Sager von Welt
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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"Schilfgedichte" - Niémetz Lenau Ferencz Miklos
Ungarische Gedichten
via" Jugend", 1902, pag. 597
Lenau Miklos
Ein Vollblutmagyare schickte uns die nachfolgenden
"Schilflieder" des neuentdeckten magyarischen Dichters
Lenau Miklos, die wir mit Vergnügen zur Kenntnis
unserer Leser bringen.
I.
Drüben untergeht bei Schwoben
Sonne! Laider! Dann ist Nocht…
Kann mon helfen nix! Wir hoben
Ober Sonne, wann erwocht!
Sonne kommt von Ungar immer
Erst zu Schwob, das ist ja klar
Und ist auch Verwais doss immer
Ungar etwas heller wor!
Wos main tiefes stilles Leben
Als wie Sonne drum durchbricht,
Ist: Der Schwob kann mir nie geben!
Ungor gibt der Welt das Licht!
II.
Trübe wird, die Wolken jogen,
Haite regnet jedenfolls;
No, kann Ungor Noß vertrogen,
Gonz besonders - auch im Hols!
Auch das Waizen und das Hober
Lieben Noß! Und noß gedeihn
Olle Ungarisches - ober:
Gonz besonders! - auch dos Schwain!
III.
Auf gehaimem Waldespfode
Schlaich' ich gern in Obendschain;
Denn viellaicht, wann hob' ich Gnode,
Schieß' ich Wildsau, fett und fain!
Jogdherr sitzt ja während diesem
Drin in Pesth und Budawar!
Hát! Wer Soll denn Schweindl schießen,
Wann nicht broves Wilddieb war'?
Und ich maine, hör ich brechen
Bissel wos schon duch Gestraich…
Teifel! Dos sind Schwaine-Zehen!
Eljen Sau! Verschieß' ich glaich
IV.
Sonne druckt sich rasch!
Schworzes Wolkerl ziegt
Grod als wann Goulasz
Schworz auf Teller liegt.
Zwischen Wolken so
Roth erschaint das Blitz
Als wie Papriko
Zwischen Goulasz-Schnitz.
Und es fohrt Orkan
Durch dos Himmel auch
Grod wie Goulasz dann
Fohrt herum in Bauch
V.
In dos Daich, das regungslose,
Schaugt dos ungorische Mond,
Glaichsam steckend saine Nose
In ain Glos - ist so gewohnt!
Wondelt Hirsch vorbei on Higerl,
Nocht ist etwas dunkel zwor,
Ober Hirsch ist stolz wie Gigerl - --- (Vérszion AMD) Schlégt Geweih wie Engel Fligel
Hirsch ist eben: Mogyor!
Wann ich seh dos, muß ich sogen:
Dos ist scheen! Teremtete!
Dos geht Ainem durch den Mogen
Wie ain haißer Nochtcoffee!
Niémetz Lenau Ferencz Miklos
1. September 2010 © Andrea Maria Dusl
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