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Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Hatschen & Budern
Liebe Frau Andrea!
1.) Die Ähnlichkeit des österreichischen Verbs „Hatschen“ mit dem arabischen „Hadj“ nach Mekka finde ich frappierend. Gibt es da einen Zusammenhang?
2.) Woher stammt eigentlich das Wort „Budl“ (für den Tresen)? Und das ganz ähnlich klingende Fortpflanzungsverb – was hat das dann wieder mit der „Budl“ zu tun?
Liebe Grüße von Heidi, übrigens eine große Verehrerin des Films „Blue Moon“.
Liebe Heidi,
das Hatschen, wie das mühevollen Wandern über lange Distanzen im Wienerischen genannt wird, hat nur scheinbar mit dem Haddsch, (auch Hadsch, Hadj oder Hajj), der islamischen Pilgerfahrt nach Mekka zu tun. Unser Hatschen kommt wie das Hutschen und Hätscheln von einer Wort, das Wiegen, Schwanken, Streicheln bedeutet. Das arabische Wort „Haddsch“, mit dem die alljährliche Wallfahrt der Moslems nach Mekka bezeichnet wird, kommt von einer Wurzel, die ursprünglich bedeutete „sich irgendwo hin zu begeben“ und ist mit der Vorstellung verbunden, daß dies oft oder immer wieder geschieht. Eine ebenso wiederkehrende, gelegentlich weniger heilige, aber durchaus rhythmische Tätigkeit ist das “Budern”. Damit wird nicht nur die schönste Nebensache der Welt bezeichnet, sondern jegliches Herumgestosse. Das Wort bedeutet Schlagen, Stossen oder Klopfen. Schnell zusammengebudert ist daher auch die Verkaufsbude, die schnell gezimmerte Wiener Budel.
www.comandantina.com dusl@falter.at
4. April 2005 © Andrea Maria Dusl
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Kommentare
Guten Tag,
danke für das regelmäßige Wörterklauben, dem auch ich erlegen bin. Zur Sache: Es gibt noch eine andere Herleitung von 'hatschen', nämlich die mittelhochdeutsche Ente, "Hatsche".
mit bestem Gruß, Georg SommereggerGeorg Sommeregger | 07.04.05 21:27
nicht alles was hatscht ist ein vergleich
hatschi bankhofer | 13.04.05 13:12
liebe frau andrea.
in einem kommentar auf einen post in meinem weblog (http://boomerang.twoday.net/stories/717334/ ) hab ich erfahren,
dass sie mit der etymologie des wienerischen recht gut beschlagen sind.
ich hätte den "hadsch" eben auch als vorfahre vom "hadscher" erachtet - aber wenn sie´s sagen.
dass eine budl schnell zusammengebudert wird, kann ich nachvollziehen,
dass jedoch hatschen von hutschen herrührt, kann ich nur für den beschwerlichen gang älterer leute in erwägung ziehen. haben sie einen link oder buchtipp, der ihnen diesbezüglich als wissensquelle dient - ich wäre ihnen sehr dankbar.boomerang | 25.05.05 13:31
Na zum Beispiel gleich das Beste vom Besten,
das Wörterbuch der Gebrüder Grimm:http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemid=GA00001
Andrea Maria Dusl | 25.05.05 13:56
Liebe Frau Andrea,
ich komme noch einmal kurz, und des Aha-Erkenntnisses wegen, auf "hatschen" zurück. Und möchte mich folgend korrigieren: laut Grimms Wörterbuch ist 'Hatsche, Hätsche, f., [...] wahrscheinlicher [...] nach dem eigenthümlichen gange des vogels gebildet, s. hatschen'. Rasch umgeblättert findet man:"hatschen, hätschen, verb. ein mundartlich weit verbreitetes, lautmalendes wort. 1. es gilt vom schleifenden, schleppenden gange, wie er namentlich durch alles nicht fest an den füssen sitzendes schuhwerk hervorgerufen wird, so im gröszten theile von Ober- und Mitteldeutschland." Es ist also so daß die alte Ente, die Hatsche, den Namen vom hatschen hat, und nicht das hatschen von der Hatsche kommt.
mit freundlichem Gruß, GeorgGeorg Sommeregger | 13.07.05 15:51



