Fragen Sie Frau Andrea
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 49/2009
Liebe Frau Andrea,
werte Allwissende, da sich das Nationalteam Neuseelands nun zum zweiten mal für die Endrunde einer Fussball-WM qualifizierte, bejubelten die Zeitungen die Qualifikation der "All Whites". Nun erinnere mich aber, dass das Rugby-Team Neuseelands den Spitznamen "All-Blacks" führt. Woher diese Diskrepanz? Aufklärende Worte erhofft
Michael Wögerer, Alsergrund, per Elektrobrief
Lieber Michael,
ihre Erinnerung täuscht Sie keineswegs. Das weltbeste Rugby-Team, die neuseeländische Rugby-Union-Nationalmannschaft spielt traditionell in tiefschwarzen Dressen. Einziger Lichtblick in der Spieleruniform der “All-Blacks”: Weisse Stutzen und das Logo, ein kleiner silberner Farn, die Wappenpflanze der Insulaner. Nachtschwarze Leibchen tragen die “Men in Black”, in dem Maori gleichberechtigt neben Anglosachsen spielen, seit 1893. Ganz in Schwarz spielen sie seit 1905. Die Idee dazu hatte Thomas Rangiwahia Ellison, alias Tom oder Tamati Erihana, legendärer Kapitän von Neuseelands erstem offiziellen Rugby-Team. Gegen diesen Mythos trat die Kiwi-Fußball-Nationalmannschaft erstmals 1981, während der Qualifikationsrunden zur Fußballweltmeisterschaft an - in jungfräulich weissen Rasenuniformen. Seither gelten Neuseelands Kicker als “All Whites”.
Damit befinden sie sich in prominenter Gesellschaft. So kennt die Fußballwelt die italienische Nationalmannschaft im Einklang mit dem piemonteser Königsblau ihrer Dressen als “Squadra Azzurra”, Argentiniens weissblaue Nationalkicker als “Albiceleste”. “Os Canarinhos”, die Kanarienvögel nennen die Brasilianer ihre “Seleção” (Auswahl) aus begreiflichen Gründen nur daheim. Einfacher haben es hier Boliviens “Verdes”, die Grünen und Uruguays “Charrúas”, die Himmelblauen. “Equipe Tricolore”, die dreifarbige Truppe heisst die französische Mannschaft. Wenn sie ganz in Blau antreten, nennen sich die Franzmänner “Les Bleu”, die Blauen. Spaniens Balltechniker treten als “Furia Roja”, Rote Furie an, Belgiens Kicker als “Rode Duivels” oder “Diables Rouges”, Rote Teufel. Die Niederländer kennt man als “Oranje elftal” - kurz “Oranje”, die Iren als “Boys in Green” und die Kroaten gar als “Kockasti”, die Karierten. Deutschland und Österreich ringen noch um einen Namen für ihre Teams. “Unsere Jungs” und “The team formerly know as Cordoba-Truppe” sind noch nicht der Weisheit letzter Schluss.
www.comandantina.com dusl@falter.at
30. November 2009 © Andrea Maria Dusl
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