Fragen Sie Frau Andrea
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Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Ausse mi' de Baana
Liebe Frau Andrea,
ein Arbeitskollege und ich fragen uns seit Monaten nach dem Ursprung des geflügelten Wiener Ausdrucks des "Auspaardln" (genaue Schreibweise leider unbekannt). Weder das Wikipedia Wienerisch Lexikon noch diverse andere Wienerisch Lexika konnten uns bisher die ersehnte Erlösung bescheren. Wir wenden uns daher hoffnungsfroh an Sie. Liebe Comandantina, bitte helfen Sie! Vielen Dank!
Mit lieben Grüssen, Gerhard und Jasmin
Liebe Jasmin, lieber Gerhard, bei dem von Ihnen gesuchten Begriff scheint es sich um das “Ausbaanln” zu handeln, hochdeutsch “Ausbeinen”. Damit bezeichnen die Wiener und Ihre sprachlichen Verwandten die Entnahme weiterverwertbarer Bestandteile aus nicht mehr funktionierenden technischen Geräten. Das häufigste Objekt wienerischen “Ausbaanlns” dürfte das Auto sein. Türen, Motore, Sitze, Chromteile und Scheinwerfer können erfolgreich ausbaan’lt werden. Professionisten auf diesem Gebiet nennt man Ausbaanla. Der Begriff selbst kommt aus der bäucherlichen Schlachtsprache und bezeichnet das Entfernen von Knochen aus dem Fleisch. Öffentlich ausbaanlt wird heute noch die Stelze im Biergarten Schweizerhaus. Sollten Sie allerdings tatsächlich die Erklärung für einen mir unbekannten Ausdruck suchen, der sich “auspaarln” schriebe, müsste der eine Tätigkeit beschreiben, bei der Paare zusammengestellt werden. Socken auszupaarln, also auszupaaren, könnte solch ein Vorgang sein, der von Wiener Zunge ausgesprochen zu der von Ihnen gesuchten Begrifflichkeit führen würde. Könnte.www.comandantina.com dusl@falter.at
Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 42/2006. Geschrieben im Zimmer 320 vom Grand Hotel Plaza in Rom.
16. Oktober 2006 © Andrea Maria Dusl
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