Fragen Sie Frau Andrea
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Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Regen bringt Segen
Liebe Frau Andrea,
zwei Sprüche des Volksmundes beschäftigen mich seit Kindertagen. Da ich trotz intensiven Grübelns nicht den Schimmer einer Lösung habe, wende ich mich in meiner Verzweiflung an Sie. Warum wächst man im Mairegen, und warum macht kalter Kaffee schön? Beim Mairegen könnte ich mir noch vorstellen, dass kleine Kinder gerne in selbigem herumlaufen, und die wachsen eben, naja. Aber Kaffee und Schönheit? Auf Hilfe hoffend, Ihr
Christian Goldstern, Wien
Lieber Christian,
der Volksmund spricht so manches, was das Volksohr nicht mehr versteht. Wachstum durch Mairegen dürfen wir als verhohlene sexuelle Andeutung verstehen, dernach der Frühling gerne lustvoll in die Glieder fährt. Der Mairegen selbst ist für das Wachstum der bäuerlichen Flora von grösstem Wert, weshalb der Aberglauben dem Niederschlag zu dieser Zeit allerlei Heilkraft zuschreibt. Besonders wirksam soll der Regen in der Walpurgisnacht und am ersten Mai sein, weshalb die Sozialdemokratie an diesem Tag auch bei strömendem Regen stets ohne Schirme marschiert. Kalter Kaffee wiederum hält aus zweierlei Gründen schön: So soll der dampflose Trank der üppig geschminkten Aristokratie des Barocks ihre auf Wachsbasis hergestellten Teints bewahrt haben. Zweitens ahne ich hier eine Durchhalteparole während der Sparzeiten des 19. Jahrhunderts, die das Trinken rationierten Koffein-Bohnen-Safts auch in untemperiertem Zustand empfahl. Ganz als würde man sagen: “Kaltes Duschen macht schön”. Was ja auch nicht ganz falsch sein soll. www.comandantina.com dusl@falter.at
Für meine Kolumne 'Fragen sie Frau Andrea' in Falter 18/2007
6. Mai 2007 © Andrea Maria Dusl
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