Fragen Sie Frau Andrea
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Killing Me Softly With This Fleck
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 28/2009
Liebe Frau Andrea,
hier eine Frage: Hierzulande dürfte das Wörtchen "Fleck" gleich mehrere Bedeutungen haben: Im Zusammenhang mit Steinobst ist es Kuchen, in der Gastronomie eine Kellnergeldbörse, in der Schule eine schlechte Note und auf der Hose ein Ärgernis. Wieso ist das so? Was bedeutet das Wort und kennen Sie noch mehr Flecks (abgesehen vom gleichlautenden Wiener Club am Donaukanal)?
Marius Fleck, Wien 6, per Elektropost
Lieber Marius,
Die Sprachuntersucher sind sich nicht ganz sicher, wo genau sie den Fleck hintun sollen. Das Wort treibt sich in einer Sippe herum, zu der auch Placken und Flicken, ja sogar Fleisch und Flasche gehören. Am wahrscheinlichsten ist eine nahe Verwandtschaft des Fleck oder des Flecken mit der “Fläche”. Über das Lateinische und Griechische wäre es mit so illustren Wörtern wie Platz und Platte, Piazza und Pizza verwandt und würde simpel “flach” oder "das Flache" bedeuten. Die Underground-Romantik-Bar Flex heisst nach der gleichlautenden elektrischen Handmaschine mit schnell rotierender Schleifscheibe. Der intensive Gebrauch des Winkelschleifers bei der Erzeugung robusten, punkgerechten Mobiliars soll bei der Namensgebung des legendären Ur-Flex in der Meidlinger Arndtstraße Pate gestanden haben. Obwohl frühmorgendliche Inspektion der Örtlichkeit dies naheliegen würde, ist der Name Flex nicht mit den Flecken verwandt,, sondern mit dem Wortstamm flechten, biegen. Flex kommt nämlich von flexibel und flexibel ist die Antriebswelle des Winkelschleifers. Nicht vergessen wollen wir, dass sich in der Kellnerbrieftasche früher auch gerne der Tausendschillingschein aufhielt, gaunersprachlich ebenfalls “Fleck” genannt. Die Wienerische Bezeichnung Fleck für einen Pinsch, Potzn oder Fetzen, die Zeugnisnote 5, erklärt sich aus der Angepatzheit, die diese Beurteilung schulkarrieremässig nach sich zieht. Zu guter letzt wollen wir auch Frau Roberta Flack in Erinnerung rufen. Die US-amerikanische Soulsängerin brachte uns 1973 ganz sanft um die Ecke mit dem Lied: “Killing Me Softly with His Song”
www.comandantina.com dusl@falter.at
6. Juli 2009 © Andrea Maria Dusl
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Kommentare
Es gibt auch noch die Firma Fleck in Wien. Manche Markusse oder Mariusse wissen das vielleicht.
Bulgariana | 06.07.09 22:45


