Adam Wehsely-Swiczinsky 

Adam Wehsely-Swiczinsky, geb. 25. Juni 1971 in Wien, ist ein österreichischer Industriedesigner, Gitarrenbaumeister und Musiker. Er ist Inhaber von MADA Guitars (Guitars & Design Adam Wehsely-Swiczinsky).

Leben

Adam Wehsely-Swiczinsky ist der Sohn des österreichischen Architekten Helmut Swiczinsky und dessen Ehefrau Hilda. Seine Geschwister sind die österreichische Animationsfilmerin und Illustratorin Nana Swiczinsky und der österreichische Animationsfilmregisseur Benjamin Swiczinsky. Adam Wehsely-Swiczinsky ist mit der österreichischen Managerin Tanja Wehsely verheiratet und hat einen Sohn.

Ausbildung

Nach der Absolvierung der alternativen Hauptschule E.S.L Coop von 1986 bis 1990 besuchte Adam Wehsely-Swiczinsky das Bundesrealgymnasium II in der Vereinsgasse, das er mit der Matura abschloss. Zwischen 1990 und 1994 arbeitete er autodidaktisch als Instrumentenbauer, Musiker und Tischler. 

1991, im Alter von 20 Jahren, zog Adam Wehsely-Swiczinsky in die USA, um sich seinen Jugendtraum zu erfüllen und in Los Angeles Gitarrenbau zu erlernen. Seit seinem dreizehnten Lebensjahr Sänger und Musiker hatte er den Wunsch, ein eigenes, selbst entworfenes und selbst geschaffenes Instrument zu spielen. Bei diesem Vorhaben unterstützten ihn die Gitarrenbau-Legenden Big Jim und John Carruthers, zwei führende Gitarrenbauer Südkaliforniens, die seit mittlerweile über 50 Jahren weltbekannte Musiker mit hochwertigen, maßgefertigten Instrumenten versorgen.

1999 legte Adam Wehsely-Swiczinsky die Externisten-Lehrabschlussprüfung der Tischlerlehre ab. Von 1994 bis 2000 studierte er Industriedesign an der Universität für angewandte Kunst Wien. 2000 schloss er das Studium mit Auszeichnung als Mag. Art. ab. Nach mehrjähriger Vorbereitungszeit mit hilfreichen Reviews von Nupi Jenner und Geigenbauer Martin Rainer schloss er 2017 die Externistenausbildung zum Zupf- und Streichinstrumentenerzeuger an der HTBLA Hallstatt als Meister ab. 

Im Instrumentenbau ist Designer Adam Wehsely-Swiczinsky Nachhaltigkeit wichtig. Das Industrial Design Studium schloss er mit einem neuartigen Akustikgitarenkonzept (MADA Suoca) aus Hanfzellulose ab.

Musik

* 1983-1986: Gitarre und Gesang „Flohaufen“ aka „Fleaheap“ (Classic Rock), Wien.
* 1986-1993 : Gitarre und Gesang bei „Moon 44“ (Grunge), Wien.
* 2005 bis heute: Gitarre, Bass und Gesang bei „Extra:Gone“ (Disco Rock), Wien-Niederösterreich.
* 2008-2012: Gitarre bei „mind.in.a.box live“ (Electro Goth), Europatour, Kanada und Moskau.
* 2008-2013: Gitarre bei „Hornyphon“ (Stoner Rock), Wien.
* 2010: Bass bei „Sivan Perver & Willi Resetarits“ (Folklore), Flüchtlingsball, Konzerthaus, Gasometer.
* 2010 bis heute: Gitarre und Gesang bei „Goatmen“ (Rock, Triphop), Wien.
* 2024 bis heute: Bass und Gesang bei „The Makers“ Instrumentenbauerband (Soul), Wien.

Gitarrenbau

In der Wiener Hollandstraße 9, im Zweiten Wiener Gemeindebezirk gelegen betreibt Adam Wehsely-Swiczinsky seit 2000 MADA Gitarrenbau (Guitars) – Adam Wehsely-Swiczinsky. Die Firma ist seit 2017 Meisterbetrieb, er beschäftigt sich mit dem nachhaltigen Bau von akustischen, halbakustischen und elektrischen Gitarren, Bässen, sowie dem Sonderinstrumentenbau aus heimischen Hölzern aus Wien und Umgebung.

Wehsely-Swiczinsky baut etwa 5 Gitarren pro Jahr. Auch wenn die meisten davon auf eigenen Modellen beruhen, sind die Instrumente Einzelstücke. Halsprofile, Holz, Klangvorstellungen und Mensuren werden an die jeweiligen Musiker·innen angepasst.

Repariert und restauriert werden in Wehsely-Swiczinskys Werkstatt im Karmeliterviertel hingegen ca. 500 Instrumente. Im Rahmen von Wehsely-Swiczinskys Reparatur-Philosophie gibt es kaum ein Instrument, das nicht mehr restauriert werden kann. Ein Gitarrenkopfbruch sei kein Genickbruch, so der Gitarrenbauer und Designer. Auch Lackierungen, ob mit Nitrocellulose, Polyurethan oder Schellack können in Wehsely-Swiczinskys Werkstatt wiederhergestellt werden. Kratzende Potentiometer sind leicht getauscht.

Wiens Gitarrenbauszene versteht sich als lebendige Community. So helfen einander Gitarrenbauer mit Tips und Tricks gegenseitig aus. 2007 entwickelte Adam Wehsely-Swiczinsky mit dem Gitarrenbaumeister Andreas Neubauer das Hanfgitarrenkonzept zur halbakustischen Bauweise des Gitarrenmodells „MADA Caimes“ weiter.

Seit 2024 kooperiert Wehsely-Swiczinsky immer wieder mit dem Gitarrenbaumeister Johannes Auly. So wurde für Bernhard Schimpelberger ein elektrisches Mbira-Einzelstück entworfen und gebaut, und 2025 für Christoph Gruber unter Mitwirkung von Frank Deimel (Deimel Guitarworks) die einzigartige Super-Leichtgewicht-Gitarre „JAFmaster“ entwickelt. 

Industrial Design

Bereits vor seinem Studienabschluss an der Wiener Universität für angewandte Kunst im Jahr 2000 arbeitete Adam Wehsely-Swiczinsky in Architekturbüros als Designer, Modellbauer, Messebauer und Tischler. Nach dem Studium gründete er das Industrial Design Studio AWS Designteam. Von 2000 bis 2003 war Wehsely-Swiczinsky Leiter der Designabteilung für Skibindungen bei TYROLIA (HEAD Sports). Wehsely-Swiczinsky wurde mit zahlreichen Designpreisen ausgezeichnet. Von den Skibindungen, die der Designer für den Skibindungshersteller entworfen hat wurden bis 2025 10 Millionen Stück verkauft. 

Adam Wehsely-Swiczinskys Produkte und Entwürfe wurden in Ausstellungen und Messen, etwa bei Präsentationen von „PAD goes international“ in New York, Tokyo, London und Barcelona, 2008 bei Design Match 08 in Prag, auf der Palermo Design Week, sowie 2009 und 2011 bei der Vienna Design Week ausgestellt.

Trivia

Der Markenname MADA ist ein rückwärtsläufiges Anagramm von Wehsely-Swiczinsky Vornamen „Adam“.

Endorser

2009 spielte der US-amerikanische Country-Sänger, Gitarrist und Songwriter Willie Nelson am Timesquare in New York eine von Adam Wehsely-Swiczinsky gebaute „Mada Caimes“. Die halbakustische Gitarre wird schließlich vom Hard Rock Cafe ersteigert.

Ehrenämter

* 2013-2017: Obmann des Elternvereins des Erich Fried Gymnasiums in Wien.
* 2014-2020: Manager des Expertenclusters für Industrial Design der Design Austria.
* 2017-2023: Obmann der Initiative Neue Wirtschaft.
* Ab  november 2022: Schatzmeister und Vorstandsmitglied der European Guitar Builers (EGB).
* 2025: Kandidatur als Listenzweiter des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands in der Sparte Kunsthandwerk bei der Wirtschaftskammerwahl in Wien.

Lehrtätigkeit

* 2000-2003: Lehrtätigkeit als Industrial Designer für Kunststofftechniker am TGM Technologisches Gewerbemuseum Wien.
* 2002, 2005: Lehrbeauftragter für Industrial Design an der Universität für angewandte Kunst Wien, Klasse Bořek Šípek.
* März 2020-Juni 2021: Lehrtätigkeit für Industrial Design an der Fachhochschule Technikum Wien im Studiengang „human factor and sports engineering“.
* 2024: Instrumentenbau-Coach am Instrumentenbau Seminar Rapottenstin von Gitarrenbaumeister Nupi Jenner.

Ausstellungen und Messen

* 2007: Pure Austrian Design (PAD) goes international, New York, Tokyo, London und Barcelona.
* 2008: Design Match 08, Prag.
* 2008: Design Week, Palermo.
* 2009, 2011: Vienna Design Week, Ausstellung von Produkten und Entwürfe Wehsely-Swiczinskys.
* 2022: MIGS, Montreux, Aussteller mit MADA Guitars.
* 2024: Out Now, Museum für Angewandte Kunst (MAK) Wien.
* 2023: Guitar Summit Mannheim, Aussteller mit MADA Guitars.
* 2024: Guitar Show Padua, Aussteller mit MADA Guitars.
* Seit 2021: Vinyl und Musik Festival Wien, Aussteller.

Auszeichnungen und Preise

* 2007: Nominierung für den österreichischen Adolf Loos Staatspreis Design mit der halbakustischen Gitarre „Mada Caimes“.
* 2009: IF Design Award für die „Dorso Arexa“ Orthese von Otto Bock.
* 2009: Reddot Design Award für die Carbon-Skibindung „Prestige“ von Tyrolia.
* 2010: Silberner Deutscher Designpreis 2010 für die „Dorso Arexa“ Orthese von Otto Bock.
* 2011: Reddot Design Award für die Sprunggelenks Orthese „Malleo Sprint“ von Otto Bock.
* 2011: Reddot Design Award für die Alpin-Skibindung „HEAD LX“ von Head (Sportartikelhersteller).
* 2011: Reddot Design Award für die Alpin-Skibindung „TYROLIA SX“ von Tyrolia.
* 2011: Plus X Award High Quality & Design für die Alpin-Skibindung „TYROLIA SX 10“ von Tyrolia.
* 2013: Reddot Design Award für die Touren-&Freeski-Bindung „AAA-Series“ von Tyrolia.
* 2013: Plus X Award: quality, design & functionality für Tyrolias „Attack“ binding.
* 2013: IF Design Award für die Rückenbandagen „Soft Backs“ von Otto Bock.
* 2014: Deutscher Design Preis für die Rückenbandagen „Soft Backs“ von Otto Bock.
* 2015: Plus X Award: quality, design & functionality für Tyrolias „Free Flex Evo“.
* 2015: IF Design Award für die Orthesen „Agilium Freestep“ und „Malleo Tristep“ von Otto Bock.
* 2016: IF Design Award für „Ottobock Dyneva“ für Otto Bock.
* 2017: Deutscher Designpreis für the „Ottobock Dyneva“ für Otto Bock.
* 2017: Österreichischer Design Staatspreis: Prädikat „Ausgezeichnet“.
* 2018: TIA Top Innovation Award „Top Outstanding Designer“ Adam Wehsely-Swiczinsky.
* 2018: IF Design Award für „Ottobock Liner Design“.
* 2019: Österreichischer Design Staatspreis für „Ottobock C-Brace“: Nominierung.
* 2022: Red Dot Design Award 2022 für die „Protector“ Skibindung von Head (Sportartikelhersteller).
* 2023: Big See Product Design Award für das Design der Bebionic Handprothese von Otto Bock.

Membership

designaustria

VIENNA DESIGN WEEK

WKO. 

Weblinks

Adam Wehsely-Swiczinsky

Facebook

LinkedIn

Youtube  

MADA Guitars

Website

Instagram

Facebook

Location

AWS Designteam

Website

Facebook

Medienberichte

Diverse Zeitungsartikel und Clips zu Adam Wehsely-Swiczinskys Arbeit.

Porträts

Video-Porträt von Adam Wehsely-Swiczinsky.

Video-Porträt von Adam Wehsely-Swiczinsky („Wien reparierts – Folge 3“ vom 11.12.2024).

„Der Prozessor“, Bildgalerie und Porträt von Adam Wehsely-Swiczinsky (Der Standard Lifestyle, 10. Mai 2004). 

 „Das Holz für meine Gitarren wächst in Wien“, Porträt von Adam Wehsely-Swiczinsky (Der Standard RONDO, 13. Juli 2019). 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert