Fragen Sie Frau Andrea
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Liebe Frau Andrea,
was sind eigentlich Bobos? Wer hat dieses Wort erfunden? Doris Knecht gebraucht den Begriff oft, in der vorigen Ausgabe des Falter erwähnt auch Robert Misik die Bobos. Mir ist nicht klar, was genau einen oder eine Bobo ausmacht. Sind Knecht und Misik selbst auch Bobos? Bitte um Aufklärung!
Mit freundlichen Grüssen,
Eva Atzmüller, Leopoldstadt
Liebe Eva,
für David Brooks, den Erfinder des Wortes Bobo dürften Doris Knecht, Robert Misik und Frau Andrea ungeachtet ihrer eigenen Positionen zu diesem Begriff idealtypische Bobos sein. 2000 veröffentlichte Brooks, konservativer Kolumnist der New York Times das Referenzwerk “Bobos in Paradise: The New Upper Class and How They Got There”. Das Kunstwort BoBo konstruierte er aus den scheinbaren Gegensätzen Bourgeois (bürgerlich) und Bohemian (Künstler). Nach Brooks Definition sind Bobos “die neue Elite des Informationszeitalters”, ihr Lebensstil führe zusammen, was bisher als unvereinbar galt: Reichtum und Rebellion, beruflicher Erfolg und eine nonkonformistische Haltung, das Denken der Hippies und der unternehmerische Geist der Yuppies. “Bobos leben idealistisch, pflegen sanften Materialismus, sind korrekt und kreativ zugleich.” In Wien korreliert Boboismus mit Sympathie für die Grünen - mit Ausfransungen in die hedonistischen Zirkel der Sozialdemokratie und die liberalen Salons der Döblinger Regimenter. Wiener Bobos leben in Bobograd (Leopoldstadt), Bobopol (Josefstadt), Boboville (Neubau und Mariahilf) und im Boboais (Wieden und Margareten). www.comandantina.com dusl@falter.at
Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 44/2006
30. Oktober 2006 © Andrea Maria Dusl
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Kommentare
Liebe Frau Andrea,
Du hast vergessen die Bezirke 16 und 17. Die werden nämlich grad sehr bobo!
(Mein Vorschlag: New Bobostan und Bobals)horsti | 30.10.06 14:50
Liebe Andrea,
ich wohn ja in der Lerchenfelderstrasse, an der Grenze zum 7. Bezirk. Finde da unterschiedliche Ortsbezeichnungen. Bin ich nun in Boboville oder Bobopol?Nur damit ich mich nicht verlauf.....
thx
Gog SchlomGog Schlom | 01.11.06 10:15
Rue des Bobos heisst die Grenze :)
pls
Anne Dreher
Anne Dreher | 01.11.06 10:17
Deswegn sagens immer 'ich bin in der "rue de kack'"?
Gog SchlomGog Schlom | 01.11.06 10:19
Rue de Gacque ist die Josefstädterstrasse.
Eigentlich Rue Faubourg Saint GacqueAnne
Anne Dreher | 01.11.06 10:20
Notwendige geographische Ergänzung: Wenngleich Bobograd, Bobopol, Boboville und Boboais ganz wichtige Ballungszentren des Wiener Boboismus sind, so darf doch gerade angesichts des florierenden Speckgürtels (vor allem im Westen und Süden) nicht darauf vergessen werden, dass es eine große Zahl an einpendelnden Bobos gibt. Der "Navetteur boboesque" lebt im Grünen am Rande der Stadt, arbeitet im Herzen Wiens und entspricht vielfach beinahe prototypisch der Definiton des Bobo.
Mit besten Grüßen - aus Perchtoldsdorf :-)FranzKu | 16.10.07 19:36



horsti | 30.10.06 14:50
