Fragen Sie Frau Andrea
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Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Baba
Liebe Frau Andrea,
vergangenes Woche hatten wir Besuch von deutschen Freundinnen. Dabei wurde an uns die Frage gerichtet, woher denn die Verabschiedungsformel "Ba Ba" komme. Eine Weiterentwicklung des englischen "bye bye" haben wir ausgeschlossen und eine Nähe zum "Gaga" entschieden abgelehnt. Können Sie uns aus unserer Misere retten, damit diese Endlosdiskussion doch noch ein gutes Ende nimmt?
Mit lieben Grüßen,
Christina Eisenbacher, Internet
Liebe Christina,
die Wienerische Grussformel wird stets auf der zweiten Silbe betont und weicher ausgesprochen als das französelnde Papa, mit dem Hofratswitwen und Josefstadtabonnentinnen ihren jeweiligen Vater bezeichnen. Vom englischen bye-bye stammt unser Baba! auch nicht ab, denn das kommt von good-bye (Aufwiedersehn). Good-bye wiederum ist eine Verballhornung der geschraubt klingenden altertümlichen Version “God be wy you” (Gott sei bei euch). Ihrer Misere darf ich insoferne keinen Ausgang anbieten, als ausgerechnet das urwienerisch Klingende Baba! aus Deutschland zu kommen scheint. Es ist die Verdoppelung des Ekelausrufs “Bäh!”, der in der Form “Ba!” irgendwann Eingang in die österreichische Babysprache, oder genauer: in die Sprache gefunden hat, in der hierzulande mit Babies konversiert wird. Das verdoppelte Lallwort Baba für das Abwenden von ekelerregenden, Dingen ist irgendwann zum Abschiedsgruß für Babies und Kindergartenkinder verkommen. Von da zum Bussi-Bussi-Verabschiedungsfloskerl wars nur mehr ein lauschiges Walzerschrittchen. www.comandantina.com dusl@falter.at
Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 10/2007
5. März 2007 © Andrea Maria Dusl
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