Fragen Sie Frau Andrea
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
SUBSCRIBE
Subscribe my RSS Feed

Befriend me at Facebook

Subscibe my YouTube Channel

Follow me at Twitter
hosted by
powered by Movable Type
Blue Moon
Channel 8
Channel 8 Diaries
Crazy Day
Dining Car
Heavy Burschi
In the Pipeline
Das Unendliche Panorama
Editorial Cartoons
Falter Covers
Neulich im Büro
Wienerinnen
Zeichenwelt
7 Sachen / Lauter Listen
Andrea Fragenlager
Boboville
Comandantina
Die österreichische Oberfläche
Essays
Features und Portraits
Fragen Sie Frau Andrea
Metaphysics
Om Dhom Khom
Quergelesen Ferngesehen
Salzgriesisch
Und dann traf ich...
Die Farbe der U
Liebe Frau Andrea,
die Wiener Straßenbahnen sind mit Buchstaben oder Zahlen gekennzeichnet (J oder 46), Busse durch eine Zahl und den Buchstaben A (13A). Was aber will uns der Buchstabe B nach einer Zahl sagen? Und stimmt es, dass die ersten U-Bahnlinien, die in Wien gebaut wurden, mit Farben codiert wurden, die zwei wichtigen lokalen Fußballvereinen sowie einer dominierenden Stadtpartei zugeordnet werden können? Der Antworten harrend, dankbar, Johannes, Internet
Lieber Johannes,
die Nomenklatur der Wiener Busse ist einfach: Linien mit dem Zusatz A werden von den Wiener Linien betrieben, Busse mit B von einer privaten Firma ("b" wie "brivat"). Die Kolorierung der Wiener U-Bahnen den Fussballvereinen Rapid (grün wie die U4) und Austria (violett wie die U2) sowie der Wiener SPÖ (rot wie die U1) zuzuordnen ist ein einnehmender Gedanke, der bei der U6 (braun) und der U3 (orange) versagt. Die wahren Hintergründe des Farbkonzepts dürften profaner sein. Man hat, so U-Bahn-Forscher Horst Prillinger, dem Beispiel andere Städte folgend, primär kontrastreiche Komplementärfarben ausgewählt. Über die unterbewussten Hintergedanken des zuständigen Beamten Dipl. Ing. Gilnreiner sind keine Details bekannt. Wenig Farbverwandtschaft finden wir in der pastellfarbenen Linienpalette der Pariser Métro. Es liegt nahe, dass das Wiener System dem der New Yorker Subway, der London Underground, und dem der Moskauer Metro folgt. Die grösste U-Bahn-Farb-Verwandtschaft gibt es aber mit dem guten alten Berlin. www.comandantina.com dusl@falter.at
Für Falter 06/2006
5. Februar 2006 © Andrea Maria Dusl
TrackBack
Use this URL to ping this entry: http://comandantina.com/mt/ping.cgi/1153
Kommentare
Liebe Frau Andrea,
Die U-Bahnfarben gab es schon, bevor es in Wien U-Bahnen gab: bei der Stadbahn. Grün die WD (Wiental-Donaukanal, die heutige grüne U4, und braun die G bzw GD (Gürtel und Gürtel-Donaukanal, die heutige U6). Zumindest seit den 60ern, wahrscheinlich schon viel früher, hingen die alten Linienpläne in den schönen dunkelroten Stadtbahnwaggons mit den Holzbankerln und den herrlichen Heizungen, die einem den Popo noch 10 Minuten nach dem Aussteigen wärmten: ein Dreieck Meidling-Landstraße-Heiligenstadt-Meidling, mit einem grünen Schwanzerl von Meidling bis Hütteldorf und einem Bogerl zwischen der Friedensbrücke und der Nußdorferstraße. Und Minutenangaben zwischen den einzelnen Stationen. Die rote U1 kontrastierte gut, und war halt *die* rote Errungenschaft (Warum sie so dezent am Südbahnhof vorbeizieht, wäre auch ein besprechenswertes Rätsel). Und die U2- und U3-Farben entsprachen wahrscheinlich dem damaligen Zeitgeschmack.
Liebe Grüße eines nach Graz emigrierten Wieners!
Paul Schröfl
Paul Schröfl | 08.02.06 20:33
Geehrte,
das " 'b' wie privat" in ihrer jüngsten Kolumne erinnerte mich an eine Erzählung eines längst verblichenen Altphilologen, der von einem - wohl ebenso inzwischen abgetretenen -Greißler auf die Frage, was die Buchstaben "A", "B" und "C" auf den riesigen Kaffebohnen-Dosen bedeuteten, eine klare Anwort erhielt: " 'A' steht für Ardinär, 'B' für Prima und 'C' für Z'sammg'mischt!"
Beste Grüsse!
Peter Hlebayna,
GrazPeter Hlebayna | 16.02.06 21:53



Paul Schröfl | 08.02.06 20:33