Fragen Sie Frau Andrea
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Sehr geschätzte Frau Andrea,
mein Liebster gebraucht an manchen Tagen, vorzugsweise an solchen mit föhnigem Wetter, gern die Formulierung "ich bin heut ganz damisch". Auf Nachfragen kann er diesen Zustand aber nicht näher erläutern, weil ihm das passende Synonym fehlt. Meine Vermutung, dass er damit etwas animalisches ausdrücken will und sich auf die Brunft der Damhirsche bezieht, weist er aber strikt zurück. Können sie mir weiterhelfen?
Heidi L., Landstrasse
Liebe Heidi,
wir werden die Sache sanft angehen. Einen animalischen Kontext wollen wir deshalb ausschliessen, weil die Wortwurzeln, aus denen der Damhisch seine Nämlichkeit herleitet, von einem keltisch/lateinischen Wort kommen, mit dem rehartige Tiere und Antilopen bezeichnet wurden. Es ist verwandt mit dem deutschen zahm und dem englischen tame. Eine Herkunft vom Wort Dame, das aus dem spätlateinischen domna, domina kommt, wollen wir auch nicht in die vorderste Reihe unserer Enträtselung stellen. Bleibt das Eigenschaftswort dämlich. Das kommt wie unser damisch von dämisch und damit aus einer Bedeutungswolke unter der sich die Dämmerung, der Taumel und der Dampf verstecken. Letzteren Ausdruck kennen wir auch als Begleiterscheinung nächtlicher Exzession. Benommen, schwindelig, taumelig, ausdampfend, der Dämmerung entsteigend wären als Synonyme zu empfehlen. Zur Aufmunterung könnten Sie Ihrem Liebsten auf die Formulierung, er fühle sich heut ganz damisch, “ich dafür dynamisch” antworten. www.comandantina.com dusl@falter.at
Für Falter 12/2006
19. März 2006 © Andrea Maria Dusl
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