Speakers Corner
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Fünf Jahrgänge politische Zeichnungen im Magazin Format
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4. April 2011 (0) Comments
Boboville und Jimi Hendrix
Am 08.01.2011 um 16:43 schrieb G. L.:
Habe Dein Buch gelesen. Produzierte eine Menge Erinnerungen. 10-Groschen-Stücke und Stollwerk! Der Nachhauseweg von der Volksschule wurde mir wieder präsent. Irgendwann kam mir damals die Idee, die 10 Groschen auf die Schienen des 331 oder 132 zu plazieren. Beide Straßenbahnzüge fuhren durch den 20. Bezirk, der sich ja ebenfalls auf der Insel befindet. Fuhr dann die Bim über das Aluminiumgeldstück erweiterte es sich nach allen Richtungen hin und passte solcherart dann aber genau in den Kaugummiautomaten. Wonach es dann statt der Stollwerke viel lieber Kaugummi gegeben hatte. Ein wunderbarer Spass.
Jeder Bobo hat seine kreativ-wilde Phase. Hatte sie zumindest. Später, irgendwann lernt er aber doch pragmatischer zu werden, ansonsten es ihm nicht möglich würde sich zu etablieren. Letzteres wurde zwar nie angestrebt, allerdings steht die Individualität an sehr hoher Stelle und um die forthin ausleben zu können, bedarf es gewisser Kompromisse. So kommt es zu jenem Balanceakt der so manch spagattechnische Verrenkung erfordert. Hendrix, Undisputed Truth, Bob Dylan, John Lee Hooker, Hancock - wo finden sich die späterhin im Alltag des Bobo wieder? Laufen sie nicht irgendwann seiner "kreativen" Tagewerk-Konzentration zuwider? Dem Streben nach ... (dem geilen Dachgeschossloft etwa?, nichts dagegen einzuwenden - eben!). 10 Groschen zu einem Schilling zu erweitern - beim Lesen deiner Lektüre wurde mir klar, dass sich mir (insgeheim) eigentlich schon früh meine spezielle Art von Kreativität offenbart hatte: eine Mischung zwischen kleinem Einmaleins und Funktionell-praktischem eben. Denn gerade Bobos wollen schick und vor allem in einer lässigen Gegend wohnen, was sich ganz gut ummünzen lässt...
Jimi Hendrix hatte in Monterey noch seine explodierende, erruptive Ausstrahlung. Er schäumt bei dieser Darbietung richtiggehend über vor Energie. Dies veranlasst ihn einige Male blitzschnell von Vorne aufs Griffbrett zu fahren, so derart kocht seine Power. Musik, die ungefilteter nicht kommen könnte. Studiomäßig finde ich "Hey Baby (new rising sun)" sein bestes Werk, mystisch, beschwörend, direkt unter die Haut gehend. Ein Gitarrenpart den man niemals vergessen könnte.
Irgendwie kam mir alles so unheimlich bekannt vor in Deinem Buch. Wie niemals sonst. War mir eine echte Freude!
G.L.
8. Januar 2011 (0) Comments
Ein stranger Guru
© Wolf Rosar
Mit freundlicher Genehmigung des Autors
Ich wurde immer nervöser. Es musste schon mindestens eine Viertelstunde gedauert haben, dass diese Ziegen an mir vorbeidrängten, auf diesem schmalen Pfad. Drängen war ein Euphemismus. Ich presste mich frontal gegen die Felswand, wegen der empfindlichen Stellen. Der ungefähr 1 ½ Meter breite und reissende Ziegenstrom trennte mich von einem Abgrund.
Die Ziegen waren gross und kräftig und schienen um ihr Leben zu fliehen. Sie überholten einander links und rechts und versuchten auch übereinander schneller vorwärtszukommen, wobei sie abrutschten und auch immer wieder in meine Richtung geschleudert wurden.
Die Böcke mit ihren weitausladenden Hörnern kamen mir gefährlich nahe, starke Böcke, stark riechende Böcke. Manche Ziegen wurden tatsächlich über den Rand des Pfades gestossen, kamen aber immer wieder irgendwie zurück. Das würde mir kaum gelingen, wenn sie mich einmal mitgerissen und über Bord gehen lassen hätten.
Ich versuchte, ruhig zu bleiben, „leer“ wie Buddha, also auch die Angst als Leere zu erkennen. Oder als Lehre - alter Witz, jetzt gar nicht lustig. Aber noch war ich wunderbarerweise kaum berührt worden, aber was, wenn diese Viecher vollends in Panik gerieten?
Endlich lichtete und verlangsamte sich das Gedränge, das Gemecker liess nach, und auch meine Anspannung. Ich löste mich vom Felsen, drehte mich um, ging in die Hocke, fiel erschöpft zurück auf meinen Hintern und dieser auf frischen Ziegenkot, wie ich deutlich spürte. Gleichgewichtsverlust durch Rucksack. So viel unnötiges Zeug schleppte ich mit, Schlechtwetterausrüstung und was weiss ich, aber die Tabletten gegen Höhenkrankheit standen immer noch auf der Truhe in dem Zimmer unten im Dorf. Das Wichtigste vergessen, das war mein Schicksal geworden.
Gemächlich kamen die Hirten und Hunde um die Ecke. Zigarettengeruch, leises Lachen.
„Up to the Guru?“
Diese Frage auf Englisch schien ihnen geläufig zu sein.
„Yes.“
Ich stand mühsam wieder auf. Scheiss Himalaya. Oberhalb der Felswand immer noch Bäume, in über 3000 Meter Höhe, das gibt’s bei uns nicht, in den Alpen. Höhenkrankheit... hätte nie gedacht, dass die so scheusslich sein kann. Ich war groggy wie ein Boxer, der nur noch mit letzter Willenskraft steht, und weil der Gegner auch zu fertig ist, um mit ihm Schluss zu machen. Wann war das gewesen? Du wirst nicht jünger. Höhenkrankheit ist überhaupt nichts mehr für dich. Überhaupt könntest du schon bescheid wissen, über diese Gurus. Ist doch immer das Gleiche.
Oben, auf einer Art Alm, stand ein mit Kabeln vertäuter Hubschrauber. Aha, Reichschwein-Guru. Aber nun war ich schon einmal da. Grosses altes Steinhaus mit Holzaufbauten. Security.
„ Ja, ich bin der, der telephonisch den Interview-Termin bekommen hat, sorry wegen der Verspätung.“
Beim Warten das Ansichtskarten-Panorama. Wie die Hohen Tauern, nur dass über den Wolken nochmals weisse Pyramiden in den unendlichen Äther ragten. Ja, unwirklich, wirklich war mein Kopfweh. Und mein Schwindel. Zweideutiges Wort. Ich durchsuchte den Rucksack zum dritten Mal – vergeblich. Keine Tabletten. Dafür die viel zu kleine leere Wasserflasche...
„Please leave your footweare outside “, stand auf einem Schild neben der schön geschnitzten antiken Tür.
Meine Bergschuhe waren voller Ziegenscheisse und rochen auch so.
Der Guru sah mich an, als ich eintrat. Er sass auf einem Bett, normal, mit den Füssen am Boden, nicht im Yogi-Sitz. Blue Jeans und weisser Kurta, also das überlange indische Hemd. Lange schwarze Haare, kein Bart, braune Haut. Gute Farben, Alter 40 plus? Zimmer roch angenehm, ich wahrscheinlich weniger.
Ich sagte „Namasté“, das Göttliche in mir grüsst das Göttliche in Dir.
Der Guru sagte „Hi“.
Ich stand blöd da. Auf der anderen Seite des grossen Bettes, das in den Raum ragte, hinter dem Guru, standen ein schönes indisches Mädchen in einem kostbaren Sari und eine Art Sekretär in schwarzer Hose und weissem europäischen Hemd ohne Krawatte. Sie sollte er später Kavya nennen („das Gedicht“), den Sekretär King Tschuk (King?). Alle barfuss und entspannt, ich in heissen, durchgeschwitzten Socken.
Der Raum war wohltemperiert, einfach und spärlich möbliert, sauber. Im Kontrast dazu fühlte ich mich wie aus dem Misthaufen gekrochen. Endlich sagte der Guru,
„Bitte, setz Dich“.
Nichts zum Sitzen. Ich musste mich auf den Teppich am Boden setzen. Hasste das. Aufschauen zum Guru.
„Du wolltest mich sprechen?“
„Ja, ich ...“
„Du bist interessiert an Gurus?“
„...Ja...eigentlich...“
„Nur Idioten interessieren sich für Gurus, Leute, die nicht mit sich selbst zurechtkommen können. Ein Guru kann nur ein Spiegel für sie sein. Sie sehen einen Menschen, der nicht mit sich selbst zurechtkommen kann, dauernd Bestätigung braucht oder gar Anbetung. Genau das wünschen sich die Leute, die sich für Gurus interessieren, für sich selbst. Kein Wunder, dass sie den Guru früher oder später in Frustration und Verachtung verlassen, was sonst? Lauter Idioten und ein Meister-Idiot, sei willkommen.“
Ich suchte in den nun tasächlich leeren Räumen meines Gehirns nach irgendeiner Antwort aber mir fiel nichts ein. Ich war fertig. Mir war nicht gut.
„Tee?“
„Ja, bitte.“
Immerhin. Der Guru sagte etwas zu seinem Sekretär auf Hindi, irgendwas mit „TV program“. Der Sekretär sagte „Achha“ und brachte die Zeitung.
„Chelsea spielt in zwei Stunden“, sagte der Guru zu mir, „Gott sei dank haben wir hier Satelliten-Empfang“.
„Gegen wen spielt Chelsea?“, fragte ich mühsam.
„Gegen Manchester United, sagte der Guru.“
„Manchester United hat den Verlust von Ronaldo noch nicht verdaut“, konnte ich zu meiner eigenen Verwunderung beitragen.
„Ja,“ sagte der Guru, „Chelsea hat die besseren Spieler und ist das bessere Team“.
Die Schöne im Sari gab mir einen gefüllten Metallbecher in die Hand, und ich stellte ihn sofort auf den Boden, denn er war zu heiss.
„Immer schön am Rand halten“, sagte der Guru, „deshalb ist dieser so praktisch nach aussen gebogen.“
Ich nahm einen vorsichtigen Schluck. Das übliche übermilchte süsse Zeug namens Chai, aber es gab Energie.
„Warum trittst Du nicht zurück, wenn der Guru-Job so idiotisch ist?“ fragte ich.
„Alles ist idiotisch“, sagte der Guru, „mit Ausnahme von Fussball, vielleicht. Und ausserdem kann ein echter Guru nicht zurücktreten. Die Leute würden das nur als ultimativen Beweis seiner Vollkommenheit verstehen und ihn umso mehr verehren. Ich bin verloren. Auf ewig. Wie Du.“
„Warum bist Du dann überhaupt Guru geworden?“
„Weil ich meinen Guru sehr gern gehabt habe. Als ich ihm einmal sagte, was ich gerade vorhin zu dir gesagt habe, über den ganzen Idiotismus der Guru-Show, hat er mich umarmt und zu seinem Nachfolger gemacht. Ich konnte nicht nein sagen. Und jetzt haben wir statt 200 ca. 250.000 Anhänger, obwohl ich ihnen nichts anderes sage als dass sie mich in Ruhe lassen sollen, was sie endlich zu begreifen beginnen.“
„Was ist der Unterschied zwischen einem Guru und einem Nichtguru?“
Die Antworten kamen immer augenblicklich:
„Ein echter Guru ist eine Illusion, die von Illusionen befreit und den unvermeidlichen weil essenziellen Widerspruch des Daseins in eine neue Dimension katapultiert, wo die Evolution fortgesetzt werden kann. Leider nehmen die Leute dieses Angebot nicht an, sondern missbrauchen den Guru zur Illusionsbestätigung.“
„Hast du keine Illusionen?“
„Ich BIN Illusion, bestehe aus nichts anderem. Das ist ganz normale Göttlichkeit.“
„Gibt es Gott?“
„Diese dümmste aller Fragen hasse ich am meisten, aber was soll ich machen, es ist mein Job, das Selbstverständlichste so umständlich wie möglich erklären zu müssen. Gott ist es vollkommen egal, ob er existiert oder nicht, so wie es dir und jedem egal ist. Ändert sich irgendwas, wenn du sagst, du existierst in Wirklichkeit gar nicht? Alles ist Gott, alles ist Illusion, alles existiert und existiert zugleich nicht, und alles ist idiotisch sowie das Gegenteil davon.“
„Ist Gott alles egal?“
„Sofern ich das beurteilen kann, ist es ihm nicht egal, ob Chelsea heute gewinnen wird oder nicht, schliesslich hat er einen erheblichen Betrag auf Chelsea gesetzt. Spiele sind Gott nicht egal, sonst gäbe es nichts, nicht einmal Illusionen.
„Ist Gott nicht allmächtig und allwissend ? Bestimmt oder weiss er den Ausgang von Spielen nicht im vorhinein?“
„Er könnte es, aber das wäre ihm zu langweilig, deshalb ist er Mensch geworden. Als Mensch hat er die Illusion, nicht allmächtig zu sein und ist es eo ipso nicht, denn etwas Machtvolleres als Illusionen gibt es nicht.“
„Wodurch unterscheidet sich Illusion von Nichtillusion?“
„Es ist wie bei Gott und Mensch, wie bei Existenz und Nichtexistenz, wie bei Leben und Tod, wie bei allen Gegenteilen, letztlich fallen sie in eins zusammen. Das war auch, kurz gesagt, die Erlösungs-Botschaft von eurem Jesus. Der Gottes-Sohn ist Menschen-Sohn. Gott ist Mensch. Tod und Auferstehung sind daher ebenfalls eins und natürlich auch Illusion und Nicht-Illusion.“
„Das klingt wie Nonsense.“
„Nonsense ist die höchste Annäherungsstufe an die Wahrheit, weil die Wahrheit gleichzeitig ihr Gegenteil ist und Nonsense ebenfalls. Ihr Deutschen glaubt, ihr habt die Dialektik erfunden, deshalb versteht ihr sie nicht.“
„Ich bin Öesterreicher, nicht Deutscher.“
„Aber die Öesterreicher reden deutsch. Ihr seid also Deutsche und Nicht-Deutsche zugleich.“
„Und diese, äh, Dialektik verkauft sich so gut, dass Du Dir ein so luxuriöses Leben leisten kannst?“
„Es ist nicht die Philosophie, die sich verkauft, es ist mein Ich, das sich verkauft. Jeder erfolgreiche Vertreter weiss, dass seine Ware im Grunde völlig nebensächlich ist. Was immer verkauft wird, es ist man selbst, die So-bin-ich-Show.“
„Du magst Geld?“
„Ja. Ich mag alles. Das nennt man universelle Liebe. Und alles hat seinen Preis. Viel Geld bedeutet zum Beispiel, dass man ununterbrochen arbeiten muss. Meine Arbeit ist Guru-Sein. Ich kann nie etwas anderes tun, ich habe keinen Augenblick Privatleben, und glaub mir, das geht mir unendlich auf die Nerven. Es ist sozusagen der idiotischste Job den es gibt, und jeder weiss, dass schon ein normaler Job im Grunde unerträglich ist. Die einzige Rettung ist das Gegenteils-Prinzip Gottes und des Universums. Man könnte es auch bedingungslose Liebe nennen.
„Ist die ebenfalls gleichzeitig ihr Gegenteil?“
„Klar. Leider habt ihr das im Westen als Anhänger eures Gurus Jesus nie begriffen. Der Junge hat verschleierten Selbstmord begangen, aber der war zu erfolgreich, um Erfolglosigkeit zu beweisen. Guru-Sein ist das Non-Plus-Ultra der Unerträglichkeit, deshalb ist es ein Synomym für Gott-Sein. Der Selbstmord Gottes heisst Mensch.“
„Selbstmord ist aber für dich keine Option, oder?“
„Mein Guruji war nicht für Selbstmord, zu grob, hat er gesagt. Also spiele ich lieber Mensch und Fussballfan. Deutlicher kann ich nicht beweisen, dass ich kein Guru bin.
Mehr kann ich nach dem Jesus-Flop für die Menschheit nicht tun.
Andererseits, was hätte Jesus sonst tun sollen, wenn die Leute einfach nicht verstehen wollen, dass sie selbst Gott und Mensch zugleich sind, wie er selbst. Worte waren und sind sinnlos. Er hat also die die dümmste Dummheit begangen, die ihm eingefallen ist und sich hinrichten lassen, weil auf Gott-Sein die Todestrafe stand und steht, Du kennst doch Nietzsche..
„Und Du hast mich empfangen, um mir auf diese subtilere Art zu zeigen, dass Du ein Pseudo-Guru bist?“
„Genau, das ist meine Mission. Und wenn Du mich jetzt fragst, was für einen Sinn das hat, verliere ich die Geduld.“
„Meditation soll zur Unerschütterlichkeit führen, was hältst du davon?“
„Wenn Ruhe gegeben wird, noch dazu von allen gemeinsam, ist das optimal. Was wir hier gerade tun, ist die zweitbeste oder sogar drittbeste Möglichkeit, wenn wir Fussball berücksichtigen. Meditation: ein volles Ja.“
„Auf die Gefahr hin, dass Du mich rausschmeisst: das mit deinem Fussball ist genuin?“
„Du zwingst mich schon eine ganze Weile zu Wiederholungen, und das ist reine Zeitverschwendung. Genuinität kann ohne ihr Gegenteil nicht wahr sein, so wie Liebe, Gott und alles. Aber ich sage Dir, wenn es ein wahres Geschenk Gottes an die Menschheit gibt, dann ist es Fussball. Bei Fussball vergesse ich die gesamte Idiotie des Universums, und die Premier League bietet den besten Fussball dieses Universums, und Chelsea wiederum ist die Meister-Mannschaft dieser Liga, es sei denn Manchester United schafft es doch noch, das grösste Unrecht aller Zeiten anzurichten, was mich ziemlich viel Geld kosten würde.“
„Du hast tatsächlich auf den Meistertitel von Chelsea gewettet?“
„Sag nicht, dass DU auf MANU hältst!“
„MANU ist der Underdog, hat nur noch Schulden und keinen Ronaldo mehr, ich glaube, die Mannschaft bietet unter diesen Bedingungen erstaunlichen Fussball.“
„Weißt Du was, ich glaube, es ist wirklich besser, Du machst Dich langsam auf den Rückweg, es wird hier rasch dunkel. Ich muss vor dem Spiel noch die Emails und mein Facebook checken. Wir haben das Wesentliche mehrmals auf den Punkt gebracht, mehr kann ich nicht für dich tun.
Nur der grösste und oft auch schmerzlichste Unsinn führt zu uns selbst. Ich weiss, du würdest gern noch mehr über universelle Liebe und das Ganze reden, aber das ist alles nur Eitelkeit. Gott weiss, warum er vergessen hat, dass er Gott ist. Das Heil heisst Gottlosigkeit, und das ist auch der Heilsplan. Aber das ganze Thema ist kontraproduktiv. Vergiss alles, und sei alles. Das ist wahre Spiritualität, nicht „Erleuchtung“.
Schreib am besten alles genauso, wie es sich hier abgespielt hat, das wird dir nützen, und mir auch, aber erwähne nicht meinen Namen und meinen Aufenthaltsort. Ciao.“
..........................
@Wolf Rosar - Mit freundlicher Genehmigung des Autors
25. August 2010 (0) Comments
Die Unis brennen
Unsere Unis auf einer größeren Karte anzeigen
Karte der besetzten europäischen Unis. Via Tom Schaffers Blog.
Wenn jemand helfen will, die Universitäten zu kartographieren:
Einfach @schaffertom per Twitter anschreiben.
Legende:
Rot: Besetzt
Gelb: Geräumt
Grün: Freigegeben
Blau: Andere Proteste
Bei unklarer Informationslage ist in der Beschreibung ein Fragezeichen.
13. November 2009 (0) Comments
Alexandra schrieb dieses
Von: a8904963@unet.univie.ac.at
Betreff: die zweite republik - eine unglaubliche geschichte
Datum: 29. April 2005 00:24:28 GMT+02:00
An: daniel.glattauer@derstandard.at, hans.rauscher@derstandard.at
Cc: thurnher@falter.at, dusl@falter.at, kralicek@falter.at, jeris.semmelrock@ioge.at
Antwort an: a8904963@unet.univie.ac.at
liebe frau andrea, sehr geehrter armin thurnher, lieber W. K.,
sehr geehrter RAU, lieber dag,
sehr geehrtes ioge,
vorweg:
die wie vielte email dieser art ist das, die sie bekommen?
auch mit einer blume? @->--
vielen dank fuers lesen der zeilen.
falls nicht, sorry, fuers belasten der e-mail-server und des papierkorbs/trash.
- - - -
hat sich die information bzw. politische bildung doch gegenueber dem sport durchgesetzt, am 27. april 2005.
ob's bei anderen fussballmannschaften auch so gewesen waere?
ich habe die dokumentation von hugo portisch gestern das erste mal gesehen und "musste"
nach 45 minuten abdrehen.
nicht, weil sie nicht informativ gewesen waere, das nicht - ich habe und haette viel neues erfahren bzw. gelernt.
denn mein geschichtsunterricht liegt 16 bis 21 jahre zurueck und hat nach 1945 aufgehoert ( (b)link: elisabeth gehrer).
jedoch: ich habe diese multimedialen schichten/layer einfach nicht mehr ausgehalten, die ich wegfiltern musste, um zu informationen bzw. zu dem zu gelangen, was ich mir von einer dokumentation dieser art erwarte.
- bearbeitetes, digitalisiertes filmmaterial; viel zu scharfe, klare bilder, die auf mich mehr fiktiv als dokumentarisch wirken.
- mit toenen unterlegt - soldatenschritte, original oder doch nicht?
- musik - wie heisst dieses stueck doch gleich, das man von anderen dokus und tv-sendungen kennt und das einen so richtig vor sich hertreibt?
- dann noch stimme, text, inhalt des sprechers
die bilder alleine wirken auf mich sehr stark.
wahrscheinlich hat die eine oder andere dieser schichten diese wirkung verstaerkt, am ehesten wohl die musik.
interviews mit zeitzeugen finde ich sehr interessant und wichtig.
dieser virtuelle raum, der ist auch nicht so meines.
und hugo portisch ... - heute fragte mich eine freundin, ob ich auch glaube, dass er sich liften liess. das hat jetzt aber keine/r gehoert oder gelesen, oder doch?
mir ist durchaus bewusst, wie viel zeit und geld und muehen hinter dieser vierteiligen dokumentation stecken.
und dass sie einfach sein muss, oder?
aber tatsaechlich so?
traut man, d. h. der ORF, den fernsehzuseherInnen da nicht zu wenig zu?
nimmt man uns gebuehrenzahlerInnen und schwarzseherInnen tatsaechlich ernst?
haelt man uns noch dazu imstande, mit informationssendungen umzugehen? gibt es so etwas ueberhaupt noch?
oder bin ich einfach zu alt (34) fuer diese machart von tv-dokumentationen, fuer schnelle schnitte und multimedia, fuer infotainement?
ist das tatsaechlich noch infotainement oder doch mehr entermation?
und wo bleibt da das zweite R?
bin ich zu kritisch, streng, altfadrisch?
von meiner akademischen ausbildung, programmkinos, dogma-, avantgarde-filmen und anderem dieser art verzogen?
bin ich zu puristisch? z. b. 25 peaces "eingemauert".
ich haette die reiterstatuen ja wirklich und nicht so halbherzig eingemauert, mit rockkonzertgestellen, bauholzplatten und angetuckerten plastikziegelpanelen.
diese e-mail klingt ja fast ein bisschen nach carries kolumne aus "sex and the city", finde ich.
und hat auch viel zu viele schichten.
und wenn ich sie jetzt nicht gleich lasse, dann versaeume ich noch mehr von "six feet under".
es ist bereits freitag, schoenes wochenende
alexandra bohrn
p.s. ich werde mir teil 3 und 4 der zweiten republik trotzdem anschauen.
liebe alexandra,
sie haben so recht!
portisch betreibt geschichtsbehübschung.
abgenickt vom kanzleranbetungsverein.
sehr lustig finde ich die zusammenstellung
der adressanten, eine illustre runde, die in
dieser zusammenstellung noch nie zusammengefunden
haben dürfte.
liebe gute nacht!
andrea
------;-`@
nachweg:
ihre ist die erste mail dieser art.
liebe andrea,
ich habe mir gerade polnischen vodka - zytnia - eingeschenkt, der mich beim antworten auf ihre e-mail begleiten soll.
biete ihnen gerne auch einen an. moegen sie?
ich werde versuchen mich kurz zu halten.
sie sind die einzige der illustren runde, dir mir geantwortet hat.
ich weiss, die vorige e-mail war viel zu lang, wer weiss, ob sie jemannd der anderen gelesen bzw. ueberflogen hat.
ernsthaft erwartet hab ich's mir nicht, ernsthaft gewuenscht hab ich's mir.
sie und armin thurnher schaetze ich einfach - schreibereien, politische haltung.
w. k. ist ja der fussballauskenner. hat er noch siLEEkon bei seinem schreibtisch haengen? oder das stechpalmennabelfoto in der schreibtischlade? wir kennen uns eigentlich gar nicht.
RAU und dag benutzen ab und zu leserInnenstoff, in ihren einserkasterln, wohl nicht meinen.
das ioge schaetze ich als einrichtung, heide schmidt als frau. sie hat in letzter zeit oefters oeffentlich gesprochen zu orf und programmauftrag etc.
ich kann am besten schreiben, wenn ich meinen text an eine reale person adressiere. nur fuer mich alleine schreiben, das funktioniert nicht.
und, ich rede niemals so viel wie ich schreibe, niemals so sicher, auch wenn man aufgrund der vielen zeilen glaubt, dass ich eine selbstdarstellerin bin. bin ich nicht, so nicht, denke ich.
was sagen sie uebrigens zu der neuen modefarbe? lobster?
die steht wirklich nur den hummern. und wer sich solche nicht leisten kann oder will - lukullisch - der zieht sie sich als baumwollshirt, capri-hose oder sonst was ueber. oder auch unter - dessous in der farbe gibt's ja auch.
vielleicht hat man die farbe aber einzig und allein fuer oesterreich gemacht - weil orange so assoziierend geworden ist, in letzter zeit.
manchmal da wuensche ich mir, eine kolumne im falter: ein offener briefwechsel zwischen mir und ihnen, beispielsweise, fuer eine zeit lang, aehnlich der liebe-frau-andrea-kolumne.
manchmal da wuensche ich mir, _ich_ koennte fuer den falter schreiben.
mein vodka ist tatsaechlich leer, somit lasse ich sie wieder
wunderschoenen abend, nacht und sonntag
alexandra
------;-`@
heisst das, sie haben schon sooo langes haar, zwinkern mir zu, rauchen und hauchen woelkchen?
oder riechen sie an der blume, die ich mitschickte?
liebe alexandra,
ist das der wodka mit dem büffelgras drin?
ich trinke nicht mehr und rauche auch nicht.
weiss aber wie's geht. auch weiss ich nicht,
wie's in kralles schreibtischlade aussieht,
bin ja nur einmal die woche da und stierle nie.
RAU und dag sind überbezahlt. da gehören so
talente wie sie hin. kann mal im falter anfragen,
ob's was für sie gäbe zu schreiben. am besten
wären texte, die sie zu einem thema schrieben,
kann ja ein leserbrief sein. hermes hat so angefangen.
schrieb immer leserbriefe und schwups, hatte er eine
kolumne. rezept kenne ich keines. werd mal die kollegen
fragen, was zu tun wäre.
modefarben lehne ich ab, das macht es den ketten noch leichter,
denn plunder anzubringen, den sie mode nennen. lobster
haben schöne farben und schmecken gut, wenn sie ganz rot
sind. engländer werden lobsterfarben am strand.
was ich anbieten könnte, wenn sie das möchten,
wäre, mein weblog www.comandantina.com für unsere
dialoge zu benützen, das lesen mittlerweile fast soviel menschen,
wie den falter. fast.
ich könnte da eine dialogspalte einrichten.
schreiben sie mir dennoch auch an frau andrea.
lange haare habe ich aber keine schmauchwölkchen.
zwinkern und blumenschnuppern tu ich auch gerne.
liebe erste mai grüsse,
andrea
HOCH DER ERSTE MAI
liebe andrea,
ihr weblog sehe ich mir gerne mal an und alle vorschlaege, die sie machen, ehren mich.
danke. bitte keine umstaende, ich brauche meine unerfuellten wuensche. sowie meine aengste - sie machen mich leben.
das foto anbei ist zwar schon einige zeit her, im grunde bin ich das.
texte, die ich schrieb:
das waren in den letzten jahren tausende von e-mails, die kaum auf papier existieren.
@vodka: bueffelgras ist keines drauf bzw. was ist bueffelgras eigentlich?
eine goldne grosse aehre ist am ettiket.
"englaender werden lobsterfarben am strand" - das gefaellt mir.
liebe noch 30. april-gruesse
alexandra
.....
liebe andrea,
ihre e-mails sehen aus wie gedichte.
sie sind so schmal/schlank, wenig kurvenreich und kompakt.
im gegensatz zu meinen ... aber man soll sich niemals so vergleichen.
ich habe drueber geschlafen:
das mit dem weblog unter www.comandantina.com,
das wuerde ich gerne ausprobieren.
waere nachfolgendes etwas fuer da weblog?
- - - - -
heute war ich in der villa jenamy (endstation J), die kornhaeusel um- und zugebaut hat,
das kunstprojekt zum thema altern ansehen, titel "Zuhaus".
haben sie es vielleicht auch gesehen?
da ist ja auch rotte (?) (thomas rottenberg) mit dabei.
die kunst in dem projekt fande ich wenig spannend (zu viel ... lebt und arbeitet in ...).
zu viel kunst, die durch texte erklaert werden muss, weil sie glaubt, sonst nicht verstanden zu werden.
kiss the cook gefiel mir und auch der grab- bzw. friedhofsraum.
die villa - wahnsinn, der erste stock total spucky, nein spooky.
als ich die treppen rauf ging und vor allem den einen raum im ersten stock betrat, der wie eine arztpraxis eingerichtet ist,
da spuerte ich die anwesenheit derer so stark, die hier mal gelebt, gewohnt etc. haben.
auch in den anderen raeumen im ersten stock.
sie waren da und erzaehlten sich gegenseitig ihre geschichten aus der villa-zeit.
und wie es dort gerochen hat, an manchen stellen, jahrzehnte zurueck.
ich bin dann runter und spaeter noch mal rauf in den ersten stock.
wieder erlebte ich ihn auf aehnliche art und weise.
gerade vorhin fiel mir ein, dass die arzt-/patientenbetten in oben erwaehntem raum richtig zum drauflegen aufgefordert haben.
was da wohl dann passiert?!
ich glaube, ich muss dort noch einmal hin, liegen.
ist bis 7. mai, die ausstellung.
die villa, die integriert die genossenschaft gewog-neue heimat jetzt in eine wohnen-fuer-generationen-wohnanlage, die nebenan gebaut werden wird.
diese anlage verspricht/bietet barrierefreiheit laut oenorm und anpassbaren wohnbau und integration.
ich glaube, dass die wohnung eines rollstuhlfahrers in einer wohnanlage der gewog-neuen heimat im 2. bezirk, die er eigenstaendig und selbstfinanziert barrierefrei umbauen liess, so was wie das "versuchskaninchen" der genossenschaft war.
ich glaube das, weil dieser rollstuhlfahrer mein bruder ist und ich ihn tatkraeftig unterstuetzte beim durchsetzen der erforderlichen umbaumassnahmen.
damals hatte ich den film "erin brokovich" noch nicht gesehen, wo julia roberts feststellte: "wozu hat uns gott titten gegeben!" oder so aehnlich.
diesen satz alleine zu denken bei den verhandlungen mit den bauloewen damals, das haette vielleicht schon einiges erleichtert.
alles andere biete ich nicht.
okay, der letzte absatz, der gehoerte nicht in ein weblog.
es war mir ein beduerfnis, ihnen das mitzuteilen.
ich hoffe, es ist ihnen nicht zu viel, offen und direkt.
hat schon manche/n ueberfordert.
vor-gute nacht, alexandra
liebe alexa,
wir machen das so,
wir veröffentlichen den ganzen Dialog,
mit samt der richtigen, falschen, nüchternen
und betrunkenen passagen. mit allem hin
und her und allen ungeschliffenheiten.
alles andere artet in arbeit aus und hört
zu atmen auf. so mache ich es mit hermes,
wenn wir öffentlich korrespondieren, das macht spass.
formal sähe das dann so aus, dass ich in einen alexa-andrea-strang
auf comandantina.com
immer wieder neue teile unserer mailere anfügte.
einverstanden?
wir können es auch als kommentare machen unter
einem beliebigen posting dort,
also nicht beliebig aber einem, das
sich anschickte, zu passen hierfür.
liebe grüsse,
andrea
es lebe die revolution
liebe andrea,
das ging ja flott.
ein auch viva aufs gespannt-sein, was folgt.
alexandra
Ja das geht schnell.
Viel schneller, als wenn der
Finanzminister ein NLP-Statement
auf seine Homopage stellt.


