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Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
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Ösifarben
Liebe Frau Andrea,
wie kommen Österreichs Parteien zu ihren Farben? Könnte das bei der nun abgewählten Kanzlerpartei von der hohen Anzahl an Talarträgern in den Anfangsjahren der Partei kommen? Ist das Blut, das im Kampf für den Umbau der Gesellschaft fließt, bei den Sozis farbgebend? Bei den rechten Recken muß wohl die Augenfarbe des Parteivorsitzenden bestimmend sein. Bitte helfen Sie mir beim Einfärben meiner politischen Landkarte.
Ihr Erwin Hinterholzer, Ottakring
Lieber Erwin,
das Rot der numehrigen Kanzlerpartei hat eine lange Reise hinter sich. Unter Flaggen dieser Farbe demonstrierte die Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts. Die hatte ihr Rot von den Jakobinern, der radikalsten der linken Fraktionen der Französischen Revolution. Weil die Jakobiner stets rote Mützen trugen, vererbte sich die Farbe Rot bei sozialdemokratischen, kommunistischen und trotzkistischen Parteien als Symbol revolutionären und sozialen Gedankenguts. Für die Kommunisten Russlands war die Farbe schon deswegen hip, weil “rot” und “schön” im russischen mit dem selben Wort “krassnij” bezeichnet werden. Anders die Farbe der ÖVP. “Die Schwarzen” wurden die Christlichsozialen der ersten Republik von ihren politischen Kontrahenten aufgrund ihrer Nähe zur katholischen Kirche genannt. Das Blau der FPÖ ist nicht die traditionelle Farbe der Liberalen, sondern das Kornblumenblau der Deutschnationalen. Das BZÖ hat ihr Orange den Türen der Wiener U-Bahnzüge entliehen. Warum die Grünen Grün verwenden, liegt auf der Hand, ähh.. auf dem Blatt. www.comandantina.com dusl@falter.at
Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 40/2006
2. Oktober 2006 © Andrea Maria Dusl
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