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Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Anonymous Design ::: The House on the Roof
Der Wiener Volksgarten ist zwischen Hofburg, Burgtheater und Parlament aufgespannt.
Knorrige Kastanien, Fliederbuschen und allerlei Rosengezücht. Dazwischen Asphaltwege
und bauchiges Wiesengrün. Umzäunt ist der Park mit einem imperialen Gitter, dessen
steinernes Parapet als Gewehr-Auflage für die Infantristen der kaiserlichen Armee gedacht
war. Im Schutze der steinernen Brüstung sollten Franz Josefs Schiessröcke allfälligen
revolutionären Pöbel mit gezielten Salven niedermähen.
Den Park beherscht eine klassizistische Steinscheune, der Theseustempel. Wenn der Himmel
giftig wird und die Sonne über Wien tief steht, sieht das alles nach gutem Design aus.


Als gelungen darf das Parlament jenseit von Brüstung und Ringstrasse gelten. Es ist für die
bescheidenen Ansprüche, die Österreich an die Idee der Demokratie verschwendet, etwas zu
gross ausgefallen. Das hat weniger mit schnitzelländischer Hochstapelei, als mit der Tatsache
zu tun, das von hier alle nichtungarischen Teile der Donaumonarchie regiert wurden. Heute
tagen hier die beiden Kammern des österreichischen Parlaments, der Nationalrat und der
Bundesrat.
Als Mayordomus der "Hohes Haus" genannten, doch eher flach wirkenden Immobilie gefällt sich
der Tiroler Andreas Khol, ein eitler und geschwätziger Konservativer, der hier die republikanische
Position eines Nationalratspräsidenten bekleidet.
Das kleine Häuschen am Dach rechts, das aussieht, als hätte ein meschuggener Architekt LSD
genommen, gibt (bzw. gab) es tatsächlich. Es ist nach Meinung einiger das Büro des Grün-
Parlamentariers Peter Pilz, nach Ansicht anderer das des sozialdemokratischen Querdenkers Bruno
Aigner, Sekretär des damaligen zweiten Nationalrats- und heutigen Bundespräsidenten Heinz
Fischer. Mitnichten. Das kleine Haus in luftiger Höhe haben sich Restauratoren gebaut. Es
umschliesst eine von insgesamt acht rostig gewordenen Bronzeskulpturen.
Eine schräge Adresse von feinstem Entwurf.
25. Januar 2006 © Andrea Maria Dusl
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