Falter 46/2001 vom 14.11.2001.
Liebe Frau Andrea,
ich habe gerade eine neue CD erstanden, trage sie voller Vorfreude nach Hause und möchte sie sogleich in das CD-Fach stecken. Ein entscheidendes Hindernis trennt mich allerdings noch vom Hörgenuss: Die Zellophan-Verpackung. Dicht schmiegt sie sich an die Plastikhülle, ja, sie scheint geradezu an ihr zu kleben. Irgendwo muss ein Nippel sein, an dem es zu ziehen gilt, um die Zellophanverpackung wie bei einer Zigarettenschachtel zu entfernen. Aber wo ist dieser Nippel? Meine Finger tasten und fahren über das Zellophan, vom Nippel keine Spur. Mag sein, dass so ein Nippel gar nicht erst vorhanden ist, und sollte doch einer vorhanden sein und man zöge daran, könnte man sicher sein, dass er nach ein paar Millimetern abrisse. Zum Entjungfern des Zellophanhäutchens greife ich also zur Schere. Ich pieke die Schere hinter einen tastbaren Falz. Die Schere schrammt quer über die CD-Hülle. Mit etwas Glück ist jetzt das Zellophan (stets aber auch die CD-Hülle) eingeritzt und lässt sich in unregelmässigen, statisch mit Millionen Volt aufgeladenen Fetzen von der CD popeln. Das nervt. Es muss doch einfacher gehen!
Zazie Reiter,
München
Liebe Zazie,
es gibt zwei elegante Methoden, CD-Hüllen zu entfernen: Sie nehmen ein Feuerzeug und sengen irgendwo eine Ecke an. Die Folie schmurgelt dann beleidigt beiseite. Etwas cooler kommen Sie so ans Ziel: Reiben Sie die Kante der CD ein paar mal kurz, aber heftig an einer anderen Kante. Durch die Reibungswärme „bricht“ die Schweissnaht an den Zellophanlaschen. Zellophankantenreiben hat seinen Ursprung in der Schallplattenhüllenöffnung und ist ein altes DJ-Ritual.