfahrt) an der Donau. Das Verb “azzen” bezeichnete im althochdeutschen das Füttern und Speisen. Jagdvögel werden in Ermangelung modernerer Vokabel heute noch geatzt (geäst). Ob die mozartjährliche Überplakatierung ein Urassen ist, bleibt Ihrem sprachlichen Feingefühl überlassen. Die Idee, die unerträglichen Wolferlposter zu schreddern und den Plakatbrät in Amdeussalamis zu verwursten, heisse ich auf jeden Fall schon aus optischen Gründen willkommen.
www.comandantina.com dusl@falter.at

Für Falter 17/2006

24. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Redezeit ::: Sonntag 23.4. 20h im Rabenhof

Die sprachlose Republik.
Warum in Österreich nur mehr verlautbart
und nicht mehr diskutiert wird.

Gäste von Andrea Maria Dusl sind die Kolumnistin Doris Knecht, der Talkmaster Hermes Phettberg, der Historiker Lothar Höbelt und der Kabarettist Werner Schneyder.

Sonntag, 23. April, 20 Uhr
Theater im Rabenhof
3., Rabeng. 3
Tel. 712 82 82

Der Indie-Kanal okto
sendet Redezeit am
Samstag, 29.4. um 20:00

Download FM4 Interview vom 22.4. (1,7 MB) - Andrea zu Gast bei Connected's Natalie Brunner.


RZ-Redezeit-Sessel.jpgDEBATTIERCLUB Die Regisseurin und Falter-Kolumnistin Andrea Maria Dusl will die öffentliche Debattierkultur wieder beleben und startet im Rabenhof die monatliche Diskussionsveranstaltung „Redezeit“. THOMAS PRLIC in Falter 16/2006

Es ist schon ein Weilchen her, da saß Andrea Maria Dusl vor ihrem Fernsehkastl, und schaute sich eine alte Aufzeichnung des „Club 2“ an. In der legendären ORF-Debattierrunde stritten Günther Nenning, Rudi Dutschke und Daniel Cohn-Bendit miteinander. „Mir fiel die Kinnlade runter. Das war so interessant und gleichzeitig eine völlig andere Art von Debattenkultur“, erzählt die Filmemacherin und Falter-Kolumnistin, die so auf die Idee kam, das Club 2-Prinzip in einer Diskussionsveranstaltung wieder aufleben zu lassen.

Ursprünglich habe sie jemanden anstiften wollen, so etwas zu veranstalten, erzählt Dusl, aber weil das Anstiften noch mühsamer sei als das Selbermachen macht sie im Diskutierclub jetzt selbst die Moderatorin und Gastgeberin. Kommenden Sonntag (23.4.) findet im Rabenhoftheater die erste Ausgabe von „Redezeit“ statt, wie die monatliche Diskursrunde heißen wird. Als Gäste hat sich Dusl den Kabarettisten und Ex-Boxer Werner Schneyder, die Kolumnistin Doris Knecht, Predigtdiener Hermes Phettberg und den FPÖ-nahen Historiker und Uniprofessor Lothar Höbelt eingeladen, die zur Premiere gewissermaßen übers Reden reden werden. Das Thema der ersten Runde: „Die sprachlose Republik. Warum in Österreich nur mehr verlautbart und nicht mehr diskutiert wird.“

In Deutschland, sagt Dusl, habe jeder Sender ein sogenanntes Talk-Format, „bei uns gibt es nur Plauschrunden, aber keine politischen und gesellschaftspolitischen Diskussionen.“ Wobei Redezeit zwar als Live-Diskussion im Rabenhoftheater angelegt ist, beim Wiener Community-TV-Kanal Okto aber auch im Kabelfernsehen laufen wird und über ein eigenes Weblog als Podcast anschaubar sein soll. Als Diskutanten hat die Moderatorin fürs erste Mal Leute ausgesucht, die sich in der einen oder anderen Form professionell mit dem Thema Reden oder öffentlicher Meinung beschäftigen. Auf Politiker hat sie jedoch absichtlich verzichtet. „Die würden das sofort für ihre Zwecke umfunktionieren.“

Der Theaterkontext kommt Dusl für die Diskussionsrunde gar nicht ungelegen – so sei man näher am Publikum. Die Diskutanten sollen aber nicht auf der Bühne sitzen. Damit das Publikum nicht ehrfürchtig zur Diskutierrunde aufschauen muss, sondern ganz demokratisch auf sie runterblicken kann, werden die ersten paar Sitzreihen im Rabenhof für die Gäste-Couches abgebaut. Falls sich Zuschauer beteiligen wollen, wird es auch ein Mikrofon für Publikumswortmeldungen geben.

Dabei ist Dusl sehr wohl klar, dass der legendäre Club 2 heute sehr verklärt in Erinnerung ist. Dass es in der Redezeit fad werden könnte, darüber macht sie sich aber keine Sorgen: „Ich will ja selber spannende Sachen hören. Und ich habe auch nicht vor, irgendwelche Tabus einzuführen.“ Die Veranstaltungsreihe will die Regisseurin trotzdem nicht als Show missverstanden wissen, „ich sehe das im Dienste der Aufklärung“. Zeitbegrenzung soll es beim Diskutieren keine geben, einfach so auslaufen lassen will die Moderatorin den Debattierabend aber auch nicht. Das Ende will Dusl jedenfalls möglichst rechtzeitig ansetzen – nämlich bevor die Zuschauer genug haben, und nicht erst, wenn sie schon genug haben.

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Redezeit, 23.4., 20 Uhr, mit Werner Schneyder, Doris Knecht, Hermes Phettberg, Lothar Höbelt; im Rabenhof, 3., Rabeng. 3, Tel. 712 82 82, www.rabenhof.at, www.redezeit.at, http://okto.tv/

18. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (1) Pings




I haaß Adolf, du haaßt Adolf...

...„Guten Tag, mein Name ist Hitlerike“: Vor dem zweiten Weltkrieg war es keine ungewöhnliche Idee, weibliche Vornamen aus dem Familiennamen des Reichskanzlers abzuleiten. Auch auf „Adolf“ wurden Kinder gerne getauft...
Zitate aus dem Falter-Artikel von SASKIA JUNGNIKL und NICOLA LÖWENSTEIN in Falter 16/2006

...„Adolf“ stammt vom altgermanischen Namen „adal wolf“ ab, was „edler Wolf“ bedeutet. Vor dem zweiten Weltkrieg war „Adolf“ ähnlich gewöhnlich und beliebt wie „Rudolf“. Einen ersten Aufschwung erlebte der Vorname nach dem gescheiterten Hitlerputsch von 1923. Bis zur Machtübernahme im Jahr 1933 trugen in München etwa 0,5 Prozent der männlichen Neugeborenen den Namen „Adolf“, bis 1941 verfünffachte sich dieser Wert, obwohl das Vorbild dies gar nicht wünschte. Die Historiker Wolffsohn und Brechenmacher vermuten, der psychische Druck sei während des Nazi-Regimes auch in Bezug auf Namen so groß gewesen, dass viele „keineswegs überzeugten Nazis den Weg des geringsten Widerstandes“ wählten. Nach 1941 sank die Häufigkeit von neugeborenen „Adolfs“ proportional zum Siegesglauben des Volkes gegen null Prozent. Nur noch überzeugte Nazis wählten den nun geprägten „Führer“-Namen für ihre Söhne...

FA-Adolf.jpg
Dusilation für Falter 16/2006

...Wie viele Männer in Österreich heute noch mit dem vorbelasteten Namen leben müssen,
ist unklar, da vor 1984 keine Statistiken über Namensgebung verfügbar sind. Das
Österreichische Telefonbuch spuckt 13.046 Einträge mit dem Vornamen „Adolf“ aus.
Manche dieser Menschen haben an ihrem Namen wohl schwer zu heben. Leidtragende
gibt es allerdings nicht nur im deutschen Sprachraum. Schließlich schlepp(t)en Frauen
aus der ehemaligen Sowjetunion den nicht weniger prägnanten Namen „Stalina“ mit
sich herum...

Kolaric.jpg
So sah das berühmtge Kolaric-Plakat der Aktion
Mitmensch aus den 70ties aus, die Vorlage für die
Adolf-Illustration oben.
Klickedicklick! für grössere Ansicht

17. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments (0) Pings




Falter-Cover ::: Hanns Koren

FA-Cover-Stmk-16-Koren.jpg

Das Cover umspielt den Mythos Hanns Koren, der dieser Tage 100 geworden wäre. Der Steirer
mit der Oberlippenbürste war völkisch-nationaler Volkskundler, Katholik und Volksparteiler,
Dozent der Volkskunde, Abgeordneter zum Nationalrat, Landeshauptmannstellvertreter und
initiierte zahlreiche kulturelle Projekte, zu deren bekanntesten wohl der "steirische herbst"
gehört.

Heute spielt Koren hintergründig immer noch eine Rolle. Etwa wenn Styria-Verlagsmogul
Pirker von der "Tiefe" und der "Breite" spricht, die die Provinz-Monopol-Gazette Kleine
Zeitung "erfolgreich abdecke". Das Bild der österreichische Volkspartei, diese bisweilen
skuril zusammengemixte Kollage aus Tradition und Moderne führt grosse Teile ihres
Heimat-Wahnsinn direkt auf Erzherzog Johann zurück. Zentraler Knoten dieser
Entwicklungslinie war Hanns Koren.

Dusilation für das Steiermak-Cover 16/2006

14. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Oarschwasser

Liebe Frau Andrea, ein guter Freund warf die unzweifelhaft altwienerische Redewendung "do wird an jo des Oarschwasser kochat" in die gesellige Tafelrunde. Wo befindet sich diese periphere körperliche Wasserreserve und welchem evolutionären Sprung entstammt sie? Haben wir ein biologisches Ventil, um den durch den Erhitzungsprozess erzeugten Druck unbeschadet zu überstehen - oder z'reißt es die Betroffenen schlicht und einfach irgendwann? Und wenn das "Oarschwasser" kocht, welche Auswirkungen spüren die Betroffenen bzw. können sie jemals wieder normal sitzen? Fragen über Fragen die auf Ihre wie immer kompetente und rettende Antwort warten. Vielen Dank vorab,
Thomas, Alsergrund

Lieber Thomas, der blumige Ausruf ist tatsächlich urwienerisch und kommt aus einem Vokabularium, dem auch die Zornformeln “Da geht ma es G’impfte auf!” oder “So kumman ma do die Kabel aussa!” entstammen. Originär wird der Ausdruck, wenn sie den Aggregatszustand des Arschwassers statt “kochat” - kochend mit dem wienerischen “siadat” - siedend beschreiben. Der anatomische Ort, an dem wir die gluteomaximale Wasseransammlung finden wollen, ist aber nicht innerhalb des Körpers, wie Sie vermuten, also nicht Teil des gastrointestinalen Systems, sondern ausserhalb. Das Oarschwossa ist nämlich der kalte Schweiss auf den Pobacken. Dieses siedet in Zeiten grossen Zorns und sommerlicher Hitze. In beiden Fällen wäre es schmähtechnisch angebracht, vom “Oarschwossasiadn” zu sprechen.www.comandantina.com dusl@falter.at

14. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Showtime ::: Musikkiosk 15. April

Der Musikkiosk ist ein cooler Indoor-Würstlstand mit Musik. Und da legen
wir am 15. April tiefschwarze Musik auf, die man Funk nennt. Die Funkberater
sind wir: Andrea Maria Dusl (Comandantina) und Peter Dusl (Petnic).

Hier das wie und wo. (Die Funkberatung fände von 10 bis 1 statt):

musikkiosk-KW15.jpg

Wie man da hinkommt hier:

Anreise:

kiosk-map.jpgKIOSK
Schleifmühlgasse 7 (Ecke Margaretenstraße) - 1040 Wien
Tel. & Fax: +43-1-585 40 77
musikkiosk@wienschau.at
Aperto: Mo-Sa 18-4 Uhr (DJs ab 22 Uhr), So u. Feiertag chiuso.

Öffentliche Verkehrsmittel
U1 (Karlsplatz, Taubstummengasse)
U2 (Karlsplatz)
U4 (Karlsplatz, Kettenbrückengasse)
59A (Schleifmühlgasse bzw. Preßgasse o. Bärenmühlendurchgang)
62, 65 (Paulanergasse)
WLB - Badner Bahn (Paulanergasse)
N62 (Schleifmühlgasse; Haltestelle direkt vor dem Lokal)
Mehrere Nachtbusse bei der Oper
Vor dem Kiosk herrscht während der Nacht reger Taxiverkehr

13. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments (0) Pings




Gratis in Graz

In der Steiermark gibt es seit mehr als 20 Jahren eine unglaubliche Dichte an Gratiszeitungen, die Markt und Menschen kaputt machen, mit ihrem Mix aus Szene-Proll, Boulevard brutal, Schmuddelanzeigen, lokaler Nichtigkeiten und Public-Relation-Politik. Jetzt kommen auch noch zwei neue Gratis-Tageszeitungen in die Steiermark.

Zum Falter-Artikel
.

FA-Cover-Gratis.jpg
Dusilation für das Steiermark-Falter-Cover 15/2006


Links: Mein Scribble fürs Cover. Rechts: So sah's dann aus.

FA-Scribble-Stmk-Cover-15.jpg FA-Total-umsonst-Stmk-Cover-15.jpg

Grossaufnahme der fingierten Gratis-Gazette:

FA-Gratis-Heftl.jpg

12. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Banker sind Zocker

Ins Bild klicken!
FA-Hedgefonds.jpg

Hedgefonds sind ure leinwand. Die Welt der Banken und die der Casinos sind einander nicht so unähnlich, wie der wollrote Fall des BAWAG-Zockers Flöttl illustriert.

Dusilation für Falter 15/2006

11. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Balkonien

Karl-Schranz.jpgLiebe Frau Andrea,

als Ex-Wahl-Grazer und nunmehrigen Wahl-Wiener wunderte ich mich bei meinem letzten Grazbesuch über die dortige Fülle an Balkönern, an deren Seltenheit die Wienerstadt meiner Meinung nach doch sehr leidet. Erklärungsversuche anhand des Breitengrades scheitern ob ihrer hohen Dichte in einigen nördlicheren Gefilden. Hätten sie eine Erklärung auf Lager?

Dank & Gruß,
Andi, Internet

Lieber Andi,

die balkonare Schütterheit der Wiener Fassaden hat durchaus klimatische Gründe. Im Gegensatz zum Grazer Wetter, das gerne wie ein staubiger Wattegupf über der Stadt sitzt, bläst und tost es in Wien seit Menschengedenken. Keine günstige Konstellation für die Entwicklung einer mediterranen Balkonkultur. Auch den Erker, der im föhngepeitschten Innsbruck von jeder Hauswand lacht, kennen die Wiener nur als gründerzeitliches Architekturdetail. Im Gegensatz zu den Grazern pflegen die Wiener allerdings das Genre des politischen Balkons. Von grosser Nachhaltigkeit auf die Geschichtsbebilderung der Republik ist der Balkon des oberen Belvedere, auf dem Leopold Figl und Kollegen ihre Staatsvertragsunterschriften präsentierten. Berüchtigt auch der pompöse Balkon der Neuen Hofburg, auf der Adolf Hitler den “Eintritt seiner Heimat in das deutsche Reich” verkündete. Später sollten dort Nobelpreisträger Eli Wiesel und Simon Wiesenthal mahnende Worte an das Lichtermeer richten. Die berühmte Bejubelung nahm Karl Schranz übrigens auf dem Ballhausplatzbalkon entgegen. www.comandantina.com dusl@falter.at

Für Falter 15/2006

10. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Dancing Stars

"They Shoot Horses, Don't They?" (Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss) hiess Sidney Pollacks Film über eine gnadenlose Wett-Tanz-Show. Dancing Stars ist das Remake - auf funny und promi. Die Küniglberg-Tanz-Schau ist Opernball mal Starmania diviert durch Völkerball und bedient die niedrigen Publikumsinstinkte all dieser Formate. Die Zuseher geniessen den Voyeurismus des Schlechte-Fetzen-Schauns und die billige Freude jede Woche ein Idol stürzen zu sehen.

Die These, wonach hier Werte eine Renaissance erfahren, teile ich. Gute Werte sind das nicht, denn die postulierte Rückkehr zu klassischen Mann-Frau-Rollenbildern hat nicht mehr als parodistische Qualität. Als Show betrachtet mangelt es Dancing Stars zumindest nicht an quotentauglichen Ingredienzien.

Fussballer in Tanzfracks und dicke Sängerinnen in Seidenfummel sind zumindest nicht unlustig. Telefonabstimmungen täuschen demokratische Zustände vor und eine fachkundige Jury bürgt für professionellen Touch. Dass das Gehopse keine Competition sondern ein grosser Schmieren-Karl ist hat bisher nur einer begriffen: Der grandiose Operettendirektor Harald Serafin.

Für die Fernsehseite des Kurier vom 7.April 2006

6. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (4) Comments (0) Pings




Heavy Burschi Clip

hbdvdbestellcover.gifHeavy Burschi hat Zoff mit seiner Freundin Rita.
Grund für den Kelch, wie man in Wien sagt:
Heavy Burschi ist mit dem gemeinsamen
Söhnchen Pauli im Wettcafé gewesen. Rita
findet das unmöglich und hat Burschi aus
der Wohnung geschmissen. Heavy Burschi
aber bemüht sich und kauft Söhnchen Pauli
"neue Schuhe" im Caritas-Second-Hand-Laden:
"Super Schuhe für unser super Kind".
Wird ihm Rita diesmal verzeihen?

Für alle, die Heavy Burschi bei Berlin36 und der Diagonale 06 versäumt haben und nicht warten wollen, bis der schmutzige kleine Film ins Kino kommt (darüber bald mehr) gibts hier den kompletten Heavy-Burschi-Film als Quicktime-Clip:

Heavy Burschi (ab Quicktime 7)

36 oder: Heavy Burschi ruft bei Rita an und sagt es tut ihm leid
Feature l 5 minutes l 35mm Blow-Up from 10fps AVI l colour l stereo l 4:3 l shooting: 2005

Heavy Burschi: Christoph Grissemann
Screenplay & Direction: Andrea Maria Dusl
Cinematography: Andrea Maria Dusl
Editing: Karina Ressler
Ritas Stimme: Christina Matzenauer
Music: Peter Dusl
Postproduction: Thomas Schneider
Blow-Up and Postproductive Tuning: Kurt Hennrich 1z1 Screenworks
Producer: Andrea Maria Dusl
Production: Ateliers Dhaulagiri, Wien, 2005

3. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Falter-Cover ::: Die Ducks im Pech

FA-Cover-Geldspeicher-solo.jpg

Neulich im Geldspeicher der Bank für Arbeit und Wirtschaft. SPÖ-Chef Gusinald und ÖGB-
Boss Onkel Verzentnobert verstehen die Welt nicht mehr. Die Ducks in Pech.
Entenhausenkanzler Wolfgang Klever und Finanzgans Gustav Grasser lachen
sich ins Fäustchen. Ihr Zaster ist an einem sicheren Ort. Eine Frage bleibt:
Steckt hinter dem Desaster gar Gundel Gehrerley?

Cover-Dusilation für Falter 14/2006

Das war die Version, wie sie dann auch aufs Cover kam.

Ursprünglich sah das Drama im Geldspeicher anders aus. Die Ducks musste
ich für den Falter aus dem Bild nehmen, weil Entenhausen in solchen Fällen
nicht spasst und zur Klagekeule greift. Und wir wollen mal hoffen, dass sowas
hier im Bureau nicht passiert. Hier also der ursprüngliche Entwurf:

(Für grosse Variante ins Büdel eineklicken)

FA-Cover-Geldspeicher.jpg

Im Blattinneren gabs dann Details vom Drama im Geldspeicher (auch hier erst die entenlose
und dann die duckige Version):

FA-Geldspeichervignetten.jpg

Ursprünglich wären die vier Einzelvignetten so geplant gewesen:

FA-Geldspeicher-Gusinald.jpg

SPÖ-Chef Gusinald und der mittlerweile zurückgetretene
ÖGB-Boss Onkel Verzetnobert.

Dusilationen für Falter 14/2006

3. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments (0) Pings




Saunakörperkultur

Goldentime-Sauna.jpgLiebe Frau Dusl,

im Zuge der Affaire um einen Wiener Kriminalisten und seine angeblichen Verbindungen zur örtlichen Aufguss-Szene konnte man auch von einer "FKK-Sauna" hören, lesen und sehen. Da stellen sich mir als Neo-Wiener folgende Fragen: Was genau ist eine FKK-Sauna? Gibt es in Österreich auch die Textil-Sauna? Was genau trägt man in so einer Textil-Sauna? Das kleine Schwarze oder doch eher Frack und großes Abendkleid? Helfen Sie mir, bitte!

Ihr Richard Teuschler, Wien 18

Lieber Richard,

das Baden hat in Wien eine lange Tradition, die bis ins frühe Mittelalter, ja vermutlich noch in römische Zeit zurückführt. Dabei darf angenommen werden, daß Baden und Budern, bis auf allerprüdeste Abschnitte in der Sittengeschichte, stets gemeinsam unternommen wurden. Die wienerische Variante der finnischen Sauna legt zwar viel Wert auf Wacheln und Schwitzen, vergisst dabei aber nie die erotische Komponente. In einigen Saunas begegnet man dieser Naturkonstante mit einer Etiquettte, die das Tragen von Saunakilts und um Busen und Po geschlungener Frotteetücher vorsieht. Das Bekleidungsschema entspräche der von Ihnen insinuierten “Textil-Sauna” und mag wohl dazu dienen, die Körperspannung etwas zu entlasten. Eine Sauna vom Typus “Goldentime Simmering” erlaubt in ihrem Dresscode “etwas um die Hüften”, schreibt es aber keineswegs vor. Zu massageartigen Begegnungen Unbekleideter kommt es ohnedies erst ausserhalb der 100°-Zone im Anschluss an Hasenparties, Wet-T-Shirt-Contests und anderem hocherotischen Schnickschnack. www.comandantina.com dusl@falter.at

Für Falter 14/2006

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Weiterführendes vor Ort: Goldentime Sauna.
Verführerische Bilder unter "Galerie".

3. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Es lebe die Aufsicht!

FA-Afusichstrat.jpg

Macht braucht Kontrolle. Auch in der grünen Mark: Hinter den einflussreichsten Vorständen des
Landes sitzen meist noch einflussreichere Aufsichtsräte. Es ist ein kompaktes, überschaubares
Machtssystem, in dem dieselben Personen in wechselnden Rollen auftreten.

Dusilation für den Steiermark-Falter 14/2006

2. April 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




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