Blue Moon ::: Innsbruck ::: 1.6.2011

Mein Film "Blue Moon" läuft beim Internationalen Film Festival Innsbruck.
Kommet!

Mittwoch 1.6.2011
22:45
Leokino
Innsbruck
In Anwesenheit der Regisseurin.

The “Blue Moon“ stands for something rare and special – like an unexpected encounter with love. A money handover ends up in unforeseen complications for the legman and small-time-criminal who calls himself Johnny Pichler. Soon afterwards he finds himself in a car, next to the beautiful callgirl Shirley, racing towards the East. When Shirley suddenly takes off, he follows the few clues he has about her background, trying to find her. Ultimately his odyssey brings him to Odessa...

Austria 2002 Regie: Andrea Maria Dusl
Josef Hader, Detlev Buck. 90min, 35mm, Farbe, dt. OF

--> http://www.iffi.at/de/festival/programm/kategorien/film//blue-moon-1.html

31. Mai 2011 (0) Comments

Lachen am laufenden Band

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 22/2011

Liebe Frau Andrea,

mit Abscheu vernehme ich jeden Tag aus dem Zimmer meines Freundes sein Lieblingsprogramm: idiotische amerikanische Soap-Operas. Das ist schlimm genug, aber da kommt dann noch das irre Lachen des "Publikums", das ja nicht wirklich existiert. Müssen da ein paar schlecht bezahlte arme Trottel auf Befehl verschiedene Arten von Lachen produzieren? Wird dieses Lachen live aufgenommen oder künstlich hergestellt? Ich vertraue und verlasse mich auf Ihre unendliche Weisheit!

Mit irrem Lachen und lieben Grüßen
Inge Mayer, per Bernsteinfunkennachricht.

Liebe Inge,

das von Ihnen beschriebene Phänomen wird bei uns im Tingeltangel-Business als canned laughter, Konservenlachen bezeichnet. Die Frühzeit des amerikanischen Fernsehens begann mit einem Dilemma. Waren die ersten Sendungen noch vor Publikum aufgenommen worden, kam es mit dem Aufkommen der Single-Camera-Technik zum gestalterischen Konflikt. Den Zusehern waren Publikumsreaktionen so vertraut, dass fehlendes Lachen automatisch mit ernsten Inhalten verbunden wurde. Woher also das vertraute Lachen für die erst im Schneideraum fertiggestellten Shows nehmen? Vom Band. Eine Technik, die Tontechniker Jack Mulin und Scriptwriter Bill Morrow erstmals bei einer von Bing Crosbys (schon auf Band vorproduzierten) Radio-Shows verwendet hatten. Was war geschehen? Der Hillbilly-Komiker Bob Burns war zu Gast gewesen und hatte mit rassistischen Farm-Witzen schreiendes Live-Publikums-Gelächter provoziert. Die Witze wurden zwar nicht verwendet, das Lachen aber auf Band gesichert. Ein paar Wochen später gab es eine vergleichsweise maue Show. Sie wurde mit den aufgenommenem Lachern aufgefettet. Das Lach-Band war geboren. Es fand seinen Einsatz in den erwähnten US-Einkamera-Sitcoms. Tests mit nichtbelachbandeten Shows blieben ernüchternd. In synchronisierten Versionen amerikanischer TV-Serien hilft das Lachband auch beim Verschleifen schlecht sitzender Dialoge. Die Präsenz von Konservenlachen hängt mit der Konjunktur von Sendungen aus den 60ern und 70ern zusammen. Frischeres Material zeigt einen Paradigmenwechsel. Malcolm in the Middle kommt wie die Mehrzahl der neueren US-Produktionen ohne Lachband aus. Two and a Half Men ist in diesem Sinne noch ganz Retro-Sitcom. www.comandantina.com dusl@falter.at

30. Mai 2011 (0) Comments

Das Unendliche Panorama
Folge 137 - Paus

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Folge 137 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 23/2011.

Hier geht's zu sämtlichen Folgen ---> Das Unendliche Panorama - Archiv
und hier zum Panorama als Endlosanimation ---> Das Unendliche Panorama - Directors Cut

24. Mai 2011 (0) Comments

Die Ozöse findet den Pfad

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 21/2011

Liebe Frau Andrea,

trotz einer gewissen Distanziertheit Ihrerseits zu URKK, die ich zu erkennen meine, oder gerade deshalb erhoffe ich von Ihnen die Antwort auf eine Frage, die sich mir immer wieder stellt. In Diskussionssendungen, Rundfunk- und Fernsehnachrichten oder Zeitungsartikeln fällt häufig das Synonym für Bistum. Es wird stets korrekt Diözese geschrieben. Nach meiner Beobachtung wird es von etwa 90% der Journalisten auch exakt so ausgesprochen, während ein etwa gleich hoher Prozentanteil der Kleriker, die es doch am besten wissen sollten, beharrlich Diozöse sagt. Handelt es sich um den Code einer ausgewählten Gruppe? Gehört Bischof Küng nicht dazu, im Gegensatz zu Kardinal Schönborn? Opus Dei unerwünscht? Vorarlberger ausgeschlossen?

Freundliche Grüße und Dank im voraus!
Edith Rager, per Bernsteinfunkennachricht.

Liebe Edith,

mit statistischen und verschwörungstheoretischen Daten zur Aussprache kirchenrechtlicher Ausdrücke innerhalb IRKK (Ihrer Römisch Katholischen Kirche) kann ich mangels fehlender Sozialkontakte mit dem Klerus nicht dienen. Gleichwohl teile ich Ihren Befund. Google kennt immerhin 41.800 Ergebnisse zum Stichwort Diozöse und spuckt Links zur Katholischen Jugendfürsorge der Diozöse Augsburg aus, zum Pastoralamt der Diozöse Linz, findet Informationen zum Leitbild der Diozöse Eichstätt, berichtet über das Bischöfliche Jugendamt der Diozöse Mainz, die Pfadfinderinnenschaft St. Georg der Diozöse Essen, die "Internetpräsens" der Diozöse Rottenburg-Stuttgart und den Caritasverband der Diozöse Limburg. Die Legastenie bleibt nicht auf den deutschen Sprachraum beschränkt, so weiss die Weltsuchmaschine auch von der christlichen Diozöse Krishna-Godavari in Vijayawada und vom Tierarzt der Diozöse Ruaha in Tansania. Schuld an der falschen Aussprache ist wohl die ungewohnte Vokalfolge des Wortes Diözese. Es bezeichnet das Amtsgebiet eines katholischen Bischofs und ist aus dem griechischen dioikesis (Haushaltung, Verwaltung) entlehnt - oikos ist das (Wohn-)Haus. Die Fehlvokalisierung durch die Kleriker dürfte der lateinische Begriff diocesis verursachen. Zu Lübien und Filmressischören demnächst. www.comandantina.com dusl@falter.at

23. Mai 2011 (0) Comments

Das Unendliche Panorama
Folge 136 - Knik

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Folge 136 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 22/2011.

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22. Mai 2011 (0) Comments

Das Unendliche Panorama
Folge 135 - Sar Sar Sar

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Folge 135 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 21/2011.

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und hier zum Panorama als Endlosanimation ---> Das Unendliche Panorama - Directors Cut

22. Mai 2011 (0) Comments

In die Gebenedeitheit zappen

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 20/2011

Liebe Frau Andrea,

ich fuhr heute auf der A1 und zappte durch den Hörfunk. Auf Radio Maria hielt ich an und staunte - es wurde ein Rosenkranz gebetet. Im Radio. Nun meine Frage: Was ist, bitte, eine “gebenedeite” Frau?

Liebe Grüsse, Richard Wimmer,
per Bernsteinfunkennachricht.


Lieber Richard,

bei ihrer Rundfunk-Hör-Erscheinung handelt es sich nicht um ein Wunder. Sie hätten ihr Fahrzeug nicht unbedingt anhalten müssen, fahrendes Staunen hätte genügt. “Radio Maria Österreich – Der Sender mit Sendung” bringt missionarisch ausgerichtetes, römisch-katholisches Programm für Österreich. Ziel der Fernmundprediger, die ihren Sendebetrieb 1998 mit einem UKW-Strahler auf der Basilika Sonntagberg im Mostviertel Niederösterreichs aufnahmen, ist es nach eigener Angabe, das „vielfältige Leben der Kirche und der Menschen in unserem Land“ abzubilden. Im Rahmen dieses spirituellen Auftrags wird mehrmals täglich etwa vierzig Minuten Radio-Rosenkranz gebetet. Bei diesen lyrischen Textketten handelt es sich um Repetitionen von Vaterunser und Ave Maria, den zwei Zentralgebeten des Katholizismus. Um Genauigkeit in der richtigen Abfolge von Gebeten und Zwischentexten zu erzielen, fingern sich die Betenden durch ebenfalls Rosenkranz genannte Perlschnüre, deren Kügelchen in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet sind. Der Rosenrap besteht aus dem apostolischen Glaubensbekenntnis, den Gebeten “Ehre sei dem Vater” und “Vaterunser”, drei “Ave Marias”, einem weiteren “Ehre sei dem Vater” und anschliessend 50 Ave-Marias, in Zehnergruppen, den “Gesätzen” gegliedert. Jedes Gesätz wird eingeleitet mit einem Vaterunser (an der großen Perle) und abgeschlossen mit einem Ehre sei dem Vater. Der Katechismus sieht auch ein eigenes Schlussgebet vor, beendet von einer Marianischen Antiphon, einem an die Gottesmutter gerichteter Gesang. Das seltsame Wort gebenedeit ist das Partizip Perfekt des Verbs benedeien, eine Entlehnung aus italienisch benedire, das seinerseits auf lateinisch benedicere, gutreden, segnen zurückgeht. Eine Gebenedeite ist also eine Frau über die man gut spricht. Das Gegenteil kennen wir auch: Maledeit. www.comandantina.com dusl@falter.at

15. Mai 2011 (0) Comments

Wiener, Hausrucker, Berliner und Kuh

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 19/2011

Ähem, liebe Frau Andrea,

ich bin halb Wiener (Vater), halb Oberösterreicher (Mutter Hausruckviertel). Daheim in Oberösterreich bezeichnet man mich als "Gscheaden" (weil Wiener), daheim in Wien ebenfalls (weil Oberösterreicher). Was soll das? Haben beide Recht? Meines Halbwissens assoziieren die Oberösterreicher gschead mit gscheit (städtisch,wienerisch, obergscheit), die Wiener mit geschert (mit kurz gescherten Haaren, bäuerlich, Provinztrampel). Bitte um Aufklärung, das kann so nicht weitergehen, ich will endlich Klarheit!

Danke und viele Grüße,
Bernhard Hendling, derzeit Wien,
per Gesichtsbuchdirektnachricht


Lieber Bernhard,

die Wege, die die Sprache nimmt, sind verschlungen und führen keineswegs zu einem Ende. Für eine genaue Analyse Ihres Benennungsproblems fehlen mir Originalzitate und die genealogisch-geographischen Konstellationen der Generationen vor ihren Eltern. Erlauben Sie mir, dennoch zu einer eindeutigen Diagnose zu kommen. Sie sind gschead, und zwar ausschliesslich aus Wiener Sicht. Wie Sie richtig erwähnen, kommt der Ausdruck gschead von der frisurtechnischen Statusmeldung “geschert”, soviel wie geschoren. Damit bezeichnete die Stadtbevölkerung seit dem Mittelalter den Bauernstand. Wegen der Kürze ihrer Haare. Den unfreien Bauern war es seitens der Obrigkeit schlicht nicht erlaubt, das Haar lang zu tragen. Warum Ihre Hausrucker Familienhälfte die Wiener ihrerseits und ebenfalls als Gescheade bezeichnet, kann ich nicht mit endgültiger Sicherheit sagen. Ich vermute einen Gegenzauber in der Mechanik kindlicher Insultkultur: Wer’s sagt is’ selber. Haarlänge hat mit Freiheit zu tun und Freiheit mit Sprachmächtigkeit. Insoferne verbirgt sich also in der Fähigkeit Ihrer Hausrucker Familienhälfte, den Wienern fälschlicherweise Gscheadheit vorzuwerfen, das hohe Gut der Freiheit. Statistisch gesehen befinden sich in Wien mehr Provinzler als Wiener, somit auch mehr Gscheade als am Land. Sollte Ihnen Wien deshalb als zu gschead vorkommen, könnten Sie weiterziehen, in die nächsthöhere Kategorie an Urbanität. Sie könnten es mit Anton Kuh halten, der 1928 auf die Frage, warum er auswandere antwortete, er wolle lieber „in Berlin unter Wienern, statt in Wien unter Kremsern“ leben. www.comandantina.com dusl@falter.at

9. Mai 2011 (0) Comments

Oberetscher Österreichwetter

Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 18/2011

Liebe Frau Andrea,

in den Visualisierungen der Fernseh-Wettervorhersagen des ORF werden die Bildsymbole nicht nur innerhalb des Staatsgebiets der Republik Österreich gezeigt, sondern auch außerhalb. Und zwar dort - und nur dort - wo kartographisch die italienische Region Trentino-Alto Adige / Trentino-Südtirol einzusetzen wäre. Wissen Sie, warum?
 
Walter Stach, Laimgrube, per Bernsteinfunkennachricht


ORF-Wetter-In-Oberetsch.jpgLieber Walter,

die Wetterkarten des ORF zeigen tatsächlich Meteorologos, die das Bundesgebiet verlassen. So bestrahlt die Waldviertler Sonne die südlichsten Gebiete Böhmens, die Salzburger und Vorarlberger Wolken beschatten Grenzregionen in Bayern, der Schweiz und stets ganz Liechtenstein. Diese Grenzüberschreitungen sind graphischer Natur. Anders verhält es sich mit Sonne und Wolken südlich des Brenners. Sie sind ganz eindeutig ausserhalb Österreichs platziert. Bildsprachlich weisen sie auf das mehrheitlich deutschsprachige Südtirol hin, das amtlicherseits als “Provincia Autonoma di Bolzano - Alto Adige” beziehungsweise als “Autonome Provinz Bozen - Südtirol” bekannt ist. Die Südtiroler Ladiner, denen ich mich familiengeschichtlich zugehörig fühle, nennen das Gebiet “Provinzia Autonóma de Bulsan - Südtirol”. Der italienische Begriff Alto Adige (Oberetsch) leitet sich vom französischen Haut-Adige ab, ein Toponym, das Napoleon Bonaparte einführte, nachdem er den Habsburgern Tirol abgenommen hatte. Am 3. November 1918, dem Tag des Waffenstillstands nach dem Ersten Weltkrieg wurde das längst wieder habsburgische Südtirol von italienischen Truppen besetzt und im Herbst 1919 im Vertrag von Saint-Germain Italien zugesprochen. Verwaltungstechnisch ist Südtirol mit der autonomen Provinz Trient-Trentino (dem ehemaligen Welschtirol) in der italienischen Region Trentino-Südtirol zusammengefasst, seit den Sechzigerjahren tritt Österreich als Schutzmacht Südtirols auf. 1967 wird Hannes Hauser ORF-Intendant für Tirol und bezeichnet in seiner Antrittsrede als Ziel des ORF, dessen Programme in Südtirol verfügbar zu machen. 1974 wird in Bozen ein ORF-Büro eröffnet, 1988 beginnt der ORF mit dem Betrieb des Lokalfernsehen südlich des Brenners. Die Wettersymbole machen mit. Come rain, come shine. www.comandantina.com dusl@falter.at

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Am 13.05.2011 um 11:10 schrieb Rudolf Nagiller:

Liebe Frau Dusl,

soeben las ich ihre Kolumne, in der Sie die Frage eines Lesers beantworteten, warum auf der ORF-Wetterkarte auch Südtirol berücksichtigt wird. In Ihrem Satz mit ORF-Landesintendant Hans Hauser (bis 1986) deuten Sie die Antwort zwar an, in den darauf folgenden Sätzen führen Sie jedoch wieder von ihr weg.

Richtig ist: Über das Sendernetz einer Tochtergesellschaft der Südtiroler Landesregierung (RAS), verbreitet der ORF seit den siebziger Jahren seine Programme auf Wunsch des Landes und abgesichert durch internationale Verträge auch in Südtirol. Anders als alle anderen Hörer und Seher jenseits der Grenzen rund um Österreich sind die Südtiroler also nicht nur Zaungäste der ORF-Programme sondern offiziell intendierte Kunden. Somit ist es logisch, dass diese auch die Wetterprognosen für ihre Region mitgeliefert bekommen (ich denke, nicht immer zur reinen Freude der nördlich des Alpenhauptkammes wohnenden Österreicher).

Mit den von Ihnen angeführten Gründen hat das praktisch nichts zu tun. Das ORF-Büro Bozen wurde nicht zur technischen Programmverbreitung südlich des Brenners sondern zur Berichterstattung von Südtirol nach Österreich eingerichtet. Der ORF unterhält ja auch Auslandsbüros in Kairo, Washington, Peking und in einer Reihe weiterer Städte; dennoch werden Sie auf seiner Wetterkarte keine Symbole für diese Länder finden. Seit Ende der neunziger Jahre (und nicht seit 1988, wie sie schreiben) produziert das Büro Bozen auch ein TV-Lokalprogramm für Südtirol, das aber in Österreich ausgenommen Tirol nicht zu sehen ist. Auch das hat logischerweise null Einfluss auf die ZiB-Wetterkarten.

Freundliche Grüße,
Rudolf Nagiller,
(Nachfolger Hans Hausers von 1986 bis 1990 ... und so wie offenbar auch Sie mit ladinischen Vorfahren: Mein Familienname ist laut Schlern-Schriften ein eingedeutschter ladinischer Hofname.)

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Lieber Herr Nagiller,

vielen Dank für die Aufklärung über das Südtirolbüro des ORF!

Beste Grüsse,
AMD

2. Mai 2011 (0) Comments

Der Provinzpalast

Was bleibt von den ersten zehn Jahren Wiener Museumsquartier? Bevor kommende Woche die verfrühten Jubiläumsfeiern zum Geburtstag am 30. Juni starten, schreibe ich als eine von fünf Wegbegleitern und Stadtbeobachter über "ihr" MQ.

Andrea Maria Dusl in Die Presse vom 30.4.2011

Am Anfang war die Show. Sie war benannt nach dem coolsten Burschen des Universums – Jochen Rindt. Und jedes Wiener Kind war dort, in Dornröschens Messepalast, sah das schnellste Auto der Welt, sah den Lotus, sah die anderen Sportwagen. Und wenn es Glück hatte, sah es ihn selbst, sah Jochen Rindt und seine Prinzgemahlin, Nina Rindt.

Die Jochen-Rindt-Show war besser als ein Beatles-Konzert. Das muss man wissen, wenn man verstehen will, von welcher Liga wir hier sprechen, warum dem Messepalast, dem Museumsqartier, die seltene Eigenschaft innewohnt, als cool zu gelten. Kein anderer Museumsbau in der Stadt ist cool. Nur das Muqua ist es. Und dies ausschließlich deshalb, weil eine Generation von Wienern hier von Jochen Rindt und seiner Show wachgeküsst wurde. Eligibel gemacht für den devianten Palastbesuch.

Das MQ, das Muqua, wie es genannt werden will, um sich in eine Reihe mit dem Moma zu stellen, ist ein Ort, an dem die Internationale auf den staubigen Boden der Provinz kracht. Seine Geschichte ist die Geschichte dieser Einschläge. Mal war es Pferdestall, mal Messehalle, mal Theaterbühne, mal Partyhöhle. Mal war es Autoscheune, mal tote Hose. Jetzt macht es auf Museum.

Ohne Turm, mit Aperol-Spritz. Seit Jochen Rindts Sportautosalon komme ich nicht mehr so oft in den Messepalast. Vielleicht hat das auch ein bisschen mit der verworrenen Geschichte seines Ausbaus zu tun, vielleicht mit der Politik seiner Palastleitung, vielleicht ist mir das alles nicht cool genug. Vielleicht fehlt mir der Turm!

Vielleicht gehen mir die Bobos und die Möchtegernbobos auf den Nerv, die sich hier mit Mojito und Aperol-Spritz imprägnieren, den Nachwuchs im Buggy schaukeln und per Laptop in ihrem Facebook-Profil herumturnen. Vielleicht geht mir auch das Museum des Augenarztes auf den Nerv, es ist ein provinzieller Kasten, der nicht Klimt und Schiele dient(e), sondern dem Ego des Aquisiteurs. Aber es gibt auch Orte im Muqua, die mir gefallen. Das Glacis Beisl gefällt mir, weil es mich an das alte Glacisbeisl erinnert. Die Enzis gefallen mir, wegen ihrer radikalen Form und wegen der Namenspoesie ihrer Jahresfarben, wegen Schwimmbadblau, Freudliegenrot und Fastaustriaviolett. Der Musiktank in der Galerie gefällt mir, wegen der Möglichkeit, dort antiquarischen Ösi-Rock auf CDs brennen zu lassen. Das Milo mag ich, wegen seiner türkischen Fliesen und der Betonziegelwand hinter der Bar. Das Architekturzentrum mag ich, wegen Dietmar Steiner und wegen Jan Tabor. Und Mareks Garage mochte ich. Wer sie kannte, weiß, wovon ich spreche.

Und den Hof mag ich. Wenn er leer gefegt ist, weil es zu kalt ist, oder zu windig, oder zu wenig bobo. Wegen der kleinen Abweichungen vom Pflichtenheft mag ich den Muqua-Messepalast. Und wegen der Jochen-Rindt-Show.

..................
30.04.2011 | 18:20 | (Die Presse) http://diepresse.com/home/panorama/wien/654484/Fuenf-Stadtbeobachter-ueber-ihr-MQ

1. Mai 2011 (0) Comments

Hoch der Tag der Arbeit

Hoch-der-Erste-Mai!.jpg

Hoch der Erste Mai!
Es lebe die Freiheit!
Habt keine Angst!

1. Mai 2011 (0) Comments

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