Fragen Sie Frau Andrea
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 13/2009
Liebe Frau Andrea,
mir und einigen Freunden ist ein, vor allem in den Wiener U-Bahnstationen immer wiederkehrendes Symbol aufgefallen. Es klebt gerne auf den gelben Fliesen der Stufen, manchmal auf den Mistkübeln, hin und wieder findet man es auch auf Türgriffen (leerstehender) Geschäfte. Man kann ja vieles „ergoogeln“, aber mit der Mustersuche hatte ich noch kein Glück. Vielleicht können Sie mir weiterhelfen, was dieses Symbol bedeutet!
Schöne Grüße, Ulli C., per Elektropost
Liebe Ulli,
das streng symmetrische Liniengeflecht wurde ausschliesslich in Wien beobachtet. Es findet sich in keinem Symbole-Lexikon, es scheint weder Firmen-Logo zu sein noch Gauner-Zinke. Semiotiker und Street-Worker, Philosophen und Geheimbündler, Mathematiker und Architekten haben sich mit der Entschlüsselung des Zeichens beschäftigt und mehr oder weniger überzeugende Theorien für den aus schwarzen, roten und silbernen Klebefolien gestanzten Sticker entworfen.
Zeichensprachlich sehen wir ein aufrecht stehendes Herz, in das zwei übereinander stehende Rautenquadrate eingeschrieben sind, durch die ein senkrechter Strich läuft. Das Ganze steht auf einem waagrechten Querstrich. Die beiden Rauten könnten als Othala gelesen werden, in der Nazi-Szene auch als Odal-Rune bekannt. Im Zusammenhang mit dem Herz liesse sich daraus die Deutung “Blut und Boden” ablesen. Ebenfalls germanisch ist die Lesart, nach der das Zeichen aus den Runen für das isländische Wort Hjarta, Herz, und dem Symbol für dasselbe zusammengesetzt ist.
Pythagoreer, Alchimisten, Rosenkreuzer, Herz-Jesu-Bewegte, Hippies und die Wurstbande wurden als Autoren genannt, das Zeichen, heisst es gar, sei ein Hinweis auf arkane Trinkwasserlager. Auch ein Voodoo-Veve wurde im Symbol gesehen und dahinter ein Geheimzirkel nigerianischer U-Bahn-Fahrer vermutet. Die Wahrheit ist nicht weniger abstrus. Als Urheber des Symbols darf ein fünfzigjähriger Wiener gesehen werden, der sich wahlweise “Da Wunschi”, “12 x 12” und “Frohsinnentwickler” nennt und sich um die “inneren und äußeren Verbundenheit aller Wesen” und um “die immer währende Untrennbarkeit des Seins” sorgt. Das Zeichen selbst ist nach “Wunschi” eine Spiegelung der Zahlen 1 und 2 sowie des Zeichens x. “12 Sternzeichen (Überseelen)” würden zum “Selbst der Monade (Unteilbares Ganzes)” und “mit den 12 Aspekten (Aszendenten) ihres Unbewussten, zusammen mit 144 Seelenaspekten (Sternbild plus Aszendent) zum persönlichen Ganzen vereint”. Soweit der Frohsinnentwickler auf seiner esoterischen Website.
www.comandantina.com dusl@falter.at
--> Wunschi-Video
23. März 2009 © Andrea Maria Dusl
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Kommentare
Dankeeeee = Endlich hat das "Rätseln" ein Ende!!!
WIEEHNA | 23.03.09 11:31
Not quite "ausschließlich in Wien". Vor einigen Wochen habe ich das Symbol auf dem Bahnhof in Mödling (3 S-Bahnstationen außerhalb von Wien) gesehen... Was es bedeutet weiß ich immer noch nicht. Einmal sah ich auch eine gemalte (!) Version, unter der "in Liebe" geschrieben stand.
Der Hund | 30.03.09 15:24
@ Hund:
Was das "Symbol" bedeutet? Hier noch einmal wiederholt:
Das Zeichen selbst ist laut seinem Erfinder “Wunschi” eine Spiegelung der Zahlen 1 und 2 sowie des Zeichens x.
"Wunschi" (das ist der Mann der das Zeichen erfunden hat) sagt dazu dieses:
"Das Symbol 12x12 ist das sichtbare Zeichen der inneren und äusseren Verbundenheit aller Wesen und sendet immer Liebe zu allen Wesen."
Alles klar?
Beste Grüsse, CComandantina | 30.03.09 17:33
Ich habe das Symbol auch schon einmal in Baden gesehen... also nicht nur Wien, sondern eher Wien und Umgebung.
Falk | 02.04.10 13:10



