Fragen Sie Frau Andrea
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
SUBSCRIBE
Subscribe my RSS Feed

Befriend me at Facebook

Subscibe my YouTube Channel

Follow me at Twitter
hosted by
powered by Movable Type
Blue Moon
Channel 8
Channel 8 Diaries
Crazy Day
Dining Car
Heavy Burschi
In the Pipeline
Das Unendliche Panorama
Editorial Cartoons
Falter Covers
Neulich im Büro
Wienerinnen
Zeichenwelt
7 Sachen / Lauter Listen
Andrea Fragenlager
Boboville
Comandantina
Die österreichische Oberfläche
Essays
Features und Portraits
Fragen Sie Frau Andrea
Metaphysics
Om Dhom Khom
Quergelesen Ferngesehen
Salzgriesisch
Und dann traf ich...
Albinopenisse
Liebe Frau Andrea,
gerade noch ist Spargel das ganz große Ding. Immer wieder ist in diesem Zusammenhang von "Solospargel" die Rede, vor allem auf gasthäuserlichen Speisekarten und -tafeln. Was bedeutet "Solo", gibt's da nur eine einzige Stange auf den Teller? Mein Freund behauptet ja, das liege daran, dass man nach Spargelgenuss lieber "solo" die Waschräume aufsuchen sollte weil das Pippi komisch riecht. Wieso das denn schon wieder?
Christian, Wien 2
Lieber Christian,
der Solospargel, die genitalste Delikatesse, die die gute Küche kennt, kann durchaus “zu mehrert” serviert werden, wie der Wiener sagt. Das Epiteton “Solo” erwirbt der Albinospargel ab einem Durchmesser von 20 bis 25mm. Das Liliengewächs, das entfernt mit Zwiebel, Schnittlauch, Knoblauch und Bärlauch, ja sogar mit den Agaven, Hyazinthen, Schwertlilien und Orchideen verwandt ist, kannten schon die alten Griechen als aspáragos - von spargáo, ich sprosse.
Sie legten die kleinen Pimpi allerdings nicht auf ihre Teller, sondern kurierten damit Zahnschmerzen und Bienenstiche. Die europäische Küche unterscheidet den weissen Bleichspargel und den Grünspargel. Letzterer ist bei der Ernte nicht mit Erde bedeckt, genießt das Sonnenlicht, wird chloropyllgrün und schmeckt herzhafter. Der typische Geruch des Urins nach Spargelverzehr ist auf Abbauprodukte wie S-Methyl-thioacrylat sowie dessen Methanthiol-Additionsprodukt S-Methyl-3-(methylthiothioproponiat zurückzuführen. Die Wahrnehmung der stinkenden Abbauprodukte im Urin ist übrigens genetisch bedingt. Nur ein Teil der Menschheit kann die entstehenden Gerüche wahrnehmen. Dem anderen fehlen Enzyme zur Metabolisierung der Spargelaromastoffe. Hoffnung, die lebt. dusl@falter.at www.comandantina.com
Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 22/2008
.
.
.
.
.......................
25. Mai 2008 © Andrea Maria Dusl
TrackBack
Use this URL to ping this entry: http://comandantina.com/mt/ping.cgi/1620


