Für meine Kolumne ‚FRAGEN SIE FRAU ANDREA‘ in Falter 30/2019 zum 24. Juli 2019.
Liebe Frau Andrea,
ich bekomme ein Baby, der Vater des Kindes ist Muslim. Nun waren wir uns bei der Namensgebung des Buben sehr rasch einig, mir gefällt der deutsche Josef, meinem Freund die Geschichte vom arabischen Yusuf, und aussprechen möchten wir ihn wie den hebräischen Yosef, also auf gut deutsch: Wir wünschen uns den universellen Yosef, Yosef auf Esperanto quasi. Haben Sie da eine Idee, wie wir das schreiben könnten? Ein Bekannter meinte „Jozef“? Ich denke, das ist tschechisch.
Liebe Grüße,
Maria Liebend, Wien, per Email
Liebe Maria,
im Buch Genesis wird Joseph als Jakobs elfter Sohn beschrieben, im Tannach lautet sein Name Yossef ben-Yaakov. Im Hebräischen bedeutet Yossef soviel wie „Yahweh soll vermehren“. Vermehrt hat sich der Name allerdings. Machen wir einen Ausflug in die Josefswelt. Der Jakobsohn heißt auf Wienerisch Pepperl und Joschi, österreichweit Sepp, Seppi, Sepperl. Das Tschechische kennt unseren Namen als Josef, diminuiert ihn aber als Jožin, Jožka, Pepa, Pepan, Pepek, Pepík, Pepča. Die anglosächsische Welt nennt Josephs gerne Joe, Joey und Joshua, die italienische Giuseppe, Giù, Beppe, Peppino, Peppone, Pino, Pippo und Puccio. Um uns auf dem Felde der Varianten nicht weiter zu verlieren, wollen wir nur die weniger bekannten Josefsvarianten in Erwähnung bringen, also alle, die sprachlich etwas weiter weg von „Jos“ und „Bep“ liegen: Chepe, Che, Cheo, Chelo (spanisch), Dodo (slowakisch), Gonzo (kroatisch), Ġużi (maltekisch), Hohepa (māori), Husiy (quechua), Jef, Sjef oder Zjef (niederländisch), Jupp (kölnisch, moselfränkisch, plattdeutsch), Juxepe (venezianisch), Osip (russisch), Ossi (syriakisch), Seosamh (irisch), Seòsaidh (schottisch), Sifis (griechisch), Soso (georgisch), Ujöp (ladinisch), Usub (aserbaidschanisch), Xosé (galizisch), Yissl, Yussel, Jayzl (jiddisch), Zef (albanisch) und Zé und Zéca (portugiesisch). Als Namensträgerin (mein dritter Vorname ist Josepha) und Sprössling einer Josefsfamile (Josef, Joseph, Pepi, Josip) bin ich befangen und rate zur Träumerei. Und vielleicht habe sie Ihren Namen ja schon: Yosef. Auf Esperanto hieße Ihr Sohn übrigens Jozefo.
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