
Ja, wo leben wir eigentlich? Im Kulturkapitalismus. Eine Reihe von Büchern versucht zu
beantworten, was das eigentlich zu bedeuten hat. Kultur ist Kapital. Das klingt nach einer
schlichten Wahrheit, beschreibt aber womöglich eine viel tiefgreiferendere Transformation,
als auf dem ersten Blick erscheinen mag. Heute werden nicht mehr in erster Linie Güter
verkauft, sondern Lebensstile. Gefühle sind Geschäfte. Kein Unternehmen kann es sich
heute leisten, eine Ware einfach so auf den Markt zu werfen – es muss sie mit Bedeutung
aufladen. Die Marke muss mit einer Aura umgeben werden, meint Robert Misik, die Marke
wird zum Kunstwerk.
Zu einem Essay von Robert Misik in der Buchbeilage von Falter 41/2005