Februar 2009
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Das Photobureau von Comandantina Dusilova kümmert sich ums Schöne und Abseitige
Fünf Jahrgänge politische Zeichnungen im Magazin Format
Vom Buch der Gesichter
Für meine Kolumne 'Lebensart' in den Salzburger Nachrichten vom 28.02.2009
Sicher haben Sie von Facebook gehört. Internet, Dings, eine Spielerei. Wieder so ein Blödsinn wie E-Mail und Popmusik und dieses neue Telefon mit der Glasscheibe. Sie haben Recht. Facebook ist eine Spielerei. Ein Hype, ein Phänomen der Populärkultur, ein Plexiglasperlenspiel. Aber Facebook ist auch ein Aufschrei, eine Revolution.
Was aber ist Facebook überhaupt?
Facebook ist ein Internet-Plauder-Club mit Gratismitgliedschaft. Es finanziert sich durch unscheinbare, personalisierte Werbung. Bevor Facebook zu einem weltumspannenden Netzwerk anwuchs, diente es seinem Erfinder, dem Harvard-Studenden Mark Zuckerberg, dazu, seine Kontakte und Freundschaften mit Uni-Campus-Kommilitonen und Studienkollegen zu organisieren. Profan gesagt, hat der Facebook-Erfinder nichts anderes gemacht, als sein Telefonbuch ins Netz zu stellen und mit einem virtuellen schwarzen Brett und einer Funktion zum Kollegensammeln zu versehen. Öffentliche und private Nachrichten wurden ausgetauscht, Freundschaften gepflegt und geschlossen, Gossip an virtuelle schwarze Bretter gepinnt, Urlaubsbilder und Homevideos online gestellt. Facebook ist auch jetzt nichts anders als eine kleine Campus-Caféteria. Die Maschinerie dahinter ist allerdings auf die Bedürfnisse von 175 Millionen „Freunden“ angewachsen. Facebook ist mittlerweile 15 Milliarden Dollar schwer, Zuckerberg, der sein Harvard-Studium abgebrochen hat, der jüngste Dollar-Milliardär aller Zeiten. Kritiker werfen dem Netzwerk vor, persönliche Informationen und private Konversationen in klingende Münze zu verwandeln. Facebook sei eine Diamantmine für die Datensammler. Die Naivität, mit der sich Unbedarfte zu gläsernen Menschen degradieren lassen, sei erschütternd, meinen Kassandra-Rufer. Kulturpublizisten und Zeitungskommentatoren verweigern sich wortreich dem Phänomen.
Warum aber sind neben Susi Normalsurfer und Otto Mausklick auch Medienexperten und Internetspezialisten, Philosophen und Künstler in Facebook unterwegs? Haben die keine Angst vor der Ausbeutung durch die Mächte der Dunkelheit? Haben sie nicht, denn sie sind Kinder der Aufklärung. Sie wissen, dass Kommunikation und Öffentlichkeit ein höheres Gut für Individuum und Gesellschaft sind als die schiere Illusion von Freiheit und Privatheit. Sie holen sich zurück, was ihnen Neoliberalismus und Globalisierung geraubt haben. Zeit. Das wertvollste aller modernen Güter. Die Zeit, sich auszutauschen, die Zeit, Freundschaften zu pflegen. Facebook mag eine böse Maschine sein, eine infame Infomine, der Albtraum aller Datenschützer, aber es ist auch ein Aufschrei, ein Schrei nach Prokrastination und sozialer Wärme. Dass diese Revolution ausgerechnet im virtuellen Raum stattfindet, wollen wir jetzt mal nicht so eng sehen. Vergessen wir nicht: Gedruckte Bücher, die Gutenberggalaxis, Brennstoff der Aufklärung, sind auch nur virtueller Raum. Andrea Maria Dusl ist Filmregisseurin und Autorin.
Für meine Kolumne 'Lebensart' in den Salzburger Nachrichten vom 28.02.2009
28. Februar 2009 (0) Comments
Das Unendliche Panorama
Folge 23 - Ship Ahoi!
Folge 23 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 10/2009
27. Februar 2009 (1) Comments
"Alles echt"
Was im Netz lange verpönt war, bekommt bei Facebook Aufwind: Das neue Bekenntnis zum eigenen Namen und eigenen Bild
Andrea Maria Dusl in DER STANDARD RONDO vom 28.2.2009
In den Neunzigerjahren, als das Internet noch jung war und gemeinhin als Spielwiese der Nerds und Schrulle galt, gedieh im kleinen Österreich ein Parallel-Netzwerk ganz anderer Art, eine Community von Normalos: die legendäre Blackbox.
Schüler, Studenten, Kulturschaffende, Publizisten, Politaktivisten trieben sich mit großem Eifer in ungezählten Foren und Diskussionsgruppen herum. Blackbox-User loggten mit ihren tatsächlichen Namen ein, die Anonymisierung der eigenen Identität war noch kein Thema.
Dann wuchs das Internet und mit ihm das Bewusstsein über Transparenz und globale Verfügbarkeit persönlicher Biographie-Details. Plötzlich etablierte sich eine weltweite Kultur der Anonymisierung. Gratis-Mailanbieter wie Hotmail oder GMX förderten diesen Trend, Babsi09 und Bussibär76 tauchten unter ihren Adressnamen auch in Netzwerken und Tauschbörsen ein. Die Kultur der Avatarisierung wucherte, Poster gewöhnten sich daran, mitunter mit Dutzenden Identitäten zu jonglieren, das Individuum trat im Internet nur mehr als Maske auf.
Auch literarisch gedachte Plattformen wie Christian Ankowitschs Promi-Histörchentreffpunkt "Höfliche Paparazzi" war von Pseudonymen besiedelt. Medienarbeiter und Literaturaffine gefielen sich darin, als "Alfredo Balsam", "Ebbesand Flutwasser", "Verboten Wolf" oder "Poser Rosenberg" aufzutreten. Das Pesudonym, so die Prämisse, schütze den Poster vor Stalking und dem unlauteren Zugriff von Spammern und Datensammlern.
Und dann kam Facebook, und hinter seinen Collegemauern wuchs eine neue Kultur der Offenheit. Vielleicht ist es kein Zufall, dass das Bekenntnis zum eigenen Namen und dem wirklichen Bild an der Wende von der Bush'schen Angstepoche zum Obama'schen Zeitalter stattfindet.
Von Tausenden Facebook-Usern sind kaum eine Handvoll mit Maskennamen registriert. Dass sich ein Dutzend Madonna Louise Ciccones und ebenso viele Brad Pitts und Angelina Jolies bei Facebook herumtreiben, liegt in der Natur der Sache, wird aber von den Betreibern als Kollateralschaden gewertet. Promi-Doppelgänger haben in Facebook meist ein kurzes Leben, hohe Schadenersatzforderungen der Betroffenen tun ihr Übriges.
Die Offenheit im Facebook'schen Plauderuniversum gefiel Otto Normalsurfer und Susi Mausklick, sie stellten mehr und mehr Privatbilder ins Netz, dichteten elaborierte Kommentare, beschmissen sich mit Pixelgeschenken und führten stundenlang Dada-Diskussionen über Nichtigkeiten.
Die De-Anonymisierung beim stetig wachsenden und mittlerweile auch auf Deutsch surfenden Facebook stieß auch deshalb schnell auf fruchtbaren Boden, weil sie mit einer wegweisenden Debatte im Web zusammenfiel. Im Frühjahr 2007 hatte ein anonymer Kommentator im Blog der US-Programmiererin Kathy Sierra eine Morddrohung gepostet: "Verpiss dich, du langweilige Schlampe. Ich hoffe, jemand schneidet dir den Hals auf." Schockiert von der Verrohung der Sitten forderte Netz-Guru Tim O'Reilly einen Verhaltenskodex für Blogger - anonyme Kommentare seien zu verbieten. Sein Vorschlag trat eine heftige Diskussion in der Blogosphäre los. Die mündete nicht in einen neuen Netz-Kodex, schärfte aber das Bewusstsein der Netizens um die fragile Stabilität ihrer Diskussionsplattform. User beschäftigten sich mit der Frage, was stärker wiege, freie Meinungsäußerung im Mäntelchen der Anonymität oder der Schutz der Persönlichkeit.
"Nach anonymen Morddrohungen gegen eine Bloggerin ging im Web die Debatte um Meinungsfreiheit und Personenrechte los. Bei Facebook steht man mit seinem guten Namen ein für das, was man dort loswerden will."
Kathy Sierra bewertet ihren Debattenbeitrag über die Blogszene positiv: Sie habe ins Bewusstsein gerufen, wie User auf das Überschreiten von Grenzen reagieren. Für neue Kommunikationsformen im Web, so der Kommentar der Wissenschaft, existierten noch keine neue Formen, User befreiten sich zunehmend von gängigen sozialen Regeln.
Während Blogs als permeabel für Unsitten gelten, stellt sich Facebook als der Planet der friedfertigen Eintracht dar. Die Klarnamen der "Friends" genannten User stehen obsessiver Kommunikationslust keineswegs im Wege. Facebook ist das beste Beispiel dafür, wie sehr "virtuelles" und "echtes" Leben in einander übergegangen sind.
Auch die Kunst hat Facebook erreicht - und zieht ausgerechnet aus dem Bekenntnis zum Namen ihren Nutzen. Matt Held, Maler aus New York, belebt die großbürgerlich-aristokratische Sehnsucht nach dem gemalten Porträt: Er pinselt aus kleinen Profilfotos von Facebook-Mitgliedern große Gemälde. Der sozialistische Gedanken daran gefällt dem Künstler: "Ich finde, jeder sollte porträtiert werden, unabhängig vom sozialen Status."
Wer bei Held als Facebook-Freund anheuert, erklärt sich mit der künstlerischen Nutzung seines Profilbilds einverstanden. Am 7. März wird Held im Brooklyn Art Museum das erste Mal vor seiner Fangruppe sprechen, online beläuft sich die schon auf fast 2000 Freunde. Eine Handvoll der 200 geplanten Bilder ist mittlerweile fertig und im Web anzusehen.
Welchen Nutzen aber haben die Nutzer von Facebook? Was bindet sie an Facebook und was lässt sie, jegliche Bedenken an die Gläsernheit der eigenen Identität hinter sich lassend, Dinge preisgeben, die sie nicht mal Freunden offenbaren? Soziale Wärme. Der Brennstoff, mit dem Facebook betrieben wird.
Auch die Konkurrenz von Facebook und dem Zwitscher-Netzwerk Twitter hat sich längst und lautlos nivelliert: Findige Programmierer haben Applikationen geschrieben, die jeden Facebook-Eintrag bei Twitter posten und umgekehrt. Das gleichzeitige Leben in beiden Welten, es ist möglich.
Andrea Maria Dusl in DER STANDARD RONDO vom 28.2.2009
27. Februar 2009 (3) Comments
Granada
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 10/2009
Liebe Frau Andrea,
woher kommt eigentlich die Redewendung „dann spielt’s Granada“?
Hat das etwas mit der schönen andalusischen Stadt zu tun? Schöne Grüße,
Andreas Stoppacher, Leopoldstadt, per Elektropost
Lieber Andreas,
die Ankündigung einer wortreichen oder handfesten Auseinandersetzung dürfen sie im Anlassfall in ihrer vollen Länge aussprechen: “Jedsd schbüd’s Granada auf dreizehn schwoaze Bassgeigen!” Der schöne Spruch hat nur indirekt einen geographischen Zusammenhang mit der südspanischen, von den Phöniziern und Iberern Iliberra genannten Stadt. Vielmehr bezeichnet der Ausdruck die Angst des Soldaten vor einem Granatenhagel. In seiner heutigen Version bezieht er sich auf das 1932 vom mexikanischen Komponisten Agustín Lara über die spanische Stadt geschriebene Kunstlied “Granada”. Der Gassenhauer gehört zum Standardrepertoire moderner Tenöre. Fritz Wunderlich, Joseph Schmidt, Plácido Domingo, José Carreras und Luciano Pavarotti hatten das Lied ebenso in ihrem Repertoire wie die Schnulzenheinis Bing Crosby, Trini Lopez, Frank Sinatra und James Last. Es gibt Versionen des Jazzpianisten Brad Mehldau, eine Einspielung des Chors der Roten Armee und eine Interpretation des Flamencoartisten Paco de Lucia. Dem Furor des Sprichwortinhalts dürfte die Pop-Version der Disco-Schnepfen Baccara am nächsten kommen.
Die Granate ist ein hohles Geschoss, mit Sprengstoff oder anderen Wirkmitteln gefüllt. Die Wurfbombe heisst so wegen der Ähnlichkeit mit dem Granatapfel (italienisch granata). Der Granatapfel oder Grenadine (Punica granatum) wächst als fleischige Beere mit harter orangeroter Schale auf sommergrünen kleinen Bäumen und hat mit Krieg und Gesang wenig im Sinn. Ihren Namen hat die saftreiche Frucht von den fleischig ummantelten Samenkörnchen, lateinisch grana. Das Symbol für Leben und Fruchtbarkeit hat laut Bibel 613 Kerne, genauso viele wie das Alte Testament Gesetze. Zwei Reihen Granatäpfel schmückten die Kapitelle der beiden bronzenen Säulen Jachin und Boas, die ehernen Wächter vor dem Salomonischen Tempel. www.comandantina.com dusl@falter.at
23. Februar 2009 (0) Comments
Das Unendliche Panorama
Folge 22 - Das Boot vom kleinen Bär
Folge 22 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 09/2009
20. Februar 2009 (0) Comments
Good Design ::: Gravity, canned.

Sollte in keinem Haushalt fehlen.
Habe mir neulich zwei Dosen davon zugelegt.
Man kann nie wissen.
Zu beziehen via Sam Potts Inc.
18. Februar 2009 (0) Comments
Das Unendliche Panorama
Die Animation
Der geniale Michael Eisner hat die bisher erschienenen Folgen zu einer Flash-Animation zusammengeleimt, die bald auch hier im Bureau fix installiert wird. Jedenfalls ist das mein Plan.
Zum animierten Unendlichen Panorama geht's ----> hier.
Mit der Maus kann man nach rechts und nach links navigieren.
¡Andale!
15. Februar 2009 (0) Comments
Die Flasche am Wagen
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 08/2009
Liebe Frau Andrea,
diesen Sommer, bei glühender Hitze, in der Nähe des Neusiedlersees sah ich das Phänomen zum ersten mal: Mengenweise Autos, die Wasserflaschen - mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt - auf der Motorhaube liegen hatten. Niemand, den ich fragte, wusste warum. Ich dachte, es hat was mit Kühlung bei Hitze oder ähnlichem zu tun. Letztes Wochenende, beim Spaziergang durch Perchtoldsdorf, sah ich es plötzlich wieder - ein Auto mit den Flaschen drauf und auch welche rund ums Auto - wie eine Einparkhilfe aufgestellt. Was bitte hat das für einen Sinn?
Elisabeth Hellinger, via Facebook
Liebe Elisabeth,
das von Ihnen beobachtete Phänomen tauchte erstmals diesen Sommer auf. Es ist nicht auf das Meer der Wiener beschränkt und nicht auf das schöne Bedasduaf, es hat nichts mit Jahreszeiten zu tun und noch weniger mit Einparkschwächen. Ein alter Bekannter vieler Autofahrer steckt dahinter, der ebenso scheue wie kluge Marder. Elektrische Defekte nach Marderbiss stehen inzwischen auf Platz eins der Pannenstatistiken. Zündkabel, Kühlschläuche, Dämmmatten, Antennen, nichts ist vor den flinken Nachtarbeitern sicher. Dabei schmeckt den Mardern das angebissene Gummi gar nicht. Sie verteidigen mit den wütenden Bissen nur ihr Revier, das sie vom fremden Geruch anderer Marder angegriffen wähnen. Die ihnen fremden Duftmarken haben Marder beim Parken ausserhalb des heimischen Parkplatzes hinterlassen - Autos sind schliesslich hochmobil. Und ihre Motorräume gemütliche Höhlen. Viele Hausmittel wurden ersonnen, um die bissigen Raubtiere von Kabeln und Dichtungen fernzuhalten. Kartoffelnetze mit Pferdeschänzen sollten helfen, Strümpfe mit Hundehaaren, Mottenkugeln, Toilettensteine und Plastiksackerln über den Scheibenwischern. Autokonzerne liessen Ultraschallpiepser entwickeln, findige Bauern und neugierige Wildbiologen experimentierten mit elektrifizierten Hasengittern und Wolfsurin. Pfeffer wurde in Motoren gestreut und Woodoo-Zauber ausgesprochen. Indes, nichts schien zu helfen. Bis jemand auf die Idee mit den Flaschen kam. Wassergefüllt müssen sie sein, etikettenlos und am besten senkrecht aufgestellt. Wie der Abwehrzauber wirkt, ist noch unbekannt. Zwei Theorien stehen in Diskussion. Lichtreflexionen von nächtlichen Scheinwerfern, die sich in den aufgestellten Flaschen zu einer Horror-Lichtorgel brechen. Und Infraschall, den die Flaschen aussenden, sobald das Wasser darin in tiefffrequente Schwingung gerät. Mehr wissen nur die Wiesel selbst. www.comandantina.com dusl@falter.at
15. Februar 2009 (0) Comments
Das Unendliche Panorama
Folge 21 - Pokorny und Prohaska entdecken DIE WELT
Folge 21 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 08/2009
14. Februar 2009 (0) Comments
Speisewagen ::: Drehbuch - Wortwolke

Das Drehbuch zu meinem nächsten Film, "Speisewagen" ist fertig. Die Wortwolke oben zeigt die Häufigkeit und Relevanz aller im Drehbuch vorkommenden Namen und Wörter.
10. Februar 2009 (0) Comments
Das Unendliche Panorama
Folge 20 - The Sand of Rome is Ours
Folge 20 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 07/2009
9. Februar 2009 (0) Comments
Der Markt
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 07/2009
Liebe Frau Andrea,
während sich vor unseren Augen die Krise entblättert wie ein abgewracktes Photomodel, spricht man gerne vom Markt, der wahlweise alles selbst regele, dem penibel auf die Finger geschaut werden müsse, bzw. der überhaupt die Wurzel allen Übels sei. Wer bitte ist dieser “Markt”? Es grüsst aus Zwischenbrücken,
Kristina Malmberg, per Elektropost
Liebe Kristina,
der Chef aller Märkte, ob Wochenmarkt oder Wallstreet, der Häuptling allen Kommerzes ist Merkur, der Götterbote. Er trägt weder Standlertracht noch Brokerkluft sondern schlicht und einfach - gar nichts. Der oberste Marktschreier ist nackt bis über die Augenbrauen. Auf dem Kopf trägt Merkur den Petasos, einen schlappkrempigen Seppelhut aus Filz. Aussergewöhnlich an der Bauernmütze sind allenthalben die kleinen Flügel. Der Sohn von Maia Maiestas - der Frühlingsgöttin Fauna - und dem Chef aller Chefs, Jupiter, ist stets nackt und stets in Eile und von berufswegen Gott des Handels, des Profits und des Reisens. Seinen Namen hat Merkur von merx, der Ware. Der Platz, wo solche merces, getauscht werden, ist mercatus, der Markt. Der indoeuropäische Begriff kommt von den Markierungen auf diesen merces, Waren. Weil Mercurius, der Gott des Handelns stets unterwegs war, von Markt zu Markt, wie sich vermuten lässt, stand er auch Pate für astronomische Konnotationen. So heisst der sonnennächste und schnellste aller Planeten, der in einem Jahr von nur 88 Tagen um die Sonne läuft, ebenfalls Merkur. Auch Quecksilber, engl. mercury, heisst wegen seiner Quirligkeit nach dem Götterboten. Bevor wir zu unserem mundanen Mittwoch fanden, nannten wir die Wochenmitte nach Wotan. Der Wotanstag, Wunsdag, engl. wednesday ist der romanische Merkurtag, die Franzosen kennen ihn als mercredi, die Italiener als mercoledi. Für die Hutmacherzunft war Merkur, der oberste Hutträger ein crazy Gesell. Um Biberfilz für hochmodische Hüte herzustellen, arbeiteten die Mützenmacher früherer Zeiten mit Quecksilbersalzen. Die Symptome von Quecksilbervergiftungen - unkontrollierte Nervenzuckungen, Zittern und Halluzinationen - trugen vergifteten englischen Hutmachern den bösen Spitznamen “mad hatter” ein - verrückte Hutter. www.comandantina.com dusl@falter.at
9. Februar 2009 (0) Comments
Das Unendliche Panorama
Folge 19 - Örlii in de Morningg
Folge 19 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 06/2009
4. Februar 2009 (0) Comments
Das Unendliche Panorama
Folge 18 - Aha, der Sohn Gottes
Folge 18 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 05/2009
4. Februar 2009 (0) Comments
Zauberbambi

(via birdscene through Snuh and Boing Boing)
3. Februar 2009 (0) Comments
Urbi et Orbi et iPhoni
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 06/2009
Liebe Frau Andrea,
in postnataler und vorösterlicher Erwartung würde ich gerne von Ihnen wissen, wie der Segen "Urbi et Orbi" meines XVI. vatikanischen Wahl-Namensvetters in Funkwellen konvertiert wird, um auf der ganzen Welt auf empfängliche Häupter vor den Empfangsgeräten zu treffen. Weiters interessiert mich, ob sich ein moderner Flachbildfernseher gegenüber veralteten Röhrenmonitoren nachteilig auf die Segensübermittlung auswirkt? Ergebenst,
Benedikt, Freihausviertel, per Elektropost
Lieber Benedikt,
bei der Transformation der feierlichen apostolischen Zeichenspende des Heiligen Vaters in elektromagnetische Wellen findet moderne Technik ihre Anwendung. Die Verbreitung des Segens übernimmt die Europäische Rundfunkunion unter Einbeziehung vatikanischer Infrastruktur.
“Urbi et Orbi”, wörtlich “an die Stadt Rom und das Erdenrund” war der Standard-Opener im Alten Rom, die Wendung wird heute verwendet, um päpstliche Erklärungen und Segnungen zu bezeichnen. Grundsätzlich ist nur der Papst in der Lage, den Segen zu spenden, nur in Ausnahmefällen können Kardinäle und Bischöfe einspringen. Das papale “Urbi et Orbi” hat auch ohne ausgesprochene Formel Gültigkeit, wie Johannes Paul II. Ostern 2005 bewies. Wegen eines Luftröhrenschnitts am Sprechen gehindert, spendete der Pontifex den Segen stumm - in vollem Einklang mit dem kanonischen Recht. Gleichwohl Johannes Paul II. in den letzten Jahren seines Potifikats aus Gebrechlicheit direkt nach der Messe, vom Altar aus urbietorbierte, gilt der Benediktusbalkon über dem Hauptportal der Peterskirche als traditioneller Ort für die Segenserteilung. Der amtierende Papst Bendedikt XVI. (der Gebeneidete, wörtlich: der, über den man Gutes sagt) spendet den österlichen und weihnachtlichen Weltsegen wieder von der grossen Kathedral-Loggia.
Die Gültigkeit des Segens wird nach katholischer Lehre allen, die ihn hören oder sehen und die guten Willens sind zuteil. War zunächst für diesen Empfang die Anwesenheit auf dem Platz oder in Sichtweite des Spenders notwendig, so kann der Segen seit 1967 auch über Radio, seit 1985 über das Fernsehen und seit 1995 sogar über das Internet gültig empfangen werden. Ganz sicher sind daher auch moderne Flachbildschirme, ja selbst iPhones Urbi-et-Orbi-tauglich. www.comandantina.com dusl@falter.at
2. Februar 2009 (0) Comments
Neulich im Büro ::: Scheiss Internet

2. Februar 2009 (0) Comments


