Fragen Sie Frau Andrea
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Und dann traf ich...
Heisse Luft, gut gekühlt!
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 04/2010
Liebe Frau Andrea,
warum ist in der Sauna die bewegte (gewachelte) Luft fast unerträglich heiß, während sie gefächert an heißen Sommertagen kühlt? Wie es sich mit bewegter Luft in Eiseskälte verhält, weiß ich nicht, meine Skifahrerlebnisse liegen schon lange zurück, aber so weit ich mich erinnere, ist der Fahrtwind nicht speziell kalt. Sollte die Luftfeuchtigkeit etwas damit zu tun haben?
Alles Liebe,
Stefan Griebl, per Gesichtsbuch-Direktnachricht
Lieber Stefan,
beim Besuch einer Sauna können wir Temperaturen wegstecken, mit denen man jenseits des Heißluftbades locker Tee aufgiessen und Eier hart kochen könnte. Ein Saunabesuch wäre gelinde gesagt tödlich, handelte es sich um Wasser und nicht um trockene Luft. Dass wir in der Sauna nicht sterben, dafür sorgt unsere Fähigkeit zur Transpiration. Die hat die Menschheit in den heissen Savannen Afrikas entwickelt. Ohne Schweissdrüsen und ohne haarlose Haut wäre langes und ausdauerndes Laufen in der prallen Sonne schier unmöglich gewesen. Verdunstender Schweiss entzieht der Haut Wärme und kühlt sie dadurch ab. Auch jenseits Afrikas und auch ohne stundenlanges Jagen lässt sich Hitze umso besser aushalten, je trockener sie ist. Wir kennen das auch aus unseren Breiten. Heisse Sommertage bei 25° Grad und feuchter Luft kommen uns weitaus ärger vor als 30° Grad in trockener. Geht nun auch noch Wind oder bläst ein Ventilator, stellt sich durch die konvektive Abführung hautnaher und damit warmer Luft sogar Kühlung ein. Durch den Luftstrom wird die Verdunstungsrate erhöht, die für den Phasenübergang des Wassers notwendige Energie wird dabei durch Wärmeleitung aus der Körperoberfläche abgezogen. Dabei kühlt die Haut und die oberflächennahen Schichten unseres Körpers ab. Im Grunde genommen ist das der gleiche Effekt, den wir bei Kälte und Sturm als Windchill wahrnehmen - Kühlung, wo wir sie nicht brauchen können. Warum aber fühlt sich ein gewachelter Aufguss so elendiglich heiss an? Simpel gesagt, weil er so feucht ist. Und weil der Schweiss, den wir zur Kühlung produzieren, nicht mehr so gut verdunsten kann, wie in trockener Luft. Warum in Österreichs Saunas so gerne mit Schnaps aufgegossen wird, klären wir ein andermal.
www.comandantina.com dusl@falter.at
24. Januar 2010 © Andrea Maria Dusl
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