Liebe Frau Andrea, was habe ich falsch gemacht? Ausgerechnet der schlimmste Hurrikan aller Zeiten muss meinen Namen tragen. Wer kommt auf die blöde Idee, Wirbelstürme nach Frauen zu benennen?
Katrin Fürtler, Graz
Liebe Katrin, 1950 begannen Meteorologen damit, Hurrikans Namen zu geben, zunächst solche, die dem damaligen US-Navy-Alphabet entsprachen – also Able, Baker, Charlie, Dog, Easy, Fox usw. 1953 wurden englische Frauennamen eingeführt. Erst 1979 setzte sich Gleichberechtigung durch, Hurrikans wurden abwechselnd männlich und weiblich, außerdem wurden die ausschliesslich englischen durch französische und spanische Namen erweitert. So trug der Hurrikan vor Katrina den Namen Jose. Katrinas Nachfolger Lee und Maria haben sich längst gebildet und ziehen gerade übers offene Meer. Wo auch immer im Atlantik sich heuer weitere Wirbelstürme – harmlos oder gefährlich – bilden werden, ihre Namen stehen bereits fest: Nate, Ophelia, Philippe, Rita, Stan, Tammy, Vince und Wilma. Die Namen der Hurrikans wiederholen sich im 6-Jahres-Zyklus und werden vom „World Meteorological Organziation’s Region 4 Hurricane Committee“ festgelegt. Die Namen böser Hurrikans verschwinden von dieser Liste. Andrew etwa oder Ivan. Und selbstverständlich Katrina. Auch Flora, Fifi oder Hugo darf man Kinder getrost taufen. Nicht mal ein Mailüfterl wird je wieder so heissen. Da habe ich weniger Glück. Im Jänner 2007 ist Wirbelsturm Andrea unterwegs.
Für Falter 36/2005