Fragen Sie Frau Andrea
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Razzle Dazzle und Halligalli mit dem Zilkezalk
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 14/2009
Liebe Frau Andrea,
in Zusammenhang mit den jüngst wieder aufgeflammten Spekulationen um eine Verstrickung des ehemaligen Wiener Bürgermeisters Helmut Zilk in Geheimdienstaktivitäten twitterte mir eine australische Freundin eine lang zurückliegende Wien-Begegnung mit dem Polterer mit dem Zusatz “Zilk, the old razzle-dazzle.” Was, bitte ist ein Razzle-Dazzle? Muss man an Unaussprechliches denken?
Razzledazzlegrüsse Grüße, Marek Fischer, per Elektropost
Lieber Marek,
inwiefern Ihre australische Freundin Unaussprechliches mit Helmut Zilk verbindet, können Sie ausschliesslich in persönlichen Erörterungen ihrer Erlebnisse mit dem verstorbenen Altbürgermeister klären. Razzle-dazzle ist ein lautmalerischer Ausdruck aus dem anglosächsischen Sprachraum und hält sich in einer Wortwolke auf, in der wir auch Remidemmi, Helter Skelter, Halligalli, Razzmatazz, und Remasuri finden. Im allgemeinen wird man nicht irren, den Begriff mit den durchgeknallten Gefühlen eines exzessiven Jahrmarktbesuchs, einer Melange aus Alkohol und sexueller Aufladung, Budenzauber und Hochschaubahnfahrt zu identifizieren. Insoferne ist Razzle-Dazzle gewiss kein falscher Ausdruck für die offiziellen und inoffiziellen Aktivitäten des Meta-Pädagogen, Fernseh-Redners, Politikers, Ombudsmannes und notariell affimierten Nicht-Präsidenten Helmut Zilk. Das schlaue Handbuch der Comandantina beschreibt Razzle-Dazzle als Zustand der Konfusion und komischen Enthemmung, als komlexes Manöver zur Verwirrung des Gegners und als jede sonstwie aberwitzige Gaudi-Aktion. Razzle-Dazzle hiess die Slup-Segel-Yacht, die der kalifornische Schriftsteller John Griffith Chaney, besser bekannt unter seinem Pseudonym Jack London von einem Austern-Piraten namens French Frank gekauft haben will, um selbst das ebenso illegale wie einträgliche Geschäft der nächtlichen Zuchtausternbank-Ernte zu betreiben. Razzle-Dazzle beschreibt aber auch jene Camouflage-Technik mit der surrealistische und abstrakt arbeitende Künstler die Kriegsschiffe der alliierten Flotten des Ersten Weltkriegs bemalten. Wilde Zackenmuster, Streifen, Scheinsilhouetten und grellbunte kubistische Muster sollten die gegnerische Aufklärung verwirren und die Zielmechanismen der feindlichen Torpedo-Schützen stören. Sämtliche Auffassungen von Razzle-Dazzle werden Person und Vita Helmut Zilks gerecht. www.comandantina.com dusl@falter.at
29. März 2009 © Andrea Maria Dusl
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