Fragen Sie Frau Andrea
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Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Party Animals
Liebe Frau Andrea,
letzte Woche verfolgte ich nächtens auf CNN den Ausgang der US-Kongresswahlen. Dabei fiel mir auf, dass die beiden Parteien Tiere als Logos verwenden. Die Republikaner einen Elefanten, die Demokraten einen Esel. Wüsste man’s nicht, würde man wohl eher Löwe oder Adler als Wappentiere vermuten. Oder von mir aus einen Bären. Wieso aber ausgerechnet Esel und Elefant? Und gibts bei uns auch Parteitiere? Für Ihre Aufklärung dankt
Ines Zirbenseger, Margareten
Liebe Ines,
tatsächlich handelt es sich bei Esel und Elefant um ebenso offizielle wie traditionelle US-Parteisymbole. Das störrische Langohr gilt als Maskottchen der Demokraten, der schwerfällige Dickhäuter als jenes der Republikaner. Die Wahl der Symbole besorgte ausgerechnet ein Deutscher. Esel und Elefant gehen auf den Zeichner Thomas Nast zurück, der die beiden Tiere 1870 in einem Cartoon in der Zeitschrift "Harper's Weekly" verwendete. Den Esel (Jackass) hatte der demokratische Präsidentschaftskandidat Andrew Jackson schon 1828 vom Spottmaskottchen zum persönlichen Wappentier geadelt. Der Elefant als monströses, aber schreckhaftes Zoon Politikon war eine Neuschöpfung Nasts. Nachdem andere Zeichner die Tiere verwendet hatten, adoptierten nach 1880 auch die Parteien selbst Esel und Elefant. Die Idee, auch österreichischen Parteien Tiere zuzuschreiben, möchte ich begrüssen. Für die Sozialdemokraten schlüge ich die Schildkröte vor, für die Volkspartei den Pudel. Grüne sähe ich als Heupferd, die FPÖ als Karpfen und das BZÖ als Eintagsfliege. www.comandantina.com dusl@falter.at
Für meine Kolumne 'Fragen sie Frau Andrea' in Falter 46/2006
12. November 2006 © Andrea Maria Dusl
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