Februar 2010
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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28. Februar 2010 (0) Comments
Tandler, Rostra, Wegenull und Weltnabel
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 09/2010
Liebe Frau Andrea,
gerade fiel mir am Ring ein D-Wagen auf, der mit der Neuigkeit beschriftet war, kein Weg führe am Shop eines Mobilfunkbetreibers am Julius-Tandler-Platz vorbei (es war Reklame!). Ist das nicht seltsam: Wenn an etwas kein Weg vorbei führt, dann kommt man ja gar nicht hin! Woher stammt der verwirrende Spruch und wer zu Hölle war Julius Tandler?
Ihr Kurt Bogen, Wien 15, per Elektronachricht
Lieber Kurt,
Julius Tandler, gebürtiger Iglauer, war Anatom, Arzt, sozialdemokratischer Gesundheitspolitiker, Universitätsprofessor und Freimaurer. Ihm verdankte das weltberühmte Rote Wien soziale Einrichtungen wie Kindergärten und Mütterberatung, dutzende Parks und Bäder und das Praterstadion. Der Hauptplatz am Althangrund, der spätere Althanplatz ist nach ihm benannt. Tandler starb, von Austrofaschismus und Nationalsozialismus vertrieben, 1936 in Moskau - als Berater für Spitalsreformen.
Die werbetechnische Verwirrung, die Sie in meine Kolumne geführt hat, mag davon kommen, dass sich der erwähnte Mobilfunkerspruch einer doppelten Negation bedient. Wenn kein Weg vorbeiführt, bedeutet das nicht, dass es keinen Weg gibt, sondern simpel, dass es unter den existierenden keinen gibt, der daran vorbeiführt. Die logische Konsequenz dieser semantischen Unschärfe ist der Schluss, dass alle Wege hinführen. Orte, die sich dessen rühmen, vergleichen diese Exklusivität mit jener des antiken Rom. Ist doch die ewige Stadt ist für die sprichwörtlich gewordene Tatsache bekannt, dass alle Wege zu ihr führen. Genauer gesagt führen alle Wege zum Milliarium Aureum, einer vergoldeten Säule, die rechts neben der römischen Rednertribüne, “den Rostra” stand. Alle Entfernungen im Imperium wurden von diesem goldenen Meilenstein aus gemessen. Bizarrerweise befand sich der Mittelpunkt der Welt, der Umbilicus Urbis, der Nabel der Stadt (und damit auch Mittelpunkt des Imperiums und der Welt) auf der anderen Seite der Rostra. Das konusförmige Monument war der Mundus - jene Stelle, an der sich Oberwelt und Unterwelt berühren. Der Satz „Tous chemins vont à Rome“, Alle Wege führen nach Rom, gelangte durch Jean de La Fontaine zu Voltaire, der das Zitat, in einem Brief verwendete. Lange vor der Korruption durch österreichische Mobilfunkwerber.2450 Brutto
www.comandantina.com dusl@falter.at
28. Februar 2010 (0) Comments
Bärenfut und Papahut
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 08/2010
Liebe Frau Andrea,
angesichts der bitterbösen Kälte stachen in den vergangenen Wochen vermehrt Menschen ins Auge, die Väterchen Frost mit einer sogenannten Bärenfut am Kopf trotzen. Hier bleibt dem vom Winter eingefrorenen Hirn natürlich nichts anderes übrig, als zu fragen, wie denn diese wunderschöne Bezeichnung zustande kam? Welches Volk konnte wie und zu welcher Zeit Erfahrungen mit am Kopf getragenen Bärenvaginas sammeln, um dieses Wissen daraufhin im Sprachschatz zu hinterlassen? Mit vorzüglicher Hochachtung,
Judith Humer, per Elektronachricht
Liebe Judith,
der bildstarke Ausdruck verdankt seine Genese weniger den waidmännischen Erlebnissen bestimmter Individuen oder gar ganzer Völkerschaften, als dem Benennungstalenten österreichischer Präsenzdiener. Wird doch beim Bundesheer die wintertaugliche “Kappe II” vulgo “Zwarakappl”, ein tarnfarbener Kampfhut mit plüschwattierten Ohrenschützern traditionell “Bärenfut” genannt. Anatomische Genauigkeit oder gar PCness waren dabei nicht die vorrangigen Leitgedanken. Dass die Bezeichnung auf Pelzmützen im zivilen Raum übergesprungen ist, will nicht wundern. Genitale Hüte gibt es schon lange. Aus der Welt der Revolutionen kennen wir die phrygische Mütze, einen mit der Spitze nach vorne geneigten Zipfelhut. Sie galt den Jakobinern als politisches Bekenntnis, weil ebensolche Kopfbedeckungen, wie es hieß, von den freigelassenen Sklaven der Antike getragen worden seien. Die “Freiheitsmütze” der antiken Phryger war ursprünglich ein gegerbter (und blutrot bemalter) Stier-Hodensack samt der umliegenden Fellpartie. Die Eiermütze trugen in späterer Folge der persische Heros Mithra und sein römisches Derivat Mithras, die Heiligen Drei Könige und der Doge von Venedig - true stories. Die Restitution eines ähnlichen Kopfschmuckes fand am 21. Dezember 2005 bei einer papalen Generalaudienz statt. Das rote Pelzkäppchen, das Pontifex Benedikt XVI. seither winters gerne trägt, ist der Camauro. Karl Ratzingers Häubchen hat seinen Namen vom griechischen kamelauchion, das Käppi war noch im Mittelalter aus rot gefärbtem Kamelhodenleder gekürschnert.
www.comandantina.com dusl@falter.at
21. Februar 2010 (0) Comments
mfg, mlg und mdgsdi
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 07/2010
mfg, mlg und mdgsdi
Liebe Frau Andrea,
ich bin eine von denen, die sich noch an das Klappern mechanischer Schreibmaschinen erinnern können. Aber ich gehe mit der Zeit und kommuniziere jetzt via Email. Da erhielt ich kürzlich eine Nachricht, die mit "mdgsdi" unterfertigt war. Können Sie mir verraten, was das bedeutet? Laut allwissender Müllhalle Google heißt "mdg" "mit deutschem Gruße", aber das kann/will ich nicht glauben.
Ergebenst, Magdalena, per Elektronachricht
Liebe Magdalena,
ich teile Ihre Sehnsucht nach Poesie im Nachrichtenverkehr, möchte aber bemerken, daß wir auch das Klappern mechanischer Schreibmaschinen einem menschlichen Bedürfnis verdanken: Dem nach Beschleunigung von Arbeitsprozessen. Abkürzungen von Grußformeln mögen bisweilen unsere literarische Seele verletzen, praktisch sind sie allemal. In den unendlichen Weiten der Tomlinsongalaxis - jenem Raum den der US-amerikanische Programmierer Raymond Samuel Tomlinson 1971 mit dem Versenden der ersten Email eröffnete, spielen Algorithmen eine tragende Rolle. Die bekannteste Abkürzung verwenden wir täglich dutzendemale, es ist das @, eine mittelalterliche Verschmelzung der Buchstaben a und t. Seit den 1880ern ist es auf englischen Schreibmaschinen als merkanitiles Symbol nachgewiesen. Als bekannteste deutschsprachige Emailsalutation darf mfg gelten, mit freundlichen Grüssen. Auch mbg, mit besten Grüssen, oder das intimere lg, liebe Grüsse sind aus der täglichen Kommunikation nicht mehr wegzudenken. In der SMS-Welt zirkulieren die Formeln CU (see you), BB (bis bald), HDL (hab Dich lieb), ILD (ich liebe Dich) und das doch eher opulente HDGFL (hab Dich ganz furchtbar lieb). Aber kommen wir zu dem von Ihnen als rätselhaft vorgestellten Akronym “mdgsdi”. Dieses hat sich, wie er in einer Kolumne auch schon mal erklärt hat, mein geschätzter Kollege Klaus Nüchtern vor vielen jahren zugelegt, um die Barockisierung des Email-Verkehrs voranzutreiben. mdgsdi ist, so Nüchtern, die international durchzusetzende Ersatzformel für so wortkarge Abkürzungen wie "mfg" und heißt: “mit devoten Grüßen, stets der Ihre". Hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und verbleibe mddbguwfguwléf! amd.
www.comandantina.com dusl@falter.at
14. Februar 2010 (1) Comments
iPad, youPad, we allPad for iPad
Wer das iPad hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Andrea Maria Dusl hat sich die iPad-Parodien auf Youtube angesehen und weiß jetzt, wie der Schmäh rennt. Für Standard-RONDO vom 12. Februar 2010. Das Cover des Rondo (siehe Bild unten) hat sie auch gleich gemacht.
Monatelang hatte die Gerüchteküche gebrodelt. Computer-Sterndeuter und Gadget-Propheten hatten auf ihren Blogs mit Namen und Aussehen des neuen Geräts gedealt. Nicht irgendeines neuen Geräts. Eines neuen Apple-Geräts. Nach iMac, iPod und iPhone schlug bald die Stunde des neuen iJawasdennjetzt. Die einen wussten, es würde iSlate heißen, die anderen tippten auf iTablet. Photogeshoppte Schnappschüsse und 3-D-Entwürfe des geheimen Projekts zirkulierten durch die Geekforen. Einmal sah das Ding aus der nächsten Welt aus wie der abgeschraubte Bildschirm eines Notebooks, dann wieder wie ein aufgeblasenes iPhone. Analysten hörten das Gras wachsen und gaben im Tagestakt neue Visionen über Cupertinos kommenden Geniestreich bekannt.
Die Einzigen, die schwiegen, waren die Jungs und Mädchen im Infinite Loop, dem Silicon-Valley-Hauptquartier von Apple. Als der Hohepriester des Appleismus am 27. Jänner um 10 Uhr pazifischer Zeit die Bühne des Yerba Buena Center for the Arts in San Francisco betrat, durfte er sicher sein, einen größeren Krater in die Medienwelt zu schlagen. Steve Jobs, Computerguru, nach einer Lebertransplantation zu einer hageren Gestalt mit hohlen Wangen mutiert, überraschte die Welt mit genau dem, was sie sich vom Gadget-Imperium Apple erwartet hatte. Die eierlegende Wollmilchsau, das Gerät, das alles kann und das jeder braucht. Na ja, fast. Mit der Präsentation des iPad öffnete Apple nicht nur neue Tore für die Consumer-Elektronik, der Computerkonzern setzte auch eine ganz andere Maschinerie in Gang. Die große, weite Welt der Apple-Parodie bekam neues Futter. Und was für welches! Ein Gerät mit dem Aussehen, nun ja, eines Elektrobilderrahmens aus der Ramschecke, mit einem Namen aus dem Herrenwitze-Himmel. Heißt der neue Geniestreich Steve Jobs' doch, ähem, Slipeinlage. Monatsbinde.
Der erste iPad-Witz-Clip, der auf Youtube durch die Decke ging, musste gar nicht einmal neu produziert werden. Er war schon 2005 gedreht worden. Von der Parodistentruppe MADtv. Alfred E. Neumanns Kollegen vom Fernsehsketch hatten in prophetischer Voraussicht ein präsumtives Hygieneprodukt aus dem Hause Apple durch den Kakao gezogen. Auf --> www.youtube.com/watch?v=lsjU0K8QPhs vertiefen sich zwei affektierte amerikanische Bürotussis in der Parodie eines Werbespots in explizitem Talk über Strategien und Produkte zur persönlichen Monatshygiene. Die Dialoge schürfen ihr Comedy-Gold aus der Zweitbedeutung des Wortes Pad, das im Amerikanischen so viel wie Slipeinlage bedeutet. Im Finale des Clips tanzen überfröhliche Hippiemädchen in einer Parodie der legendären Apple-iPod-Spots: schwarze Silhouetten vor buntem Hintergrund - das weiße Kultgerät zwischen den Beinen.
In einem CNN-Bericht --> http://www.youtube.com/watch?v=Ox6dzkXZOLw stellen sich zwei der Original-Akteure, Schauspielerin Arden Myrin und Gagschreiber Bruce McCoy, die durchaus berechtigte Frage, ob bei Apple womöglich keine Frauen arbeiten. Und selbst wenn dem so wäre, wie könnte man so lange an einem Produkt und seinem Marketing forschen, ohne auf die Doppelbedeutung des Wortes Pad zu stoßen?
Ebenfalls aus den Tiefen der Hygienefaktor-Archive kommt der National-Lampoon-Sketch "TamPod" --> http://www.youtube.com/watch?v=ykwaV1vSECI.Zwei Freundinnen stehen am Rand einer College-Sportbahn und stretchen ihre trainierten Körper. Im Stil einer Tampon-Werbung diskutieren sie die Absorptionsqualitäten des neuen TamPods. So angenehm, so saugfähig, so zuverlässig! Haben sich die bei Apple das nicht angeschaut? Oder etwa doch? Wie auch immer, Apple schulde ihnen was für die Inspiration zum iPad, meinen die Macher des National-Lampoon-Sketches trocken.
Eine Metaebene höher geht ein anderer Clip ans Werk --> http://www.collegehumor.com/video:1928558.Im Stil der Apple-Werbetestimonials sprechen Mac-affine Geeks vor blütenweißem Hintergrund Klartext. Als Apple- Parodie-Autoren seien sie begeistert, bekennen die Nerds, man brauche keine Witze über das iPad schreiben, das iPad mache die Witze ganz von selbst. Amir Blumenfeld, dicke Brillen, legeres Hemd, Senior Vice President der Firma Size Jokes ist begeistert über das Riesen-iPhone. Sam Reich, T-Shirt, Vollbart, Brille wird als Senior Vice President der Firma Wordplay vorgestellt und referiert über die Qualitäten des iPads als Star von Monatshygienewitzen. Sarah Schneider, Typus Publizistikstudentin, ist Senior Vice President von Kindle Jokes, einem erfundenen Unternehmen, das Witze über Amazons E-Book-Reader unter die Leute bringt: Neue Zeiten brechen an! Wir betreten Comedyneuland, jubelt ein Pullovernerd mit Vollbart, ebenfalls Vizepräsident, zuständig für Gags über Unbrauchbarkeit. Auf den Punkt bringt es schließlich Dan Gurewitch, Präsident von Meta Jokes, im wirklichen Leben Stand-up-Comedian: Es ist, als hätte das iPad einen großen "Kick me"-Zettel am Rücken kleben. Die Parodisten von "College Humor" haben nicht unrecht: "Dieses Produkt wird die Art verändern, wie wir Späße über Apple machen."
Neben professionellen Witzemachern tummeln sich auch Privatkomödianten auf Youtube und ähnlichen Web-Portalen. Max von TruckTVGermany zum Beispiel, ein Halbtrottel mit aufgemaltem Schnurrbart, er kalauert vor der Fahrerkabine eines Renault-Trucks und erklärt am Objekt, wie man aus einem alten Laptop ein iPad macht. Brachialhumor für die Jungs aus dem Dorf. --> http://www.youtube.com/watch?v=svK-wJDcPIc Ähnlich derb ist der Witz von "Rambo". Auf --> http://www.youtube.com/watch?v=4yFlq17pVm4 sieht man den verwackelten Packshot einer Slipeinlage mit Apple-Logo. Der Off-Text orientiert sich am trockenen Stil der Gadget-Blogger-Reviews. Er ist beileibe nicht der Einzige. Das Genre der iPad-Verarschungen wächst nahezu stündlich um neue Clips aus den Kinderzimmern dieser Welt.
Wirklich lustig sind hingegen die Bearbeitungen zweier legendärer Filmszenen. In der Neusynchronisation von Gus Van Sants berühmter Barszene aus Good Will Hunting --> http://www.youtube.com/watch?v=x0rgjV9Y6jA gibt Matt Damon einen stotternden Depp, dem ein aufgeblasener Apple-Computernerd reindrückt, was ein iPad ist.
Mit der unfreiwilligen Komik, die die deutsche Sprache für amerikanische Ohren hat, spielt eine köstlich untertitelte Sequenz aus Oliver Hirschbiegels "Der Untergang" --> http://www.youtube.com/watch?v=9_EcybyLJS8. Hitler tobt. Das neue Apple-Tablet ist da. Der Führer wütet. Es hat keine Kamera, es läuft nicht unter OSX, es ist nicht multitaskfähig, und telefonieren kann man damit auch nicht.
(Andrea Maria Dusl, DER STANDARD/Rondo)
12. Februar 2010 (0) Comments
Wo die Sonne lacht
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 06/2010
Liebe Frau Andrea,
haben Sie eine Erklärung für die verstörenden Parallelen zwischen Griechenland und Kärnten? Beide Länder sind Meister im originellen budgetieren, beide sind auf Imagetour unterwegs, beide verstehen unter "Xenos" Tourist und wehe wenns ein Flüchtling ist, beide behaupten “Das Land der Sonne” zu sein, beide haben Sonderbegabungen für Bankenpleiten. Haben sie eine Erklärung für dieses außerirdische Phänomen? Könnten das alles zur Verschmelzung dieser beiden Länder führen? Und was hätte dies für Auswirkungen auf Menschen wie mich? Bitte um dringende Antwort!
Mit besorgten Grüssen,
Maria Vassilakou, per Gesichtsbuchnachricht
Liebe Mary,
ich darf Sie Ihrer grösste Sorge insoferne entledigen, als eine Vereinigungen von Kärnten und Griechenland nicht unmittelbar bevorsteht und auch für die voraussehbare Zukunft nicht wirklich zu befürchten ist. Möchten auch die eine andere Similarität für eine Union sprechen, so finden wir bei genauem Studium der jeweiligen Idiosynkrasien starke Divergenzen zwischen den beiden Ländern. Für die Kärntner befindet sich das Land der Hellenen in der falschen Weltgegend, seine Bevölkerung spricht ein unverständliches Idiom und montiert Ortstafeln in Krixikraxischrift. Für die Griechen dürfte Karantanien wiederum zu deutsch sein, zu naseweis und schlicht zu unwichtig. Auch auf den zweiten Blick sehe ich Unterschiede zwischen den beiden Völkerschaften. In Griechenland hat sich der Lenker eines Phaetons nur im Himmel derstessen. In Kärnten hat er sich nach dem irdenen Impakt in die Sonne verwandelt und ist vom Firmament gefallen. In Griechenland würde er am Olymp sitzen und sich mit anderen Fortgegangenen balgen. In Kärnten sitzt er als heilendes Lichtwesen bei den Menschen am Tisch, führt ihre Hand und leitet ihre Taten. In Griechenland erzählte ein blinder Seher die grosse Geschichten. In Kärnten tut dies ein sehender Blinder. In Griechenland wurde die Demokratie ersonnen. In Kärnten wurde sie abgeschafft. Griechenland hat die Olympischen Spiele erfunden. Kärnten den Beach-Volleyball. Griechenland rühmt sich der Denker Sokrates, Demokrit und Pythagoras. Kärnten hat, ähem, Scheuch, Dörfler und Petzner.
www.comandantina.com dusl@falter.at
7. Februar 2010 (0) Comments


