Fragen Sie Frau Andrea
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Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Massiv Passiv
Liebe Frau Andrea,
in unserer Stammtischrunde wurde in letzter Zeit viel über die Gefahren des "Passivtrinken" diskutiert. Sie können sich vorstellen, wie kontroversiell dieses Thema behandelt wurde. Im Namen meiner Freunde bitte ich Sie daher um Ihre geschätzte Meinung.
Liebe Grüße,
Dietmar Werner, ssf
Sekretär sans frontiere
Lieber Dietmar, sehr geehrter Herr Sekretär,
das Phänomen, das Sie und Ihre Freunde beunruhigt, ist in der Fachwelt und bei Betroffenen als Contact High bekannt. Wir kennen es nicht nur vom passiven Alkoholismus, jener Aufgesprudeltheit, die nur die Nähe Angeheiterter und Betrunkener braucht, um sich der hohe Blüte der Entrücktheit zu ergeben. Passivtrinker taumeln und stammeln, ganz als ob sie selbst in den Becher geschaut hätten. Auch bei der Passivkonsumation anderer Drogen wird von Contact High berichtet. Als Beispiele unter vielen möchte ich die Weihraucheuphorie der gläubigen Katholiken, die Breitheit der Jointzaungäste und die besorgniserregende Entkörperung erwähnen, die Touristen befällt, wenn sie die Substi-Patienten in der Karlsplatzunterführung passieren. Ohne Contact High gäbe es keine Kabarettabende, nicht den Furor der Fankurve. Unterschätzen wir dennoch das Passivtrinken nicht. Es schädigt zwar die Leber nicht so sehr wie das Passivrauchen die Lunge, aber passiv besoffen wollten wir Freund und Freundin keineswegs hinters Steuer lassen. Dennoch halte ich Passivtrinken für ungefährlich. Was ich vom Passivhandyphonieren nicht behaupten möchte. www.comandantina.com dusl@falter.at
Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 26/2007
25. Juni 2007 © Andrea Maria Dusl
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