Fragen Sie Frau Andrea
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Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Liebe Frau Andrea,
die Buchrücken der meisten deutschen Bücher werden von unten nach oben beschriftet. Wenn man diese Bücher mit der Vorderseite nach oben flach hinlegt, kann man den Titel am Rücken von der Seite nicht lesen, weil er auf dem Kopf steht. Die Rücken englischer Bücher hingegen sind immer von oben nach unten beschriftet. Welche Geschichte hat die Beschriftungsrichtung? Wieso können sich die Verlage nicht auf eine praktische Richtung einigen?
Thomas Palfinger, Internet
Lieber Thomas,
das Phänomen der unterschiedlich laufenden Buchrückenbeschriftungsrichtungen ist längst auch in die Covergestaltung von CDs und DVDs ausgebüchst. Wie in der Gutenberggalaxis gibt es auch hier zwei Richtungsideologien, die anglosächsische und die nichtanglosächsische. Englischsprachige Rückentitel sind liegend besser zu lesen, die des Rests der literaten Welt - voran deutschprachige wie frankophone - stehend, im Regal. Das hat seinen Grund in der anatomischen Präferenz von Rechtshändern, gestürzte Titel von unten nach oben zu schreiben (und deshalb auch so zu lesen). Der Grund für die Richtungsdivergenz in der anglophonen Welt? "It's the economy, stupid", hätte es der Bill Clinton blumig ausgedrückt. Englische und amerikanische Literatur wird in Buchhandlungen in Stapeln ausgelegt. Beim liegenden Exemplar muss auch der Rückentitel gut lesbar sein. Auf die Kopfneigungen mehrsprachiger Leser nimmt diese Verkaufsstrategie anglosächsischer Buchverlage allerdings keine Rücksicht. www.comandantina.com dusl@falter.at
Für Falter 19/2006
8. Mai 2006 © Andrea Maria Dusl
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