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Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Bumstinazl
Servus, liebe Frau Andrea,
in letzter Zeit verwendet meine Freundin immer wieder den Spruch: "Na bumst da Nazl". muß ich befürchten dass sie sich rechtsradikale Parolen angeeignet hat? Erschwerend kommt hinzu, dass sie diesen Spruch meist beim Wechseln der Windel unseres Sohnes verwendet.
Danke für Ihre Antwort, Michael, Liesing
Lieber Michael,
die Hintergründe dieses Spruchs liegen tief in den Nebeln der Vergangenheit. Es gibt zwei Lösungsansätze, einer böse und ideologisch, der andere harmlos und religiös. Wir alle kennen Ausrufe wie Jessasmaria! (Jesus-Maria) oder Marantjosef! (Maria und Josef). Früher war man in Notsituationen durchaus versucht, auch einen der hunderten Schutzheiligen anzurufen. Solch ein Schutzheiliger ist der Heilige Ignatius von Loyola. Der Gründer des Jesuitenordens war nicht nur begabt im Errichten einer katholischen Eliteorganistation und dem Protrudieren von Gebetstränen, er gilt auch als Protektor der Kinder und Antidämon von Gewissensbissen, Flöhen und Zauberei. “Bumsti, Nazl” (die Kurzform von Ignatius) mag also seinen Ursprung im Anrufen des Heiligen bei Kinderunglück aller Art haben. Profaner ist die Deutung von Bumstinazl als “Bumst-der-Nazi”, das ein Echo aus den dreißiger Jahren gelten könnte, als man auf diese Weise Sprengstoffattentate der illegalen Nationalsozialisten, leicht verschlüsselt, zustimmend kommentierte. Es sei Ihrer Phantasie überlassen, welche Version beim Anblick einer vollen Windel angebracht ist. www.comandantina.com dusl@falter.at
Für Falter 08/2006
20. Februar 2006 © Andrea Maria Dusl
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