Fragen Sie Frau Andrea
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Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Potus, Flotus, OOW
Guten Morgen, Frau Andrea,
der gemeine US-Amerikaner drückt sich gerne in diversen Abkürzungen aus. Im Rahmen von „Democracy-Now“ fiel des öfteren, im Bezug auf den Irak-Krieg, die Phrase „to go AWOL“ was, so viel ich verstanden habe, für „absent without leave“ steht. Ist dies mit der klassisch-wienerischen Formulierung „o’poscht“ gleichzusetzen – oder irre ich? Mit vorauseilendem Dank für die Erläuterung verbleibe ich hochachtungsvoll,
Walter B. aus W.
Lieber Walter,
aus dem akronymverliebten Amerika desertieren immer wieder militärische Abkürzungen. Neben der willentlichen Armeeentfremdung AWOL (absent without leave) kennen wir auch die Initialen für die etwas ungünstigere Truppenabsenz POW (prisoner of war) und das Kürzel für das doch recht endgültige MIA (missing in action) - die Umschreibung für gefallen, also tot. Die US-Streitkräfte kennen tausende solcher Abkürzungen, nicht wenige mit unfreiwillig komischem Ton, wie die Bezeichnungen für das Präsidentenpaar, POTUS (President of the United States) und FLOTUS (First Lady of the United States). Die unerlaubte Entfernung von der Truppe dürfen Sie im Wienerischen getrost mit “o’poscht” bezeichnen. Nicht falsch gehen sie auch, für die Desertion die Ausdrücke “beulisiert”, “über die Heisa g’haut”, “in die Bliah gongan” und “an Schuach g’mocht” zu verwenden. Die wörtliche akronymische Übersetzung des US-Amerikanischen AWOL ins Wienerische wäre wohl OOW - “O’poscht ohne Weisel”.www.comandantina.com dusl@falter.at
Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 45/2007
6. November 2006 © Andrea Maria Dusl
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Kommentare
Ich muss zugeben, dass mir der Ausdruck "dessertiert" nicht ganz klar ist. Handelt es sich dabei um einen Ausdruck, der die Einnahme der Nachspeise außerhalb der Armee bezeichnen soll? Oder die Entfernung aus dem Militärdienst, um zu wissenschaftlichen Ehren zu gelangen? Könnte es sich dabei - kaum wage ich es als Bewunderer von Frau Andrea zu sagen - vielleicht um einen Schreibfehler handeln?
stefan ro | 06.11.06 21:14
Lieber Stefan,
tatsächlich: Ein Tippfehler! Vielen Dank für den Hinweis.
Liebe Grüsse,
Dr.dess. Comandantina Dusilova,
MilitärabandonieFrau Andrea | 06.11.06 22:27
sehr geehrte frau andrea,
ich darf ihre liste eigentümlicher amerikanischer militär-acronyme noch um ein hübsches ergänzen:
FUBAR
= FUCKED UP BEYOND ALL RECOGNITION.
zu deutsch wohl sowas wie: total verbockt.
mit bestem gruss,
ihr immer interessierter leser armin wolf
ps: das o in AWOL steht übrigens für "official" ...aw
Via BlackberryArmin Wolf | 08.11.06 16:05
Neineinein, MIA ist KEINE Umschreibung fuer "gefallen".
Gefallene sind nicht MIA, sondern KIA.SCNR.
Kraml | 09.11.06 10:43
De facto ist MIA fast immer KIA. Gefallen ist ja auch tot und nicht "Hingefallen". Wenns ums Sterben geht, wird das Militär poetisch.
YAW
Andrea | 09.11.06 10:49
Beitrag zu den Abkürzungen, von einer Freundin, die in einem Reisebüro
arbeitet:
HUGO (human gone)
Für Leute, die während einer Flugreise versterben.Liebe Grüße
Matthias
Matthias Cremer | 09.11.06 10:58



stefan ro | 06.11.06 21:14
