Oktober 2008
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Fünf Jahrgänge politische Zeichnungen im Magazin Format
Boboville ::: Lesung ::: Teehaus Vöcklabruck
Boboville kommt nach Poughkeepsie! Das Buch der Bücher über die Stadt in den Städten. Übermorgen, Donnerstag, den 30ten Oktober 2008, 19:00 Uhr lese ich aus meinem, gerade bei Residenz erschienenen Stadtroman Boboville im Teehaus in Vöcklabruck, Oberösterreich
Kommet, ihr werdet verwirbelt werden!
30.10.2008
um 19:00 Uhr
Teehaus
Vorstadt 14
Vöcklabruck
Oberösterreich
Alle, die es nicht nach Vöcklabruck schaffen, aber im Salzkammergutäther leben, können die Lesung von "Boboville" am 30.10.2008 um 19:30 im Radio hören. Das Freie Radio Salzkammergut überträgt die V'brucker Lesung mitsamt einem Interview mit mir.
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Renate Anderle, Residenzverlag
Telefon 0043 2742 802 1411
r.anderle@residenzverlag.at
Residenz Verlag
28. Oktober 2008 (0) Comments
They say: YES WE CAN
28. Oktober 2008 (0) Comments
Lebensmensch
Liebe Frau Andrea,
im Zusammenhang mit dem plötzlichen Unfalltod Jörg Haiders wird in dessen Umfeld auffallend oft die Formulierung "er war mein Lebensmensch" gebraucht. Bitte was ist das? Und für wie viele Menschen kann man ein Lebensmensch sein? Muss man die alle persönlich kennen?
Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen,
Brigitte Guschlbauer, per Elektropost
Liebe Brigitte,
soweit ich es überblicken kann, ist für die Inflation des Begriffs Lebensmensch der Laßnitzer Waldbauernbub Stefan Petzer verantwortlich. Mit dem poetischen Ausdruck bedenkt der posthume Parteichef des BZÖ seinen Mentor und Habibi, den tödlich verunfallten Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider. Tränenreich fasst der braungebrannte Beau damit seine offizielle und inoffizielle Gefährtenschaft mit dem Gottseibeiuns der Österreichischen Innenpolitik zusammen. Was aber ist ein Lebensmensch und woher hat Petzner den Begriff entliehen? Gemeinhin verstehen Lebensgemenschte darunter ein Amalgam aus Nähe und Geheimnis. So sollen Großkaliber der Beziehungen wie Bruno Kreisky oder Marcel Prawy neben ihren Familien jeweils jahrzehntelange Bande mit der Schauspielerin Senta W. unterhalten haben. Auch hier, fern der solariumsgebräunten Kameraderie erinnere ich, den Begriff “Lebensmensch” fallen gehört zu haben. War Petzner also Haiders Wengraf? Die Zukunft wird hier erklärend eingreifen. Denkbar wäre aber auch eine literarische Abstammung von Petzners Beziehungsformel. Als Publizistikstudent an der Alma Mater Minimundus (© Herbert Lachmayer) könnte Stefan Petzner trotz Forschungen auf dem Gebiet der Udojürgologie durchaus mit dem Werk Thomas Bernhards in Berührung gekommen sein. Der beschreibt in seiner Erzählung Wittgensteins Neffe seinen Lebensmenschen Hedwig Stavianicek, eine 36 Jahre ältere Krankenschwester und Witwe, die der lungenkranke junge Dichter 1949 in der pulmologischen Heilanstalt Grafenhof bei St. Veit im Pongau kennengelernt hatte. Sie unterstützte Bernhard krankenpflegerisch, moralisch und materiell. Die beiden verband eine Lebensgemeinschaft, die über 34 Jahre hielt. 1984 starb die "Tante", wie sie Bernhard liebevoll-spöttisch nannte. Fünf Jahre später liess sich der Dichter auf dem Grinzinger Friedhof an ihrer Seite beisetzen. www.comandantina.com dusl@falter.at
Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 44/2008
27. Oktober 2008 (0) Comments
Das Unendliche Panorama
Folge 7 - Horizon City
Folge 7 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 44/2008
26. Oktober 2008 (0) Comments
Boboville ::: Lesung ::: Blätterwirbel St. Pölten
Boboville kommt nach Poughkeepsie! Das Buch der Bücher über die Stadt in den Städten. Heute, Donnerstag, den 23ten Oktober 2008, 19:30 Uhr lese ich aus meinem, gerade bei Residenz erschienenen Stadtroman Boboville im Linzer Landestheater beim Blätterwirbel.
Kommet, ihr werdet verwirbelt werden!
Blätterwirbel Residenzabend
Residenz in der Werkstatt
Literatur, Musik & More
Es lesen:
Andrea Maria Dusl (Boboville)
Milena M. Flašar (Ich bin)
Michael Stavaric (Magma)
23.10.2008
um 19:30 Uhr
St. Pölten
Landestheater Niederösterreich
Theaterwerkstatt
Eintritt frei!
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Renate Anderle, Residenzverlag
Telefon 0043 2742 802 1411
r.anderle@residenzverlag.at
Residenz Verlag
23. Oktober 2008 (0) Comments
Das Unendliche Panorama
Folge 6 - Die Welt beginnt hier
Folge 6 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 43/2008
23. Oktober 2008 (0) Comments
Zitronenhügel
Liebe Frau Andrea,
neulich hörte ich den Begriff Zitronenhügel und dachte spontan an den Rosenhügel. Doch aus dem Zusammenhang stellte sich heraus, dass es sich um ein Synonym für psychiatrische Anstalten handelt. Wäre mir zwar neu, dass dort klimatisch bessere Bedingungen zum Anbau von Südfrüchten herrschen, vertraue aber auf Ihr Wissen und freue mich auf Aufklärung. Mit freundlichen Grüßen,
Holger Jagersberger, Linz, per Elektropost.
Lieber Holger,
ganz richtig haben sie erkannt, dass wir im Ausdruck Zitronenhügel ein Hüllwort für den modernen Terminus Nervenklinik sehen dürfen. Mit den sonnenliebenden Zitrusfrüchten hat der Begriff nichts zu tun. Biographische Episoden in Krankenhäusern, die sich mit der Behandlung psychiatrischer Probleme beschäftigen sind auch heute noch stark tabuisiert, die Namen der Anstalten gelten daher als Codes. Man spricht von Steinhof (Wien), vom Wagner-Jauregg (Linz), vom Feldhof oder vom Sigmund-Freud (Graz), von Mauer-Öhling oder von Gugging (Niederösterreich). Frühere Zeiten waren roher und kannten explizite Ausdrücke wie Lunatisches Asyl, Tollhaus, Klapsmühle, Irrenhaus und Gummihütte. Das weltweit erste Spezialgebäude zur Unterbringung von Geisteskranken wurde 1784 in Wien erbaut. Wegen seiner runden Form bekam der fünfstöckige “Narrenturm“ im Volksmund bald den Spitznamen Guglhupf. Einen ähnlichen etymologischen Ursprung hat auch der von Ihnen kolportierte Ausdruck Zitronenhügel. Er hiess am Beginn seiner Reisetätigkeit durch die Nervenkliniken Österreichs Lemoni- oder Limoniberg und bezeichnet die goldene Kuppel der Otto-Wagner-Kirche am Steinhof, dem heutigen Sozialmedizinischen Zentrum Baumgartner Höhe - zum Zeitpunkt seiner Eröffnung im Jahre 1907 das größte und modernste psychiatrische Krankenhaus Europas. Baumgartner Höhe, Steinhof, Limoniberg und Zitronenhügel bezeichnen also alle die selbe Lokalität. Wenn Ihnen dieser Namensfundus noch nicht genügen sollte, dürfen sie getrost zur gaunersprachlichen Version greifen. Häfenbrüder kennen für die Klinik Steinhof auch den Ausdruck Zwiebelparlament.
www.comandantina.com dusl@falter.at
20. Oktober 2008 (2) Comments
Sarah says: Schlep!
The Great Schlep from The Great Schlep on Vimeo.
20. Oktober 2008 (0) Comments
Boboville ::: Lesung ::: Buchhandlung Jeller
Boboville Grossalarm! Boboville kommt in die Buchhandlung Anna Jeller! Das Buch der Bücher über die Stadt in den Städten. Heute, Donnerstag, den 16ten Oktober 2008, 19 Uhr lese ich aus meinem, soeben bei Residenz erschienenen Stadtroman Boboville in der Buchhandlung Jeller in Zentralboboville.
Kommet!
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So geht's zu -->Anna Jellers Buchhandlung
16.10.2008, 19 Uhr
Buchhandlung Anna Jeller
Margaretenstraße 35
1040 Wien
Tel.: 586 13 53
Fax.: 586 67 47
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--> Dusl buchen:
Renate Anderle, Residenzverlag
Telefon 0043 2742 802 1411
r.anderle@residenzverlag.at
Residenz Verlag
16. Oktober 2008 (0) Comments
Das Unendliche Panorama
Folge 5 - Morgen ist auch ein Land 2
Folge 5 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 42/2008
16. Oktober 2008 (0) Comments
Jörg Haider und der Phaeton
Liebe Frau Andrea,
der Dienstwagen, den der Kärntner Landeshauptmann fuhr, war ein Phaeton. Mein Freund behauptet, das sei die Bezeichnung für eine englische Kutsche, während ich mich dunkel daran erinnere, dass es einen bösen Mythos um einen griechischen Gott dieses Namens gibt. Wer von uns hat recht?
Birgit Sagnit, per Elektropost.
Liebe Birgit,
der nachtschwarze Wagen, mit dem Jörg Haider am Samstag den 11. Oktober 2008, fünfviertel Stunden nach Mitternacht tödlich verunglückte, war ein drei Wochen alter Phaeton V6 mit Allrandantrieb, bekannt als Staatslimousine des glücklosen deutschen Kanzler Schröder. Phaeton war in der Frühzeit der Automobilie ein populärer Modellname für Luxusfahrzeuge. Schon Gottlieb Daimlers erstes Auto von 1886 war der motorisierte Phaeton eines Stuttgarter Kutschenbauers gewesen. Mit dem griechischen Namen wurden bis dahin Pferdewagen bezeichnet, die von ihren Besitzern selbst kutschiert wurden. Für den dunklen Mythos sorgte schon vor Haiders tragischer Todesfahrt die Geschichte von Phaëton (gr. der Leuchtende) dem Sohn von Sonnengott Helios und seiner Frau Klymene (gr. die ruhmreiche Kraft). Der lateinische Dichter Ovid erzählt im zweiten Buch seiner Metamorphosen die Geschichte Phaetons, der gekränkt über Zweifel an seiner göttlichen Herkunft seinen Vater Helios die Erfüllung des Wunsches abrang, auch einmal den Sonnenwagen lenken zu dürfen: “Schon bei der Abfahrt mißachtete Phaeton die Warnung des Morgenlichts Lucifer und trieb das Gespann zur Unzeit zu gleichviel waghalsiger wie ungeschickter Fahrt. (...) Phaeton (...) wurde (...) schwindelig und der bedrohliche Anblick des Sternbildes Skorpion ließ ihm voller Furcht die Zügel aus der Hand schießen. Ihres schwachen Führers ledig trabten die Pferde mal hierhin, mal dorthin (...) Endlich griff (...) Zeus ein und schleuderte mit seinem Donnerkeil den ohnmächtigen Phaeton aus dem Wagen. Brennend fiel der Gottessohn (...) in den Fluß Eridanus. Die Najaden des Westens bestatteten den noch qualmenden Leichnam und an den Gestaden des Flusses beweinten ihn seine Schwestern, die Heliaden, und vergossen dabei Tränen, die zu Bernstein wurden.” www.comandantina.com dusl@falter.at
Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 42/2008
13. Oktober 2008 (0) Comments
Boboville ::: Lesung ::: Thalia, Wien Mitte
Wien Mitte! Boboville kommt! Das Buch der Bücher über die Stadt in den Städten. Heute, Mittwoch, den 8ten Oktober 2008, 19 Uhr lese ich aus meinem, soeben bei Residenz erschienenen Stadtroman Boboville. Freut Euch, Bobomittians, über unglaubliche Bobo-Geschichten in der Buchhandlung Thalia in Wien Mitte. (Anfang Landstrasser Hauptstrasse, in der Passage gegenüber von der Bahnhofsbaustelle Wien Mitte)
Kommet und mittet!
...........
So geht's zur -->Thalia
8.10.2008, 19 Uhr
Buchhandlung Thalia W3
Landstraßer Hauptstraße 2a/2b
1030 Wien
8. Oktober 2008 (0) Comments
Das Unendliche Panorama
Folge 4 - Morgen ist auch ein Land
Folge 4 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 41/2008
7. Oktober 2008 (1) Comments
Geile Feige
Liebe Frau Andrea,
seit einigen Jahren hege ich ein Feigenpflänzchen durch die alpinen Stürme. Heuer verwöhnte es mich mit einem Früchtchen, das sich zu einer veritablen singulären Feige auswuchs. In Erwartung eines lukulischen Hochgenusses prüfte ich jeden Tag de Reifegrad der Frucht. Bis ich vor einigen Tagen mit Erstaunen feststellte, daß sich mein erwarteter kulinarischer Genuss eine höchst erotische Verwandlung unterzogen hatte, indem sich die Frucht öffnete. Umgangssprachlich werden die weiblichen Geschlechtsorgane gerne als Feige bezeichnet, lässt sich das durch das beschriebene Phänomen erklären? Und können wir aus dem italienischen ficho (Feige) unser umgangssprachliches ficken ableiten? Erwartungsvoll,
der Maître, per Elektropost
Lieber Maître,
die Feige ist eine hocherotische Pflanze. Der mediterrane Baum mit den hodenförmigen Früchten dürfte jener Baum der Erkenntnis sein, den Bibel-Übersetzungen fälschlicherweise zu einem Apfelbaum umgedeutet haben. Michelangelo hat die Vertreibung Evas und Adams aus dem Paradies auf seinem Fresko in der Sixtinischen Kapelle trotzdem richtigerweise mit einem Feigenbaum illustriert. Die Befruchtung der Feigen ist unglaublich komplex. Sie hat weniger mit Hege und Pflege und der An- oder Abwesenheit von Gebirgswinden zu tun als mit der Bestäubung durch die Gallwespe. Drei aufeinanderfolgende Generationen von Feigenfrüchten sind pro Baum an dieser ausgeklügelten Zusammenarbeit zwischen Cynipiden und Moraceaen beteiligt. Möglich, das die haptischen Qualitäten der Feige ihren Ruf als Vulva-Synonym begründen, jedenfalls gilt der aromatische Fruchtstand bei allen mediterranen Hochkulturen als höchst erotisch. Der spätantike Kosmograph Isidor von Sevilla leitet ficus, die Feige vom lateinischen fecundus, fruchtbar ab. Eindeutig obszön ist die Handgeste der “Feige”, einem unzweideutigem Symbol für Beischlafbereitschaft. Hier wird der Daumen zwischen Zeigefinger und Mittelfinger der geballten Faust geschoben. Grimms Wörterbuch kennt das Adjektiv feig in der Bedeutung lüstern. Ein etymologischer Zusammenhang zwischen Feige und Fick ist also nicht undenkbar. www.comandantina.com dusl@falter.at
Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 41/2008
5. Oktober 2008 (0) Comments



