Fragen Sie Frau Andrea
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Ulfassbar heiß
Liebe Frau Andrea,
angesichts der tropischen Hitze stellte sich meiner Freundin Elfriede und mir die bislang unbeantwortete Frage: Warum ist es in den so genannten ULFs, den Niederflurstraßenbahnen, um so vieles heißer als in den "normalen" Straßenbahnen? Mögliche Erklärungen scheinen uns nicht stichhaltig: die Fenster waren ja auch bei den alten Straßenbahnen nicht alle zu öffnen, zumal das ja im Falle großer Hitze wieder nur heiße Luft hereinbrächte. Fällt das Fänomen nur uns auf? Wissbegierig verbleibe ich
herzlich grüßend, Ilse Kilic
Liebe Ilse,
die Hitze in den Ultra-Low-Floor-Tramway-Zügen dürfte allen öffentlich Wienreisenden aufgefallen sein. Sie reiht sich stadtmystisch in den Phänomenkreis ein, der die stinkenden U1-Stationen, die gefährlich niedrigen Decks der 13A-Doppeldecker, den rostigen Rußgestank der alten Stadtbahn oder den Erdölgeruch der winterlichen Strassenbahnböden umfassen. Hitzetechnisch gesehen sollte das Problem der schweisstreibenden ULF-Kabinen mit der “Indienststellung” der neuesten Garnituren dieses Typs behoben sein. Ab Herbst fahren Gleiswölfe mit eingebauten Kliamaanlagen. In den alten ULFen ist es, wie jeder Autobesitzer bestätigen kann, deswegen so heiss, weil sich die Innenräume verglaster Fahrzeuge aufheizen. Abhilfe böte selbst bei hohen Aussentemperaturen der Fahrtwind. Gäbe es denn Fenster, die sich über ein mikroskopisches Mass hinaus öffnen liessen. Klimaregulierte ULFe erkennen Sie an roten Hartschalensitzen und gelben Haltestangen. Bald. www.comandantina.com dusl@falter.at
Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 35/2007
27. August 2007 © Andrea Maria Dusl
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