Fragen Sie Frau Andrea
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Oarschwasser
Liebe Frau Andrea, ein guter Freund warf die unzweifelhaft altwienerische Redewendung "do wird an jo des Oarschwasser kochat" in die gesellige Tafelrunde. Wo befindet sich diese periphere körperliche Wasserreserve und welchem evolutionären Sprung entstammt sie? Haben wir ein biologisches Ventil, um den durch den Erhitzungsprozess erzeugten Druck unbeschadet zu überstehen - oder z'reißt es die Betroffenen schlicht und einfach irgendwann? Und wenn das "Oarschwasser" kocht, welche Auswirkungen spüren die Betroffenen bzw. können sie jemals wieder normal sitzen? Fragen über Fragen die auf Ihre wie immer kompetente und rettende Antwort warten. Vielen Dank vorab,
Thomas, Alsergrund
Lieber Thomas, der blumige Ausruf ist tatsächlich urwienerisch und kommt aus einem Vokabularium, dem auch die Zornformeln “Da geht ma es G’impfte auf!” oder “So kumman ma do die Kabel aussa!” entstammen. Originär wird der Ausdruck, wenn sie den Aggregatszustand des Arschwassers statt “kochat” - kochend mit dem wienerischen “siadat” - siedend beschreiben. Der anatomische Ort, an dem wir die gluteomaximale Wasseransammlung finden wollen, ist aber nicht innerhalb des Körpers, wie Sie vermuten, also nicht Teil des gastrointestinalen Systems, sondern ausserhalb. Das Oarschwossa ist nämlich der kalte Schweiss auf den Pobacken. Dieses siedet in Zeiten grossen Zorns und sommerlicher Hitze. In beiden Fällen wäre es schmähtechnisch angebracht, vom “Oarschwossasiadn” zu sprechen.www.comandantina.com dusl@falter.at
14. April 2006 © Andrea Maria Dusl
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