Heliotrop

Heliotrop.jpgLiebe Frau Andrea,

seit Tagen will mir das Wort Heliotrop nicht aus dem Sinn gehen. So heisst ein Halbedelstein, den ich am Flohmarkt erstanden hab. Wieso heisst der Kiesel so, wo doch Heliotropismus die Fähigkeit der Sonnenblumen bezeichnet, sich nach der Sonne zu drehen. Der Stein kann das doch wohl nicht auch?
Felicitas, Döbling

Liebe Felicitas,

der Name Heliotrop stammt aus dem Griechischen und ist aus den Wörtern helios (Sonne) und trepein (wenden) zusammengesetzt. Heliotrop (Sonnenwende) heisst denn auch eine knallviolett blühende Balkon- und Gartenblume, die ihre grossen lanzenförmigen und leicht behaarten Blätter nach der Sonne dreht. Von den ihr im Mittelalter zugesprochenen Verwendung als Heilkraut darf abgeraten werden, weil die Pflanze Alkaloide enthält, die als Lebergifte gelten. Ungefährlicher ist der Edelstein Heliotrop, ein grüner Verwandter des Feuersteins, dessen rote Jaspis-Einsprenkelungen man einst für das Blut Christi hielt. Am grünroten Stein haftet Wachs nicht, weshalb der Helitrop graviert und als Siegelstein verwendet wurde. Seinen Namen hat der matte Kristall zwar aus dem Griechischen, die überlieferten mit der Bezeichnung “Sonnenwender” allerdings eine wesentlich ältere ägyptische Tradition. An den Ufern des Nils wurde dem Heliotrop die magische Kraft zugesprochen, nichts weniger als die Sonne zu wenden und fruchtbaren Regen herbeizuzaubern. Wann dessen Tropfen rot waren, kann man bei Moses nachlesen. www.comandantina.com dusl@falter.at

Für meine Kolumne "Fragen sie Frau Andrea in Falter 31/2006

31. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Neues aus dem Bureau ::: Comandantina Ixugraphie

Comandantina Dusilova, intern "Das Bureau" genannt, baut aus. Seit Tagen zangeln Matros
und seine Mitarbeiter im Bauch des Weblogs. In wenigen Tagen, ja vielleicht nur Stunden
soll das nigelnagelneue Ixugraphie-Bilderblog online gehen. Damit wird es auf Comandantina
Dusilova möglich sein, all die wunderbaren, abseitigen und seltsamen Ixugraphien in -
sagen wir mal schnoddrig - "moderner" Form zu betrachten.

Hier Screenshots vom Comandantina Ixugraphie-Bildblog, intern "Das Photobureau"
genannt:

Ixugraphie-Vorschau-1.jpg

Schreenshot 2: So wirds im Inneren des Bildblogs aussehen. In die verschiedenen Galerien
wird man direkt vom guten alten Weblog aus navigieren können.

Ixugraphie-Vorschau-2.jpg

29. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (2) Comments (0) Pings




Funk the Bass, Mum!

Monica-Precision-Fretless.jpg

Mama Monica mit meinem 1996 Fender Precision Fretless.
Slap that Bass, Mum, do the Funk!

27. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Cheer me up, Leader!

George-W.-Bush-Cheerleader.jpgWer kennt sie nicht: Synchron tanzende Mädchen in Miniröcken und hautengen Tops, in jeder Hand glitzernde Pompons schwingend. Ohne die akrobatischen Anfeuerungsteams wäre American Football undenkbar. Die tanzenden Girls gehören zu Amerika wie Hamburger und Rock 'n' Roll. Aber auch in Österreich gibt es hunderte Cheerleaders.

Für die Print-Ausgabe des Standard vom 20.7.2006 von Andrea Maria Dusl

Als George W. Bush, umringt von erschöpften Feuerwehrmännern im rauchenden Stahlschutt der eingestürzten Twin Towers stand und durch ein Megafon dem Bösen den Krieg erklärte, setzte er einen Akt höchster patriotischer Theatralik. Politisch mag der 43. Präsident der Vereinigten Staaten Neuland betreten haben, aber in der Form besann sich Bush auf ein uramerikanisches Ritual: Cheerleading.

Wie das Anfeuern von Heimmannschaften geht, hat George W. Bush während seiner College-Zeit an der renommierten Phillips Academy in Andover, Massachusetts gelernt. Von der Pike auf. Wie seine Amtsvorgänger Roosevelt, Eisenhower und Reagan und die Hollywood-Diven Halle Berry, Cameron Diaz und Renée Zellweger war Erdölbubi George in seiner Schulzeit Cheerleader.

Wer heute an Cheerleaders denkt, sieht atemberaubend proportionierte Studentinnen vor sich, die in Miniröckchen und bauchfreien Tops akrobatische Figuren tanzen und zu Pyramiden gestapelt glitzernde Puschel schwingen. Immer im Beat, immer ein zahngebleichtes "Cheese" oder den "Chant", den repetitiven Schlachtruf ihrer Mannschaft auf den Lippen. Dabei war das aufreizende Cheering - das Anfeuern viriler Footballcracks - ursprünglich eine reine Männerdomäne.

Das erste Cheerleading der Geschichte fand in den 1880ern an der Princeton University mit einem poetisch wenig elaborierten Schlachtruf statt: "Rah rah rah, tiger tiger tiger, sis sis sis, boom boom boom, ahhhhhhh, Princeton Princeton Princeton!" skandierten die Studenten, wenn sie sich und ihre Mannschaft auf einen gemeinsamen "School Spirit" einschworen.

Ein paar Jahre später kam der Princeton-Absolvent Thomas Peebles auf die Idee, das Schlachtrufen im Publikum zu organisieren. Trotzdem sollte es bis 1898 dauern, bis Johnny Campbell, Student der University of Minnesota, als Erster vor einer Zuschauermenge stand, um die Schlachtrufe zu dirigieren. Für die Sportgeschichte gilt Campbell als erster Cheerleader. Wenig später formierten sich in Princeton die ersten "yell leaders" - Vierergruppen von Sportschreihälsen. War das universitäre Sportgeschehen am Anfang des vergangenen Jahrhunderts noch überwiegend in männlicher Hand, sollte sich das in den nächsten Jahrzehnten ändern. Schon 1920 begannen junge Frauen mit dem Cheerleading. 1940 hatte die weibliche Welt die ehemalige Männerbastion endgültig erobert. Seit damals wird Cheerleading nahezu ausschließlich von Frauen betrieben. Die klassische Sportart, die von Cheerleadern angefeuert wird, ist American Football. Der Kontrast zwischen den zierlichen Mädchen in ihren bunten Uniformen und den behelmten und mit martialischer Polsterung aufgemotzten Muskelpaketen könnte nicht größer sein. Vom theatralischen Aspekt darf die Kombination als idealtypisch angesehen werden.

Kein Wunder, dass das grazile Basketball cheerleaderisch in bescheidenerem Rahmen betreut wird. Noch geringer ist die Cheerleader-Dichte bei Fußball und Eishockey. Ganz ohne Cheerleaders geht es auch: Baseball - die zweite Säule im amerikanischen Sportpantheon - kommt ganz ohne die puschelschwingende Mädchen aus.

>>>

>>> Zurück zur Geschichte: In den Vierziger- und Fünfzigerjahren hatte bald jede amerikanische High-School ihre Cheerleading-Teams, Verbände wurden gegründet, Wettbewerbe organisiert, Clinics abgehalten. Das Aufmuntern von Publikum und heimischer Kampfmannschaft hatte sich amerikaweit als eigenes sportliches Nebengenre etabliert.

Ein zündender Funke fehlte noch: das Fernsehen. Es waren die Dallas Cowboys Cheerleaders, die in der Saison 1972/73 der NFL (National Football League) mit Aufsehen erregenden Kostümen und ausgeklügelten und spektakulären Tanzschritten ins Scheinwerferlicht der amerikanischen Öffentlichkeit traten. Die Super Bowl X, am 18. Jänner 1979 zwischen den Pittsburgh Steelers und den Dallas Cowboys im Orange Bowl in Miami ausgetragen, sollte die Geschichte des Cheerleadens für immer verändern. Der Auftritt der Dallas Cowboys Cheerleaders in der größten Fernsehsendung der Welt, der Übertragung des NFL-"Endspiels" vor einer halben Milliarde Zusehern, katapultierte das Cheerleaden in eine andere Dimension. Die texanischen Footballer waren den Steelers zwar mit 17 zu

21 unterlegen, aber Stil und Aufmachung der Cheerleaders aus der Petroleum-Metropole wurden von den anderen NFL-Teams aufgenommen, imitiert, verfeinert, weiterentwickelt. Der Sport, der mit einem einfachen Rap vor den studierenden Snobs in Princeton begonnen hatte, war endgültig zur amerikanischen Ikone geworden.

Verena hat vor zwölf Jahren mit dem Cheerleading begonnen. Über eine Schulfreundin wurde sie auf ein "Try Out" der Rangers Cheerleaders, eines der Football-Teams in ihrer Heimatstadt, aufmerksam. Was daran besonders ist? Verena Böhm ist nicht in Cleveland, St. Louis, Pittsburgh oder Detroit zu Hause, sondern in der Scheiberlfußballmetropole Wien.

Heute ist Verena Böhm Cheer Seniors Coach, Trainerin der Cheerleaders der Dodge Vikings, des achtfachen Austrian Bowl- und zweifachen Eurobowl-Gewinners. Zusammen mit ihrer Trainerkollegin Petra Krennstetter entwirft sie die Tänze und Programme für 100 Mädchen in allen Altersstufen. Neben den Peewees, den Allerjüngsten, sind das ein Cheer-Juniors-Team, ein Cheer-Seniors- Team und eine Seniorteam für Dance.

Zwei Meisterschaften, eine österreichische und eine internationale, werden jährlich von den großen österreichischen Football-Teams bestritten. Viel Arbeit für die Anfeuerer, die Coaches und ihre Squads, wie die Cheerleader-Teams heißen. Kurz, aber gut müssen ihre Auftritte sein: 2:30 Minuten haben die Mädchen Zeit, um ihre größtenteils akrobatischen Figuren - komplizierte Pyramiden, Hebungen, Räder, Spagate, Salti und Überschläge - zu zeigen. Da muss jedes Detail zehntelsekundengenau sitzen. Anders als bei Schlachtrufen, den Chants und Cheers, wird die Qualität der Stunts und der Tanzschritte von einem rigiden Regelwerk nationaler und internationaler Verbände hochgehalten.

Unter den geschätzten 600 österreichischen Cheerleaders sind, im Gegensatz zum Mutterland des akrobatischen Anfeuerns, kaum Männer. Ob das an der Härte des Trainings liegt? Die Viking Cheerleaders trainieren im Seniorsbereich (ab 16 Jahren) dreimal in der Woche - dazu kommen die Performances bei den Spielen und Camps. Übers Jahr gerechnet sind die jungen Frauen gute vier Tage in der Woche mit Cheerleading beschäftigt. Steckt doch hinter den akrobatischen Teilen, bei Elementen wie geworfenen Saltos oder Schrauben in der Luft viel turnerische Arbeit.

Begonnen hat das österreichische Cheerleading 1990 mit der Gründung eines Squads bei den Klosterneuburg Mercenaries (heute: Danube Dragons). Bei der ersten österreichischen Cheerleader-Meisterschaft 1994 in Klosterneuburg nahmen bereits sechs Teams teil, darunter die Salzburg Bulls, die Danube Dragons und die Rangers Cheerleaders, Teams, die es bis heute gibt. Das Bild der bienenfleißigen Hochleistungssportlerinnen passt so gar nicht zum gängigen Vorurteil, das im Cheerleading gefälliges Wedeln mit Pompons und Busen und rhythmisches Aerobic-Gehopse sieht.

Anders als in den USA, wo American Football die beliebteste Sportart ist und Cheerleading zur Schulausbildung gehört, kommen Österreichs Anfeuerinnen auf verschlungenen Wegen zum Cheerleading. Eine typische österreichische Cheerleading-Karriere - so Viking-Trainerin Böhm - könnte mit sechs Jahren bei den Peewees, den Kleinsten beginnen, mit elf bei den Juniors weitergehen und ab 16 zu den Seniors führen. Weil das bisher noch kein einziges Mal passiert ist, zählen Österreichs Cheerleading-Coaches auf Quereinsteigerinnen. Für die werden zweimal im Jahr "Try Outs" veranstaltet. Wer es von dort ins Probemonat schafft, talentiert und begeistert ist, kann auch den ganz großen Sprung schaffen. In eine der Cheerleading-Pyramiden - Pompons und nabelfreie Uniform inkludiert.

Von Andrea Maria Dusl/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.7. 2006

25. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




ZYLMURBAFI

ZYLMURBAFI.jpgLiebe Frau Andrea,

der Aufzug des Hauses, in dem ich wohne, stammt aus dem Jahr 1908. Darin findet sich ein altes Schild, das sowohl den Hersteller nennt als auch dessen Telefonnummer. Sie lautet: "B 22 4 25". Wie darf ich dieses vorangestellte "B" verstehen? Und wann verschwanden die Buchstaben wieder aus den Wiener Telefonnummern? Vielen Dank im Voraus!

Carsten Fastner, Neubau

Lieber Carsten,

öffentliches Fernsprechen in der Zeit vor der Einführung europäischer Lebensstandards war hierzulande untrennbar mit Telefonschilling, Zahlknopf und der nach Pisse stinkenden Telefonzelle verbunden. In Wien ein eigenes Telefon zu bekommen, war einer Lotterie nicht unähnlich und selbst mit Bakschisch reichte es selten zu mehr als einem Vierteltelefon (ein Anschluss, den wir uns mit drei Wildfremden teilten). Heimische Bakelitapparate waren schwer und schwarz wie die Bundeskanzler dieser Zeit. 1927 wurde das fünfstellige Nummernsystem auf eines mit vorangestelltem Buchstaben ersetzt. Internationale Telefone dieser Zeit hatten Wählscheiben, auf denen, wie heute noch auf Handys üblich, den Ziffern von 1 bis 0 Buchstabentripletts zugeordnet wurden. Telefonnummern waren leicht merkbare Kombinationen aus kurzen Wörtern und Ziffern. Nicht so in Wien, wo man die selten geniale Idee hatte, den 10 Zifffern die Buchstabenfolge IFABRUMLYZ (verkehrt gelesen: ZYLMURBAFI) zuzuweisen. Das B in der Nummer ihres Aufzugs war also die Ziffer 4. ZYLMURBAFI war bis in die frühen 60er in Verwendung. www.comandantina.com dusl@falter.at

Für meine Kolumne 'Fragen Sie Frau Andrea' in Falter 30/2006

23. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments (0) Pings




Falter-Cover ::: Voves und Schützenhöfer: Reif für die Insel

FA-Cover-Schwimmreifen-Stmk.jpg

Cover-Dusilation für den Steiermark-Falter 29/2006.

Zitat Steiermarkfalter: Das ungleiche Paar

Wenn schon das erste Jahr so tumultös verläuft - wie wird dann erst das verflixte siebente? SPÖ-Landeshauptmann Franz Voves und sein ÖVP-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer, seit den Wahlen vom 2. Oktober vergangenen Jahres in der steirische Landesregierung in einer Zweckehe aneinander geschweißt, haben einander heuer nichts geschenkt. Postenbesetzungen, Budget, das Kontroll-Pingpong der beiden Untersuchungsausschüsse zu den Spitälern und zu Herberstein - kaum ein Thema, bei dem sich der erste sozialdemokratische Landeshauptmann der Steiermark und sein ÖVP-Sidekick nicht in die Haare gerieten, kalkulierte Seitensprünge mit den anderen Landtagsparteien inklusive. Verweigerung, Machtspiele, Trotz - und zugleich ein bestechender Pragmatismus: Denn trotz des Theaterdonners haben die beiden Partner wider Willen in der Regierung fast alle Beschlüsse einstimmig gefasst. Die Beziehung trägt alle Merkmale einer zutiefst zerrütteten Ehe. Oder liegt gar eine Scheinehe vor? Vorschlag: Höchste Zeit für professionelle Hilfe. Nach einer Partnertherapie an der oberen Adria mit Exkursion zur Seufzerbrücke sieht die Welt gleich wieder anders aus.

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Und so sah das dann als Cover aus:

FA-Cover-Stmk-Voves-Schuetzi-29.06.jpg

Das Landeshauptleutepäärchen Voves und Schützenhöfer
soll auch eine Postkarte aus dem Urlaub geschickt haben:

FA-29Stmk-Postkarte-Voves.jpg

Postkarten-Dusilation für den Steiermark-Falter 29/2006

Auch vom Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl und von BZÖ-Obmann
Grosz ist eine Urlaubs-Postkarte eingetroffen:

FA-29Stmk-Postkarte-Nagl.jpg

Postkarten-Dusilation für den Steiermark-Falter 29/2006

Zitat Falter: Als er den ersten Bettler seines Lebens sah, damals vor Mutters Uhrengeschäft, da hat der kleine Gerald Grosz dem Mann seine neue Swatch-Uhr geschenkt. Heutzutage will der BZÖ-Obmann die Schnorrer von den Grazer Straßen am liebsten verbannen. Für seine geplante Bettelverbots-Volksbefragung im Herbst rechnet der BZÖ-Obmann mit der Unterstützung von ÖVP-Meisterbürger Siegfried Nagl. Auch dieser will Graz bekanntlich von den "organisierten Bettelbanden" befreien. Großes Vorbild: das rigorose Vorgehen der örtlichen ÖVP-BZÖ-Allianz in der oststeirischen Stadt Fürstenfeld - gegen die gezählten vier Bettler der Stadt.

Im vergangenen Jahr fiel Nagl zudem negativ auf, als er die Steiermark als "Bollwerk gegen die Türken" bezeichnete. Ist für den Meisterbürger eine Stadt wirklich dasselbe wie sein Porzellanladen? Auch Grosz legte sich ins Zeug: Um zu beweisen, wie organisiert die Grazer Schnorrer sind, ging er mit Handykamera auf Simulantenjagd. So viel Einsatz gehört mit einem ausgedehnten Urlaub belohnt. Vorschlag: Organisierte Busreise für Siegfried Nagl und Gerald Grosz nach Hostice, der Heimat der slowakischen Bettler, die in Graz die Hand aufhalten. Taschengeld und Unterkunft exklusive. Zumindest Grosz hat ja schon Bettelerfahrungen gesammelt: "Als Kind habe ich öfter um Erhöhung des Taschengeldes oder ein Zuckerl gebettelt, als Erwachsener um Zuneigung."

Weniger freundliche Grüsse aus dem Straf-Urlaub entsendet der Stutenschänder:

FA-29Stmk-Postkarte-Schlitz.jpg

Postkarten-Dusilation für den Steiermark-Falter 29/2006

Zitat Falter: Keiner hat ihn je gesehen, doch seit Monaten hält er Polizei und Pferdebesitzer auf Trab: der steirische Stutenschlitzer. Er steigt über Zäune und schleicht sich in Ställe, um mit einem Schlachtermesser die Genitalien harmloser Pferde zu verstümmeln. Dieser Mann ist wirklich böse. Vorschlag: Soko Pferd - bitte übernehmen: Der Schlitzer braucht dringend Zwangsurlaub, in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

22. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Schnitzelland im Wahlkampf

FA-1.Oktober-Rutsche.jpg

Der frühe Termin (1.Oktober) zur Wahl des österreichischen Nationalrats
wird zu einem Ruckizucki-Wahlkampf führen und uns um zwei Drittel der
erwarteten Schlammschlacht bringen.

Dusilation für Falter 29/2006

18. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Ö1 ::: Das unbeugsame Dorf

FA-Gallisches-Dorf.jpg

Der Klassik-, Jazz-, Literatur- und Informations-Radiokanal Ö1 ist das letzte
kritische Refugium der Wahrheit innerhalb des grossen, regierungstreuen Senders
ORF. Nachrichten sind hier noch Nachrichten und keine regimetreue Propaganda.
Das tut der politischen Seele und auch den Ohren gut.

Dusilation für Falter 29/2006. Ins Bild klicken für 1000px-Version

17. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (2) Comments (0) Pings




Unser lieber Dr. Specht

Woodpecker.jpgSehr geehrte Frau Andrea,

vor einigen Wochen konnte man im Falter im Zusammenhang mit "Birdwatching" die Formulierung "mein lieber Specht" lesen. Seitdem frage ich mich, wieso ausgerechnet der Specht "lieb" sein soll. Jener in meiner Nachbarschaft raubt mit jedenfalls den Vormittagsschlaf. Der bunte Vogel klopft dabei nicht nur auf morsches Holz, sondern macht auch Löcher in die neue Wärmedämmungsfassade meines Hauses. Das ist doch böse, oder? Wieso macht er das und was kann ich dagegen tun?

Bodo Bodenberger, Wien Hernals

Lieber Bodo,

der buntgefiederte Freund von Bugs Bunny und Daffy Duck ist nicht zu unrecht die antropomorphe Comicfigur mit dem meisten anarchistisch-destruktiven Potential. Erfunden wurde der hysterisch lachende Clownvogel von Hollywood-Produzent Walter Lantz und seiner Frau Gracie. Als Frischvermählte wurden die beiden von einem Buntspecht heimgesucht, der dicke Löcher in das Dach des kalifornischen Blockhauses hämmerte, in dem sie gerade flitterten. Moderne österreichische Spechte gefallen sich darin, grosse Schlafhöhlen in stinknormale Ziegelbauten zu bohren. Krustigen Rauputz halten die bösen Klopfer irrigerweise für Rinde, das drunterliegende Dämmmaterial für morsches Holz. Abhilfe gegen die knatternden Nervtöter bieten glatte Fassaden, allerlei vogelscheuchendes Plastik und tonnenweise Alugirlanden. Sollte das nichts helfen, könnte ich mir vorstellen, den hysterischen Lacher von Woody Woodpecker vom Band zu lassen. www.comandantina.com dusl@falter.at

Für meine Kolumne "Fragen Sie Frau Andrea" in Falter 29/2006

17. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Falter-Cover ::: Wolfgang Schüssel Zwergenkönig

FA-Cover-28.06-Schuessel.jpg

Cover-Dusilation für Falter 28/2006

Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten.
Wir schreiben das Jahr 2027, Bundeskönig Wolfgang Schüssel regiert
mit eiserner Hand und weissem Gesichtsflor. Einmal in der Woche
tagt der Runde Tisch - die Vertreter der Stände, des Episkopats
und die beiden Chefredakteure von Österreichzeitung und Österreich-
fernsehen und fassen die Wünsche des Bundeskönigs aus.

Was 2006 geschah: Die taktische Schwäche des Arbeiterführers Alfred
Gusenbauer ausnützend, schickte sich der schmächtige aber mächtige
Kanzler mit dem zugenähten Mündchen an, Österreich ein drittes mal
ein Kabinett unter seiner Leitung zu bescheren.

.

Es wäre nicht Österreich, wenn nicht sämtliche Ängste wahr würden.
Es steht zu befürchten, dass Wolfgang Schüssel nur von der letzten irdischen
Schranke an der Weiterführung seiner grössten Lust gehindert werden kann,
dem Bundeskanzlern.

Wie das zu verhindern ist?
Vielleicht diesmal Goozy wählen statt der Mickymaus.
Vielleicht einmal tektonisch wählen, statt taktisch.
Vielleicht einmal den Rotwein statt des Weihwassers.

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So sah das Cover (28/2006) dann aus:

FA-Cover-Schuessel-28.06.jpg

10. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Fussballweltmeisterschaft ::: Tor der Woche 5

Clickediclick für die grosse 1000px-Version:

FA-Tor-der-Woche-5.jpg

Elfmeter nach einer Fliege von Malouda. Zinédine Zidane
klebt den goldenen Endspielball für Buffon unhaltbar unter
die grosse Latte. Das Ei pendelt ins Tor, springt wieder rauf
und nochmal nieder. Erst dann kriegt der lange Buffon in
seinem goldgefärbten Tormannanzug den Ball unter Kontrolle.
Frankreich führt mit 1:0. Ein schöner Beginn für Zizou.
Es soll noch alles ganz anders kommen.

Nach entscheidungslosen 110 Minuten schickt Materazzi
dumme Texte an die Adresse von Zidane. Der rastet aus
und rammt dem Italiener den algerischen Schädel ins
Sonnengeflecht. Materazzi legt sich für die grosse Arie nieder.

Buffon trabt zum Linienwächter und wamst. Der vierte Mann
(das ist der am heimlichen Fernsehapparat) drückt auf Replay
und gibt das Foul über Headspeaker an den Referee weiter.
Zidane sieht rot. Der Pokal geht nach Rom oder Palermo oder
Turin oder Milano. Ja wohin denn eigentlich?

10. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (2) Comments (0) Pings




Kryptonit

Kryptonit.jpgLiebe Frau Andrea,

ein Kollege vom Tokyo Institute of Technology hat mir erzählt, dass in den 1930er Jahren Versuche unternommen wurden, ein synthetisches Mineral namens "Green Kryptonite" im Labor zu erzeugen. Es sollte als chemische Waffe, die Menschen chronisch müde macht, eingesetzt werden. Bezieht sich das "Superman" Comic auf dieses Experiment?

Mit hochachtungsvollen Grüßen,
Dr. Helene Iden aka SuperNova, Wien/Wieden

Liebe Helen,

es “gibt” eine Substanz namens Kryptonit. Ob sie tatsächlich existiert, darf bezweifelt werden. Innerhalb des verzweigten Superman-Mythen-Imperiums ist Kryptonit jene Substanz, mit der Superman der Garaus gemacht wird. Das grüne Mineral wird von Bösewichten vornehmlich dazu eingesetzt, die imposanten Superkräfte des hypermoralischen Allerweltretters Superman - im bürgerlichen Leben als Journalist Clark Kent unterwegs - zu dezimieren. Kryptonit stammt von Krypton, dem Heimatplaneten des fliegenden Moralapostels. Als Krypton in einer gigantischen Explosion zerstob, zog die Kapsel, die den jungen Superman Richtung Erde evakuierte, einem Kometenschweif ähnlich, das Supermangift Kryptonit hinter sich her. In den Mythos vom Kryptonit dürfte die unsichtbare, aber reale Bedrohung eingeflossen sein sein, die von radioaktiven Substanzen wie Uran und Plutonium ausgeht. In unserem sprachlichen Alltag hat Kryptonit als Synonym für spezielle Vulnerabilität die Achillesferse abgelöst. Sätze wie “Cilantro und Andie McDowell sind mein persönliches Kryptonit” beweisen dies blumig. www.comandantina.com dusl@falter.at

Für die Kolumne "Fragen Sie Frau Andrea" in Falter 28/2006

10. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Kopfball ::: Kreisky.Spitaler und Kump

FA-Kopfball-Kreisky-Spitale.jpg FA-Kopfball-Kump.jpg

Links: Die Fussballmythologen Eva Kreisky und Georg Spitaler, rechts Kickersexperte Kump.

Dusilationen für die Kolumne "Kopfball" in Falter 27 und 28/2006

10. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Reader's Edition

FA-Netzzeitung-Readers-Edit.jpg

Reader's Edition ist der blauäugig-mutige Versuch eine tagesaktuelle, journalistisch gedachte
Webzeitung zu machen, die mit einer Mischung aus weblog und internet-forum betankt wird.


Dusilation für Falter 27/2006

8. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Die Frau in Rot

Falter-Rote-Frau-Original.jpgWir erinnern uns: Sujet 2 meiner Falter-Kampagne
"Wir holen Dich da raus" war die dröge grinsende
Frau im roten Schuftekleid (links). Auf ihren Wischmop
gestützt feixt sie in ihrer klinisch blanken Einbauküche.
Emanzipatorisch ein Jammer, das Mädchen.

Falter-Mastermind Siegmar Schlager hat
Bewegung in die Sache gebracht und das Bild
fürs Kino animieren lassen. Die Hintergründe
des Spots hat das Bureau Dusilova gezeichnet,
die Animation der real im Studio gedrehten Szene
hat Niki Cortolezis durchgeführt. Die Stimme am
Ende des Spots ist die von Hermes Phettberg.
Wenn man so will, war das die erste cinematografische
Zusammenarbeit zwischen Hermes und mir.
Die zweite kann man --> hier sehen.



Hier geht's zum Spot --> Die Frau in Rot (~3,5MB)
Er läuft ab Juli 2006 in Wiener und Grazer Kinos.


Falter-Rote-Frau-Still.jpg

In Cinemascope: Die Frau in Rot.

7. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments (0) Pings




Gusi im Glück

FA-Gusi-Fettnapf.jpg

Der Parteiführer der Sozialdemokratie Österreichs, der legendäre Alfred Gusenbauer ist
ein gescheiter und integrer Mann mit einer Unzahl von Talenten, zu denen auch die Gabe
gehört, kein Fettnäpfchen auszulassen.

Dusilation für Falter 27/2006. Clickediclick für die 1000px-Version

3. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (4) Comments (0) Pings




Fussballweltmeisterschaft ::: Tor der Woche 4

FA-Tor-der-Woche-4.jpg

Die Brasilianer schlafen zu sechst an der Strafraumgrenze. Frankreichs Mittelfeldlegende
Zinédine Zidane, genannt Zizou legt sich die Praline auf und schickt sie an den Schlafenden
vorbei ganz nach rechts vorne, wo Thierry Henry wartet, um den Ball bei Onkel Dida zuzustellen.

In Brasilien öffnet sich der Tränenhimmel. Der schöne Kaka, der dicke Ronaldo und Tucke Ronaldinho
fahren nach Hause.

...................................................................................
Dusilation für die 4te Folge der Serie "Tor der Woche" in Falter 27/2006
Ins Bild klicken für die 1000-Pixel-Version!

3. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Eiswürfel

Eiswurfel.jpgSehr geehrte Comandantina,

als ich heute Nachmittag bei brütender Hitze in mein Johannisbeersaftglas stierte und die darin schwimmenden Eiswürfel betrachtete, kam die Frage auf, warum diese aussen schön glasig und innen von weissen Schlieren durchzogen sind? Hat das mit meiner Gefriermethode oder mit dem Wasser zu tun? Nachdem niemand in meiner näheren Umgebung auf mein neugieriges Fragen antworten konnte, wende ich mich nun an Sie und verbleibe mit liebsten Grüßen vor meinem inzwischen warm gewordenen Johannisbeersaft,

Katrin Fartacek, Internet

Liebe Katrin,

die milchigen Kerne in Ihren Eiswürfeln haben sowohl mit Ihrer Kühlmethode als auch mit der Zusammensetzung des verwendeten Wassers zu tun, nichts hingegen mit Ihrem Johannisbeersaft. In normalem Leitungswasser befinden sich ausser H2O gelöste Gase und kleine Mengen an Mineralstoffen. Bei Zimmertemperatur sind diese nahezu unsichtbar. Weil Eiswürfel vom Rand nach innen zufrieren und gefrorenes Wasser weniger Gas lösen kann, sammelt sich dieses in der Mitte des unfertigen Eiswürfels. Wenn die Luftkonzentration im verbliebenen Wasser 0,0038 Prozent erreicht, stellt sich eine sogenannte eutektische Mischung her - sie hat den niedrigsten Gefrierpunkt aller möglichen Mischungen dieser Substanz. Wenn das passiert, friert alles auf einen Schlag, wobei es sich in eine Mischung aus Luft und Eis trennt. Dieses Gemisch sieht wegen der mikroskopisch eingeschlossenen Luftbläschen milchig aus. Beim schlagartigen Frieren ist ein leisen Knirschen hörbar. www.comandantina.com dusl@falter.at

Für meine "Fragen Sie Frau Andrea" - Kolumne in Falter 27/2006

2. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Bureau Blackout

Samstag morgen gab es in Wien einen Stromausfall, der im Bureau hier
zu einem Blackout geführt hat. Unsere Experten und Chefzangler konnten
der Situation aber rasch Dame und Herr werden und die zahlreichen
technischen Einrichtungen von www.comandantina.com wieder mit
kostbarem Gleichstrom versorgen. Es lebe die Revolution!

2. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Gooooooooooooooooooooooooooooooal!

Ronaldo.jpg

Poço - feito, Ronaldo!
Bye bye England.
C.U.

1. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Kopfball ::: Vom Zauber der Farben

FA-Kopfball-Andrea.jpgDie Fussball-Weltmeisterschaft hat mich voll im Griff. Kein Spiel versäumt, das Panini-Album vollgeklebt - komplett bis ins letzte saudiarabische Fenster. Nicht mal Lehmann fehlt. Lehmann, der deutsche Goalie, der erst nach Drucklegung des Panini-Albums nominiert wurde und für dessen Bildchen ein Sonderdruck aus den Panini-Klebepressen gezogen werden musste!

Mein Engagement für die Religion auf dem Rasen hat weniger fussballmagische als dienstliche Gründe. Ich muss das Tor der Woche nacherzählen. Eine gefährliche Sache, denn mein ballestrisches Wissen hat sich seit 1974, der ersten WM an die ich mich erinnere, nur unwesentlich verbessert. Ich verstehe gerademal die Enstehung von Eckbällen und dass Strafraumfouls und Elfer eine geheimnisvolle Beziehung miteinander haben. Schon die einfachsten Abseitse verstehe ich nicht.

Ganz und gar Analphabetin bin beim Entziffern taktischer Feinheiten, der Inszenierung von Räumen und anderem fussballchemischen Zinnober. Auch ein Spiel kann ich etwa so gut lesen, wie Wayne Rooney den Klappentext eines Supermanheftes. Aber ich verstehe was von Eleganz und guten Farben. Vom Brasilianer Kaka zum Beispiel. Von dem verstehe ich was. Bilderbuchhaft sein Oszillieren zwischen prinzenhaften Bubencharme und virilem Parsifalismus. Auch El Niño, das Kind, wie Spanien seine stürmende Unfallfrisur Fernando Torres nennt: Aus dem Olymp ausgebüchst, keine Frage!

Abgesehen von den schöneren Gesichtern hat die lateinische Fussballwelt auch das bessere Auge für Farben. Das Lapislazuli der brasilanischen Hosen! Auch für Atheistinnen ein Gottesbeweis. Herrlich dazu das bananenblattgrüngesäumte Kanarigelb der Hemden von Ronaldinhos Pillendrehern. Traurig, wenn Brazil mal in Auswärtsdressen antreten muss, in weissen Flak und dottergelben T-Shirts. Traurig. Von den Europäern haben gerademal die azurblauen Italiener und die Oranjes begriffen, das Farbe emotionelle Gewalt ausüben kann. Schiedsrichter hingegen mögen gefälligst wieder zum inquisitorischen Uniformschwarz früherer Zeiten finden, sonst setzt es Gelb-rot!

Für die Kopfball-Kolumne in Falter 26/2006;
detto die Kopfballautodusilation.

1. Juli 2006 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




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