Fragen Sie Frau Andrea
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Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Gabelsalat
Liebe Frau Andrea,
neulich behauptet mein Freund, man müsse, wenn man das Messer nicht benutze und nur mit der Gabel esse, diese weiterhin links halten. Für mich ist es Vergeudung von Fingerspitzengefühl, die "schöne" Hand leer am Tisch liegen zu lassen und patschert mit der Linken herumzustochern. Er wiederum findet es unzumutbar, das Messer umständlich umlegen zu müssen. Ich möchte nicht als salonunfähig gelten und hoffe auf Ihre Hilfe! Danke ergebenst,
Anna Wolle, Josefstadt
Liebe Anna,
das Essen mit Messer und Gabel ist eine relativ neue Sitte, die sich erst im bürgerlichen Europa des 19. Jahrhunderts durchgesetzt hat. Ältere Tischrechte hat der Löffel und die Finger. Messer wurden ursprünglich nur in der Küche verwendet. Kleine, dreizinkige Gabeln tauchten zuerst in Byzanz auf und kamen durch Heirat zwischen Fürstenhäusern in das Italien der Spätrenaissance, konnten sich aber nicht wirklich durchsetzen. Noch Ludwig XIV. aß mit den Fingern. Die kleine Metallhand wurde von der Kirche als Hexen- und Teufelswerk verachtet und galt allgemein als weibisch und geziert. Richtige Männer assen mit Fingern und rechts gelegten Messern. Die Frage, mit welcher Hand die Gabel im monomanuellen Essen geführt werden darf, muss individuell beantwortet werden. Linkshänder werden sie wohl lieber in der Linken halten, Rechtshänder in der Rechten. Diese Regel gilt auch für die Benützung von Stäbchen, neben den Fingern das weltweit beliebteste “Besteck”. Eineinhalb Milliarden Menschen verzichten gänzlich auf Messer und Gabel und die damit verbundenen Dispute. www.comandantina.com dusl@falter.at
Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 47/2006
19. November 2006 © Andrea Maria Dusl
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