April 2008
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Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Westensprüche
Liebe Frau Andrea,
Peter Westenthaler meinte kürzlich, die Polizei sei zu ehren, weil sie drei Rumänen "zur Strecke brachte". Im übrigen sei mit der Polizei "nicht gut Kirschen essen". Welche Strecke? Welche Kirschen?
Ihre Beate Meinbrugger, Klamm
Liebe Beate,
wir gehen einmal von der Wörtlichkeit der erwähnten Zitate aus und unterstellen Peter Westenthaler, dass die Redewendungen zu seinem Wortschatz gehören. Jemanden “zur Strecke” zu bringen, scheint ein passender Ausdruck für jene wilde Autobahnschiesserei zu sein, die bei der Festnahme von drei falschen Polizisten stattgefunden haben soll. Immerhin sollen sich die rumänischen Täter auf einer Autobahnstrecke bewegt haben. Nun ist der Ausdruck “jemanden zur Strecke “ zu bringen, ungeachtet Westenthalerischer Lingo weder korrekt noch menschenwürdig, denn er kommt aus der Jägersprache, wo erschossenes Wild bezeichnet, das der Reihe nach aufgelegt, die sogenannte “Strecke”darstellt. Strecke, weil das Wild ausgestreckt aufgelegt wird. Besser geht es der Treffsicherheit des Sprachbildes vom “guten Kirschenessen”. Die Redewendung kommt aus einer Zeit, als Kirschbäume noch auf Klostergärten und andere herrschaftliche Baumgärten beschränkt waren. Die geistliche und weltliche Aristokratie pflegte Kern und Stingel der exklusiven Früchte in weitem Bogen auszuspucken. Gerne auch in die Gesichter von Leibeigenen. Wir wollen ein solchens Autoritätsgefälle zwischen richtiger niederösterreichischer Polizei und falscher rumänischer nicht insinuieren, geben aber zu bedenken, dass von der Österreichischen Exekutive wenig Früchtekonsum mit Aussenstehenden bekannt ist.
dusl@falter.at www.comandantina.com
Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 18/2008
28. April 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Karriere eines Klotzes
Strat & Co: 1941 hatte Lester William Polfus eine zündende Idee, die ihm weltweite Berühmtheit einbringen sollte. Und Generationen von Musikern hatten ein neues Statussymbol. Ob Soft Rock oder Hard oder Death Metal: Die Basis sind Ahorn, Erle, Rosen- und viele andere Hölzer.
von Andrea Maria Dusl für die Publikation holzistgenial in der 16seitigen RONDO Spezial-Ausgabe »Holz auf dem Weg« erschien Dienstag, 2. Oktober 2007 in der Tageszeitung »Der Standard«.

Der in Chicago lebende Country- und-Jazz-Gitarrist (der spätere Les Paul) hatte die ständigen elektroakustischen Rückkopplungen satt, die das Spiel auf den elektrisch verstärkten Jazzgitarren seiner Zeit begleiteten. Eines Sonntags ließ er sich in die Fabrikräume der Gitarrenfirma Epiphone einschließen, um an deren Maschinen unerhörte Dinge zu basteln. Seine Überlegung war so simpel wie genial: Elektrisch verstärkte Gitarren brauchten einen Resonanzkörper. Wie alle Saiteninstrumente. Aber dieser Körper musste nicht hohl sein. Mit den elektromagnetischen Tonabnehmern gab es schon ein System, das die schwingenden Saiten übertrug und in Verstärkern und Lautsprechersystemen zum Klingen brachte. Eine mitschwingende Schallschachtel brauchte es nicht.
Les Paul entwarf eine Gitarre, die aus einem traditionellen Gitarrenhals bestand, der in einen zehn mal zehn Zentimeter dicken und ellenlangen Holzklotz auslief, an dem Tonabnehmer, Steg und Saitenhalter angebracht waren. Unverstärkt hatte diese Gitarre fast keinen Ton. Und genau das war das Revolutionäre an Les Pauls Idee: Es gab keine Rückkopplung, weil der akustische Körper nur mehr mit den elektrisch verstärkten Saiten mitschwang und nicht mehr nachhallte.
Alleine, die Gitarristenkollegen waren gar nicht überzeugt von „the log“, dem Klotz, wie Les Paul seine ungewöhnliche Gitarre nannte. Daraufhin zerlegte er eine seiner Jazzgitarren der Länge nach und schraubte die beiden Korpushälften wie Ohren an seinen Klotz – die erste Solidbody-Gitarre der Welt sah zumindest wieder aus wie eine brave Gitarre.
Mitte der vierziger Jahre bot Paul sein „Log“-Design der Firma Gibson an. Dabei standen die Sterne zunächst schlecht. Gibsons Präsident hatte Les Pauls Erfindung mit dem Kommentar abgelehnt, man werde keinen „Besenstiel mit Ton- abnehmern“ bauen. Kurz darauf jedoch gelangen dem kalifornischen Radiotechniker Leo Fender mit seiner neu entwickelten Solidbody-E-Gitarre „Fender Broadcaster“ (später Telecaster genannt) erste kommerzielle Erfolge. Der mittlerweile neu installierte Gibson-Präsident Ted McCarty entschied, dass seine Firma ebenfalls eine massive elektrisch verstärkte Massivholz-Gitarre ins Programm aufnehmen müsse. Man erinnerte sich an den obskuren Klotz-Prototypen und seinen seltsamen Erfinder.
Eine „Les Paul Gitarre“ wurde entwickelt. Paul und die Techniker bauten ein Instrument, das sich von den flachen Brettgitarren der Marke Fender abhob: Es hatte die traditionelle Form einer Gitarre, nur war sie kleiner und aus massivem Mahagoni geschnitten. Darauf leimten die Gitarrenbauer eine gewölbte Ahorndecke. In die untere halsnahe Rundung schnitten sie ein „Cut-away“ – das berühmte Horn des Les Paul entstand. Die halbkreisförmige Aussparung sollte den Griff in den höheren Lagen erleichtern.
Aus der ähnlich geformten, aber flachbrüstigen Telecaster der Konkurrenzfirma war derweil der berühmte Precision-Bass geworden. Der war nichts anderes als eine Telecaster mit langem Hals und einem oberen Horn, das der Verbesserung des Gleichgewichts am Gurt diente. Es fehlte noch die dritte Gründungslegende unter den Solidbody-Gitarren, die Stratocaster. Die war wieder eine sechssaitige Gitarre, ihrerseits vom Precision-Bass mit seinen zwei asymmetrischen Hörnern abgeleitet. Die drei – Les Paul, Telecaster und Stratocaster (liebevoll Tele und Strat abgekürzt) – sind bis heute die vielfach variierten und miteinander amalgamierten Grundformen des tönenden Bretts.
Tonabnehmern wird ein wichtiger, aber überschätzter Part in der Tonbildung der Elektrogitarre eingeräumt. Zwar ist das Wissen um die Magnetkerne und Spulendrähte, Kondensatoren und Potentiometer, die die Schwingungen der stets metallenen Saiten an einen Verstärker weiterleiten, mittlerweile zur Geheimlehre angewachsen. Das wichtigste Element für die Bildung des Tons ist aber noch immer das Holz von Body (Körper) und Hals der Gitarre.
Wie bei Weinen, wo Jahrgang und Sorte, Lagerung und Cuvée den Charakter und Geschmack eines Weines ausmachen, spielen Alter und Sorte, ja sogar die Mischung der Hölzer untereinander eine große Rolle.
Ton und Schwingungsverhalten der Solidbody-Gitarre werden, um die Dinge vollends kompliziert zu machen, sogar von scheinbar so unwichtigen Dingen wie Gewicht und Legierung der Metallteile, Material und Dicke des Halses und sogar von der chemischen Zusammensetzung des Lackes geprägt. Dass das elektrische Signal des Tons dann noch mit Effektgeräten und Verstärkerkaskaden geformt und verfremdet wird, macht das Gitarrespiel auf sprechenden Hölzern vollends zur Magie.
Auch wenn sich moderne Metal-Gitarristen stilistisch längst von ihren Ahnvätern entfernt haben, die Magie der verwendeten Hölzer ist auch ihnen bewusst. Unter ihren schwarzmatten Zackengitarren, den Flying Vs, Explorers oder hochpolierten Strats, Teles, Pauls und SGs, die das Gitarrenuniversum bevölkern, verbergen sich neben alltäglichen Tonbäumen wie Ahorn, Erle, Esche, Fichte und Pappel kostbare Hölzer mit teilweise obskur klingenden Namen: Bocote, Bubinga, Cocobolo, Ebenholz, Flammenahorn, Koa, Korina, Lacewood, Mahogany, Padouk, Palisander, Rotholz, Rosenholz, Vogelaugenahorn, Walnuss, Wenge, Zebrawood und Ziricote. Dass diese bei ökopolitisch korrekten Holzfarmen bezogen werden, gehört unter Gitarrenbauern mittlerweile zum guten Ton.
Jimi Hendrix, Jeff Beck, Carlos Santana, Brian May: Ob lebendig oder tot, sie sind am ersten gespielten Ton erkennbar. An der Simulation der Sounds, die die unbezahlbaren Holzbretter unter ihren Händen hervorbrachten und -bringen, verdient sich eine ganze Industrie goldene Nasen. Minutiöse, bis in die letzte Fuge rekonstruierte Nachbauten berühmter Gitarren kosten heute soviel wie ein kleiner Sportwagen.
An die Originale kommen sie dennoch nie heran. Jimmy Pages 1958er Tigerstripe Les Paul Standard, Number 1 genannt, oder Eric Claptons, aus den besten Teilen dreier 1970er Fender Strats zusammengebaute „Blackie“ sind mittlerweile viel wertvoller als ihr Gewicht in Gold.
Die Alchimisten unter den Gitarristen behaupten: Das Holz der Gitarren merkt sich jeden gespielten Ton und werde mit den Jahrzehnten zu einem tönernen Gedächtnis. Angenommen, das stimmt: Kein Wunder dann, dass die Strats von Jimi Hendrix zu den wertvollsten Gitarren gehören, die es gibt.
26. April 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Manieren 2.0
Brauchen wir eine neue Etikette für den Umgang im globalen Dorf? Andrea Maria Dusl hat Rat in Benimmbüchern für Technikjünger gesucht - und weiß nun, wie man moderne Kommunikationshürden elegant nimmt
Andrea Maria Dusl für Der Standard/rondo vom 25.4.2008
Der Grazer Bürgermeister will das Telefonieren in Straßenbahnen verbieten. Aus Stilgründen. Vor zwanzig Jahren hätte diese Meldung nur an einem 1. April Verbreitung gefunden. Alles hätte man sich in Straßenbahnen vorstellen können, sogar in Grazer, aber ein Ferngespräch wäre nicht dabei gewesen.
Mobile Kommunikation war vor 20 Jahren noch auf dunkle Mercedes-Limousinen, teure Yachten und militärische Kommandofahrzeuge beschränkt. Telefoniert wurde mit Telefonen. Das waren Geräte, von denen man einen Hörer abheben konnte. Sie waren mit Wänden verkabelt, in den Vorzimmern unserer Wohnungen aufgestellt oder an Straßenecken in kleinen Hütten installiert, die nach Toilette rochen.
Internet hätten 998 Promille der Österreicher mit einer Kindererziehungsanstalt assoziiert, und die Hälfte von ihnen hätte einen schweren Rechtschreibfehler bemerkt. 20 Jahre Kommunikationsevolution sind ins Land gegangen. Handygequassel in Grazer Straßenbahnen ist nicht nur möglich, es soll gar abgeschafft werden. Was sagt eigentlich der Stilratgeber dazu?
Benimmbücher gab es seit dem ausgehenden Mittelalter. Eines der ersten ist "De civilitate" des Humanisten Erasmus von Rotterdam, das Basiswerk der Anstandsliteratur. Etikettefibeln späteren Datums sollten Bürger einen Umgang miteinander lehren, der auf der Imitation höfischer Sitten fußte. Als Ahnherr der Literatur über das gute Benehmen ist der Freiherr von Knigge als Synonym in die deutsche Sprache eingegangen. Dabei war Knigges 1788 erschienenes Werk "Über den Umgang mit Menschen" nur als Aufklärungsschrift für Taktgefühl und Höflichkeit gedacht. Seine Erörterungen über den Umgang mit Älteren und Kindern, Ärzten und Jähzornigen, Schurken und sich selbst sollten vor Enttäuschungen bewahren. Das österreichische Pendant, "Der Elmayer", Benimmbuch der legendären Wiener Tanzschule, hat über Jahrzehnte den Benimmkodex des bürgerlichen Österreich geregelt.
Ob man bei Konferenzen SMS-Nachrichten absetzen darf, in E-Mails mit Satzzeichen grimassieren, während der Busfahrt telefonieren oder, statt zu lachen, nur den Chatausdruck "lol" (für: "laughing out loud") verwenden darf, konnten und können weder Knigge noch Elmayer beantworten. Handys und Internet, mobile Kommunikation und Cyberspace sind Phänomene, auf die die alten Regeln nicht wirklich anwendbar sind. Oder doch?
Helmut A. Gansterer, profilierter Wirtschaftsjournalist, Automobil-Essayist und Edelfeder der Nation hat sich in seinem unlängst erschienenen Brevier "Darf man per E-Mail kondolieren?" in ebenso souveräner wie kurzweiliger Form den unbeantworteten Etikette-Fragen der heutigen Zeit gestellt und gute Antworten auf neue Probleme gefunden.
Darf man sein Handy einen Tag lang abgedreht lassen? (Aber sicher.) Darf man per E-Mail kondolieren? (Der Wille steht für das Werk.) Darf man in Öffis das Handy benutzen? (Nur wenn man unter 30 ist.)
Gansterer darf bei aller Schrulligkeit als Apologet der Stilsicherheit betrachtet werden, er hat sich erst dem Schreiben am Laptop ergeben, als die Höllenmaschinen ausgereift und ihre Software absturzsicher war. Und jemand, der sich in Jaguars und Aston Martins wohlfühlt, kann kein falscher Ratgeber sein.
Ebenfalls im Bergwerk des guten Stils schürft der neue deutsche Essayband "Manieren 2.0. Stil im digitalen Zeitalter". Der Autor, Adriano Sack, verdiente sich seine ersten Montblanc-Füllfedern bei Tempo, Die Woche und Der Spiegel. So sperrig und technoid der Titel daherschlittert, so vergnüglich und elegant beschreibt der gebürtige Kölner Stilfragen in einer Zeit der globalen Verrohung.
Darf man zugeben, am MAIDS (Mobile and Internet Deficit Syndrome) zu leiden? (Man darf.) Darf man sich selbst googeln (es führt nicht zu Knochenmarksschwund) und das auch öffentlich zugeben? (Ja.) Darf man die Plattensammlung auf den iPod auslagern? (Wenn man dadurch überhaupt wieder Musik hört: Ja.) Darf man die eigene Rufnummer unterdrücken? (Nein.), ein Guccihandy haben (Nein), vor 9 Uhr anrufen und nach 22 Uhr? (Nein). Darf man makeln? (Ja, aber nicht mehr als zweimal pro Telefonat.) Darf man ohne Handschrift durchs Leben gehen oder muss man zu Moleskine und Montblanc greifen? (Handschrift ja, Moleskine in Rot und Montblanc-Meisterstück).
Soll man bloggen oder sich mit einer Website unmöglich machen, die jahrelang "under construction" verweilt? (Ausschließlich Ersteres.) Darf man aus der Wikipedia zitieren, oder muss es die Encyclopaedia Britannica sein? (Je nachdem.) Und soll es die 32-bändige Dünndruckausgabe sein, oder die handliche DVD. (Wenn schon, denn schon.)
Endgültige Antworten, die Polarität von Ja und Nein gibt es nicht mehr. Die Welt der Kommunikation ist zu komplex geworden. Erlaubt ist, was nicht stört. Und umgekehrt. Der Bürgermeister Siegfried Nagl will also den Grazern das Handyfonieren in der Straßenbahn verbieten. Auch die Stockholmer U-Bahn ist klingeltonfrei. Und in Tokio mahnt man mobile Quasselstrippen per Ansage. In München hingegen will man das Telefonieren in der U-Bahn wieder anschaffen. Nach einem brutalen Überfall auf einen Rentner in den bayerischen Hauptstadttunnels konnte niemand um Hilfe für das Opfer rufen, weil es kein Handynetz gab.
Andrea Maria Dusl ist Filmemacherin und Autorin, hat einen Moleskine-Block, eine Montblanc, ein Weblog (www.comandantina.com), aber keine Mobilbox. In der Grazer Straßenbahn wird sie in Zukunft in die hohle Hand telefonieren, und Kondolenz-E-Mails findet sie unelegant.
24. April 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments (0) Pings
Lulu
Liebe Frau Andrea,
neulich grüßte mich jemand am Gang zu meinem Büro mit "Lulu". Der Mann zwinkerte, als führte er etwas im Schilde. Wollte er mich beleidigen, oder bin ich einem Leidenden begegnet?
Karin F. Knolle, Ratzersdorf, per Elektropost
Liebe Karin,
es gibt mehrere Möglichkeiten, Ihre Begegnung zu lesen. Sollten ausser der Kinderbezeichnung für Urin noch andere Begriffe aus dem Urogenitalapparat vorgetragen worden sein, eventuell begleitet von grimassierenden Tics, sind Sie möglicherweise von einer Person gegrüsst worden, die am Tourette-Syndrom laboriert. Das ist für beide Seiten gefahrlos und im besten Falle anekdotenreich. Vielleicht sind Sie aber einem Mitglied der Männervereinigung “Schlaraffia” begegnet. Der Freundschaftsbund zur Pflege von Kunst und Humor wurde 1859 in Prag gegründet und wird von bösen Zungen als Karnevalsausgabe der Freimaurer bezeichnet. Die kreuzfidelen Herren - Erkennungszeichen ist eine kleine weiße Perle am linken Revers - treffen sich einmal pro Woche in ihrem Vereinslokal, das sie “Schlaraffenburg” nennen. Schlaraffischer Inbegriff von Weisheit, Humor und Tugend ist der Uhu. Ihre Sprache nennen die unernsten Herren, die Kaliber wie Franz Lehár, Paul Hörbiger, Gustl Bayrhammer, Peter Rosegger und Gustav Mahler zu ihren Ehrenmitgliedern zählen, Schlaraffenlatein. Einblick in die Qualität ihres Humors geben Begriffe wie Kniewinsel (Violoncello), Burgwonne (Freundin), Benzinroß (Auto) und Schaum-Lethe (Sekt). Im Einklang mit diesen lustigen Bezeichnungen grüssen einander die weltweit etwa 10.000 Schlaraffen mit einem sympathisch sonoren “Lulu!”
dusl@falter.at www.comandantina.com
Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 17/2008
20. April 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Laptop Zapp Zarapp

Lange Finger haben es auf die Laptops von Ministern, politischen Sekretären und höheren Beamten abgesehen. Neben dem Materialwert der Geräte locken sensible und unverschlüsselte Informationen, die auf den republikanischen Klappcomputern abgespeichert sind. Auch in Österreich boomt der Laptop-Zapp-Zarapp.
Dusilation für Falter 17/2008
20. April 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Überwachung
Arbeitgeber finden die absurdesten Techniken, um ihre Angestellten zu überwachen.
-->Ins Bild klicken für grosse Ansicht.
Dusilation für die Steiermark-Ausgabe von Falter 17/2008
20. April 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments (0) Pings
Druschba

Ex-Innenminister Ernst Strasser (Экс-Министр ВД Эрнст Штрассер) ist Präsident (Президент) der Österreichisch - Russischen Freundschaftsgesellschaft (АВСТРИЙСКО – РОССИЙСКОЕ ОБЩЕСТВО ДРУЖБЫ).
Dusilation (Дузилация) für Falter 16/2007
14. April 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Filmnieseln
Liebe Frau Andrea,
neulich hatten wir einen feuchten Abend mit guten Gesprächen. Irgendwie kam das Gespräch auf Spaghettiwestern und den grossen Sergio Leone. Und da erinnerte ich mich daran, in einem abgefuckten Porno-Kino in der Burggasse der einzige Zuschauer gewesen zu sein. Es muss 15 Jahre her gewesen sein oder länger. Ein einmaliges Erlebnis. Ich und der geilste Western der Welt: Spiel mir das Lied vom Tod. Die Tonanlage übersteuerte und zwischendurch regnete es weisse Kratzer. Ich dachte, das wäre nur am Anfang von Filmen so, dort wo sie abgenudelt sind?
Florian Niederwieser, Wieden
Lieber Florian,
bei ihrem abgenudelten Kino dürfte es sich um eines der ersten Wiener Arthouse-Filmtheater, das Star-Kino in der Burggasse 71 gehandelt haben. (Seit 1999 ist dort das Atelier-Theater zuhause). Es wäre ungewöhnlich gewesen, Once Upon a Time in the West (C'era una volta il West) in einem Pornokino zu projizieren. Dafür ist Claudia Cardinale zu selten im Bild. Das Nieseln in der Projektion stammt tatsächlich von Kratzern auf der Kopie. Da ein Film dieser Länge Film aber in mehrere Akte (Filmrollen) aufgeteilt ist, die abwechselnd projiziert werden, um den Anschein einer kontinuierlichen Vorführung zu erzeugen, kann es mitten in der Handlung zu Filmnieseln, Knacken und Knistern kommen. Diese Artefakte kommen von der mechanischen Beanspruchung der einzelnen Aktanfänge einer oft gespielten Kopie. Machmal fehlen auch Sekunden aus dem Film, wenn etwa diese Teile der Filmrolle abgeschnitten wurden. Der DVD-gewohnte Filmbuff hat diese Kinoerlebnisse meist in der Frühzeit der cineastischen Sozialisation kennengelernt und erinnert sich mit wohligem Schauern daran. Schau-Schauern.
dusl@falter.at www.comandantina.com
Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 16/2008
13. April 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Da Stond
Liebe Frau Andrea,
heute ist uns wieder einmal aufgefallen, dass es in der österreichischen Umgangssprache kein Äquivalent für "Ich liebe dich" gibt. Wieso gibt es für so vieles eine Dialekt-Version, aber ihre Liebe können Mann und Frau nur auf Hochdeutsch bekunden? Und steckt dahinter vielleicht eine tiefere Erkenntnis über die österreichische Mentalität? Wir würden uns freuen, wenn Sie dem mal nachgehen könnten! Mit freundlichen Grüßen,
Johanna Stadlbauer und Markus Harg, per Elektropost
Liebe Johanna, lieber Markus,
im Einklang mit der Tatsache, dass es so etwas wie die “Österreichische Umgangssprache” nur in den Vorstellungen deutscher Fernsehredakteure gibt, möchte ich mich auf die Liebesbezeugungen der Wienerinnen und Wiener beschränken. Im Cottage (Kotääsch), in Hietzing und der Josefstadt wird man gewiss davon ausgehen dürfen, mit dem hochdeutschen “Ich liebe Dich” gepflügten Acker zu bestellen. Die Bevölkerung ausn Hieb und vom Grund wird zu tieferen Wendungen greifen, um das Herz auf den Tisch und die Seele ins Bett zu legen. Wienerinnen und Wiener mit Schmetterlingen im Bauch werden seltener “I liab di” hauchen, als “I hob di liab”. Ideal ist auch das nicht, denn “Ich liebe dich” heisst auf Wienerisch strenggenommen “I steh auf di”. Jiddisch-Wienerisch liesse sich der Sachverhalt auch so ausdrücken: “Bei mir bist (du) scheen!” Im Espresso, beim Branntweiner oder beim Wirtn empfiehlt sich das schlichte ”I hoid auf di”. Schmähtechnisch römisch eins (remisch aans) wäre mein Favorit unter den Liebesbekundungen, der blumige Ausdruck:
”I bin schaasaugat auf Di”.
dusl@falter.at www.comandantina.com
Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 15/2008
7. April 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Hermes Phettberg und Peter Kern

Hermes Phettberg und Peter Kern.
Sternstunde des Kurztheaters.
Space 04, Diagonale. Graz, 4. April 2008, kurz vor Mitternacht.
6. April 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Frauenzeitschriften
Füher hetzten Frauen außer Atem dem besten Waschmittel hinterher, damit der Mann ein blütenweißes Hemd hat. Heute hetzen sie außer Atem den tollsten High Heels und den besten Horoskopen hinterher. Mit weiblichem Konsumverhalten beschäftigen sich eine Vielzahl bunter Zeitschriften. Frauenzeitschriften.
Dusilation für Falter 15/2007
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Screenshot des Covers der obigen Zeitschriftenstapels:
6. April 2008 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings


