Mai 2008
Abstract is the World
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Boys and Girls from my Block
Breakfast Outside America
Kiev Markthalle
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Andrea Z bis A
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In the Pipeline
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Albinopenisse
Liebe Frau Andrea,
gerade noch ist Spargel das ganz große Ding. Immer wieder ist in diesem Zusammenhang von "Solospargel" die Rede, vor allem auf gasthäuserlichen Speisekarten und -tafeln. Was bedeutet "Solo", gibt's da nur eine einzige Stange auf den Teller? Mein Freund behauptet ja, das liege daran, dass man nach Spargelgenuss lieber "solo" die Waschräume aufsuchen sollte weil das Pippi komisch riecht. Wieso das denn schon wieder?
Christian, Wien 2
Lieber Christian,
der Solospargel, die genitalste Delikatesse, die die gute Küche kennt, kann durchaus “zu mehrert” serviert werden, wie der Wiener sagt. Das Epiteton “Solo” erwirbt der Albinospargel ab einem Durchmesser von 20 bis 25mm. Das Liliengewächs, das entfernt mit Zwiebel, Schnittlauch, Knoblauch und Bärlauch, ja sogar mit den Agaven, Hyazinthen, Schwertlilien und Orchideen verwandt ist, kannten schon die alten Griechen als aspáragos - von spargáo, ich sprosse.
Sie legten die kleinen Pimpi allerdings nicht auf ihre Teller, sondern kurierten damit Zahnschmerzen und Bienenstiche. Die europäische Küche unterscheidet den weissen Bleichspargel und den Grünspargel. Letzterer ist bei der Ernte nicht mit Erde bedeckt, genießt das Sonnenlicht, wird chloropyllgrün und schmeckt herzhafter. Der typische Geruch des Urins nach Spargelverzehr ist auf Abbauprodukte wie S-Methyl-thioacrylat sowie dessen Methanthiol-Additionsprodukt S-Methyl-3-(methylthiothioproponiat zurückzuführen. Die Wahrnehmung der stinkenden Abbauprodukte im Urin ist übrigens genetisch bedingt. Nur ein Teil der Menschheit kann die entstehenden Gerüche wahrnehmen. Dem anderen fehlen Enzyme zur Metabolisierung der Spargelaromastoffe. Hoffnung, die lebt. dusl@falter.at www.comandantina.com
Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 22/2008
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25. Mai 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Spinne oder Fliege im Netz
Nie war es einfacher, sich neue Bekannte zu suchen: In sozialen Netzwerken im Web gilt jeder Kontakt gleich als "Freund" - Andrea Maria Dusl über ihre Versuche, zwei Welten miteinander zu verbinden. Für Der Standard / Rondo vom 23. 5. 2008. Bild © The Peaceful Invasion
Angefangen hat es mit Orkut, Googles halbgeheimer Freundschaftsbörse. Zu meinen ersten Freunden gehörten Guy Manuel aus Brasilien, ein alter Herr mit Glatze, Huy Zing, ein mysteriöser Student aus San Francisco, und ein gewisser Mistiborn aus Liechtenstein. Meine eigene Freundesliste im Orkut-Netzwerk war bald zweistellig. Alle diese Orkut-Bünde wären ohne mein stetiges Online-Sein, meine Bereitschaft, Sekunden und Minuten in die Waagschale der Schnellkommunikation zu werfen, gewiss nicht am Leben geblieben.
Orkut hieß Orkut, weil das der Vorname von Orkut Büyükkökten war, eines türkischen Computer-Science-Studenten an der legendären Silicon-Valley-Schmiede Stanford. Jener kalifornischen Elite-Universität, die wie keine zweite für den technologischen Input der IT-Industrie sorgt. Orkut Büyükkökten programmierte für Google. "Google nahestehend" verriet denn auch ein kleiner Hinweis am unteren Rande jeder Orkut-Page.
Bediente also Orkut die Suchtechnologie Google, um die Millionenschaft seiner Mitglieder auf der Suche nach neuen Freunden und Freundesfreunden zu unterstützen? Mit Sicherheit. Aber es war nicht Google, das Orkut von Nutzen war. Es war genau umgekehrt.
Von allen Orkutlern habe ich allerdings grad mal zwei irdisch kennengelernt. IRL kennengelernt, wie das heißt, "in real life". Die beiden waren dann allerdings tatsächlich große Knaller in meinem wirklichen Leben, große Knaller, weil aus all den unwirklichen Begegnungen mit virtuellen Internetizens zumindest zwei wirkliche Beziehungen entsprangen, zwei reale Freundschaften.
Recht mager die Ausbeute, möchte man meinen. Zwei aus 21 Millionen. Immerhin. In der Wiener U-Bahn, auch eine Millionen-Community, habe ich mangels immunisierender Gesprächskultur weniger Freundschaften akquiriert.
Orkut ist mittlerweile eingeschlafen. All die brasilianischen Party-Einladungen, die Ich-möchte-mit-dir-Beziehung-Kurznachrichten, die mir junge Männer aus dem Nahen Osten in die Inbox geschaufelt haben: Sie sind vergraben, vergessene Passwörter und verwaiste E-Mail-Accounts sei Dank. Datenmüll, auf dem die amerikanischen Terror-Schnüffelhunde herumgeistern, aber verborgen für Soziologen und Demografen. Verschüttet für immer in Server-Farmen an der Westküste. In Zukunft wird das anders sein: Nach MySpace und Facebook hat jetzt auch Google angekündigt, dass User ihre Profile auf andere Websiten übersiedeln können.
Und Orkut ist ja nicht wirklich tot. Denn Orkut heißt jetzt Facebook. Das beliebteste aller sozialen Netzwerke ging am 4. Februar 2004 im Uni-Zimmer von Harvard-Student Mark Zuckerberg online und explodierte von einem kleinen Campus-Experiment zu einer weltumspannenden Freundschafts-Börse mit mittlerweile 69 Millionen Mitgliedern. Ihr Motto: "Facebook is a social tool to connect with people around you." Ein Schelm, wer denkt, dass die Plattform massiv vom Data-Mining lebt. Der Deal ist simpel. Gib mir hundert Daten, und ich gebe dir tausend Freunde. Die Facebooker sind Menschen aus Fleisch und Blut, ihre Namen sind Klarnamen, und ihre Bilder sind keine Avatare aus dem Photoshop - Konsequenz aus dem legendären Bonmot: "Get a first life", der Hauptkritik am Rohrkrepierer "Second Life".
Dass Facebook wie auch schon Orkut zuvor den Begriff Freundschaft in die Bedeutungslosigkeit gekickt hat, steht auf einem anderen Blatt. Wie kann man mit Menschen "befreundet" sein, die man noch nie im Leben getroffen hat? Wie Beziehungen führen mit Unbekannten?
In Xing, Ende 2006, als "Open Business Club" gegründet, geht es gleich zur Sache. Mehr blue collar als Face-Book versteht sich die Community als Umsteigebahnhof für geschäftliche Freundschaften. Auch ich bin auf dem dünnen Eis der Gegenwart schon in Xing geschlittert.
Für tiefschürfendes Xinging fehlt mir allerdings die Bereitschaft, meine Kreditkarte mit einer Vollmitgliedschaft zu belasten. Das zerbrechliche Band der geschäftlichen Bekanntschaft will ich nicht mit den derben Fesseln wirklicher Freundschaft vertauschen. Ich möchte lachen und weinen, nicht lol-en und : ( -en, und zu lähmenden Power-Point-Vorträgen von umtriebigen Xinglern möchte ich auch nicht erscheinen.
Aber vielleicht ist das ja ohnedies alles Trug. Vielleicht sind wir alle unentrinnbar in einem weltumspannenden neuen Biedermeier gefangen, das heile Welten insinuiert, fröhliche Beziehungen, Denkerbünde und Geschäfts-Companien gründet und uns ein großes, virtuelles Kaffeekränzchen vorgaukelt. Vielleicht steckt hinter der Sehnsucht nach der Netzfreundschaft der zerbrechliche Wunsch, irgendwo dabei zu sein. Vielleicht ist die Facebookitis Ausdruck der existenziellen Angst, in einer Welt unterzugehen, die sich über Netzwerke definiert.
Denn eines haben Globalisierung und der dumpfe Siegeszug des Neoliberalismus gelehrt: Die alten Mechanismen der Lebenssicherung funktionieren nicht mehr. Berufe sind nicht mehr fürs Leben, Wohnungen nicht für immer, Partner nicht für ewig. Alles ist in Bewegung, alles ist Teil eines ständig wachsenden, mittlerweile 15 Jahre alten Netzes mit der dadaistischen Kurzformel "www". Bleibt die Frage: Sind wir die Spinne oder die kleine Fliege? Haben wir das Netz gewoben, oder kleben wir daran?
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Wie es wäre, wenn man die Prinzipien der Web-Freundschaftsbünde in die Realität umsetzte, zeigt diese --> Facebook-Parodie auf der Fernsehwahnsinnpinwand www.ehrensenf.de .
25. Mai 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments (0) Pings
Nachtschaffen ::: Salzburger Nachrichten
Von der Unfähigkeit der Österreicher, zivilisiert mit dem Tagesanbruch umzugehen.
Für meine Gastkolumne in "Lebensart" der Salzburger Nachrichten vom 7.2.2008.
Ich muss gestehen, ich liebe den Schlaf, er ist so traumhaft wie regelmässig, gehört ganz mir und kostet mich nichts. Der Schlaf ist mein Freund, er kommt spät, aber er ist treu und stellt keine Fragen. Er ist da, wenn ich ihn brauche, aber er flieht, wenn man ihn stört. Neuerdings hat mein Schlaf grosse Schwierigkeiten mit dem Haus neben uns. Denn im Haus neben uns wird gebaut. Ab fünf Uhr früh. Obwohl es noch zappenduster ist. Denn Bauen ist gut. Und früh ist gut. Ganz unabhängig davon, was gebaut wird, was gegraben: Laut muss es sein. Und früh. Ist es laut, ist es gut. Ist es früh, ist es perfekt.
Das Bersten der Ziegel, das Knallen der Gerüstrohre, das Kreischen der Sägeblätter erfüllt die Wienerin und den Wiener mit einem wohligen Schauer. Es geht weiter. Es wird besser. Die Stadt richtet sich auf. Im Frühstücksgedächtnis der Hauptstädter ist das morgendliche Hämmern und Klopfen, das Knattern von Dieselaggregaten und das singende Geräusch hebender Kräne ein musikalisches Leitmotiv für Stadtgesundheit. Mein Schlaf sieht das anders.
Der österreichische Morgen ist ein Phänomen von ungeheurer Absurdität. Der österreichische Morgen beginnt nämlich gleich nach vier Uhr Nachts. Lange bevor die Morgen anderer Länder beginnen, und lange bevor der tatsächliche Morgen graut. Der Sonnenaufgangsmorgen, der wirkliche Tagesbeginn. Denn Österreich zählt zu den frühaufstehenden Nationen. Ich behaupte: Österreich ist die einzige frühaufstehende Nation. Österreich steht auf, wenn sich andere gerade niederlegen. Warum ist das so? Warum müssen Österreicher zu Zeiten aufstehen, wo sich Andalusier und Neapolitaner gerade schlafen legen?
Das frühe Aufstehen hat Gründe. Einen meine ich im alpinen Stall auszumachen, wo die österreichische Kuh auf das frühe Gemolkenwerden wartet. Ein guter Bauer, der die Milcheuter seiner Doris, seiner Bella, Fiona und Rosa nicht zu lange warten lässt. Da können draussen noch die Sterne funkeln. Nächtlicher Arbeitsbeginn ist eine Tugend von grösster Österreichischkeit.
Als Primus aller Frühaufsteher können wir Kaiser Franz Josef identifizieren. Der Habsburger war seit seinem 13. Geburtstag, wo er zum Oberst eines Dragonerregiments ernannt wurde, Vollzeitmilitär. Und wie viele Soldaten in hohen Chargen war der erste Diener seines Staates krankhafter Morgenmaniker. Bis zu seinem Tod liess sich der daueruniformierte Kaiser um 3 Uhr 30 wecken. Klar, dass sich unter seinen Untertanen vor allem jene in Führungspositionen wiederfanden, die ebenso leicht wie er das Bett verlassen konnten. Der Selektions-Mechanismus des österreichischen Frühaufstehens hat über eineinhalb Jahrhunderte das Vormorgengrauen als Tugend etabliert und den Unfug des nachschlafenen Herumirrens mit bleierner Schwere über das Land gelegt. Denn Schlafen kann man auch in der Schnellbahn, im Stau und ganz gut auch im Büro. Nur in meinem Bett geht das nicht mehr so leicht. Weil neben mir gehämmert wird.
Andrea Maria Dusl
25. Mai 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments (0) Pings
Reden mit Pia
Dialog der Woche. Es ist Abend, die Füchse sagen sich Gute Nacht. Draussen ist es Wien, es regnet, es ist kühl. Zu kühl für den späten Mai. Und dann macht es palim palim. Ein SMS von Unbekannt ist auf meinem Handy angekommen:
palim palim.
PHONE NUMBER: +436646I78I95
Hello wann kommts ihr?
Ich:
Schon schon, aber wer und wohin?
palim palim.
PHONE NUMBER: +436646I78I95
Villa Cabrio
Ich:
Bin gerade in Marseille im Joy!
palim palim.
PHONE NUMBER: +436646I78I95
Pia?
Ich:
Betty?
Aus.
Aus.
23. Mai 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Vaduz und die Kunst

Die Liechtensteinische Briefkastenhochburg Vaduz hat ein bemerkenswert gut geplantes Kunstmuseum. Im Inneren des schwarzen Monolithen finde ich das Liechtensteiner Dilemma: Sicherheit im Schatten der Schönheit. Ich schoss das Bild vom Tisch der Cafeteria während einer Kasimir-Malewitsch-Ausstellung.
http://www.kunstmuseum.li
22. Mai 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Santana Shreds
Das Bureau Comandantina Dusilova startet hiermit eine kleine Serie von YouTube-Gitarren-Helden-Parodien von Santeri Ojala, aka StSanders. Der finnische Gitarrist löscht die Tonspur zu Video-Clips berühmter Gitarren-Götter und spielt eine neue, "geshredete" Spur im Stil ambitonierter Anfänger auf. Hillariös!
Santana Shreds. Enjoy!
20. Mai 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Sarközterreicher
Liebe Frau Andrea,
hierzulande ist der Familiennamen Sarközy aus Ungarn stammenden Sinti und Roma vorbehalten. Nur der französische Präsident führt seinen Namen auf einen ungarischen Adeligen zurück. Ich jedenfalls fände es wunderschön, wenn der eitle Staatsmann ein Abkömmling ungarischer Gitanes wäre. Sehr verehrte Commandantina, wie sehen Sie das? Mit lieben Grüßen,
Olaf Arne Jürgenssen, Wiener Neustadt, per Elektropost
Lieber Herr Olaf Arne,
ich betrachte die genealogischen Anektdoten von Herrn Bruni mit grosser Unaufgeregtheit. Die offiziellen Biographien sehen in Nicolas Sarkozy den Sohn eines ungarischen Aristo-Immigranten namens nagybócsai Sárközy Pál, der auf verschlungenen Wegen, über Deutschland, Österreich und die Fremdenlegion, vor der Roten Armee geflüchtet und 1949 Nicolas Sarkozys späterer Mutter, der Jusstudentin Andrée Mallah, Tochter eines wohlhabenden Urologen aus dem bourgeoisen 17. Pariser Arrondissement nachhaltig begegnet war. Der präsidentielle Großvater Aaron “Benico” Mallah stammte aus einer sephardisch-jüdischen Familie aus Saloniki. Für die Herkunft des Namens Sárközi, Sárközy, “aus Sárköz stammend” kommen zwei Orte in Betracht. Ein Sárköz liegt im ungarischen Komitat Tolna, ein zweites Sárköz ist eine transsilvanische Stadt im rumänischen Bezirk Satu Mare (abgekürzt: SM). “Sarközi” haben einige prominente Österreicher in ihrem Pass stehen. Neben dem Vertreter der österreichischen Roma, dem Unterschützner Rudolf Sarközi auch der Eurovision-Song-Contest-Veteran Anton Hans Sarközi, einem breiten Publikum unter seinem Schlagersängernamen Tony Wegas bekannt. Eine Familienähnlichkeit mit dem französischen Staatspräsidenten ist nicht zu übersehen. dusl@falter.at www.comandantina.com
Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 21/2008
19. Mai 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Rinters Zelt
Liebe Frau Andrea, guten Tag!
In einer der Stadt Wien offensichtlich sehr nahe stehenden Publikation war im Zusammenhang mit Plastikflaschenrecycling vom "MA-48-Zelt" die Rede, in dem diese Flaschenwiedergeburt vonstatten geht. Sagte man früher nicht "Rinderzelt"? Und wieso eigentlich "Rinder" und wieso überhaupt "Zelt"? Fragt sich und Sie, liebe Frau Dusl,
Johanna Gerlach, 7. Bezirk, per Digitaldepesche
Liebe Johanna,
die orangeste von allen Wiener Magistratsabteilungen, die 48er, ist für Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und den städtischen Fuhrpark zuständig. Auch Müllvermeidung und Abfalltrennung gehören zu den Agenden von Ulli Simas kleinem Reich. Im Oktober letzen Jahres wurde unter ihrer Ägide Europas modernste Kunststoffsortieranlage eröffnet. Untergebracht ist die Maschinerie für Plastikflaschenwiedergeburt im legendären Rinter-Zelt. Es hat seinen Namen von der Firma Rinter AG, die dort in den frühen Achtzigerjahren eine automatische Müll-Sortieranlage betrieb, die wegen Nichterfüllen der gesetzlichen Anforderungen bezüglich der Gewinnung von Wertstoffen schon nach zwei Jahren wieder geschlossen werden musste. Der Ausdruck “Zelt” für die seit 1986 von der Stadt Wien betriebene Abfallbehandlungsanlage ist nicht unberechtigt. Das 80 Meter hohe und mit einem Durchmesser von 170 Metern recht üppig dimensionierte Gebäude am Rautenweg im 22. Bezirk sieht aus wie ein Zirkuszelt. 2003 oxidierte der Müllbunker des Rinterzeltes in flüchtige Rauchgase. Ob sich je eine Kuh oder ein anderes Mitglied unserer gehörnten Freunde im Rinterzelt befunden hat, kann nicht mit Sicherheit beantwortet werden. dusl@falter.at www.comandantina.com
Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 29/2008
9. Mai 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Showtime ::: Andrea in der Roten Bar

Andrea in der Roten Bar
Das Feuilleton hasst das "neue Fernsehen" genauso innig, wie der Boulevard es liebt. Schon deshalb spiegeln Fabian Bursteins "TV-Protokolle" im ray Filmmagazin die Fallhöhe vom intellektuellen Höhenkoller in den Abgrund der Banalitäten wider. Nach bewährtem Muster bittet der schreibende Moderator Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur oder Medien zum Voyeure: Sie sehen fern und leibhaftig Prominente. Und zwar sind das diesmal Sportkommentator Edi Finger jr., Rapid-Präsident und Ex-Finanzminister Rudolf Edlinger und ich.
7. Mai, 22.30 Uhr
Rote Bar
Volkstheater
Neustiftgasse 1
A-1070 Wien
TV-Live-Protokoll von und mit Fabian Burstein
Gäste: Andrea Maria Dusl, Edi Finger jr. und Rudolf Edlinger
Klavier: Martin Klein
Eintritt frei
http://www.volkstheater.at/rotebar.html
7. Mai 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Bühnentauchen
Liebe Frau Andrea,
beim Kremser Donaufestival konnte man beim Konzert der wunderbaren Hidden Cameras eine wahre Stage-Diving-Orgie beobachten: der komplette Münchner Fußballchor ließ sich vom Publikum über dessen Köpfe hieven. Woher kommt dieser Brauch, ist Bühnentauchen nicht ausgesprochen gefährlich und - wie manche anschließend meckerten - eigentlich schon "so last season"?
Rieke Kasuppke,
Wien, Otterkring, per Elektrobrief
Lieber Rieke,
die Musiker der kanadischen Queercore-Pop-Band um Sänger, Gitarrist und Songwriter Joel Gibb sind keine Unbekannten in der Welt der singenden Fussballer. Die schwule Kirchen-Volksmusik-Combo spielte am 15. August 2007 auf Wunsch von Teenie-Idol Mehmet Scholl bei dessen Abschiedsspiel vom FC Bayern - erst in der ganz und gar unschwulen Allianz-Arena und dann auf der etwas intimeren Abschiedsfeier in der Münchener Reithalle. Dabei kam erstmal der Münchner Fußballchor, allesamt Mitglieder diverser Münchner Bands zum Einsatz. Das Bühnentauchen wurde allerdings nicht in der Allianz-Arena erfunden und auch nicht von singenden Münchnern. Das gefährliche Abspringen von Rock-Bühnen samt okkasinellem Surfen im Moshpit (dem chaotischen Händewald vor den Rock-Bühnen) soll ein Punk-Pate erfunden haben. James Newell Osterberg, Jr., besser bekannt unter seinem Bühnennamen Iggy Pop gilt als einer der ersten Stagediver. Die Übung ist so spektakulär wie gefährlich und gehört dennoch zu den Untoten des Pop. Einzig auf philharmonischen Konzerten und in der Wischerl-Jazz-Szene wurde sie noch nicht beobachtet. dusl@falter.at www.comandantina.com
Für meine Kolumne 'Fragen sie Frau Andrea' in Falter 19/2008
5. Mai 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Peer Review
Peer-Review gilt als das beste Verfahren zur Beurteilung der wisenschaftlichen Qualität von Studien und Projekten. Doch diese Form der Begutachtung geht immer wieder zuungusten von weiblichen Wissenschaftern aus.
Dusilation für Falters Wissenschaftbeilage "Heureka" in Falter 18/2008. Click image for 1000px-version!
2. Mai 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Hoch der Erste Mai!

Hoch der Erste Mai!
1. Mai 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings


