Manieren 2.0

Brauchen wir eine neue Etikette für den Umgang im globalen Dorf? Andrea Maria Dusl hat Rat in Benimmbüchern für Technikjünger gesucht - und weiß nun, wie man moderne Kommunikationshürden elegant nimmt
Andrea Maria Dusl für Der Standard/rondo vom 25.4.2008

Bam-Oida-Elmayer.jpgDer Grazer Bürgermeister will das Telefonieren in Straßenbahnen verbieten. Aus Stilgründen. Vor zwanzig Jahren hätte diese Meldung nur an einem 1. April Verbreitung gefunden. Alles hätte man sich in Straßenbahnen vorstellen können, sogar in Grazer, aber ein Ferngespräch wäre nicht dabei gewesen.

Mobile Kommunikation war vor 20 Jahren noch auf dunkle Mercedes-Limousinen, teure Yachten und militärische Kommandofahrzeuge beschränkt. Telefoniert wurde mit Telefonen. Das waren Geräte, von denen man einen Hörer abheben konnte. Sie waren mit Wänden verkabelt, in den Vorzimmern unserer Wohnungen aufgestellt oder an Straßenecken in kleinen Hütten installiert, die nach Toilette rochen.

Internet hätten 998 Promille der Österreicher mit einer Kindererziehungsanstalt assoziiert, und die Hälfte von ihnen hätte einen schweren Rechtschreibfehler bemerkt. 20 Jahre Kommunikationsevolution sind ins Land gegangen. Handygequassel in Grazer Straßenbahnen ist nicht nur möglich, es soll gar abgeschafft werden. Was sagt eigentlich der Stilratgeber dazu?

Benimmbücher gab es seit dem ausgehenden Mittelalter. Eines der ersten ist "De civilitate" des Humanisten Erasmus von Rotterdam, das Basiswerk der Anstandsliteratur. Etikettefibeln späteren Datums sollten Bürger einen Umgang miteinander lehren, der auf der Imitation höfischer Sitten fußte. Als Ahnherr der Literatur über das gute Benehmen ist der Freiherr von Knigge als Synonym in die deutsche Sprache eingegangen. Dabei war Knigges 1788 erschienenes Werk "Über den Umgang mit Menschen" nur als Aufklärungsschrift für Taktgefühl und Höflichkeit gedacht. Seine Erörterungen über den Umgang mit Älteren und Kindern, Ärzten und Jähzornigen, Schurken und sich selbst sollten vor Enttäuschungen bewahren. Das österreichische Pendant, "Der Elmayer", Benimmbuch der legendären Wiener Tanzschule, hat über Jahrzehnte den Benimmkodex des bürgerlichen Österreich geregelt.

Ob man bei Konferenzen SMS-Nachrichten absetzen darf, in E-Mails mit Satzzeichen grimassieren, während der Busfahrt telefonieren oder, statt zu lachen, nur den Chatausdruck "lol" (für: "laughing out loud") verwenden darf, konnten und können weder Knigge noch Elmayer beantworten. Handys und Internet, mobile Kommunikation und Cyberspace sind Phänomene, auf die die alten Regeln nicht wirklich anwendbar sind. Oder doch?

Helmut A. Gansterer, profilierter Wirtschaftsjournalist, Automobil-Essayist und Edelfeder der Nation hat sich in seinem unlängst erschienenen Brevier "Darf man per E-Mail kondolieren?" in ebenso souveräner wie kurzweiliger Form den unbeantworteten Etikette-Fragen der heutigen Zeit gestellt und gute Antworten auf neue Probleme gefunden.

Darf man sein Handy einen Tag lang abgedreht lassen? (Aber sicher.) Darf man per E-Mail kondolieren? (Der Wille steht für das Werk.) Darf man in Öffis das Handy benutzen? (Nur wenn man unter 30 ist.)

Gansterer darf bei aller Schrulligkeit als Apologet der Stilsicherheit betrachtet werden, er hat sich erst dem Schreiben am Laptop ergeben, als die Höllenmaschinen ausgereift und ihre Software absturzsicher war. Und jemand, der sich in Jaguars und Aston Martins wohlfühlt, kann kein falscher Ratgeber sein.

Ebenfalls im Bergwerk des guten Stils schürft der neue deutsche Essayband "Manieren 2.0. Stil im digitalen Zeitalter". Der Autor, Adriano Sack, verdiente sich seine ersten Montblanc-Füllfedern bei Tempo, Die Woche und Der Spiegel. So sperrig und technoid der Titel daherschlittert, so vergnüglich und elegant beschreibt der gebürtige Kölner Stilfragen in einer Zeit der globalen Verrohung.

Darf man zugeben, am MAIDS (Mobile and Internet Deficit Syndrome) zu leiden? (Man darf.) Darf man sich selbst googeln (es führt nicht zu Knochenmarksschwund) und das auch öffentlich zugeben? (Ja.) Darf man die Plattensammlung auf den iPod auslagern? (Wenn man dadurch überhaupt wieder Musik hört: Ja.) Darf man die eigene Rufnummer unterdrücken? (Nein.), ein Guccihandy haben (Nein), vor 9 Uhr anrufen und nach 22 Uhr? (Nein). Darf man makeln? (Ja, aber nicht mehr als zweimal pro Telefonat.) Darf man ohne Handschrift durchs Leben gehen oder muss man zu Moleskine und Montblanc greifen? (Handschrift ja, Moleskine in Rot und Montblanc-Meisterstück).

Soll man bloggen oder sich mit einer Website unmöglich machen, die jahrelang "under construction" verweilt? (Ausschließlich Ersteres.) Darf man aus der Wikipedia zitieren, oder muss es die Encyclopaedia Britannica sein? (Je nachdem.) Und soll es die 32-bändige Dünndruckausgabe sein, oder die handliche DVD. (Wenn schon, denn schon.)

Endgültige Antworten, die Polarität von Ja und Nein gibt es nicht mehr. Die Welt der Kommunikation ist zu komplex geworden. Erlaubt ist, was nicht stört. Und umgekehrt. Der Bürgermeister Siegfried Nagl will also den Grazern das Handyfonieren in der Straßenbahn verbieten. Auch die Stockholmer U-Bahn ist klingeltonfrei. Und in Tokio mahnt man mobile Quasselstrippen per Ansage. In München hingegen will man das Telefonieren in der U-Bahn wieder anschaffen. Nach einem brutalen Überfall auf einen Rentner in den bayerischen Hauptstadttunnels konnte niemand um Hilfe für das Opfer rufen, weil es kein Handynetz gab.

Andrea Maria Dusl ist Filmemacherin und Autorin, hat einen Moleskine-Block, eine Montblanc, ein Weblog (www.comandantina.com), aber keine Mobilbox. In der Grazer Straßenbahn wird sie in Zukunft in die hohle Hand telefonieren, und Kondolenz-E-Mails findet sie unelegant.

24. April 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments (0) Pings




Hans Dichand

Der Hans-Dichand-Blog-Dichand hat mir einen sehr netten Elektrobrief geschrieben, indem er sich sehr einsichtig zeigte. Ein echter Gentleman. Man merkt, das der alte Knabe in Paris gelebt hat. Stil der alten Schule. Alles ist verziehen, ich werde sein Blog mit Aufmerksamkeit verfolgen und wünsche dem alten Herrn viel Kraft und Muth, einsichtig und nett, wie er ist.

4. Dezember 2007 © Andrea Maria Dusl # Permalink (2) Comments (0) Pings




Der falsche Dichand

Falscher-Dichand-Tapete.jpgDichand bloggt. Und nicht nur er. Ein zweiter Dichand ist aufgetaucht, ein falscher, ein "Satire"-Dichand. Was ich daran - bei allem Faible für Satire und Polemik - nicht mag: Der falsche Dichand verwendet den Ausschnitt einer Illustration von mir, beruft sich in seinem "Impressum" sogar explizit auf mich und nennt meinen Namen - allerdings falsch geschrieben.

Das alles darf der falsche Dichand nicht. Auch nicht mit Verweis auf meine Creative Commons Lizenz , insinuierend, ich hätte die Illustration freigegeben. Was ich definitiv nicht habe.

Wer auch immer der falsche Dichand ist: Melden sie sich bei mir, Feigling! Und löschen Sie meinen Namen von ihrer Seite. Stellen Sie Werke von mir nicht in den Dienst ihrer Satire-Darbietung. Schmücken sie sich mit der eigenen Feder, Elender! Pronto!

Andrea Maria Dusl

3. Dezember 2007 © Andrea Maria Dusl # Permalink (4) Comments (0) Pings




Pippi Langstrumpf

Juhu. Dieses ist der eintausendste Eintrag hier!

Boken-om-Pippi.jpgPippi war meine erste allerbeste Freundin. Sie wohnte ums Eck in einem seltsamen Haus, der Villa Villekulla. Es war gelb gestrichen, was schon mal was Arges war, denn Häuser sind normalerweise rot. In Schweden. Denn Pippi lebte dort, wo meine Mama herkam, in Schweden. Im Land mit den uniform roten Häusern und den knallweißen Fensterrahmen. Klar, dass eine kunterbunte Villa Aufsehen erregte. Aber das war nicht alles, was die mutterlose Pippi gegen den Strich bürstete.

Pippi trug verschiedenfarbene Strümpfe, ihre Zöpfe standen wirr vom Kopf und Pippi war stark und furchtlos. Herr Nilsson turnte durchs Haus, ein katzengroßer Affe, und in der Küche graste ein Pferd, das in den Pippifilmen Kleiner Onkel gerufen wurde. Pippi machte alles, was braven Kindern verboten war, sie war der Gegenentwurf zum bürgerlichen Kind. Die bärenstarke Pippi war eine sommersprossige Droge, der Anika und Tommy, die Nachbarskinder aus der heilen Welt mit Haut und Haar verfielen. Anders als Kasperl und Pezi hielt Pippi Polizisten für Deppen und das Jugendamt für irre. Als minderjährige Privatrevolutionärin war Pippi im Dauerclinch mit dem Konservativismus. Das gefiel mir. Und das ist nie weggegangen. Und dann war da noch die Geschichte mit Pippis Vater, Ephraim, dem Kapitän der Hoppetossa, der im Exil auf Taka Tuka lebte und König war.

Das war ganz wie bei uns. Mein Urgroßvater Adolf Pettersson war auch Kapitän gewesen. Unsere Schränke waren voll mit den Mitbringseln aus seinem Taka-Tuka-Land: Afrikanische Hirschgeweihe, verzauberte Säbel, rasselnde Muschelketten, kleine und große Buschtrommeln, ein Straußenei, ein Kompass und der heilige Sextant. So jemanden wie Pappa Pettersson hatten die Anikas und Tommys aus meiner Schule nicht in der Familie. Einen echten Kapitän, der im fernen Kongo an der Schlafkrankheit gestorben war. Klar, dass ich eine Pippi wurde.

Für 'Der Standard / Album vom 10./11.11.2007

10. November 2007 © Andrea Maria Dusl # Permalink (2) Comments (0) Pings




Die totale Gange

Aus der Serie "Gute Texte von schlechten Dichtern".

Attn.

Geschäftsvorschlag.

Zuerst muß ich um Ihre Zuversicht in dieser verhandlung bitten. Das ist
auf Grund seiner lage, als das sein total VERTRAULICH und
Geheimnisvoll.

Aber ich weiss, dass eine verhandlung dieses Ausmaßes irgendeinen
Ängstlich und besorgt machen wird,aber ich versichre Ihnen, dass alles am
Ende des tages in ordnung sein wird. Wir haben uns entschieden Sie durch
eine E-mail sendung,wegen der Dringlichkeit diese verhandlung zu erreichen,
als wir davon zuverlassig von seiner schnelligkeit und vertraulichkeit
Überzeugt worden sind.

Ich möchte mich nun vorstellen. Ich bin Herr Godwin Makalele Thambo
(Rechnungprüfer bei der Standard Bank von Süd Afrika). Ich kam zu ihrem
kontakt in meiner persönlichen suche nach einer zuverlassigen und anstandige
person, um eine sehr vertrauliche verhandlung zu erledigen, die Übertragung
von einem fremden Konto das maximale zuversicht erfordert.

Der vorschlag:Ein Ausländische,verstorbener Ingenieur Jurgen Rosenthal,
ein Diamante-Handler/unternehmer mit der Republik Süd Afrika.

Er war bis seinem Tod vor drei jahren in einem Flugzeug absturz,als
unternehmer bei der Regierung tatig. Herr Rosenthal war unser kunde hier
bei der Standard Bank von Süd Afrika Johannesburg und hatte ein Konto
guthaben von US$12.5 million (Zwolf million Funfhundert Tausend
United States Dollar). welches die Bank jetzt fraglos erwartet durch
seine Verwandten das Sie sich melden, wenn Sie sich nicht melden wird
alles zu einem Afrikanischen vertrauens fond für waffen und munitions
besorgungen bei einer freiheitsbewegung hier in Africa gespendet.

Leidenschaftliche wertvolle Anstrengungen werden durch die Standard
Bank gemacht,um einen kontakt mit jemanden von der Rosenthal familie oder
Verwandten zu bekommen.Es hat aber bis jetzt keinen Erfolg gegeben.

Es ist wegen der wahrgenommen moglichkeit keinen verwandten der
Rosenthal zu finden (er hatte keine frau und kinder) dass eine Anordnung
für den fond als nicht zubehaupten deklariert werden,sollte, und dann zum
vertrauens-fond für waffen und munition bersorgung ausgeben,die dem kurs
vom krieg in Afrika gespendet wird.

Um dieser negative Entwicklung abzuwenden, haben ich und einige meiner
bewährten kollegen in der Bank beschlossen das Geld nach Ihre zustimmung
zu Überweisen und suchen jetzt Ihre Erlaubnis das Sie sich als verwandter
des verstorbenen Ing.Jurgen Rosenthal deklarieren,damit der Fond

in der höhe von USD$12.5m infolgen dessen als der Nutznießer(Verwandter
des Rosenthal)auf Ihr Bank Konto Überwiesen werden.

Alle beurkundungen und Beweist die Ihnen ermöglichen diese Fonds zu
behaupten werden wir zu Ihrer verfügung stellen,damit alles gut verläuft
und wir versicheren Ihnen ein 100% Risiko freie Verwicklung. Ihr Anteil
wäre 30% von der totalen Gange, während die restlichen 70% ist für mich
und meine kollege.

Wenn dieser vorschlag für Sie OK ist und Sie Wünschen das vertrauen
auszunutzen, das wir hoffen auf Ihnen und Ihrer Gesellschaft zu
verleihen,dann senden sie mir netterweise sofort per meine personal E-mail
Adresse, Ihre Voll Namen, Adresse, Telefonnummer, fax-nummer und Ihre
vertraulicher E-mail adresse, damit ich Ihnen die relevanten details dieser

verhandlung senden kann.

Danke in voraus.

Mit freundlichen Grüße.

Godwin Makalele Thambo.

Bitte schicken Sie Ihre Antwort auf meine Vertraulichen Email Adresse:
godwinlthambo@myway.com

24. Februar 2007 © Andrea Maria Dusl # Permalink (2) Comments (0) Pings




Bla Bla 06

Wie stellt man Politiker-Bla-Bla dar? Wie das Wording von Parteiprogrammen? Der Medienpolemiker und Visualisierungsanalytiker Walter Rafelsberger hat ein geniale Methode entwickelt. Auf seinem Metaportal der Medienpolemik hat Rafelsberger eine Graswurzelanalyse der Wahlprogramme zur Österreichischen Nationalratswahl 2006 durchgeführt.

Die folgenden Word-Maps zeigen Analysen der Wahlprogramme der Parteien ÖVP (Christlichsoziale), SPÖ (Sozialdemokraten), Grüne, FPÖ (ehemalige Haiderpartei), BZÖ (jetzige Haiderpartei), KPÖ (Kommunisten) und Matin (Liste des EU-Parlamentariers und Bestseller-Autors Hans-Peter Martin) zur österreichischen Nationalratswahl 2006. Mit Hilfe von Raffelsbergers Rhizome Navigation wurden die Texte der einzelnen Wahlprogramme analysiert. Die Größe eines Wortes korrespondiert mit seiner Häufigkeit im Text. Die Anordnung basiert auf einer Annäherung der Stellung einzelner Worte zueinander im ursprünglichen Text.

Die Anzahl der Worte in der Grafik hat übrigens nichts mit der Länge des Textes zu tun (die Anzahl der analysierten Worte ist in Klammern hinter dem Parteinamen angegeben), sondern hängt mit der relativen Häufigkeit einzelner Worte zusammen.

ÖVP (2177):
Word-Map-OeVP.gif


SPÖ (5199):
Word-Map-SPOe.gif


Grüne (5196):
Word-Map-Gruene.gif


FPÖ (2939):
Word-Map-FPOe.gif


BZÖ (4587):
Word-Map-BZOe.gif


KPÖ (670):
Word-Map-KPOe.gif

Matin (2189) - mangels Lesbarkeit von weiss auf weiss mit schwarzem Font:
Word-Map-Matin.gif

29. September 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Weblogs haben kurze Beine

Weblogs haben kurze Beine

Politiker entdecken die virtuellen Tagebücher als wahlkampftaugliches Kommunikationsmittel - eine Rundschau von Andrea Maria Dusl

Für ALBUM/Standard, Erschienen in der Printausgabe vom 26./27.8.2006

Was haben wir gelacht! Karl-Heinz in Windeln, Karl Heinz als pubertierender Unterstufler, mit Föhnfrisur und Gustav-Gans-Grinser. Karl-Heinz im Klettergeschirr, den Stephansturm besteigend. Karl-Heinz mit Wolfgang Schüssel, Bill Gates, Alan Greenspan und anderen Größen des internationalen Showgeschäfts. Und dann der Skandal, der uns das Lachen im Halse gefrieren ließ. Die seicht gemachte Homepage im HTL-Design soll so viel gekostet haben wie ein? Einfamilienhaus in Fürstenfeld? Düstere Wolken brachen über Schnitzellands Polit-Homepager-Szene herein. Die Koalition Politiker und Internet war nicht mehr mehrheitsfähig.

Ein Schock, von dem sich sogar der politische Gegner nicht erholte. SPÖ-Politiker machten lange Zeit weite Wege ums Internet, manche fürchten noch heute eine eigene Website wie der Teufel das Weihwasser.

Aber dann war Bundespräsidentenwahlkampf und es kam: wer, wenn nicht sie – Benito Ferrero-Waldner, wie sich Thomas Klestil selig auszudrücken pflegte. Die dauerlächelnde Außenministerin verblüffte Freund und Feind gestelzter Reden mit einem Wahlkampf-Weblog! In 101 Zungen parlant mit den Großen dieser Welt stieg Benita in die Wahlauseinandersetzung um das höchste Amt der Republik. Und schrieb jeden Tag ihre aufzehrenden Wahlkampf-Erlebnisse in ein schnittig gestaltetes Weblog. Bis zum Tag der Wahl.

Da floss der Traum von der Hofburg im Tränenbächlein Richtung Donaukanal. Und dann erfuhr das Publikum – ob durch gezielte Indiskretion oder ungezielte Selbstentblößung – dass der Weblog gar nicht von ihr war. Die Log-Einträge waren auf Band diktiert und von emsigen Mitarbeitermurmeltieren transkribiert worden. Ein Nono in der Bloggerszene! Ein Tagebuch lässt man nicht von Mitschülern schreiben.

>>> hier weiterlesen >>>

Das einzige Weblog eines österreichischen Politikers, das genreresicher auftritt und mit einer veritablen Community vernetzt ist, ist das des grünen Sicherheitssprechers. Das Archiv von Peter Pilz' Blog geht bis 2001 zurück, eine biblisch lange Zeit für ein Medium, das andere erst jetzt für die Politik entdecken. Pilz fährt einen klaren, nur mäßig verspielten Stil, schreibt seine Texte selbst und provoziert mit seinen Log-Einträgen durchwegs Leser- Kommentare im zweistelligen Bereich.

Die Pilzseite hat auch eine politische Babyklappe. In die "Pilz-Box" können Beamte, Verschwörungstheoretiker, Mistkübelausleerer und andere Geheimnisträger anonym Dokumente und Informationen über den virtuellen Tresen schieben. Weil das Pilz'sche Fotoalbum das von Web-Jausengegner Grasser um Längen schlägt, wollen wir nur gute Haare an Pilzens Seite lassen. Ein Kapfenberger in Kuba ist allemal origineller als ein Klagenfurter am Kindergeburtstag.

Schnuckeliger, verspielter und auf eine sehr technische Art girliehaft ist ein anderes grünes Weblog. Marie Ringler, Kultursprecherin der Wiener Grünen und Rathaus-Prinzessin, hat als ehemalige Geschäftsführerin der Avantgarde-Internet-Community Netbase Pionierarbeit im Vernetzen hinter sich. Dass ein Weblog im Idealfall täglich mit Content gefüttert werden muss, um regelmäßige Besucher ans Blog zu binden, weiß Marie Ringler selbstverständlich. Wenn nicht gerade Sommerpause ist.

Gut im Bloggen sind die Grünen auch als Partei. Die Mutter aller Wahlkämpfe haben sie zur Internetschlacht ausgerufen und ein iPod-farbenes Weblog online gestellt, das urbane Bürgerkinder mit grünen Inhalten umschmeichelt. Kultursprecher Wolfgang Zinggl berichtet auf 20jahre.gruene.at/blog über seine ersten Würstel im Parlament, die ehemalige Grünenchefin Madeleine Petrovic über eine Pelztierpinkelei in Heinz Fischers präsidialem Parlamentsbüro, und Bundessprecher Alexander Van der Bellen quält sich Launiges über seine, durch Hainburg ausgelöste, SPÖ-Entfremdung ab.

Die proper gemachte Seite ist grafisch und navigatorisch state of the art und doch nur eine lose Sammlung streichelweicher Episödchen aus den ersten 20 Jahren Grünenpolitik. Richtig lustig sind die Podcasts mit historischen Belangsendungen der Grünen. 41 Tage vor der Wahl scheinen noch nicht alle Geschütze in Stellung gebracht. Intensivwahlkampf im Netz sieht anders aus.

Intensivwahlkampf im Netz hat ein bürgerliches Gesicht und einen seltsamen Namen: win06blog. Seit Ende Juli postet ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka auf www.oevp.at täglich salzige Kommentare zum politischen Tagesgeschehen. Das besteht in der Wahrnehmung des ÖVP-Kriegers und seiner Ghostwriter vor allem aus den Verfehlungen sozialdemokratisch inspirierter Penthousebesitzer, den wankelmütigen Umtrieben des eigenen Koalitionspartners, den Revoltegelüsten der Grünen und der Unpackbarkeit der Strache-Partei. Dass die eigene Mannschaft, vom Jahrtausendkanzler abwärts mit Goldstaub beworfen wird, dürfte die angesprochene Klientel nicht irritieren.

Die Idee mit den Weblogs hat Lopatka offensichtlich während seiner Besuche bei den US-Republikanern aufgeschnappt. Im Mutterland des Netzes gehört das politische Bloggen zum Tagesgeschäft. Ob texanischer Redneck-Sheriff, schwarze Senatorin aus Illinois oder schwuler Bürgermeister aus Kalifornien. Ohne Weblog geht heute gar nichts. Dass Politiker für das aufwändige Posten persönlicher Befindlichkeiten durchwegs keine Zeit haben und das Eintragen von Mitarbeitern und Redenschreibern vornehmen lassen, ist ein offenes Geheimnis und Betreibern privater Blogs schon aus exegetischen Gründen klar.

Der Vorwurf, mit seinem eigenen Blog so viel zu tun zu haben wie der Singvogel mit dem Kuckucksei, beschäftigt momentan die Bloggerszene Polens.

Warschaus Bürgermeister und Polens Ex-Ministerpräsidenten Kazimierz Marcinkiewicz von der Partei "Recht und Gerechtigkeit" (der auch die beiden kartoffelgesichtigen Zwillingsbrüder Jaroslaw und Lech Kaczynski angehören) soll mit seinem Blog nach vier Tagen bereits 340.000 Besucher, beeindruckende 6200 Kommentare und den Platz eins aller Blogs der onet.pl-Plattform erreicht haben. Zahlen, die hier zu Lande utopisch wären.

Vor dem polnischen Blogwahnsinn verblasst auch Frankreichs prominentestes Politikweblog. Die Seite des französischen Präsidenten Jacques Chirac sieht selbst gestrickter aus, als sie wahrscheinlich ist. Nicht ohne komischen Beigeschmack die Blogroll der präsidentalen Seite: Neben politischen Habibis wie Alain Juppé empfiehlt Chirac auch die Seite? seines Ami Johnny Hallyday. Ganz dick ist die Freundschaft mit dem Rockbarden denn doch nicht, der Link führt ins Leere.

Dem Vorwurf, fremde Federn schreiben zu lassen, entkommen moderne Politiker nur mit dem neuesten Trend, dem eigenen Videopodcast. So ein Spielzeug hat sich jüngst die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zugelegt.

Wie Apples kultiges Abspielgerät iPod – das Gerät, für das Videocasts produziert werden – funktioniert, scheint bei den Webbastlern der CDU niemand so recht zu wissen. Fürs Logo der Video-Schnitzel posiert Angela Merkel vor einem koalitionsfarbenem iPod: Das Gehäuse ist schwarz, das zentrale Steuerrad aber rot.

26. August 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments (0) Pings




Was ich lese...

Atlanten, politische
Schwarten, Blogs.
Was man heutzutage
halt so alles liest.

GERADE EBEN bin ich übersiedelt.Meine allerpersönlichsten
Wertsachen hatten in einer Bananenkiste Platz.Meine Garderobe
in fünf Baumarkt-Kartons.Meine Bibliothek füllte 57 Profi-
Container. Irgendetwas mache ich falsch. Lese ich zu viel?
Wohnen Kobolde in meinem Haushalt, die über Nacht Bücher
anschleppen und heimlich auf Halde stapeln? Bin ich über ein
Raum-Zeit-Inkontinuum mit dem Hauptlager der Frankfurter
Buchmesse verbunden? Hab’ ich sie noch alle? Dass ich zu viel
lese: Soll ich das behaupten? Fünf Stunden Lesen täglich ist
doch nicht viel. Dass ich zu viel Bücher besitze, könnte schon
eher stimmen.Aber was lese ich? Versuchen wir mal, nicht zu lügen.
Im Bad liegt, schon leicht aufgeweicht,Heinz Fischers Retrospektive
der Ära Kreisky. Ein Schaumbad mit Broda, Firnberg,
Sinowatz, das hat schon was. In meinem Schlafzimmer
liegt irgendetwas Halbsaloppes,Coffee-Table-Fähiges über die
gallorömische Geschichte Pannoniens.Was genau in meinem
halbsaloppen Pannonicum steht,weiß ich nur in homöopathischer
Dosis.Nach zwei Minuten Coffee-Table-Halten nicke ich
ein. Ich gebe aber zu, dass ich in letzter Zeit häufig von La-Tène-
zeitlichen Eisen-Kultwagen träume, von keltischen Grabhügeln
und norischen Hüten. Neben meinem Sofa – es duckt
sich unter acht Laufmeter Bücherwand wie ein Biwak unter die
Eiger-Nordwand – liegen drei glimmende Lunten Noam
Chomskys. Die werden wohl bald detonieren. Wenn ich
Chomskys überdrüssig werde, lese ich den Online-Standard.
Erst lese ich jeden, aber auch wirklich jeden Artikel dort, dann
jedes Posting dazu.Verrückt, aber wahr. Auch den Spiegel, die
New York Times und Variety lese ich im Netz. Netz. Ein blödes
Bild. Das Netz sollte eigentlich Leseteich heißen. Rundherum
begrenzt vom sumpfigen Schilf der Onlineforen. Mit einer
schnuckeligen Zone voll blühender Seerosen. In der Mitte tief,
schwarz und unheimlich.Und auf einer Luftmatratze aus Google-
Ergebnissen paddle ich durch die Seerosen.Was ich noch lese?
Atlanten,Haustürprospekte,E-Mails, Bedienungsanleitungen,
Anruflisten, Blogs, Graffiti, Speisekarten, Drehbücher,
Türschilder,Untertitel und mehrmals täglich die Uhrzeit.

.......... .......... ..........

...und was nicht.

Ich weiß gar nicht, was
ich nicht lese. Dafür
weiß ich, was ich alles
unnötig anlese.

MAL EHRLICH, wie soll ich wissen, was ich nicht lese? Müsste
ich das Nichtgelesene nicht zumindest angelesen haben, nicht
zumindest einen Zipfel seines literarischen Wesens verinnerlicht
haben, um zu wissen: Den Mist lese ich nicht weiter? Und
zählte das solcherart Angelesene nicht automatisch zum Schatz
des Gelesenen? Meinetwegen müsste die Spalte da drüben heißen:
„Absichtlich Gelesenes“. Für diese hier schlüge ich vor:
„An-, aber willentlich nicht Weitergelesenes“. Zugegeben, kein
zündender Titel. Einigen wir uns auf:„Was ich nicht weiterlese“.
Ich leide unter einer Aufmerksamkeitsstörung, zu deren
Symptomen die Unfähigkeit gehört,Romane zu lesen.Zwei Seiten,
drei,vielleicht fünf:Mehr schaffe ich nicht.Buchstaben verschwimmen
vor meinen Augen zu Brei,Bilder springen aus den
Seiten wie Popups aus dem Browser. Romane lesen ist Qual,
weil meine Fantasie dem Text Sporen gibt und mit mir durchgeht.
Ich habe nie den „Zauberberg“ gelesen, nie „Der Name der
Rose“, nie „Finnegans Wake“, nie den Kanon all dieser herrlichen
Autoren,deren Werke alle glücklich in sich spazieren tragen.
Drehbücher, Essays, Gedichte, Telefonbücher: kein Problem.
Aber Romane: njet.Meine Krankheit hat auch Gutes: Ich
spare viel Geld, weil ich nie auf Urlaub fahren muss. Denn wo
lesen wir Romane? Im Strandkorb in Ostmasuren, im Sonnendeckstuhl
auf Santorin und Kreta, auf der Swimmingpool-Liege
in Havanna.Gut auch, dass ich Harry Potter nicht einmal in
Zeiten größten literarischen Verdurstens lesen könnte.Wer sich
nach Magie sehnt, soll Aleister Crowley lesen und nicht die Geschichten
einer englischen Lehrerin.Ungelesen bleiben bei mir
auch Zeitungen. Die lese ich online. Das spart Nerven und,
wenn es mehr täten, auch Wälder. Kaffeehäuser, denen man
andichtet, sie seien traditionell Orte des Lesens, sind für Intrigen
da und nicht fürs Gratisstudium von NZZ, Süddeutscher
und FAZ. Sehr ungern lese ich Mahnschreiben und Rechnungen,
Einladungen zu kirchlichen Kulturveranstaltungen und
den Marketingzinnober, der mir die Mailbox verkleistert.
Kleingedrucktes und Amtsstübisches lese ich schon aus optischem
Unvermögen nicht.

© Andrea Maria Dusl 2004
Erschienen in Datum 5/2004

19. Oktober 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Barolo Forever

barolo-1.jpgManchmal kommt es anders, als man hofft. Nachfolger des aschfahlen Andreas Unterberger wurde sein aufbrausender Stellvertreter Michael Fleischhacker. Das ist insoferne unerfreulich, als man sich für den Sessel des Presse-Chefredakteurs Hoffnungen auf Christian Seiler machen durfte. Der ehemalige Chefredakteur des profil hatte sich schon blendend um die Geschicke des "TagiMagi", des Magazins des schweizerischen Tages-Anzeiger, gekümmert. Auch das Chefbüro der Kulturzeitschrift du trug sein Türschild. Seit Februar verantwortet er bei der helvetischen Edelgazette Weltwoche die Bereiche Kultur und Gesellschaft. Alle diese hohen Posten konnten uns nicht von seiner Leidenschaft für das Verfassen der fadesten Kolumne der Welt erlösen: der Freizeit Kurier-Glosse "Hund & Herl", der Abenteuer des Seilerhundes Barolo. Die Hoffnungen, ein Megastressjob beim Mutterschiff des Konservativismus könnte das Ende für die Schlabbertölenkolumne bedeuten, haben sich zerschlagen. Die Erlebnisse des Rotweinköters werden uns weiter die Wochenend-Wachheit rauben.

© Andrea Maria Dusl
Erschienen in Falter" Nr. 40/04 vom 29.09.2004 Seite: 17

29. September 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (2) Comments (0) Pings




911. Das Attentat unter kommerziellen Gesichtspunkten

War and Crime sell
18.09.2001, 15:22
Gepostet auf: Höfliche Paparazzi

Waffen- und Gasmaskenverkäufe steigen in USA nach Anschlägen. 'Biologischer oder chemischer Angriff auf jeden Fall möglich' New York - Nach den Terror-Anschlägen in den USA sind in Nordamerika die Verkäufe von Schusswaffen, Gasmasken und Stichwesten stark angestiegen. 'Wir können nicht einmal mit der Nachfrage nach Gasmasken Schritt halten', sagte Mike Wismer von dem Militärgütergeschäft Forest City Surplus am Montag in London im kanadischen Bundesstaat Ontario. Zurzeit verkaufe seine Firma mindestens 100 Gasmasken pro Tag, überwiegend über das Internet, die Meisten davon an US-Bürger. 'Wir können nur hoffen, dass unsere Zulieferer mithalten können.' Eine Sprecherin der Handelskette Wal-Mart sagte, in den ersten zwei Tagen sei die Nachfrage nach Schusswaffen und Munition stark angestiegen, habe sich aber jetzt abgeflacht.

Nach den Angriffen suche er nach Gasmasken für sich, seine Kinder und seine Freunde, sagte Kenneth Frank, Anwalt und Besitzer einer Softwarefirma in Baltimore. 'Der Zeitpunkt, um eine Gasmaske zu kaufen, ist bevor etwas passiert', sagte er. 'Ein biologischer oder chemischer Angriff ist auf jeden Fall möglich und wenn das passiert, wird man keine Gasmaske mehr bekommen.' Er habe im Internet nach Masken gesucht und erwäge, ein israelisches Modell zu kaufen, das weniger als 25 Dollar (27,0 Euro/371 S) koste.

Der Börsenkurs des Waffenhändlers Sturm, Ruger & Co. stieg an der New Yorker Börse um 10,75 Prozent auf 10,30 Dollar. Die Firmenleitung teilte mit, sie wisse nicht, woher der Anstieg komme. Der Chef von Kejo Limited, Tony Tanner, sagte, er werde mit Nachfragen nach hochwertigen Gasmasken sowie schuss- und stichfesten Schutzwesten überschwemmt. 'Einige dieser Anrufe kamen von Piloten', sagte er. Bis zum Tag der Anschläge habe Kejo seit Jahresanfang insgesamt fünf Gasmasken verkauft. Jetzt seien täglich Dutzende. 'Es ist eine Tragödie. Aber wenn wir den Menschen mit diesen Gütern helfen können, würde ich mich gut fühlen.' (APA/Reuters)

18. September 2001 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Die Null am Datumshintern

Was so eine Null am Datumshintern nicht alles an dicken Analysen hervorruft! Der Wechsel von 1999 auf 2000 schlägt sich magazintechnisch vor allem im satten Tau der religiösen Betrachtung nieder. (So schön ein "Ende jetzt" auch wäre: Die Apokalypse war spätestens nach der Sonnenfinsternis gegessen.) profil, dem die Titelmadonna dermaßen ins Logo gerutscht ist, dass von "unabhängiges Nachrichtenmagazin" nur mehr ein schütteres "u...mag" blieb, frug um und deckte neben anderen sittlichen Verfallserscheinungen auf, dass in Sachen Heiligkeit die knirschende Kirchenbank längst vom fahrbaren Untersatz abgelöst wurde und dass die letzte Reise dreimal wahrscheinlicher in den kühlen Himmel als in die warme Hölle geht.

Format, neben "Politik und Wirtschaft" auch im "Wissen" kundig, legt überhaupt das dicke Buch auf den Prüfstand. So soll Noah maximal im Schwarzen Meer gearcht, Moses trockenen Fußes bloß durch den "lediglich bis zu tausend Meter tiefen Golf von Aqaba" gewatet sein und Jesus überhaupt erfunden worden sein. Irgendwo hab ich das alles schon in den Seventies gelesen.

"Falter" 51-52/99 vom 22.12.1999 Seite 20 Presseschau

22. Dezember 1999 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Prinz Horn von rechts hinten

Ich bin zufrieden mit euch, Zeitgeistbroschüren! Endlich ein Kandidat auf den Covern von Format und profil. Noch dazu der gleiche ... äh, die gleichen ... äh, dieselben. (Es ist schon kompliziert mit einem Kanzleraspiranten, der eigentlich keiner ist, weil ja, wie glasklar zu vermuten, der Kandidat ja der andere ...) Trotzdem: Ich bin stolz auf euch, profil und Format, endlich wieder faltenwürfige Freiheit auf euren Deckeln! Und richtig erkannt: Prinzhorn taucht von rechts hinten an! Bärental hat sich wieder erfolgreich in die Coveridee gethemenleadert. (Im Gegensatz zur grafischen Lösung, der fahrlässigen Krida unter den Coverideen, ist die Haider-Lösung die vorsätzliche.)

Auch die Neue Kronen Zeitung fährt bewährte Geschütze auf: "Während linkslinke Kreise unverdrossen für die Freigabe sogenannter ,weicher Drogen' streiten", wie Recht- und Ordnungsexperte Andreas Mölzer im Blattinneren konstatiert, lesen die beiden Kinder auf Seite 1 statt neuer Schulbücher und alter Schundhefterl gerade den Rohstoff zu Österreichs Todesursache Nummer 1, der so genannten "legalen Droge" Wein.

© Andrea Maria Dusl
Erschienen in Falter../.. Datum unklar... 1999

16. Dezember 1999 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




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