Zeichenwelt
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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I haaß Adolf, du haaßt Adolf...
...„Guten Tag, mein Name ist Hitlerike“: Vor dem zweiten Weltkrieg war es keine ungewöhnliche Idee, weibliche Vornamen aus dem Familiennamen des Reichskanzlers abzuleiten. Auch auf „Adolf“ wurden Kinder gerne getauft...
Zitate aus dem Falter-Artikel von SASKIA JUNGNIKL und NICOLA LÖWENSTEIN in Falter 16/2006
...„Adolf“ stammt vom altgermanischen Namen „adal wolf“ ab, was „edler Wolf“ bedeutet. Vor dem zweiten Weltkrieg war „Adolf“ ähnlich gewöhnlich und beliebt wie „Rudolf“. Einen ersten Aufschwung erlebte der Vorname nach dem gescheiterten Hitlerputsch von 1923. Bis zur Machtübernahme im Jahr 1933 trugen in München etwa 0,5 Prozent der männlichen Neugeborenen den Namen „Adolf“, bis 1941 verfünffachte sich dieser Wert, obwohl das Vorbild dies gar nicht wünschte. Die Historiker Wolffsohn und Brechenmacher vermuten, der psychische Druck sei während des Nazi-Regimes auch in Bezug auf Namen so groß gewesen, dass viele „keineswegs überzeugten Nazis den Weg des geringsten Widerstandes“ wählten. Nach 1941 sank die Häufigkeit von neugeborenen „Adolfs“ proportional zum Siegesglauben des Volkes gegen null Prozent. Nur noch überzeugte Nazis wählten den nun geprägten „Führer“-Namen für ihre Söhne...

Dusilation für Falter 16/2006
...Wie viele Männer in Österreich heute noch mit dem vorbelasteten Namen leben müssen,
ist unklar, da vor 1984 keine Statistiken über Namensgebung verfügbar sind. Das
Österreichische Telefonbuch spuckt 13.046 Einträge mit dem Vornamen „Adolf“ aus.
Manche dieser Menschen haben an ihrem Namen wohl schwer zu heben. Leidtragende
gibt es allerdings nicht nur im deutschen Sprachraum. Schließlich schlepp(t)en Frauen
aus der ehemaligen Sowjetunion den nicht weniger prägnanten Namen „Stalina“ mit
sich herum...
![]()
So sah das berühmtge Kolaric-Plakat der Aktion
Mitmensch aus den 70ties aus, die Vorlage für die
Adolf-Illustration oben.
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17. April 2006 © Andrea Maria Dusl
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Kommentare
Bundespräsidentenwahl 1957. Für die SPÖ kandidiert Vizekanzler Dr. Adolf Schärf (geboren 1890, ein Jahr nach dem späteren "Führer"). Ehemalige Nazis schwanken zwischen SPÖ- und ÖVP-Kandidat. Wie kann man sie für Schärf gewinnen? Ganz einfach. Mit dem Slogan "Wer damals schon für Adolf war, wählt Adolf auch in diesem Jahr!" Adolf hat gewonnen und war bis 1965 Bundespräsident!
MfG, Wolfgang J. Kraus, 1130 Wien
Wolfgang J. Kraus | 20.04.06 19:07



Wolfgang J. Kraus | 20.04.06 19:07