Fragen Sie Frau Andrea
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Kaisers Maria
Liebe Frau Andrea,
irgendetwas stört mich an folgendem Schlagerrefrain von Roland Kaiser, der mir noch aus meiner Kindheit im Ohr klingt: “... Santa Maria, nachts an deinen schneeweißen Stränden / hielt ich ihre Jugend in den Händen, / Glück, für das man keinen Namen kennt...” Ich kann nicht genau sagen, was das Verstörende ist, vielleicht können Sie mir da weiter helfen!
Liebe Grüsse, Evelyn Fürlinger
Liebe Evelyn,
gleich in der ersten Strophe stolpern wir über eine gewisse Santa Maria. Santa Maria könnte die Jungfrau Maria sein (eine bizarre Vorstellung) - auf jeden Fall eine Dame namens Maria. Diese Maria muss sehr einflussreich sein, weil sie schneeweisse Strände besitzt. Nun ahnen Exegeten, dass Santa Maria offenbar ein Ort sein muss, oder eine Insel, denn die beiden Strophen davor gehen so: “Santa Maria, Insel, die aus Träumen geboren, / ich hab' meine Sinne verloren, in dem Fieber, das wie Feuer brennt. Der Name Maria - egal ob heilig, insular oder im Feuerfieber verkohlt, lässt uns an eine Person denken, weswegen wir die Textentwicklung "...hielt ich deine Jugend in den Händen..." erwarten. Sattdessen wird aber "ihre Jugend” gehandhalten. Wir vermuten also insgeheim zwei Frauen, die Strandbesitzerin und eine Jugendausüberin, die der Herr Glücksempfinder in Händen hält. Dass das unbenennbar sein soll, ist zumindest diskussionswürdig. Unscharf ist die Wendung, für Glück keinen "Namen", zu haben, allemal. Für Gefühle gibt es Wörter und Ausdrücke, selbst wenn sie das Fieber verbrannt haben sollte. www.comandantina.com dusl@falter.at
Für Falter 24/2006
12. Juni 2006 © Andrea Maria Dusl
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Kommentare
Guten Tag, die Damen!
Zufällig hat der "Stern" vor eingen Wochen eine Art Reisebericht über eine Insel gebracht, die "St. Maria" hieß. Irgendwo nördlich von Brasilien, mitten im Meer, eine felsige Insel, schwer zu ereichen. Der Autor des Textes hatte wohl mal Urlaub. Das Glück ist mit sowas, wie Dingen nichtmehr auszudrücken und kennt keinen Stillstand . Touristisches Fachpersonal bringt dich auf den Berg und wieder runter, an den Strand und wieder zurück...klingt als wär ich da gewesen...
Gute Reise RolandRoland | 13.06.06 03:47



Roland | 13.06.06 03:47